Magenband beantragen: Was kostet die Operation?

Fünf Menschen, die einen Luftsprung machen, und von denen nur noch der Unterkörper zu sehen ist. Magenband, Operation.

Das Magenband ist für viele das Mittel der Wahl, wenn konservative Maßnahmen zur Gewichtsreduktion versagen. Foto: Adobe Stock, (c) Juergen Faelchle

Diabetes, Schlafapnoe, Bluthochdruck und Herzbeschwerden: Die Langzeitfolgen krankhaften Übergewichts sind vielfältig. Um diese zu vermeiden, greifen immer mehr Betroffene zu drastischen Mitteln und lassen sich ein Magenband einsetzen. Das Magenband reduziert das Magenvolumen, ohne den Magen-Darm-Trakt dauerhaft zu verändern (wie es ein Magenbypass oder ein Schlauchmagen täte). Aber unter welchen Voraussetzungen werden die Kosten für die Operation übernommen? Mit welchem finanziellen Aufwand müssen Selbstzahler rechnen? Und wie schnell kann man mit dem Magenband abnehmen?

Was ist ein Magenband?

Beim Magenband handelt es sich um ein verstellbares Silikonband, das eine (vorübergehende) Magenverkleinerung bewirkt. Es wird im Rahmen der Adipositaschirurgie eingesetzt, wenn alle konservativen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion versagt haben. Die Adipositaschirurgie (auch bariatrische Chirurgie genannt) zielt auf die chirurgische Veränderung des Magen-Darm-Traktes, wodurch innerhalb kurzer Zeit ein drastischer Gewichtsverlust erreicht wird.

Übrigens: Weitere bariatrische Maßnahmen neben dem Magenband sind der Magenballon, der Magenbypass und der Schlauchmagen (Gastric Sleeve Resection). Bei letzteren beiden Maßnahmen handelt es sich um eine chirurgische Veränderung, die nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Wie funktioniert das Magenband?

Das Magenband bewirkt eine rasche Gewichtsreduktion, da es die Nahrungsaufnahme drastisch einschränkt. Im Zuge der minimal invasiven Operation wird ein Silikonband mit einem elastischen Gefäß um den obersten Teil des Magens geschlungen. Auf diese Weise entsteht eine sehr kleine, künstliche Magentasche, die mit dem restlichen Teil des Magens durch eine kleine Öffnung verbunden ist. Sobald dieser „Vormagen“ mit Essen gefüllt ist, setzt das natürliche Sättigungsgefühl ein und die Nahrung hat genügend Zeit, durch die kleine Öffnung vom Vormagen in den Hauptmagen überzugehen.

Die Größe der Öffnung kann verändert werden, indem Flüssigkeit in den elastischen Teil des Magenbandes gepumpt (Öffnung wird kleiner) bzw. Flüssigkeit abgelassen wird (Öffnung wird größer). Dies erfolgt über eine sogenannte Portkammer, die direkt in der Bauchwand oder vor dem Brustbein platziert wird und von außen zugänglich ist. Nimmt der Patient zu große Mengen Nahrung zu sich, können Übelkeit und Erbrechen die Folge sein. Nach dem Entfernen des Bandes befindet der Magen sich wieder in seinem ursprünglichen Zustand.

Wie viel kann man mit Magenband essen? Und was?

Da die kleine Magentasche, die durch das Silikonband geschaffen wird, nur ein sehr geringes Volumen fassen kann, geht die OP zwangsläufig mit einer vollständigen Ernährungsumstellung einher. Direkt nach dem Eingriff darfst du gar nichts essen, sondern lediglich stilles Wasser trinken. Nach ein bis zwei Wochen ist dein „neuer“ Magen reif für dünne Suppen und Breikost. „Normal“ essen ist erst acht bis zwölf Wochen nach der Operation möglich – und auch dann musst du dich an gewisse Regeln halten:

  • kleine Portionen essen
  • keine fettreichen oder sehr salzige Speisen
  • nur dreimal am Tag essen (kein „snacken“ zwischen den Mahlzeiten)
  • kein rohes Obst und Gemüse
  • langsam essen und sehr bewusst kauen
  • keine Süßigkeiten essen
  • keine zucker- und kohlensäurehaltigen Getränke
  • NICHT zu oder direkt nach den Mahlzeiten trinken

Was muss ich selbst tun?

Es ist wichtig, sich auf das Leben mit Magenband vorzubereiten. Wer nicht vorbereitet ist, setzt nicht nur den Abnehmerfolg auf’s Spiel, sondern riskiert auch ernsthafte körperliche Folgen. Daher solltest du dich vor deiner Magenband OP an einen Ernährungsberater oder Diätologen wenden, der dich entsprechend vorbereiten kann. Die Resize OG in 101010501090 und 1220 Wien8010 Graz8530 Deutschlandsberg und 8580 Köflach berechnet für ein einstündiges Beratungsgespräch 120 €.

Wie viel nimmt man mit dem Magenband ab?

Unter der Voraussetzung, dass du deine Lebens- und Essgewohnheiten an das Leben mit dem Magenband anpasst, kannst du mithilfe des Magenbands rund zwei Drittel deines Übergewichts verlieren. Hierfür ist es allerdings erforderlich, dass das Magenband sich in der richtigen Position befindet und die Öffnung regelmäßig überprüft und an dein Essverhalten angepasst wird. Patienten mit Magenband nehmen normalerweise langsamer ab als Patienten mit Magenbypass (weniger als 1 kg/ Woche), aber dafür kommt es auch weniger häufig zu Nebenwirkungen. Die meisten Patienten mit Magenband erreichen etwa zwei Jahre nach der Operation ihr bleibendes Gewicht.

Übrigens: Normalerweise wird das Magenband auch nach der Gewichtsabnahme nicht entfernt, sondern verbleibt im Körper. Hierbei handelt es sich quasi um eine Sicherheitsmaßnahme, damit der Patient jederzeit in der Lage ist, seine Magenkapazität bei Bedarf wieder einschränken zu lassen.

Voraussetzungen: Wer kann ein Magenband bekommen?

Rein medizinisch ist die Indikation für eine Magenband Operation dann gegeben, wenn der Patient einen Body-Mass-Index von mindestens 35 hat und bereits unter typischen Folgeerkankungen wie Bluthochdruck, Diabetes-Typ-2 oder Schlafapnoe leidet. Allerdings wird das Magenband nur dann genehmigt, wenn sämtliche nicht-operativen Maßnahmen (Ernährungsberatung, Verhaltenstherapie, Bewegungstraining etc.) zur Bekämpfung der Adipositas über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten keinen ausreichenden Erfolg gebracht haben. In Österreich wird der Eingriff normalerweise nicht an Patienten unter 18 oder über 65 durchgeführt. Im Einzelfall kann diesbezüglich jedoch auch anders entschieden werden.

Gibt es Risiken oder Spätfolgen?

Abgesehen von dem Operationsrisiko und möglicher postoperativer Komplikationen (Wundheilungsstörungen, Nachblutungen, Wundinfekte usw.) kann es durch das Magenband zu Schleimhautschwellungen und -entzündungen kommen. Ist der elastische Schlauch undicht, ist eine weitere Operation erforderlich. Die meisten Komplikationen beziehungsweise Spätfolgen entstehen jedoch dadurch, dass das Magenband nicht korrekt sitzt. Ist es zu stramm oder verrutscht es, kann es zu Schluckproblemen und Reflux kommen. Werden zu große Portionen verzehrt, dehnt sich die Speiseröhre aus. Aus diesem Grund ist es dringend erforderlich, das Magenband regelmäßig überprüfen zu lassen.

Schematische Darstellung einer Magenband Operation

Das Magenband ist eine bariatrische Maßnahme bei krankhafter Adipositas. Erfolgreich ist nur, wer seine Essgewohnheiten anpasst. Adobe Stock, (c) bearsky23

Ein unerwünschter Nebeneffekt ist außerdem das Absinken des Grundumsatzes. Dadurch, dass nur noch sehr kleine Mengen verzehrt werden können, lernt dein Körper, mit weniger Energie zu arbeiten. Das bedeutet, dass die Kalorienzufuhr immer weiter gesenkt werden muss, damit das Gewicht weiterhin fällt, und selbst kleine Überschreitungen in einer Zunahme resultieren können. Viele Betroffene können ihr Gewicht später nur halten, indem sie dauerhaft deutlich unter 2000 kcal zu sich nehmen und ihr Leben lang diszipliniert Sport treiben.

Kosten: Wie teuer ist das Magenband?

Die Kosten für ein Magenband setzen sich aus mehreren Teilen zusammen. Hierzu zählen die Operation selbst, der stationäre Aufenthalt, der in der Regel nicht länger als drei Tage beträgt, und die Kontrolltermine für die regelmäßige Überprüfung und das Einstellen des Magenbands. Je nach Arzt und Behandlungsaufwand kostet das Einsetzen eines Magenbands zwischen € 5.000 und € 10.000. Normalerweise ist ein Magenband kostengünstiger als ein Magenbypass.

Übernimmt die Krankenkassa die Kosten?

Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Kosten für das Magenband von der Krankenkasse übernommen. Sind nicht alle Voraussetzungen erfüllt, wird einem Antrag in der Regel nicht stattgegeben. Um ein Magenband bezahlt zu bekommen, musst du folgendes nachweisen können:

  • BMI: Dein BMI muss über 40 liegen. Bei einem BMI zwischen 35 und 40 muss das Vorhandensein entsprechender Folgeerkrankungen (Diabetes, Schlafapnoe usw.) belegt sein.
  • Hormone: Es muss nachgewiesen sein, dass die Adipositas nicht hormonell bedingt ist.
  • Gesundheit: Sämtliche Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes (zum Beispiel Magengeschwüre) müssen ausgeschlossen sein.
  • Konservative Maßnahmen: Es muss nachgewiesen werden, dass mindestens zweimal versucht wurde, das Gewicht auf „normalem“ Wege loszuwerden.
  • Eignung/ Motivation: Es muss ein psychologisches Gutachten vorgelegt werden, das die Eignung des Patienten für den Eingriff nachweist (= keine vorliegende Sucht- oder psychiatrische Erkrankung).

Österreich: Wer bietet die Magenband OP an? Kontakt

In Österreich kannst dir ein Magenband sowohl in Privatkliniken für Chirurgie als auch in Krankenhäusern einsetzen lassen. Der Antrag wird direkt bei deiner zuständigen Krankenkasse eingebracht. Wir haben recherchiert, welche Anlaufstellen für metabolische Chirurgie es in den einzelnen Bundesländern gibt:

Niederösterreich Landesklinikum Amstetten
Landesklimikum Hollabrunn
Landesklinikum Korneuburg
Oberösterreich Kepler Universitätsklinikum Linz
Ordensklinikum Linz
Salzkammergut-Klinikum Gmunden
LKH Rohrbach
Klinikum Wels-Grieskirchen
Steiermark LKH Hochsteiermark
Salzburg Krankenhaus Barmherzige Brüder Salzburg
Universitätsklinik Salzburg
KH Zell am See
Kärnten Klinikum Klagenfurt
LKH Wolfsberg
LKH Villach
Tirol Universitätsklinik Inssbruck
Bezirkskrankenhaus Kufstein
Bezirkskrankenhaus St. Johann
Bezirkskrankenhaus Lienz
Krankenhaus Zams
Vorarlberg Landeskrankenhaus Bregenz
Krankenhaus Dornbirn
Wien Universitätsklinik Wien
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern
Evangelisches Krankenhaus
Krankenhaus Göttlicher Heiland


Informationen zum Datenschutz einschließlich Cookie Richtlinie