Pickel loswerden! Pflegetipps für unreine Haut

Unreine Haut und Pickel loswerden.

Unreine Haut ist nicht nur für Teenager ein Problem: Wir verraten, was du gegen Pickel, Mitesser und Aknenarben tun kannst. Adobe Stock, (c) gpointstudio

Wusstest du, dass rund 18 Prozent aller Erwachsenen unter dauerhaft unreiner Haut leiden und bei knapp der Hälfte aller Menschen regelmäßig Pickel und Mitesser auftreten? Das ist aber noch lange kein Grund, das strahlend schöne Hautbild abzuschreiben: Problemhaut braucht einfach eine andere Pflege. Wir verraten, wie du Pickeln, Mitessern, und großen Poren Einhalt gebieten kannst.

Was Pickel über deine Haut verraten

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft zählt sowohl gelegentliche Mitesser als auch hormonell bedingte Hautprobleme wie Akne zu unreiner Haut. Und entgegen der weit verbreiteten Meinung, man lasse die Pickel mit der Pubertät hinter sich, poppen die Unreinheiten auch danach noch ungeniert an Stirn, Kinn und Nase auf. Das liegt daran, dass unser größtes Sinnesorgan sehr sensibel auf äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Bakterien und wechselnde Temperaturen reagiert. Vor allem fettige Haut versucht dann, sich mit vermehrter Talgproduktion gegen diese Belastungen zur Wehr zu setzen. Die Folge sind Pickel, Mitesser und manchmal sogar Entzündungen oder Abszesse.

Übrigens: Von einem unreinen Hauttyp spricht man, wenn Symptome wie Mitesser, Pickel und ein fettiger Glanz (vor allem auf Stirn und Nase) über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten.

Wie entstehen Pickel?

Pickel & Co können unterschiedliche Ursachen beziehungsweise unterschiedliche Auslöser haben. Während Akne beispielsweise eine hormonbedingte Erkrankung ist, die vor allem während der Pubertät durch den Anstieg von männlichen Geschlechtshormonen (den sogenannten Androgenen) auftritt, entstehen Mitesser in der Regel durch eine verstärkte Talgproduktion. Von Pickeln spricht man, wenn aus den Mitessern Entzündungen werden. Dies geschieht zum Beispiel durch die Ansiedelung von Bakterien und anderen Erregern.

Pickel ausdrücken – ist das klug?

Grundsätzlich ist es keine gute Idee, Pickel auszurücken oder aufzuschneiden. Kleine Mitesser können sich nämlich zu schweren Entzündungen wandeln, wenn du versuchst, die Unreinheiten auf eigene Faust zu entfernen. Durch laienhaftes Ausrücken von Pickeln und Mitessern gelangt der Talg, häufig zusammen mit Bakterien und anderen Erregern, ins umliegende Gewebe und verursacht dort noch größere Entzündungen. Du solltest also auf Nummer sicher gehen und deine Problemhaut in professionelle Hände geben: Der Hautarzt weiß ganz genau, was im Zweifelsfall zu tun ist.

Unreine Haut und Pickel loswerden

Was hilft gegen Pickel? Adobe Stock, (c) よぴんこ(yopinco)

Unreine Haut und Pickel mit 30?

Von wegen pickelgesichtige Teenies! Laut aktuellen Studien hat jede zweite Frau jenseits der 30 regelmäßig mit einem fettigen Hautbild, Pickelchen und Mitessern zu kämpfen. Unreine Haut ab 30 kann verschiedene Ursachen haben:

  • Veränderungen im Hormonhaushalt: Die Haut ab 30 neigt aufgrund abnehmender Östrogenproduktion vermehrt zur Talgbildung. Da der Östrogenspiegel nach der Menopause noch einmal stark absinkt, haben auch viele Frauen um die 50 mit Hautunreinheiten zu kämpfen.
  • Rauchen: Zigaretten enthalten stark entzündungsfördernde Stoffe, die Akne und andere Hautunreinheiten verstärken können.
  • Falsche Ernährung: Wer zu viele entzündungsfördernde Lebensmittel (tierische Fette, Kuhmilchprodukte, Alkohol etc.) zu sich nimmt, hat ein höheres Risiko für unreine Haut mit 30.
  • Psychischer Druck: Der Zusammenhang zwischen Stress und unreiner Haut ist bisher zwar nicht hinreichend erforscht, aber es ist nachgewiesen, dass ein hoher innerer Leidensdruck (z.B. Depression oder Angstzustände) beispielsweise Akne verschlimmern kann.
  • Wärme/ Reibung/ Schweiß: Hohe Temperaturen regen die Talgproduktion an (pro Grad steigt die Produktion um 10%), Reibung und Schweiß reizen die Haut zusätzlich.

Was hilft gegen Pickel?

Unreine Haut richtig pflegen: Produkte

Da sowohl Akne als auch „normale“ Pickel und Mitesser sich durch die falsche Produktwahl verschlimmern können, solltest du dir eine spezielle Pflegeroutine angewöhnen. Hierzu gehört nicht nur die regelmäßige gründliche Reinigung der Problemhaut, sondern auch die Verwendung der richtigen Produkte. No-Gos bei der Pflege unreiner Haut sind öl- oder fetthaltige Produkte, welche die Poren zusätzlich verstopfen. Folgende Produkte sind für die Pflege unreiner Haut hingegen gut geeignet:

  • Cremes und Make-up auf Wasserbasis (z.B. sog. „Syndets“, welche keine Alkalisalze enthalten)
  • milde, parfümfreie und idealerweise ph-neutrale Reinigungsprodukte
  • Produkte mit klärender Wirkung (z.B. mit Zusatz von Fruchtsäuren, Milchsäure oder Salicylsäure)
  • Gesichtsmasken und Peelings mit porenverfeinernden Inhaltsstoffen wie Wildrosenöl oder Heilerde (Achtung: Auf akut entzündete Haut sollten weder Gesichtsmasken noch Peelings aufgetragen werden!)

Facial: Gesichtsbehandlung gegen unreine Haut?

Wer regelmäßig mit Pickeln und Mitessern im Gesicht zu kämpfen hat, sollte sich wenigstens einmal im Monat eine professionelle Gesichtsbehandlung gönnen. Die Kosmetikerin verfügt nämlich über die notwendigen Tools, um deine Haut porentief zu reinigen. Hierzu werden die Poren deiner Gesichtshaut nach einer gründlichen Entfernung sämtlicher Hautschüppchen und Make-up-Rückstände mithilfe von heißem Wasserdampf geöffnet und anschließend gründlich von überschüssigem Talg befreit. Auf diese Weise vernichtet die Gesichtsbehandlung Pickel, noch ehe sie entstehen können.

Tipp: In unserem Blogartikel „Die beste Gesichtsbehandlung in Wien“ erfährst du, wo es in Wien sehr gute Facials gibt und was dich die Gesichtsbehandlung durch den Profi ungefähr kostet.

Hausmittel gegen unreine Haut

Mit Hausmitteln ist es so eine Sache: Manches funktioniert, anderes verschlimmert das Problem nur. Das beste Beispiel ist die berühmt-berüchtigte Zahnpasta-Methode zum Austrocknen von Pickeln. Was bei fettiger Haut Wirkung zeigt, kann bei einem trockenen Hauttyp zu schweren Entzündungen führen. Wir haben ein paar weniger aggressive Hausmittel zusammengefasst, die bei Pickeln & Co. helfen:

  • Dampfbäder: Um deine Poren zu öffnen, hältst du dein Gesicht über einen Topf mit dampfendem Wasser. Zusätze wie Apfelessig oder Kamille öffnen die Poren und wirken zugleich antibakteriell.
  • Teebaumöl: Im Gegensatz zu Zahnpasta ist Teebaumöl ein reines antibakterielles Naturprodukt und reizt deine Haut nicht zusätzlich. Betupfe unreine Stellen mit dem Öl, um den Pickel auszutrocknen.
  • Zink: Auch Zinksalbe kann helfen, Pickel und Mitesser auszutrocknen. Wer zu unreiner Haut neigt, sollte außerdem durch eine Blutuntersuchung klären lassen, ob ein Zinkmangel vorliegt.
  • Hefe: Hefe enthält eine Menge Mineralstoffe, Proteine und Vitamine, die sich positiv auf die Regeneration der Haut auswirken. Du kannst Hefe sowohl in Form von Kapseln oder Tabletten als auch als Hefe-Getränk aus 1/3 Würfel Trockenhefe und kochendem Wasser einnehmen.

Pickel vorbeugen durch Ernährung

Der Einfluss der Ernährung auf unreine Haut ist zwar nicht hinreichend erforscht, aber es gibt zahlreiche Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln mit hohem glykämischen Index und einer Verschlimmerung von Akne hindeuten. Auch Milchprodukte stehen im Verdacht, Hautentzündungen zu begünstigen. Wer seiner Haut etwas gutes tun möchte, sollte darauf achten, viel reines Wasser (mind. zwei Liter am Tag) sowie mehrere Portionen Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.

Tipp: Es gibt bestimmte Lebensmittel, die im Körper eine entzündungsfördernde Wirkung entfalten. Andere haben eine entzündungshemmende Wirkung. Um dein Hautbild zu verbessern, solltest du also versuchen, möglichst viele entzündungshemmende Lebensmittel in deinen Speiseplan zu integrieren und die entzündungsfördernden zu reduzieren. Eine professionelle Ernährungsberatung kann dir dabei helfen, deinen Speiseplan entsprechend umzustellen.

entzündungshemmende Lebensmittel entzündungsfördernde Lebensmittel
Omega-3-Fettsäuren (z.B. enthalten in Kokosöl und nativem Olivenöl)
grünes Blattgemüse (z.B. Rucola, Rapunzeln, Grünkohl)
Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Linsen, Erbsen)
Brokkoli, Gurke
Walnüsse
Mangos, Sauerkirschen, Heidelbeeren
Kurkuma
Ingwer
Lachs, Makrelen, Sardinen (sämtlicher Fisch mit Omega-3-Fettsäuren)
Chia-, Flachs-, Lein- und Hanfsamen
sämtliche Kuhmilchprodukte
rotes Fleisch
sehr fettes Fleisch
Margarine
Alkohol
Kaffee bzw. alle koffeinhaltigen Getränke
gepökelte Fleischerzeugnisse
Omega-6-Fettsäuren (z.B. enthalten in Sonnenblumenöl)
Lebensmittelzusätze (vor allem Gluten und Aspartam)
stark verarbeitete Produkte (div. Süßigkeiten, Eiscreme etc.)

Wann muss ich zum Hautarzt? Pickel loswerden

Gelegentliche Pickel oder Mitesser sind noch kein Grund, einen Dermatologen aufzusuchen. Wenn die Hautunreinheiten jedoch über einen längeren Zeitraum anhalten, sich plötzlich verstärken oder stark entzünden (z.B. Knötchen- und Blasenbildung), solltest du die Ursachen abklären lassen. Der Hautarzt wird dir zunächst einige Fragen über deinen Lebensstil, deine Ernährungsgewohnheiten und zu den Mitteln stellen, die du in der Vergangenheit gegen unreine Haut angewendet hast.

Anschließend untersucht er deine Haut, nimmt ggf. einen Abstrich von einer stark entzündeten Stelle, um Bakterien als Ursache auszuschließen, und untersucht dein Blut auf hormonelle Auffälligkeiten bzw. etwaige Mangelerscheinungen.

Unreine Haut therapieren: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wenn korrekte Pflege und Reinigung nicht ausreichen, damit die Entzündungen abklingen, solltest du andere Möglichkeiten der Behandlung in Erwägung ziehen. Bleiben entzündliche Veränderungen der Haut unbehandelt, kann dies langfristig zu starker Narbenbildung und hohem psychischen Leidensdruck führen. Dein Hautarzt kann dich zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten ausführlich beraten.

  • Lokal wirkende Antibiotika: Um die Entzündungen einzudämmen und gegen Aknebakterien anzukämpfen, werden häufig leichte Antibiotika eingesetzt.
  • Vitamin A: Vitamin A ist ein Vitamin, das maßgeblich an der Regeneration der Haut beteiligt ist. Zur Behandlung von Akne und Pickeln werden daher häufig Vitamin-A-Säure-Derivate eingesetzt.
  • Hormonelle Verhütungsmittel: Gestagen-Präparate können dabei helfen, die Talgproduktion zu reduzieren. Da es hier jedoch zu starken Wechselwirkungen kommen kann, solltest du diese Möglichkeit mit dem Frauenarzt deines Vertrauens besprechen.
unreine Haut

Der Dermatologe behandelt Pickel professionell und sorgt dafür, dass sich keine weiteren Entzündungen entwickeln. Foto: Adobe Stock, (c) Микола Ковальчинськи

Die richtige Hautpflege gegen Pickel

Bei starker Akne, periodisch auftretenden Hautentzündungen oder hohem inneren Leidensdruck aufgrund deiner unreinen Haut solltest du auf jeden Fall den Fachmann aufsuchen. Dieser bekämpft nicht nur die Symptome, sondern findet auch heraus, aus welchem Grund deine Haut zu Entzündungen neigt.

Du solltest dir allerdings darüber im Klaren sein, dass eine entsprechende Therapie nicht von heute auf morgen Erfolge zeigt und auch ein entsprechendes Engagement von deiner Seite voraussetzt. Folgendes kannst du selbst tun, um die Therapie zu unterstützen:

  • Antibakterielle Pflege: Waschlotionen und Cremes mit Benzoylperoxid oder Azelainsäure wirken antibakteriell und helfen so, Mitessern vorzubeugen.
  • Finger aus dem Gesicht: Ganz gleich, wie oft du deine Hände wäscht – ein paar Bakterien haben wir immer auf der Haut. Aus diesem Grund solltest du darauf verzichten, unreine oder gar entzündete Hautstellen mit den Fingern zu befühlen.
  • Hygiene: Du solltest darauf achten, deinen Kopfkissenbezug einmal pro Woche zu wechseln, da Reste von Make-up und Haarprodukten deine Gesichtshaut zusätzlich reizen können. Außerdem solltest du für dein Gesicht ein anderes Handtuch benutzen als für den Rest deines Körpers.
  • Stress reduzieren: Es ist nachgewiesen, dass Stress ein unreines Hautbild verschlimmern kann. Du solltest also versuchen, aktiv deine Entspannung zu fördern. Hierbei können besänftigende Sportarten wie Yoga und Qigong oder auch Aromatherapie und Meditation helfen.
unreine Haut

Schnelle Hilfe bei unreiner Haut: Das Spurenelement Zink wirkt sowohl von innen als auch von außen gegen Pickel und Mitesser! Adobe Stock, (c) olly

Narben durch Akne – was hilft?

Bei manchen Menschen verblassen Aknenarben mit der Zeit oder verschwinden durch die Regeneration des Hautgewebes sogar vollständig. Es gibt aber auch Fälle, in denen großflächige oder geschwulstartige Narben im Gesicht und am ganzen Körper zurückbleiben. In diesen Fällen gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Narben glatter und dadurch weniger sichtbar zu machen.

  • Sanfte Peelings: Sanfte Peelings (z.B. mit Heilerde) entfernen abgestorbene Hautschüppchen und machen die Narbenränder „weicher“. Sie wirken außerdem durchblutungsfördernd, wodurch die natürliche Regeneration der Haut angeregt wird.
  • Säurepeelings: Peelings mit Fruchtsäure oder Trichloressigsäure tragen mehrere Hautschichten auf einmal ab, wodurch die Erneuerung der Zellen beschleunigt wird. Säurepeelings sollten aufgrund der relativen Schwere der Anwendung nur von erfahrenem Fachpersonal durchgeführt werden.
  • Mikrodermabrasion: Bei der Microdermabrasion wird die oberste Hautschicht mit sehr feinen Kristallen „abgeschliffen“ und die Narbenränder werden geglättet.
  • Lasertherapie: Bei der Lasertherapie werden die oberen Zellschichten abgetragen und zugleich wird die Zellerneuerung angeregt.

Hier findest du die besten Hautärzte in deinem Bundesland



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