Mumps: Symptome, Risiken, Vorbeugung

Kleiner Junge mit Mumps, der sich die Backe hält. Mumps Symptome.

Mumps gehört zu den Infektionen, die durch Viren ausgelöst werden. HEROLD hat alle wichtigen Informationen zusammengefasst.  Adobe Stock, (c) Jirus

Hamsterbacken, Fieber, Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken: So zeigt sich Mumps. Die hochansteckende Viruserkrankung befällt vor allem Kinder und wird deshalb zu den typischen Kinderkrankheiten gezählt. Erwachsene können sich aber ebenfalls mit Mumps anstecken, denn die Krankheit wird über Tröpfchen beim Niesen, Sprechen oder Husten übertragen. Da Mumps eine Reihe an schwerwiegenden Komplikationen hervorrufen kann, ist ärztliche Behandlung dringend notwendig.

Mumps – was ist das?

Mumps ist eine hochinfektiöse Erkrankung, die durch das Mumpsvirus (früher: Paramyxovirus parotitidis, auch Ziegenpeter genannt), ein RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviridae, ausgelöst wird. Das Virus ruft eine schmerzhafte Entzündung der Speicheldrüsen hervor, die mit einer charakteristischen Schwellung einhergeht. Wie Masern, Röteln und Windpocken zählt auch Mumps zu den Kinderkrankheiten, da Mumps nach durchgemachter Krankheit eine lebenslange Immunität hinterlässt. Zu den typischen Mumps Symptomen kommt es für gewöhnlich nach einer Inkubationszeit von 12 bis 25 Tagen.

Übrigens: Rund die Hälfte aller Mumpsinfektionen verläuft vollkommen symptomfrei und ohne Beschwerden. Doch auch symptomfreie Krankheitsverläufe hinterlassen eine lebenslange Immunität.

Wer bekommt Mumps?

An Mumps erkranken in der Regel Kinder zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahr, aber manchmal sind auch Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren betroffen. Buben erkranken häufiger als Mädchen. Die meisten Patienten, die sich mit Mumps infizieren, sind ungeimpft. In Österreich liegt die Durchimpfungsrate mit der Masern-Mumps-Röteln-Impfung bei etwa 90 %. Die Impfung stellt einen wirksamen Schutz gegen eine Ansteckung mit diesen Krankheiten dar.

Wie lange ist Mumps ansteckend?

Mumps ist sehr ansteckend, da die Viren sich im Speichel, Urin und Stuhl der infizierten Person befinden. Die Ansteckung per Tröpfcheninfektion (seltener auch Schmierinfektion bei direktem Körperkontakt oder durch verunreinigte Gegenstände) kann also auf vielen Wegen erfolgen. Am häufigsten infizieren sich Personen,weil sie durch Husten, Niesen oder Sprechen mit dem Speichel von bereits erkrankten Personen in Kontakt kommen.

Impfstoff gegen Mumps in einer Spritze. Mumps Symptome.

Für die Gesundheit: Das Auftreten von Infektionen bei Kindern und Erwachsenen kann durch eine Impfung verringert werden. Adobe Stock, (c) Tobias Arhelger

Infizierte sind 2 bis maximal 7 Tage vor Ausbruch der Erkrankung bis maximal zum 9. Tag nach Ausbruch der Erkrankung ansteckend. Am stärksten ansteckend ist Mumps 2 bis 4 Tage nach Ausbruch der Krankheit. Die Ansteckungsgefahr ist in geschlossenen Räumen bzw. Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergärten und Schulen) besonders groß.

Wie oft kann man Mumps bekommen?

Die Kinderkrankheit Mumps hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität. Eine zweite Ansteckung mit Mumps ist zwar möglich, aber sehr selten.

Ist Mumps meldepflichtig?

In Österreich gibt es eine Reihe von Krankheiten, die man beim Gesundheitsamt anzeigen muss. Dazu gehören zum Beispiel Masern, Röteln, Keuchhusten und das neuartige Coronavirus oder COVID-19. Mumps zählt derzeit nicht zu den meldepflichtigen Krankheiten. Die komplette Liste mit meldepflichtigen Erkrankungen findest du hier.

Mumps Symptome

Mumps, umgangssprachlich auch Ziegenpeter, Feifel, Bauernwetzel oder Tölpel (denn das gerundete Gesicht verleiht ein einfältiges Aussehen) genannt, beginnt in der Regel mit unspezifischen Beschwerden wie leichtem Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Innerhalb von etwa einem Tag gesellen sich einseitige Ohrenschmerzen hinzu.

Kleines Mädchen mit Mumps, das vor Schmerzen weint. Mumps Symptome.

Warum man Mumps impfen sollte? Weil die Erkrankung sehr schmerzhaft sein und schwerwiegende Folgen haben kann. Adobe Stock, (c) Firma V

Wo tritt Mumps auf?

Körperlich sichtbar wird Mumps im Bereich der Ohren bzw. Wangen, da die Ohrspeicheldrüse (Parotis) und damit der Bereich um das Ohr aufgrund der Entzündung zunächst einseitig anschwillt. In manchen Fällen ist die Schwellung so stark, dass das Ohrläppchen absteht. Häufig kommt es kurz danach zu ähnlichen Veränderungen auf der anderen Seite. Im Extremfall ist die Schwellung so stark, dass die Kieferkante nicht mehr zu erkennen ist und das Antlitz einem Mondgesicht gleicht. Das Öffnen des Mundes wird schmerzhaft. Das Kauen und Schlucken sowie Kopfbewegungen ebenfalls.

Die Mündung des Ausführungsgangs der Parotis (Ohrspeicheldrüse) gegenüber dem zweiten oberen Backenzahn ist gerötet. Es können auch Schwellungen anderer Speicheldrüsen (Unterkiefer-, Unterzungenspeicheldrüse) und regionaler Lymphknoten auftreten.

Mumps – wie lange ist man krank?

Die durch Mumps verursachten Schmerzen und das begleitende Fieber klingen nach sechs bis sieben Tagen ab. Auch die Schwellung der Speicheldrüsen geht nach etwa einer Woche zurück. Der Heilungsprozess kann allerdings bis zu zwei Wochen dauern, weshalb Kinder in der Rege auch nach Anklingen der primären Symptome noch eine Weile zu Hause bleiben und sich ausruhen sollten. Je älter das Kind bei Erkrankung ist, desto schwerer ist der zu erwartende Verlauf.

Wie der Arzt Mumps diagnostiziert

Das klassische klinische Erscheinungsbild mit der typischen Drüsenschwellung führt den Arzt in der Regel zur richtigen Diagnose. Eventuell bestätigt durch eine Blutuntersuchung zur Bestimmung spezifischer Antikörper, die jedoch meist nicht notwendig ist. Nur in besonderen Fällen erfolgt eine Virusanzucht oder ein Nachweis mumpsspezifischer RNA aus einem Rachenabstrich, aus dem Speichel, Liquor (Gehirnflüssigkeit), Urin oder aus einer Biopsie (entnommene Gewebeprobe).

Kleiner Junge, der gegen Mumps geimpft wird. Mumps Symptome.

Kindern kann die Infektion mit dem Virus erspart bleiben, indem die Impfung durchgeführt wird. Adobe Stock, (c) Mediteraneo

Ist Mumps gefährlich? Komplikationen

Mumps-Viren können auf ihrem Weg durch den Körper verschiedene Organe befallen und dort Entzündungen auslösen. Möglich ist beispielsweise eine Meningitis (Hirnhautentzündung), erkennbar an Symptomen wie starken Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteife, Lichtscheu, Erbrechen, Berührungsempfindlichkeit und Benommenheit.

Sie kann bereits eine Woche vor bis zu drei Wochen nach Beginn der Ohrspeicheldrüsenentzündung auftreten. Weitere Begleiterscheinungen und/oder Komplikationen, die Mumps hervorrufen kann, sind:

  • bei Männern eine Orchitis (Hodenentzündung), die etwa drei bis vier Tage andauert und sich durch eine Schwellung und Empfindlichkeit der Hoden mit Schmerzen zeigt.
  • bei älteren Mädchen und jungen Frauen Adnexitis (Eierstockentzündung) mit Schmerzen im Unterleib, die meistens nach einer Woche wieder verschwindet.
  • Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) mit Erbrechen, Oberbauchschmerzen und fettigen Durchfällen.
  • Akustikus-Neuritis (Ohrnervenentzündung) mit ein- oder beidseitiger Innenohrschwerhörigkeit oder gar Taubheit.
  • Enzephalitis (Hirnentzündung, selten) mit Benommenheit, Erbrechen, Schwindel und neurologischen Ausfällen (z. B. Lähmungen), die in Ausnahmefällen auch bestehen bleiben.
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung, selten)
  • Nephritis (Nierenentzündung, selten).
  • Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung)
  • Schwellung der Tränendrüsen und Iritis (Entzündung der Regenbogenhaut) mit Lichtempfindlichkeit sowie ein teilweiser Verlust der Sehfähigkeit (selten).
  • Arthritis (Gelenkentzündung, selten).
  • Mastitis (Entzündung der Brustdrüsen, selten)

Warum macht Mumps unfruchtbar?

Hier muss man differenzieren: Mumps macht nicht per se unfruchtbar. Unfruchtbarkeit kann allerdings eine Folge sein, wenn sich Buben nach der Pubertät mit Mumps infizieren und als Begleiterscheinung der Erkrankung eine Hoden- oder Nebenhodenentzündung auftritt. In diesem Fall können die Hoden sich nämlich dauerhaft zurückbilden. Eine vollständige Unfruchtbarkeit ist sehr selten, denn in den meisten Fällen ist, wenn überhaupt, nur ein Hoden betroffen. Mädchen können durch Mumps zwar eine Eierstockentzündung bekommen, diese führt aber nicht zu Unfruchtbarkeit.

Wie wird Mumps behandelt?

Mumps wird normalerweise symptomatisch behandelt und erkrankte Kinder können zu Hause gepflegt werden. Die Mumps Behandlungs sieht die Gabe von fiebersenkenden und schmerzlindernden Mitteln vor. Außerdem sollten erkrankte Kinder sich körperlich schonen und sehr viel Flüssigkeit (Wasser und ungesüßten Tee) zu sich nehmen. Weitere hilfreiche Maßnahmen gegen Mumps sind:

  • Wadenwickel, die hohes Fieber reduzieren, aber nur dann angewendet werden sollten, wenn die Gliedmaßen des Kindes warm sind. Ansonsten genügt üblicherweise eine leichte Bettdecke zur richtigen Temperierung.
  • Verzehr von flüssigen oder weichen Speisen (z.B. Suppe, Brei), um die Schluckbeschwerden zu lindern.
  • Kaugummi kauen, um das Druckgefühl zu reduzieren.
  • Ohrspeicheldrüsen warm halten, z.B. mit einer Wärmeflasche und einem Schal oder einem Wärmewickel aus mit in warmes Wasser getauchten, dann ausgewrungenen und mit einem Schal befestigten Tüchern.
  • Kühlende Wickel mit Topfen oder Essig, wenn der Patient besser darauf anspricht als auf Wärme bzw. bei hohem Fieber.
Achtung! Bekommt ein an Mumps Erkrankter jedoch einen steifen Hals, wird er schläfrig und teilnahmslos, leidet er an Übelkeit und erbricht, ist umgehend Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen. Denn solche Symptome deuten auf eine Hirnhautentzündung hin, ein Notfall, der möglichst schnell diagnostiziert und therapiert gehört.

Kann man Mumps vorbeugen?

Die Erkrankung und damit auch ihre eventuellen Komplikationen verhindert am besten eine Impfung. Sie ist in Österreich Bestandteil des kostenlosen Impfprogramms für Kinder und wird in Kombination mit der Impfung gegen Masern und gegen Röteln (MMR-Impfstoff) oder auch zusätzlich gegen Windpocken ausgeführt. Der Impfstoff besteht aus abgeschwächten, nicht auf Dritte übertragbaren Mumpsviren. Seine Schutzrate beträgt rund 85 bis 95 Prozent. Seine Schutzdauer dürfte lebenslang anhalten.

Seit Einführung der Impfung, d.h. in Österreich seit 1974, kam es zu einem drastischen Rückgang von Mumpsinfektionen. Doch die zunehmende Impfmüdigkeit führt inzwischen international wieder zu einem Anstieg der Erkrankungsfälle.

Masern Mumps Röteln Impfung

Die erste Teilimpfung gegen die drei Kinderkrankheiten sollten Kinder ab dem vollendeten 9. Lebensmonat erhalten, die zweite nach drei Monaten, wobei unterbliebene MMR-Impfungen in jedem Lebensalter nachgeholt werden können. Bei Erstimpfung nach dem ersten Lebensjahr sollte die zweite Impfung frühestmöglich, aber in einem Mindestabstand von vier Wochen erfolgen.

So entstand bei Kindern eine hohe Durchimpfungsrate. Allerdings verlagert sich die Infektion nun auf ungeschützte, d.h. nicht geimpfte Jugendliche und Erwachsene, die für schwere Komplikationen der Erkrankung viel anfälliger sind.

Übrigens: Die Impfung kann auch innerhalb von drei Tagen nach einem erfolgten Kontakt mit einem Erkrankten Sinn machen, denn sie bietet die Chance auf eine Unterdrückung des Krankheitsausbruchs.

Mumps in der Schwangerschaft

Besonders wichtig ist eine Immunität gegenüber Mumpsviren bei Frauen im gebärfähigen Alter. Daher ist es ratsam, vor einer geplanten Schwangerschaft den Immunstatus (Antikörper) überprüfen zu lassen und gegebenenfalls die Immunisierung nachzuholen. Da es sich jedoch um einen Lebendimpfstoff handelt, sollte die Impfung nicht während oder unmittelbar vor einer Schwangerschaft, sondern im Abstand von mindestens einem Monat (besser: drei Monate) dazu erfolgen.

Säuglinge, deren Mütter bereits Mumps hatten oder dagegen geimpft sind, genießen für einige Monate Schutz vor einer Ansteckung mit Mumps, weil sie über die Plazenta (Mutterkuchen) von ihren Müttern Antikörper gegen die Viren erhalten haben, die sich allerdings mit der Zeit abbauen, sodass dieser “Nestschutz“ verloren geht.

Warum heißt Mumps auch Ziegenpeter?

Mumps trägt viele Beinamen, unter denen jedoch keiner so oft für Nachfragen und Verwirrung sorgt wie die Bezeichnung Ziegenpeter. Eine eindeutige Antwort darauf, wie der Beiname zustande kam, hat bisher niemand geben können. Es gibt aber eine wunderbare Übersicht von möglichen Gründen, warum Mumps Ziegenpeter heißt, von Medical Tribune.

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