Fehlgeburt – was tun? Ursachen & Nachsorge

Junge verzweifelte Frau nach Fehlgeburt in einem Krankenhausbett.

Eine Fehlgeburt oder Totgeburt ist ein schwerer Schicksalsschlag für werdende Eltern. Die Folgen können das ganze Leben verändern. Adobe Stock, (c) navee

Schwanger! Doch dann: Bauchkrämpfe und/oder Blutungen kündigen eine Fehlgeburt an. Eines der traurigsten Dinge, die werdenden Eltern passieren können. Denn verlässt ein Kind viel zu früh den Mutterleib, ist es nicht überlebensfähig. HEROLD informiert über die Ursachen einer Fehlgeburt, über Risikofaktoren und über das, was danach kommt. Außerdem klären wir darüber auf, ob man Fehlgeburten vorbeugen kann.

Fehlgeburt – was versteht man darunter?

Fehlgeburt oder Abort nennt die Medizin den plötzlichen Tod eines ungeborenen Kindes bzw. wenn es vor dem Erreichen der Lebensfähigkeit zur Welt kommt. Geschieht das bis zur vollendeten 12. Schwangerschaftswoche, spricht man von einem Frühabort. In diesem Zeitraum ereignen sich die meisten Fehlgeburten, denn da findet die Einnistung des befruchteten Eis und die Ausbildung des Mutterkuchens statt – komplizierte und störanfällige Vorgänge.

Ab der 12. Schwangerschaftswoche handelt es sich um einen Spätabort und wiegt das Kind bereits mehr als 500 Gramm, um eine Totgeburt.

Wie oft kommt es zu Fehlgeburten?

Rund 15% aller Schwangerschaften in Österreich enden mit einer erkennbaren Fehlgeburt, sagt die Statistik. Doch gehen Experten davon aus, dass ca. zwei Drittel aller befruchteten Eizellen sich nicht richtig entwickeln und/oder wieder absterben. Wobei viele dieser Schwangerschaften gar nicht erst bemerkt werden, weil die Eizelle schon vor der Einnistung oder kurz danach zugrunde geht (Frühestabort). Was sich in Form einer verstärkten oder auch verspäteten Monatsblutung zeigt.

Fehlgeburt – wann am häufigsten?

Die meisten Aborte ereignen sich in den ersten acht Schwangerschaftswochen. Aus diesem Grund verraten die meisten Frauen auch erst ab der neunten, viele sogar erst ab der 12. SSW, dass sie ein Baby erwarten. Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft, d.h. mit jeder überstandenen Schwangerschaftswoche, verringert sich das Risiko einer Fehlgeburt. Auf etwa 10%, sobald beim Kind per Ultraschall der Herzschlag erfassbar ist.

Ab der 24. SSW schafft es die Medizin oft, die Schwangerschaft bei abortgefährdeten Kindern durch entsprechende Maßnahmen wie Bettruhe, künstliche Lungenreifung beim Fetus, medikamentöse Wehenhemmung etc. zu erhalten. Ist aber eine Fehlgeburt bereits im Gange (Wehentätigkeit hat eingesetzt oder die Fruchtblase ist gesprungen), lässt sich die Schwangerschaft nicht mehr retten.

Junge brünette Frau nach Fehlgeburt.

Sehr frühe Fehlgeburten werden nicht immer entdeckt, da die Symptome einer stärkeren Regelblutung ähneln. Adobe Stock, (c) deagreez

Welche Formen von Fehlgeburt gibt es?

Je nach Ablauf der Fehlgeburt, unterscheidet man zwischen einem

  • Abortus imminens, d.h. einer drohenden Fehlgeburt, mit Blutungen im Frühstadium der Schwangerschaft und positiver Herzaktion des Fetus.
  • verhaltenen Abort alias Missed Abortion, der meist als Zufallsbefund per Ultraschall aufgrund des fehlenden Herzschlags und der ausbleibenden Kindsbewegungen festgestellt wird.
  • Abortus completus, d.h. einer vollständigen Fehlgeburt, bei der die gesamte Fruchtanlage ausgestoßen wird.
  • Abortus incompletus oder einer inkompletten Fehlgeburt, wo im Ultraschall noch Reste der Schwangerschaftsanlage in der Gebärmutter zu erkennen sind.

Fehlgeburt Symptome

Eine Fehlgeburt erkennen ist manchmal nicht so einfach, denn Aborte laufen häufig unbemerkt ab. Tatsächlich verlieren viele Frauen ihr Kind, bevor sie die Schwangerschaft überhaupt bemerkt hatten. Anzeichen, die auf eine Fehlgeburt in einem sehr frühen Stadium hindeuten können, sind zum Beispiel der Abgang von Blut und Gewebeanteilen. Da diese Symptome einer (stärkeren) Periode ähneln, kann ein Abort aber auch dann noch unentdeckt bleiben. Bei einer bekannten Schwangerschaft können folgende Beschwerden Symptome eines sich ankündigenden Aborts sein:

  • leichte bis lebensbedrohlich starke vaginale Blutungen, die zwar nicht immer ein Zeichen für eine Frühgeburt sind, aber in jedem Fall dringend untersucht gehören
  • ein starkes Ziehen oder krampfartige Schmerzen im Unterbauch, die Wehen, d.h. schmerzhaften Kontraktionen der Gebärmutter entsprechen
  • heftige Rückenschmerzen
  • eitriger Ausfluss
  • Fieber: Man unterscheidet zwischen einem afebrilen (nicht fiebrigen) Abort mit einer Temperatur bis 37,9°C, einem febrilen Abort mit einer Temperatur von 38° bis 39°C und einem septischen Abort mit Blutvergiftung, Schüttelfrost und einer Temperatur von über 39°C.
  • Austritt von Fruchtwasser bei fortgeschrittenerer Schwangerschaft

Tritt keines der genannten Zeichen auf, liegt eine verhaltene Fehlgeburt oder missed abortion vor. Sie wird meist zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Beim nicht ausgestoßenen Embryo lässt sich dabei feststellen, dass er keine Herzaktion mehr aufweist.

Fehlgeburt erkennen beim Gynäkologen

Kommt es zu Blutungen und/oder anderen oben genannten Beschwerden, sollte die Schwangere umgehend einen Gynäkologen konsultieren. Er wird den Bauch abtasten. Und danach die Scheide und Gebärmutter daraufhin untersuchen, ob sich das Kind bzw. Teile des Abort-Gewebes noch in der Gebärmutter befinden. Dabei hilft ein Ultraschall. Der zeigt auch gleich, ob, wenn der Fetus noch da ist, sein Herz schlägt.

Manchmal findet sich im Ultraschall nur eine leere Fruchthöhle. Nämlich dann, wenn sich die befruchtete Eizelle zwar einnistet und die Fruchthöhle und Plazenta entstehen, sich jedoch kein Embryo ausbildet, weil sich die Zellen, aus denen er hervorgehen sollte, nicht oder nur unvollständig entwickeln. Eine solche Schwangerschaft wird als Windei bezeichnet.

Zudem findet eine Bestimmung der Konzentration des Schwangerschaftshormons Beta-HCG im Blut der Schwangeren statt. Sinkt sie in der Frühschwangerschaft kontinuierlich, spricht das für eine Fehlgeburt.

Warum Fehlgeburt? Ursachen

Die Frage, warum eine Frau ihr ungeborenes Baby verliert, lässt sich oft nicht beantworten. Doch beruht eine Fehlgeburt häufig auf einer mit dem Leben nicht vereinbaren Fehlbildung der Erbanlagen des Kindes, sodass es abstirbt oder die Schwangerschaft nicht fortschreitet. Auch Erkrankungen, Infektionen oder Entwicklungsstörungen des Embryos können zu einem Abort führen.

Fehlgeburt

Nach einem Abort zeigt der Ultraschall, ob sich das Kind bzw. Gewebeteile noch in der Gebärmutter befinden. Adobe Stock, (c) Alexander Raths

Mögliche Ursachen für Fehlgeburten sind:

  • Verwachsungen oder Anomalien der Gebärmutter wie z.B. ein Uterus septus (“doppelte Gebärmutter“), bei dem eine Trennwand mit nur sehr geringem Anteil an Muskelgewebe und daher weniger guter Durchblutung das Innere der Gebärmutter teilt. Nistet sich der Embryo in ihr ein, erleidet er eine Unterversorgung und stirbt ab.
  • Tumore (z.B. Myome) der Gebärmutter
  • eine Gebärmutterhalsschwäche (Zervixinsuffizienz).
  • Infektionen, die v.a. Spätaborte verursachen. Durch Bakterien wie z.B. Chlamydien oder B-Streptokokken, Röteln-, Masern- oder Herpesviren oder Protozoen wie etwa Toxoplasmen.
  • schwangerschaftsspezifische hormonelle Funktionsstörungen wie z.B. eine Gelbkörperschwäche, denn das Gelbkörperhormon ist nach dem Eisprung für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Embryos und dann für den Erhalt der Schwangerschaft zuständig. Somit erfolgt ein sogenannter endokriner Abort.
  • eine Fehlentwicklung der Plazenta (z.B. Plazentainsuffizienz, Placenta praevia)
  • Blutgruppenunverträglichkeiten (z.B. Rhesusunverträglichkeit, Morbus haemolyticus neonatorum)
  • die Einwirkung von Medikamenten oder ionisierenden Strahlen (z.B. Röntgenstrahlung).

Stellt sich eine Fehlgeburt aufgrund natürlicher Gründe wie z.B. genetischer Defekte oder einer Zervixinsuffizienz ein, spricht man von einem Spontanabort. Ist sie die Folge von äußeren Einwirkungen wie Medikamenten, Chemikalien, einer Amniozentese zwecks Pränataldiagnostik oder auch einer Abtreibung, sagt man künstlicher oder artifizieller Abort dazu.

Kann ich eine Fehlgeburt vermeiden? Risikofaktoren

Ob die werdende Mutter irgendetwas tun kann, um eine Fehlgeburt zu vermeiden, wird in der Fachwelt stark diskutiert. Sicher ist jedoch, dass es bestimmte Risikofaktoren gibt, die eine bestehende Schwangerschaft gefährden können. Folgende Faktoren und/oder Umstände, die die Frau beeinflussen kann, steigern die Gefahr einer Fehlgeburt.

  • ein Alter von unter 18 oder über 35 Jahren, denn mit zunehmendem Alter der Mutter steigt das Risiko für eine Chromosomenfehlverteilung (z.B. Trisomie 21)
  • übermäßiger Konsum von Alkohol, Nikotin, Koffein oder Drogen
  • eine Verschiebung des bakteriellen Gleichgewichts der Scheidenflora
  • Operationen oder Krankheiten wie Diabetes, Schilddrüsen- oder Nierenleiden, eine chronische Anämie, Autoimmunerkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen
  • seelischer Stress oder starke psychische Belastungen wie z.B. ein Todesfall in der Familie oder die Trennung vom Partner
  • sportliche Überanstrengung, vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen
  • bereits stattgehabte Aborte: nach drei Fehlgeburten (wiederholte Fehlgeburt, habitueller Abort, Abortus habitualis) beträgt das Abortrisiko für die nächste Schwangerschaft über 50%.
  • Gewalteinwirkungen wie ein Sturz oder Unfall
  • traumatische Erfahrungen während früherer Geburten oder Schwangerschaften
  • Abstoßungsreaktionen des mütterlichen Organismus (immunologische Sterilität)

Fehlgeburt – was passiert danach? Behandlung

Das therapeutische Vorgehen hängt davon ab, welche Form einer Fehlgeburt vorliegt. Handelt es sich um einen Abortus imminens, der Arzt also noch Lebenszeichen des Fetus feststellen kann und der Muttermund noch noch geschlossen ist, kann die Schwangerschaft oft noch gerettet werden.

Bei anderen Formen der Fehlgeburt ist jedoch eine Beendigung der Schwangerschaft erforderlich. Aborte innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen erfordern eine Ausschabung. Bei einer solchen Kürettage werden in der Gebärmutter verbliebene Gewebereste entfernt, um Infektionen zu verhindern. Bis zur 8. Schwangerschaftswoche können regelmäßige Kontrollen des Beta-HCG unter Umständen eine Ausschabung überflüssig machen. Keinesfalls jedoch bei einem septischen Abort, einer unvollständigen Fehlgeburt oder einer Missed Abortion.

Junges Paar, das nach einer Fehlgeburt traurig die Ultraschallbilder des verlorenen Kindes betrachtet.

Die Geburt, die es niemals  gab: Fehlgeburten sind eine enorme psychische Belastung für die gesamte Familie. Adobe-Stock, (c) Yakobchuk Olena

Medikamentöse Behandlung nach Fehlgeburt

Auch Medikamente wie z.B. Prostaglandine kommen vor allem in späteren Schwangerschaftswochen und bei einer Missed abortion zum Einsatz, um den Gebärmutterhals zu lockern, damit die abgestorbene Leibesfrucht die Gebärmutter verlässt. Davor wird bei einer verhaltenen Fehlgeburt die Blutgerinnung untersucht, da es häufig zu Gerinnungsstörungen kommt, wenn das Ungeborene schon längere Zeit verstorben ist. Nach dem Abgang erfolgt eine Kürettage.

Rhesus-negative Frauen mit rhesus-positivem Partner erhalten innerhalb von 72 Stunden nach der Fehlgeburt ein Anti-Rh-Immunglobulin, um eine Rhesusunverträglichkeit bei einer weiteren Schwangerschaft zu vermeiden.

Schwangerschaft nach Fehlgeburt

Es ist absolut möglich, dass Frauen nach einer Fehlgeburt und nach Ablauf eines Monatszyklus gleich wieder schwanger werden. Doch Ärzte empfehlen meist, frühestens drei Monate nach einem Abort neuerlich eine Mutterschaft anzustreben, damit sich der Körper von den Strapazen und die Seele von dem Schock etwas erholen können. Als Folge eines Aborts erhöht sich oft die Angst vor einer weiteren Fehlgeburt bei der nächsten Schwangerschaft. Nicht ganz zu Unrecht, denn vor allem bei bereits mehreren durchlebten Fehlgeburten erhöht sich tatsächlich das Risiko für einen erneuten Abort.

Schwangerschaften, die nach einem Abort zustande kommen, gelten deshalb als Risikoschwangerschaften. Ein Trost: Die meisten Frauen werden recht rasch nach einer Fehlgeburt wieder schwanger und bringen gesunde Kinder auf die Welt. Ist die Frau erneut schwanger, sollte sie trotzdem auf Extremsportarten, außergewöhnlichen Stress (z.B. Umzug) und ungewöhnliche Sexualpraktiken verzichten und von ihrem Gynäkologen empfohlene Einschränkungen beachten.

Fehlgeburt verarbeiten

Warum habe ich mein Kind verloren? Diese Frage ist bei vielen mit immensen Schuldgefühlen verbunden, weil die Frau fürchtet, irgendetwas getan zu haben, das dem Kind geschadet haben könnte. Der plötzliche Verlust des Babys erzeugt Trauer, deren Verarbeitung, wie bei Trennungen oder anders gearteten Todesfällen, stadienhaft abläuft:

In der ersten Phase kann der Trauernde das Geschehene noch nicht realisieren und befindet sich in einer Art Schockstarre. Die zweite Phase beschert ihm Trauer und überwältigenden Schmerz, weil ihm nun bewusst wird, was passiert ist. Auch Wut ist in diesem Stadium ein normales Gefühl, dem er Raum geben sollte. Ruhelosigkeit, Schlafstörungen und Herzrasen können auftreten. Hier ist seelischer Beistand wichtig.  Jemand der zuhört, tröstet und lange Gespräche mit dem Trauernden führt.

Lässt der Schmerz nach und das negative Ereignis wird zu einem Bestandteil des täglichen Lebens, ist die dritte Phase erreicht. Wobei Menschen unterschiedlich lange brauchen, um das tragische Geschehen zu verdauen.

Fehlgeburt

Nach einer Fehlgeburt kann es hilfreich sein, sich einem Spezialisten für Trauerbegleitung anzuvertrauen. Adobe Stock, (c) WavebreakMediaMicro

Fehlgeburt – was hilft der Psyche? 

Schlimmstenfalls führt das Erlebnis zu Depressionen. Besonders wenn der Trauernde das Gefühl hat, allein mit seinem Kummer fertig werden zu müssen. Daher ist es ratsam, nach einer Fehlgeburt frühzeitig fachkundige psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Artikel Trauerbleitung: zwischen Erinnern und Neuanfang klären wir darüber auf, wie Trauerbegleitung funktioniert und stellen dir Psychologen und Psychotherapeuten in Wien vor, die auf Trauerbegleitung spezialisiert sind. Hier eine kleine Auswahl:

Abschied durch Bestattung

Oft nützt es auch, sich vom ungeborenen Kind wie von anderen Verstorbenen mit einem Begräbnis zu verabschieden. Denn hierzulande besteht die Möglichkeit, nicht nur bei Tot-, sondern auch bei Fehlgeburten eine Trauerfeier und eine Bestattung im Familiengrab zu organisieren. Auch wenn die rechtliche Situation hierzu von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt ist. Doch muss die Klinik vor der Kürettage davon in Kenntnis gesetzt werden. Auch bieten viele Spitäler Sammelgräber und passende Zeremonien an. Am Wiener Zentralfriedhof gibt es einen eigenen Bereich, der speziell für die Beisetzung von Totgeburten angelegt wurde. Der Volksmund spricht hier vom Babyfriedhof.

Fehlgeburt verhindern – ist das möglich?

Da Fehlgeburten meist durch Chromosomen- und Entwicklungsstörungen des Embryos zustande kommen, lassen sie sich oft nicht vermeiden. Doch kann es nach jeder Fehlgeburt hilfreich sein, untersuchen zu lassen, ob eine Erkrankung vorliegt. Besteht eine Krankheit, kann man eventuell durch ihre Behandlung eine weitere Fehlgeburt verhindern.

Operative Behandlung

Liegt eine Fehlbildung der Gebärmutter vor, kann es je nach deren Art möglich sein, sie operativ zu korrigieren. Beispielsweise lässt sich ein Uterusseptum abtragen. Oft sogar im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung, also ohne Bauchschnitt.

Junges Paar, das sich nach Fehlgeburt über eine neue Schwangerschaft freut.

Nach Abort wieder schwanger? Dein Gynäkologe versorgt euch mit allen notwendigen Informationen über Vorsorge & Co. Adobe Stock, (c) Mangostar

Hormonelle Behandlung

Waren hormonelle Störungen der Grund für bereits stattgefundene Fehlgeburten, kann der Frauenarzt bei einer neuerlichen Schwangerschaft entsprechende Hormonpräparate verabreichen, um das Risiko für einen weiteren Abort senken. Ratsam für werdende Mütter ist auf jeden Fall, während der Schwangerschaft einen gesunden Lebensstil zu pflegen, um das Risiko einer Fehlgeburt zu minimieren. Dazu gehören neben einer ausgewogenen, vitalstoffreichen Kost:

  • der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und Drogen
  • leichte körperliche Bewegung wie Spaziergänge, langsames Laufen, Nordic Walking oder Yoga
  • die Einnahme nur solcher Medikamente, die vom Arzt verordnet wurden
  • wenn nötig, die Zufuhr eines Folsäure-Präparates
  • so erforderlich, die Zufuhr eines Magnesium-Präparates, denn Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Magnesiumbedarf und ein länger dauernder Magnesiummangel kann eine verzögerte Entwicklung des Ungeborenen auslösen.
  • die Durchführung einer Diät nur dann, wenn diese vom Arzt bewilligt wurde
  • die Vermeidung von Stress

Auch ratsam erscheint, bei Kinderwunsch vor dem Eintritt einer Schwangerschaft abzuklären, ob eventuell die Schwangerschaft gefährdende Erkrankungen wie z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegen und wenn, diese entsprechend zu behandeln. Auch, ob gegen für Ungeborene gefährliche Kinderkrankheiten ein genügender Impfschutz besteht und falls nicht, diesen aufzufrischen.

Wieso immer wieder Fehlgeburten? Sonderfall Abortus habitualis

Eine Fehlgeburt ist für viele Frauen ein schlimmes Ereignis. Vor allem bei ausgeprägtem Kinderwunsch. Umso tragischer, wenn sich das Ereignis – womöglich sogar öfter – wiederholt. Folgen drei oder mehr spontane Aborte vor der 12. Schwangerschaftswoche nacheinander, sprechen die Mediziner von einem habituellen Abort. Die Behandlung des habituellen Aborts richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache, die jedoch trotz intensiver Diagnostik nicht in jedem Fall gefunden werden kann. Sie sollte durch einen Reproduktionsmediziner bzw. erfahrenen Gynäkologen erfolgen.

Bleibt der Grund mehrfacher Fehlgeburten im Unklaren, kommt häufig eine Kombinationstherapie aus Kortison, Acetylsalicylsäure, Gelbkörperhormon und Folsäure zum Einsatz. Und am besten bereits vor dem Eintreten einer Schwangerschaft die Einnahme von Folsäure- und Jodpräparaten. Auch eine psychologische Betreuung ist ratsam.

Hier findest du die besten Frauenärzte in deinem Bundesland:

 



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