Homepage selbst erstellen: Programme, Tools und Plattformen

Wenn es um die passende Software zur Gestaltung der eigenen Homepage geht, hat man heute die Qual der Wahl. Foto: Adobe Stock, (c) undrey

Wie die Erstellung einer Website von der Hand geht, ist sehr stark von der Art der verwendeten Software abhängig. Ob man nun selbst HTML-, PHP- und CSS-Code bearbeiten möchte oder auf einen intuitiven Editor setzt: Für jeden Wissensstand gibt es das passende Programm. In diesem Artikel sehen wir uns an, mit welchen Programmen man eine Homepage erstellen kann und worauf dabei zu achten ist.

Homepage selbst erstellen: Programme & Tools im Überblick

Beim Erstellen einer Website kommen je nach Bedarf viele unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz. Bevor eine neue Online-Präsenz live gehen kann, müssen Bilder zugeschnitten, Inhalte vorbereitet und die Website selbst erstellt werden. In diesem Beitrag stellen wir vier verschiedene Programm-Typen vor, die von besonders einsteigerfreundlich bis hin zu anspruchsvoll reichen:

  • Online-Angebote für Selfmade-Websites (Baukasten-Lösungen)
  • Content Management Systeme
  • Professionelle Webdesign-Software (Desktop-Apps zum Installieren)
  • Zusätzliche Tools für Webdesigner

Homepage-Baukästen

Wer sich selbst eine Website erstellen möchte, kann mittlerweile aus einer Vielzahl an recht unkomplizierten Baukasten-Angeboten nach dem Do-It-Yourself-Prinzip wählen. Trotz so mancher Vorzüge hat diese Variante gehörige Nachteile wie Feature-Einschränkungen oder beschränkte Anpassbarkeit. Im Artikel Professionelle Website vs. Selfmade-Website sind wir bereits näher auf die Schwächen von Website-Editoren eingegangen.

Website vom Profi? HEROLD bringt’s zamm!

Wenn es um eine professionelle Firmenwebsite geht, sollten Sie also keinen Website-Baukasten verwenden. Aber für kleinere, private Projekte oder erste Gehversuche in der Website-Gestaltung könnten u.a. folgende Tools einen Versuch wert sein:

  • Checkdomain: Individuelle Lösungen von der Website bis hin zum Rankingboost auf Google. Ideal für Einsteiger ohne Programmierkenntnisse.
  • WIX: Eine aufstrebende Hybridlösung, die zumindest für einfachere Websites in puncto Funktionsumfang durchaus mit professionelleren Programmen mithalten kann.
  • Jimdo: Einfach in der Handhabung und smarte Styling-Optionen, wobei wichtige Schnittstellen und Detaileinstellungen fehlen.
  • Webnode: Mit über 40 Millionen Nutzer/innen mittlerweile ein großer Name im Bereich der Website-Erstellung, jedoch muss man mit diversen Einschränkungen leben.
  • Squarespace: Ein schickes Baukasten-Programm, das sich am ehesten für Blogs, Portfolios und kleine Shops eignet.
  • Weebly: Ein Baukasten-Anbieter, der sein Interface optisch stark an professionellere Systeme ausrichtet, jedoch Nachteile in der redaktionellen Verwaltung von Inhalten hat.
  • WordPress.com: Die reduzierte Einsteiger-Variante des populären CMS, nicht zu verwechseln mit der selbstgehosteten Software WordPress.

Nutzer verwendet Website-Editor um neue Homepage aus vorgegebenen Features zu bauen.
Mit einem Website-Baukasten lässt sich eine Webseite bauen, ohne programmieren zu können. Foto: Adobe Stock, (c) Knut

Content Management Systeme

Ein Content Management System (kurz: CMS) ist per Definition eine Software, die das Verwalten von Website-Inhalten (auch im Team) ermöglicht. Moderne CMS können aber weit mehr als das, mit etwas spezifischem Know-how kann man damit komplette Websites, Blogs und/oder Online Shops erstellen und gestalten.

Hier einige der führenden CMS, die in der aktuellen Version auch allesamt für die Gestaltung von Firmenwebsites prädestiniert sind:

  • WordPress: Mit über 64% Marktanteil die derzeit populärste Basis für die Erstellung von Websites. User schätzen die hohe Flexibilität und die schier unendliche Vielfalt an (kostenlosen sowie kostenpflichtigen) Plugins zur funktionellen Erweiterung.
  • Joomla!: Das OpenSource-CMS ermöglicht die Erstellung und Verwaltung von Websites ohne besonderes Fachwissen. Gängige Website-Funktionen (inkl. Foren und Newsletter) sind mit diesem Programm problemlos umsetzbar.
  • Drupal: Dieses CMS ist für Einsteiger deutlich komplizierter als WordPress oder Joomla. Andererseits zeichnet es sich durch extrem hohe Skalierbarkeit – auch ohne Programmierkenntnisse – sowie durch eine mittlerweile beachtliche Community aus.
  • Magento: Eine eCommerce-Software, die mittlerweile zum Gebrauch als CMS ausgebaut wurde. Sie eignet sich jedoch mehr für größere Unternehmen, als für KMU-Betriebe.
  • TYPO3: Dieses CMS zur Erstellung von Websites aller Art gilt als stabiler und performanter als viele andere Programme und kann auch mit komplexeren Strukturen und Hierarchien umgehen, erfordert aber einiges an Fachwissen.
  • Webflow: Ein visuelles Content Management System, welches komplett im Browser bedient wird und ebenso als Homepage-Baukasten kategorisiert werden könnte. Das Programm bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Webdesign-Lösungen für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Webdesign-Programme (Desktop Apps zum Installieren)

Sie wollen eine Homepage mit einem lokal auf Ihrem PC oder Mac installierten Programm erstellen? Dann haben wir nachfolgend eine Liste an gängigen Applikationen zum Download für Sie. Desktop-Apps zur Erstellung von Websites sind aufgrund der zahlreichen Lösungen, die direkt im Webbrowser bedient werden können, jedoch am absteigenden Ast.

Bei den Programmen unterscheidet man zwischen sogenannten WYSIWYG-Editoren („What you see is what you get“ – intuitive Anwendung, bei der man lediglich optional selbst Code schreibt) und Software für Design und Entwicklung, die meist spezifisches Know-how erfordert.

Der Trend geht also insgesamt zu webbasierter Software, dennoch gibt es sehr wohl noch nennenswerte Programme zur Erstellung von Webseiten, die lokal installiert werden:

  • Adobe XD: Für Profis vielleicht das Tool der Stunde, wenngleich man damit keine kompletten Websites erstellt, sondern interaktive Prototypen und Screendesigns. Damit gibt man das Look & Feel einer Website vor.
  • Adobe Dreamweaver: Lange Zeit Adobes Flagschiff-Programm für die Erstellung von (statischen sowie dynamischen) Websites. 2019 wurde die Weiterentwicklung de facto eingestellt, wenngleich auch 2021 wieder ein Software-Update erschienen ist.
  • Microsoft Visual Studio: Die professionelle Software für die Entwicklung von allerlei Webservices und zur Erstellung von dynamischen Websites.
  • Microsoft Expression Web: Ein etwas angestaubtes aber einfach zu bedienendes Programm für die Erstellung von Homepages, mit dem man HTML-Dateien im Rahmen einer grafischen Oberfläche bearbeiten kann. Es handelt sich hier um den Nachfolger von Microsoft Frontpage.
  • Nvu HTML-Editor: Ein Freeware-Programme, welches auf dem WYSIWYG-Prinzip basiert und damit hervorragend zur unkomplizierten Erstellung von Homepages geeignet ist.
  • WebSite X5 Evolution/Professional: Ein Softwarepaket für Windows, welches das einfache Erstellen von Webseiten in fünf Schritten verspricht.
  • MAGIX Web Designer: Ein einfaches Programm zur Erstellung von simplen Websites mit Drag-and-Drop sowie auf Basis von Vorlagen.

Bildschirm zeigt HTML und CSS Code einer Homepage
Mit dem richtigen Website-Programm müssen Sie nicht selbst Code-Zeilen schreiben, um Ihre neue Homepage zu bauen. Foto: Adobe Stock, (c) MICHAEL ZECH

Zusätzliche Tools & Apps für Webdesigner

Wenn man eine Homepage erstellen möchte benötigt man in aller Regel mehr Programme, als lediglich eine alleinstehende Webdesign-Software. Schließlich wollen auch Schriftarten gefunden, Farbschemata harmonisiert oder visuelle Inhalte für die Homepage erstellt werden. Eine kleine Auswahl an empfehlenswerter Zusatzsoftware zum Download, die beim Basteln an einer Website nicht fehlen sollten:

  • ein Grafik- bzw. Bildbearbeitungs-Programm: beispielsweise Adobe Photoshop, Affinity, Paint.NET oder GIMP
  • eine Suite zur Erstellung von visuellem Content: Canva, Crello oder Infogram
  • ein FTP-Client zum Transfer von Daten auf den Webserver: FileZilla, Transmit, Cyberduck, WS_FTP oder FTP Voyager
  • ein Programm zum Erstellen von Farbschemata: Adobe Color, ColorSlurp, Coolors
  • eine Lösung zur Verwaltung von bevorzugten Schriftarten: Google Fonts, FontBase, FontAgent

Fazit: Programme zur Homepage-Erstellung gibt es wie Sand am Meer

Wer sich heute eine Homepage erstellen möchte, findet eine schier unendliche Auswahl an Programmen – von kostenlos bis hochpreisig. Die „Qual der Wahl“ im eigentlichen Sinne. Denn so unterschiedlich deren Ausrichtung und Funktionsumfang auch sein mag: Nur wer gewillt ist, viel Zeit zu investieren und sich die Anwendung bestimmter Tools anzueignen, wird zufriedenstellende Lösungen erzielen können. Das gilt in abgeschwächter Form auch für Homepage-Baukästen, die einfache Bedienung und schnelle Erfolge versprechen.

Für gewerbliche Zwecke ist eine Website aber von so zentraler Bedeutung, dass keine halben Sachen und schon gar keine Experimente gemacht werden sollten. Hier empfiehlt es sich also ausnahmslos, eine Website beim Profi in Auftrag zu geben – bedarfsorientiert auf die eigenen Anforderungen zugeschnitten. Denn die meisten Programme zur Erstellung einer Website sind schlichtweg entweder in ihren Funktionen recht limitiert oder aber nur mit gewisser Fachkenntnis vernünftig nutzbar.

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Michael Schifflhuber