Mobbing in der Schule: Was tun?

Mobbing in der Schule

Mobbing in der Schule kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben und das Leben der Opfer massiv beeinträchtigen. Foto: Adobe Stock, (c) vectorfusionart

Gestohlene Schulhefte, bösartige Pausenbriefe und ab und an ein blaues Auge: Fast jeder zweite Schüler in Österreich hat Erfahrungen mit Mobbing gemacht. Wir haben recherchiert, wie Kinder sich gegen die Schikane auf dem Schulhof wehren können, wo Eltern Hilfe finden und welche Verantwortung die Lehrkräfte tragen. Außerdem erfährst du bei uns, welche Folgen Mobbing in der Schule haben kann und welche Strafe den Angreifern droht.

Was ist Mobbing in der Schule?

Von anderen bloßgestellt, gehänselt und ausgeschlossen: Für viele Kinder ist das der traurige Schulalltag. Und dabei geht es nicht um gelegentliche Streitereien oder Auseinandersetzungen, wie sie auf jedem Pausenhof mal vorkommen. Von Mobbing in der Schule spricht man dann, wenn dieses schikanierende Verhalten täglich und über einen Zeitraum von mehreren Monaten stattfindet. Während ältere Jugendliche vor allem mit Cybermobbing zu kämpfen haben, äußert sich Mobbing unter den neun- bis vierzehnjährigen vielfach durch Beleidigungen, Hänseleien, Erpressungen und körperliche Übergriffe (verprügeln, kneifen, Bein stellen usw). Ziel dieser Angriffe ist es, das Opfer „fertig zu machen“ und langfristig sozial auszugrenzen.

Übrigens: Mobbing gibt es nicht nur innerhalb der Schülerschaft. Es gibt auch Lehrer, die sich Schülern gegenüber schikanierend verhalten, und Klassen, die ihre Lehrkräfte mobben. Wenn Lehrern von anderen Lehrkräften böse mitgespielt wird, spricht man von Mobbing am Arbeitsplatz.

Was zählt zu Mobbing? Definition

Nach Dan Olweus, einem schwedisch-norwegischen Psychologen, dessen Lebenswerk die Erforschung von Gewalt an Schulen ist, spricht man von Mobbing, wenn „ein oder mehrere Individuen wiederholte Male und über einen längeren Zeitraum negativen Handlungen von einem oder mehreren Individuen ausgesetzt sind“. (Zitat: Wikipedia) Diese negativen Handlungen können verbaler (beschimpfen, beleidigen, verspotten) und non-verbaler Natur sein (Rücken zukehren, Grimassen schneiden, mit den Augen rollen). Mobbing an Schulen artet, anders als Mobbing am Arbeitsplatz, auch oft in körperliche Gewalt aus (schubsen, treten, zwicken, festhalten, verprügeln).

Allen Fällen von Mobbing an der Schule ist gemeinsam, dass ein deutliches Kräfte-Ungleichgewicht zwischen Opfer und Täter (oder Täter-Gruppe) herrscht und dass die Schikane für das Opfer eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität darstellt.

Mobbing in der Schule

Das verbreiten von Gerüchten oder Lügen über eine Person gilt als indirektes bzw. passives Mobbing in der Schule. Foto: Adobe Stock, (c) highwaystarz

Wie fängt Mobbing in der Schule an? Ursachen

Den Nährboden für Mobbing bilden häufig normale zwischenmenschliche Probleme, wie sie in jeder Klasse und jeder Altersstufe vorkommen können. Auch plötzliche Veränderungen in der Klassenstruktur, zum Beispiel durch Neuzugänge oder Schüler, die wegziehen, können ein Ungleichgewicht im täglichen Miteinander schaffen. Wird dieses Ungleichgewicht nicht erkannt und adäquat durch die Lehrkräfte aufgefangen und bewältigt, kann das Ganze in Mobbing ausarten. Situationen, die leicht zum Ausgangspunkt von Mobbing in der Schule werden können, sind zum Beispiel:

  • Konkurrenz: Eifersucht, Rachegelüste oder anderweitig konkurrierendes Verhalten in der Klasse kann dazu führen, dass bestimmte Schüler ausgegrenzt werden.
  • Andersartigkeit: Schüler, die sich auf irgendeine Weise (äußerlich, kulturell, religiös usw.) von anderen abheben, werden schneller zur Zielscheibe als andere.
  • Gruppendynamik: Neuzugänge oder „Abgänge“ können Unsicherheiten auslösen, weil manche Kinder sich in ihrer sozialen Rolle (zum Beispiel Klassenclown oder Klassenbeste/r) bedroht fühlen.
  • Verhalten: Auch Schüler, die durch ihr Verhalten auffallen (zum Beispiel besonders laut oder auch besonders zurückhaltend sind), können zu Mobbing Opfern werden.

Was macht ein Kind zur Zielscheibe?

Es gibt keine Checkliste, anhand derer Eltern oder Lehrer überprüfen könnten, ob ein Kind mehr gefährdet ist, zum Mobbing Opfer zu werden, als andere Kinder. Es gibt allerdings Merkmale und Verhaltensweisen, die Kinder vom Kreis ihrer Mitschüler abheben. Manche Kinder grenzen sich auch bewusst von ihren Mitschülern ab und machen sich dadurch zur potenziellen Zielscheibe von Argwohn und Hänseleien. Typisch für mögliche Mobbing-Opfer ist, dass sie

… die Opferrolle annehmen und sich nicht wehren, wenn sie angegriffen werden.

… sich unter Gleichaltrigen nicht besonders wohl fühlen und lieber mit Erwachsenen zusammen sind.

schüchtern sind und nicht gerne auf sich aufmerksam machen.

… leicht in Tränen ausbrechen und sich zurückziehen.

… sich im Klassenverband nicht durchsetzen und gegen ihre Mitschüler behaupten können.

… sich sehr viele Sorgen machen, woraus sich häufig handfeste Ängste entwickeln. Diese Ängste sorgen zum Beispiel dafür, dass sie im Sportunterricht weniger geschickt sind als andere Kinder (weil sie Angst haben, sich zu verletzen).

Wie erkennt man Mobbing in der Schule?

Wenn Mobbing an Schulen nicht erkannt wird, ist dies nicht zwangsläufig auf ein Versagen oder Nicht-reagieren der Lehrkräfte zurückzuführen. Meistens finden die Übergriffe nämlich nicht im Klassenraum selbst, sondern in der Pause, auf der Toilette, im Schulbus oder auch nach der Schule (zum Beispiel auf dem Nachhauseweg) statt. Auch die vielen unterschiedlichen Formen von Mobbing können es schwierig machen, entsprechende Situationen zu erkennen und richtig einzuschätzen. Grundsätzlich ist sogenanntes aktives oder direktes Mobbing durch Hänseleien, beleidigende Worte, Bloßstellen, Auslachen oder körperliche Gewalt für die Lehrer einfacher zu erkennen als passives oder indirektes Mobbing.

Von passivem Mobbing spricht man, wenn Gerüchte oder Lügen über einen Schüler verbreitet werden, er in der Pause oder bei Gruppenarbeiten ausgegrenzt wird oder die Mitschüler das Eigentum des Opfers zerstören/verstecken. Auch Nötigung und Erpressung stellt eine Form von Mobbing dar, die sehr schwer zu erkennen ist, weil die Betroffenen sich den Lehrern aus Scham oder Angst meistens nicht mitteilen.

Mobbing Opfer erkennen

Um effektiv gegen Mobbing vorgehen zu können, müssen Lehrer und Eltern zunächst einmal erkennen, dass ein Problem vorliegt. Verdächtige Situationen auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer werden häufig für Einzelfälle gehalten, weil die Lehrkräfte ihre Schüler nicht den gesamten Schultag lang beobachten können. Und wenn Eltern an ihrem Kind auffälliges Verhalten bemerken, gehen sie oft davon aus, er oder sie habe halt „einen schlechten Tag gehabt“. Die wenigsten Kinder erzählen zuhause, wenn sie in der Schule gemobbt werden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, auf folgende Merkmale und/oder Verhaltensweisen zu achten.

Mobbing in der Schule erkennen

Mobbing in der Schule geht häufig mit körperlicher Gewalt einher. Auch Nötigung und Erpressung sind leider keine Seltenheit. Foto: Adobe Stock, (c) bramgino

Wie Mobbing Opfer sich in der Schule verhalten

Mobbing Opfer zeigen in der Schule bestimmte Verhaltensweisen, die Lehrer alarmieren sollten. Von ihren Mitschülern werden sie häufig

  • abfällig und abweisend behandelt, manchmal sogar körperlich angegriffen.
  • ausgegrenzt und ignoriert, weshalb Opfer von Mobbing in der Pause meistens alleine herumstehen oder die Nähe der Lehrkräfte suchen.
  • beim Sport als letzte (oder gar nicht) gewählt.
  • geärgert und gedemütigt, indem man ihre persönlichen Gegenstände klaut/versteckt/beschädigt.
  • in Streitereien verwickelt, in denen sie automatisch verlieren.
  • geärgert und gehänselt, wenn sie zum Beispiel vor der Klasse sprechen oder an der Tafel etwas vorrechnen müssen. Mobbing Opfer werden in solchen Situationen extrem nervös, fangen häufig zu stottern an oder verstummen vollständig.

Wie Mobbing Opfer sich zuhause verhalten

Viele Kinder, die in der Schule ausgegrenzt und/oder schikaniert werden, zeigen auch zuhause bestimmte Verhaltensweisen, die Eltern alarmieren sollten. Dass ein Kind  in der Schule möglicherweise gemobbt wird, erkannt man daran, dass es

  • am Morgen ungern das Haus verlässt und einen Bogen um Mitschüler macht.
  • nie oder nur sehr selten Freunde einlädt, häufig auch nur einen sehr kleinen Freundeskreis hat.
  • selten von anderen eingeladen wird und auch selbst nicht feiern möchte.
  • hin und wieder Verletzungen (z.B. Prellungen oder Kratzer) hat, die es nicht wirklich erklären kann.
  • deprimiert und unglücklich wirkt, möglicherweise auch Schlafprobleme hat.
  • um mehr Taschengeld bittet oder sogar stiehlt (im Falle von Erpressung oder Nötigung).
  • häufig „krank“ ist, damit es nicht in die Schule gehen muss (häufige Fehltage).
  • tatsächlich öfter krank ist (Bauchschmerzen sind bei Mobbing Opfern besonders häufig).
  • kontinuierlich schlechtere Leistungen erbringt.

Ist Mobbing in der Schule in Österreich strafbar?

In Fällen von Mobbing an der Schule ist das Strafrecht die Ultima Ratio und ausschließlich dann anzuwenden, wenn alle Lösungsversuche seitens der Schule gescheitert sind. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: In den meisten Fällen von Mobbing in der Schule sind die Angreifer selbst Kinder (unter 14 Jahren) und daher nicht strafbar. Eine Ausnahme ist hier das Cybermobbing, welches in der überwiegenden Mehrheit der Fälle von Jugendlichen verübt wird. Cybermobber über 14 Jahre können strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Download! Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat heuer einen Leitfaden für den Umgang mit Mobbing an Schulen herausgegeben. Den Leitfaden findest du hier.

Wie wird Mobbing im SchUG gehandhabt?

Kinder, die ihre Mitschüler mobben, können zwar nicht strafrechtlich belangt werden, aber ihnen droht der Ausschluss vom Unterricht. Nach § 49 des Schulunterrichtsgesetzes kann ein Schüler vom Unterricht ausgeschlossen werden, wenn seine Verhalten „eine dauernde Gefährdung von Mitschülern oder anderer an der Schule tätigen Personen hinsichtlich ihrer Sittlichkeit, körperlichen Sicherheit oder ihres Eigentums darstellt„. (Zitat: www.jusline.at) Die Suspendierung vom Unterricht ist allerdings auf eine maximale Dauer von vier Wochen beschränkt.

Ist Mobbing durch Lehrer strafbar?

Auch wenn es niemand gerne hört: Es sind nicht immer die Schüler, die mobben. Manchmal entwickeln Kinder eine regelrechte Schulangst, weil sie von einem ihrer Lehrer immer wieder bloßgestellt oder vor der ganzen Klasse gedemütigt werden. Manche Schüler berichten von Lehrkräften, die missglückte Klassenarbeiten oder Schulaufgaben vor der Klasse breittreten oder Schüler unvorbereitet an die Tafel holen und mit abfälligen Kommentaren reagieren, wenn die Kinder die Aufgaben nicht lösen können. Manche Lehrer verletzen mit ironischen Bemerkungen, andere beleidigen ganz offen.

Da Lehrkräfte deliktfähig und somit strafbar sind, erfüllt Mobbing, das als solches nachgewiesen werden kann, in den meisten Fällen die Tatbestände der Beleidigung und der üblen Nachrede. Hierbei handelt es sich nach österreichischem Gesetz jedoch um Privatanklagedelikte, was bedeutet, dass die Anklage dem Geschädigten beziehungsweise den Eltern des Geschädigten obliegt. Sollte der Angreifer allerdings nicht verurteilt werden, müssen die Privatankläger auch sämtliche Kosten tragen. Kommt es aber zu einer Verurteilung, muss der Angreifer ein Schmerzensgeld zahlen.

Mobbing in der Schule

Kinder, die in der Schule gemobbt werden, ziehen sich häufig zurück und zeigen manchmal sogar Anzeichen von Depression. Adobe Stock, (c) detailblick-foto

Was tun bei Mobbing in der Schule?

Viele Opfer hoffen, dass die Schikanen irgendwann von selbst aufhören. Die traurige Wahrheit ist aber, dass das Problem Mobbing sich nicht von selbst löst. Manchmal hilft es, wenn Kinder die Klasse oder sogar die Schule wechseln, aber häufig stellen sich schon nach wenigen Wochen wieder die gleichen Probleme ein. Tatsächlich gibt es nämlich nur eines, das wirklich gegen Mobbing hilft: Das Problem zu thematisieren. Und das so früh, so oft und so öffentlich wie möglich.

Verantwortung der Schule

Mobbing passiert. Und wissenschaftliche Studien belegen, dass es in jeder Schule, in nahezu jeder Klasse und jeder Altersstufe passiert. Und am häufigsten und heftigsten tritt es dort auf, wo das Problem totgeschwiegen wird. Aus diesem Grund ist es die Verantwortung der Schule, offen und ehrlich über Mobbing zu sprechen. Genauso wichtig ist eine offene Kommunikation zwischen der Schulleitung und der Lehrerschaft: Die Lehrkräfte müssen wissen, dass sie im Bedarfsfall unterstützt werden. Und die Schulleitung muss dafür sorgen, dass entsprechende Ressourcen (zum Beispiel Unterstützung durch Mediatoren, Schulpsychologen, Supervisoren usw.) zur Verfügung stehen.

Auch eine gut organisierte Mobbing Prävention mit Info-Tagen, gemeinsamen Workshops und Schulvereinbarungen beziehungsweise Verhaltensverträgen ist essentiell. Denkbar sind zum Beispiel entsprechende Seminartage in der Schule, die durch eine Fachkraft (Mediator) geleitet werden. Anschließend sollten die Lehrer das Erlernte mit ihren Klassen kontinuierlich weiter vertiefen. Damit dies gelingt, sollten die Lehrer sich im Umgang mit Mobbing weiterbilden. Entsprechende Kurse und Workshops werden zum Beispiel von der ÖSB Consulting GmbH angeboten und sind normalerweise förderfähig.

Was können Lehrer gegen Mobbing in der Schule tun?

Lehrer können nicht nur etwas gegen Mobbing tun, sondern sie sind sogar dazu verpflichtet. Nach § 51 Absatz 3 des SchUG haben Lehrer im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht nämlich sowohl auf die körperliche Sicherheit als auch auf die Gesundheit ihrer Schüler zu achten. Außerdem haben Lehrer nach § 47 SchUG das Recht (und die Pflicht) zur Mitwirkung an der Erziehungwas unter anderem bedeutet, dass sie dazu verpflichtet sind, die Eltern über sämtliche Vorgänge an der Schule zu unterrichten, die die körperliche, seelische und geistige Unversehrtheit ihrer Kinder gefährden könnten. Und hier gehören natürlich auch Fälle von Mobbing. Aber was können Lehrer konkret tun, um Mobbing zu verhindern?

  • Aufklärung: Lehrer sollten mit ihren Klassen über Mobbing sprechen und darüber aufklären, welche Folgen es haben kann.
  • Transparenz: Lehrkräfte sollten deutlich machen, dass sie Mobbing nicht dulden und dass es für Angreifer grundsätzlich Konsequenzen geben wird.
  • Prävention: Die Schüler sollten einbezogen werden und z.B. Vorträge und Präsentationen zum Thema Mobbing ausarbeiten.
  • Gesprächsrunde: Es sollte einen fixen Zeitpunkt geben, zu dem Probleme in der Klasse offen angesprochen werden. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass kleinere Streitereien oder Eifersüchteleien sich zu Mobbing auswachsen.
  • Information: Lehrer sollten ihre Schüler darüber informieren, wo sie Hilfe finden (Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeit, Schulpsychologen, Peer Mediation usw.)
  • Handeln: Lehrkräfte sollten in kritischen Situationen sofort einschreiten und den Kindern alternative Lösungswege aufzeigen.
  • Unterstützung organisieren: In konkreten Mobbing-Fällen sollten Lehrer versuchen, eine Unterstützergruppe zu organisieren. Diese besteht aus anderen Mitschülern, die sich bereiterklären, sich für das Mobbing Opfer einzusetzen und ihm in kritischen Situationen beizuspringen.

Was können Eltern gegen Mobbing in der Schule tun?

Eltern sollten schon erste Warnsignale (vermehrter Rückzug, Bauchschmerzen, schlechte Stimmung) sehr ernst nehmen und so früh wie möglich das Gespräch mit dem Klassenlehrer suchen. Es ist wichtig, dass die Schule in die Problemlösung einbezogen wird, da Mobbing selten auf einen einzelnen Angreifer zurückzuführen ist. Normalerweise ist das Problem in der Klassenstruktur verankert und kann daher nur mit allen gemeinsam (Opfer, Täter, Klasse, Lehrer) gelöst werden. Um gegen das Mobbing in der Schule vorzugehen, kannst du folgendes tun:

  • Gespräch mit dem Lehrer und ggf. auch mit dem Schulpsychologen suchen.
  • Schulleitung einschalten, wenn die Gespräche mit dem Lehrer erfolglos bleiben.
  • Schulinspektor einschalten, wenn die Gespräche mit der Schulleitung erfolglos bleiben.
  • Mobbing-Tagebuch führen, in dem du alles festhältst, was dein Kind dir von den Angriffen berichtet (vor allem wichtig, wenn es sich um Mobbing durch den Lehrer handelt).
  • Dafür sorgen, dass dein Kind professionelle Hilfe erhält.
Mobbing in der Schule

Mobbing in der Schule darf nicht geduldet werden. Hier stehen Schulleitung, Lehrer und Eltern gleichermaßen in der Verantwortung. Adobe Stock, (c) soupstock

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Für Kinder, die in der Schule gemobbt werden, ist ein stabiles und liebevolles Elternhaus extrem wichtig. Dein Kind muss wissen, dass du zu 100 Prozent hinter ihm stehst. Eltern, die ihrem Kind vorschlagen, sich zu „ändern“, um den anderen Kindern weniger Angriffsfläche zu bieten, verunsichern ihr Kind noch zusätzlich. Du solltest das exakte Gegenteil tun: Versuche, das Selbstbewusstsein deines Kindes zu stärken! Plane zum Beispiel für jedes Wochenende eine gemeinsame Aktivität, auf die dein Kind sich freuen kann. Außerdem solltest du es ermutigen, sich einen Freundeskreis außerhalb der Schule auszubauen. Dies gelingt zum Beispiel über neue Hobbys wie Kindertanzen oder Kunst-Workshops. Auch Tagesausflüge oder Wanderungen mit deinem Kind sind ein guter Weg, euer Vertrauensverhältnis zu stärken. Indem du dein Kind lobst und seine Leistungen würdigst, stärkst du sein Selbstwertgefühl und hilfst ihm dabei, sich nach und nach von der Opferrolle zu befreien.

Wo finden Opfer von Schulmobbing Hilfe?

Mobbing in der Schule kann sowohl die seelische als auch die körperliche Gesundheit deines Kindes gefährden. Aus diesem Grund ist es wichtig, frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen. Dein Kinderarzt weiß ganz genau, wo ihr die richtige Hilfe bekommt und kann dir entsprechende Adressen geben. Hat dein Kind aufgrund der Situation bereits massive Ängste entwickelt, leidet unter Schlafstörungen oder sogar Panikattacken, solltest du sicherheitshalber einen Kinder- und Jugendpsychiater aufsuchen. Fachleute mit dieser Ausbildung können den Zustand deines Kindes am besten beurteilen und dich bezüglich der weiteren Behandlung beraten. Darüber hinaus gibt es für Opfer von Mobbing in der Schule folgende Beratungsstellen:

Download! Die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Oberösterreich bietet nicht nur regelmäßig Projekte und Workshops gegen Gewalt und Mobbing an Schulen an, sondern hat auch eine umfangreiche Informationsbroschüre für Eltern herausgegeben.

Hier findest du Mediatoren und Mediatorinnen in deinem Bundesland:



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