Mobbing am Arbeitsplatz: Das kannst du tun!

Last Updated on: 30th Oktober 2020, 12:59 pm

Junge Frau, die am Arbeitsplatz gemobbt wird. Mobbing am Arbeitsplatz durch Kollegen.
Mobbing am Arbeitsplatz kann nicht nur das Selbstwertgefühl, sondern im schlimmsten Fall auch die Gesundheit schädigen. Adobe Stock, (c) Africa Studio

Mobbing am Arbeitsplatz ist ein Tabuthema – und das aus mehreren Gründen. Welcher Chef gibt schon gern zu, dass im Betrieb ein schlechtes Arbeitsklima herrscht? Und welcher Mitarbeiter möchte sich schon gern als Opfer outen? Was viele nicht wissen: Mobbing am Arbeitsplatz ist nicht nur unfair, sondern unter bestimmten Umständen sogar strafbar! Wir haben recherchiert, wo Mobbing beginnt, welche Rechte Arbeitnehmer haben, welche Folgen dem Angreifer drohen, und wo Betroffene Hilfe finden.

Mobbing am Arbeitsplatz

Harsche Kritik von Kollegen und Vorgesetzten, Termindruck und das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden: Mobbing-Vorwürfe werden schnell einmal laut. Aber nicht jede schwierige Situation am Arbeitsplatz hat tatsächlich mit Mobbing zu tun.

Mobbing liegt laut österreichischer Arbeiterkammer erst dann vor, wenn das schädigende Verhalten einer Person gegenüber gezielt und über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten wird. In diesem Fall muss jemand gegen das Mobbing vorgehen – entweder der Vorgesetzte oder das Opfer selbst. Denn Mobbing am Arbeitsplatz kann ernsthafte seelische und körperliche Folgen haben.

Übrigens: Mobbing funktioniert auf der Hierarchieleiter in beide Richtungen. Werden Arbeitnehmer durch Vorgesetzte gemobbt, spricht man vom sogenannten Bossing. Es kann aber auch passieren, dass die Mitarbeiter dem Chef böse mitspielen. In solchen Fällen handelt es sich um Staffing.

Mobbing – wo fängt es an?

Meinungsverschiedenheiten und Konflikte gibt es an jedem Arbeitsplatz. Grundsätzlich ist das auch gut so, denn viele Prozesse werden erst in der Auseinandersetzung perfektioniert. Und konstruktive Kritik befördert so manchen Arbeitnehmer von der Mittelklasse zur Meisterschaft. Mobbing jedoch beginnt da, wo die professionelle Kritik aufhört und eine Person zur Zielscheibe permanenter Schikanen, Beschimpfungen oder anderem unkollegialen Verhalten wird. Hierzu zählt das Verbreiten von Gerüchten ebenso wie das systematische Zuteilen unangenehmer/sinnloser Aufgaben und das Ausschließen vom Arbeitsalltag.

Mobbing Definition

In Österreich ist Mobbing nicht gesetzlich definiert. Aber laut Arbeiterkammer liegt dann ein Fall von Mobbing am Arbeitsplatz vor, wenn das unkollegiale Verhalten gezielt und über einen längeren Zeitraum betrieben wird: „Ziel ist eine Person zu isolieren, zu schwächen oder auszugrenzen bzw. vom Arbeitsplatz zu vertreiben. Mobbing kann durch eine einzelne Person oder durch eine Gruppe von Personen erfolgen.“

Wie entsteht Mobbing am Arbeitsplatz?

Mobbing am Arbeitsplatz ist, genau wie Mobbing in der Schule, nicht immer eine Folge persönlicher Antipathien oder gar Sadismus. In Betrieben und Organisationen mit Mobbing-Problematik lässt sich vielmehr ein grundsätzlich suboptimales Arbeitsklima beobachten. Dies kann mehrere Gründe haben. Möglicherweise ist die Belegschaft verunsichert, weil das Unternehmen wirtschaftliche Schwierigkeiten hat. Vielleicht herrscht in manchen Ebenen des Betriebs auch ein enormer Leistungsdruck, über den sich die Frustration in Form von Mobbing Bahn bricht.

Überforderter junger Mann, der am Schreibtisch zusammenbricht wegen Mobbing am Arbeitsplatz.
Wer im Job gemobbt wird, fühlt sich häufig allein und machtlos. Man hat das Gefühl, die Situation sei ausweglos. Adobe Stock, (c) twinsterphoto

Mobbing durch Kollegen

Findet das unkollegiale Verhalten auf der gleichen hierarchischen Ebene, also unter gleichgestellten Kollegen statt, sind häufig ungleiche Kompetenzverteilungen bzw. unklare (oder unklar kommunizierte) Hierarchien das Problem: Der Kampf um bestimmte Pflichten, Rechte und Privilegien ist der ideale Keimboden für schikanierendes Verhalten. Dieses Problem tritt besonders häufig in Teams mit schwacher Führung und/oder überdurchschnittlichem Konkurrenzdruck auf.

Auch der Weggang eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin kann eine solche Thematik auslösen, weil möglicherweise mehrere Mitglieder des Teams in der vakanten Stelle eine Chance für ihre Karriere sehen – und diese Chance mit allen Mitteln ergreifen wollen. Umso wichtiger sind in solchen Situationen eine starke Führung und eine klare Kommunikation.

Mobbing vom Chef oder Bossing

Dass man mit dem Chef nicht immer einer Meinung ist und sich auch mal ungerecht behandelt fühlt, liegt in der Natur der Sache. Vorgesetzte sind schließlich auch nur Menschen. Problematisch wird es, wenn interessante Projekte/Aufgaben grundsätzlich an andere Mitarbeiter gegeben oder dir sogar weggenommen werden und der Vorgesetzte dich stattdessen mit sinnlosen oder unangenehmen Aufgaben bedeckt, die eigentlich gar nicht in deinen Bereich fallen.

Vielleicht stellst du auch fest, dass dir wichtige Informationen vorenthalten werden oder dein Chef sich im Beisein anderer unprofessionell oder gar hämisch über deine Leistungen äußert. Sind diese Dinge die Norm und ereignen sich über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auf täglicher Basis, handelt es sich um Mobbing. Auch hier ist der Grund nur  selten eine persönliche Antipathie.

Vielmehr herrscht auch in der Chefetage häufig Verunsicherung und manche Vorgesetzte wollen durch ihr Verhalten sicherstellen, dass sie ernst genommen (und vielleicht auch ein bisschen gefürchtet) werden. Es ist auffällig, dass gerade die sogenannten High-Potentials ein hohes Risiko haben, nicht nur an Burnout zu erkranken, sondern ihren Druck auch (in der einen oder anderen Form) an ihre Mitarbeiter weiterzugeben.

Älterer Firmenchef im Meeting mit jüngeren Mitarbeitern; Mobbing am Arbeitsplatz, Bossing
Wenn dem Chef deine Arbeit niemals gut genug ist: Auch Vorgesetzte können ihre Mitarbeiter ernsthaft sekkieren. Adobe Stock, (c) Sathaporn

Sonderform Cyber Mobbing: Rechtsschutz

Manchmal genügt es den Angreifern nicht, ihr Opfer an Ort und Stelle zu quälen. In vielen Fällen von Mobbing am Arbeitsplatz geht die Schikane online über Social Media, WhatsApp oder Instant Messaging weiter. Gegen Cybermobbing gibt es seit dem 01.01.2016 jedoch ein Gesetz, das es den Opfern ermöglicht, rechtliche Schritte gegen ihre Angreifer einzuleiten. Manche Versicherungsunternehmen, zum Beispiel die D.A.S. Rechtsschutz AG, bieten mittlerweile schon spezielle Versicherungen für einen Antimobbing-Rechtsschutz an.

Was ist Mobbing am Arbeitsplatz? Beispiele

Die Schwierigkeit Mobbing als Mobbing zu erkennen, entsteht unter anderem dadurch, dass Mobbing sich auf unterschiedlichen Ebenen ereignen kann. So kann es zum Beispiel auch unter Mobbing fallen, wenn jemandem trotz wiederholter Bitten und Anträge die ergonomische Tastatur verweigert und er oder sie somit gezwungen wird, durch das Arbeiten die eigene Gesundheit zu schädigen. Als Mobbing betrachtet werden zum Beispiel Angriffe auf:

  • Kommunikationsmöglichkeiten (z.B. jemanden nicht ausreden lassen),
  • soziale Beziehungen (z.B. jemanden konsequent ignorieren),
  • die berufliche Situation (z.B. jemandem sinnlose Aufgaben zuteilen oder von interessanten Projekten ausschließen/grundlos abziehen),
  • das soziale Ansehen (z.B. Verbreitung von Gerüchten, Rufschädigung),
  • die Gesundheit (z.B. Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten),
  • die Menschenwürde (z.B. sexuelle Belästigung, anzügliche Bemerkungen usw.)

Was Mobbing anrichten kann – gesundheitliche Folgen

Mobbing am Arbeitsplatz kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Es fängt damit an, dass der/die Betroffene ungern in die Arbeit geht. Daraus entwickelt sich in vielen Fällen eine regelrechte Angststörung, die sehr oft mit körperlichen Leiden wie Kopfschmerzen, Magen-/Darmerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden einhergeht. Auch auf seelisch-psychischer Ebene hat Mobbing massive Auswirkungen.

Viele Betroffene entwickeln Schlafstörungen oder verzweifeln derart über ihre Situation, dass sie in eine Depression abrutschen. Insgesamt kommt es sehr häufig vor, dass die gemobbte Person arbeitsunfähig wird, weil sie sich nicht mehr konzentrieren kann und in ständiger Angst vor dem nächsten Angriff lebt. Manche Betroffene reagieren sogar mit massiven Panikattacken auf entsprechende Situationen.

So hat die Schikane im Job zunächst vielleicht nur negative Auswirkungen auf die Karriere. Früher oder später beeinflusst diese Situation aber auch das Privatleben und die Gesundheit. In vielen Fällen verschwinden diese Symptome, sobald die belastende Situation gelöst wurde. In manchen Fällen bleiben Mobbingopfer jedoch für den Rest ihres Lebens arbeitsunfähig.

Krankenstand wegen Mobbing?

Mobbing an sich ist zwar kein Grund für eine Krankschreibung, aber die körperlichen und psychischen Folgen dieser Situation sehr wohl. Viele Mobbing Opfer werden wegen akuten Angst- und Erschöpfungszuständen krankgeschrieben. Während des Krankenstands gelten die gleichen Bedingungen und Fristen wie üblich: Ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit besteht der Anspruch auf Krankengeld. Dieser erlischt nach längstens 26 Wochen (beziehungsweise nach 52 Wochen, wenn du vor dem Krankenstand innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens sechs Monate versichert gewesen bist).

Achtung! In Österreich existiert KEIN Kündigungsverbot im Krankenstand! Der Lauf der Kündigungsfrist beginnt mit dem Zugang der Kündigungserklärung und das Arbeitsverhältnis endet entsprechend zum Kündigungstermin. Für Kollektivverträge können hier andere Regelungen gelten.

Ist Mobbing am Arbeitsplatz strafbar? Österreich

Mobbing strafbar im Öffentlichen Dienst

Im österreichischen Beamtendienstrecht gibt es tatsächlich ein Mobbingverbot. Bei Verstoß gegen dieses Verbot ist die jeweils zuständige Dienstbehörde dazu verpflichtet, dem Vorwurf nachzugehen und entsprechende Konsequenzen einzuleiten. Wie diese aussehen, ist jedoch nicht festgelegt. Es kann sein, dass der Angreifer lediglich belehrt oder ermahnt wird. Mobbing im öffentlichen Dienst ist allerdings auch ein hinreichender Grund zur sofortigen Beendigung des Dienstverhältnisses.

Mobbingverbot in der Privatwirtschaft?

Ganz so einfach wie im öffentlichen Dienst ist es in der Privatwirtschaft leider nicht. Einzelne Tatbestände wie üble Nachrede, Belästigung oder Diskriminierung können zwar strafrechtlich verfolgt werden, aber ob dieses Verhalten als Mobbing einzustufen ist, muss von Einzelfall zu Einzelfall geprüft werden. Es gibt allerdings ein Urteil des Obersten Gerichtshofes, das besagt, dass Mobbing als Dienstpflichtverletzung zu werten ist. Auch in der Privatwirtschaft stellt Mobbing also einen potenziellen Entlassungsgrund dar.

Junge Frau, die während eines Meetings von Kollegen gemobbt wird.
Mobbing am Arbeitsplatz stellt eine Dienstpflichtverletzung dar. Angreifern droht also die Entlassung aus dem Dienstverhältnis. Adobe Stock, (c) fizkes

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber?

Arbeitgeber haben in Österreich eine sogenannte Fürsorgepflicht. Sie sind also dazu verpflichtet, die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer zu schützen und Maßnahmen zu ergreifen, wenn das Arbeitsklima einen oder mehrere Mitarbeiter gefährdet. Im Falle von Mobbing am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber verpflichtet, unverzüglich Abhilfe zu schaffen. Dies kannst du, wenn nötig, auch gerichtlich erzwingen. WIE dein Arbeitgeber mit der Situation genau umgeht, das heißt, welche Maßnahmen er konkret trifft, ist gesetzlich allerdings nicht festgelegt. Mögliche Maßnahmen gegen Mobbing am Arbeitsplatz sind:

  • Beauftragung eines Mediators, der die Gespräche leitet und einer positiven Lösung zuführt
  • Einleiten eines Disziplinarverfahrens wegen Dienstpflichtverletzung
  • Gespräche mit den Streitparteien
  • Supervisionen in kleinen Gruppen
  • Versetzung des Angreifers
  • Kündigung des Angreifers
  • Abmahnungen
Übrigens: Wenn du dich mit einem (begründeten) Mobbing-Vorwurf an deinen Arbeitgeber wendest und dieser NICHTS unternimmt, hast du das Recht, das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung der Kündigungsfrist zu beenden. Du hast dann trotzdem Anspruch auf Abfertigung, Urlaubsersatzleistung und Kündigungsentschädigung. Außerdem kannst du ggf. Anspruch auf Schadensersatz geltend machen.

Mobbing am Arbeitsplatz – was tun?

Mobbing am Arbeitsplatz kann jeden treffen. Das Wichtigste ist also, Gedanken wie „Ich bin selbst Schuld“ oder „Vielleicht bin ich einfach nicht gut genug“ aus deinem Kopf zu streichen. Du bist nicht selbst Schuld! Und aus diesem Grund solltest du dich auch gar nicht erst in die Opferrolle fügen. Suche stattdessen das Gespräch mit deinem Vorgesetzten oder (im Falle von Bossing) anderen vertrauenswürdigen Personen (z.B. dem Betriebsrat/Personalvertretung, dem Betriebsarzt oder dem Personalmanagement).

In deiner Freizeit solltest du darauf achten, dich mit Menschen zu umgeben, die dir gut tun. Plane Freizeitaktivitäten, die dir Freude bereiten und dein Selbstvertrauen stärken. Vielleicht möchtest du mit einem neuen Hobby anfangen, um dich abzulenken und neue Bekanntschaften zu schließen.

Mobbing nachweisen mit Tagebuch

Wenn du dich auf der Arbeit gemobbt fühlst, musst du das schikanierende Verhalten nachweisen können. Zu diesem Zweck solltest du ein sog. Mobbing-Tagebuch führen. Darin hältst du alles, was du als Angriff empfindest, schriftlich fest – mit Datum, Uhrzeit und Ort des Geschehens. Notiere auch, ob es Kollegen gegeben hat, die den Vorfall bezeugen könnten. Das Mobbing Tagebuch hat den Vorteil, dass du die jeweilige Situation detailliert mit Dritten (z.B. deinem Partner/deiner Partnerin) besprechen und so überprüfen kannst, ob er oder sie deine Wahrnehmung (dass es sich um Mobbing handelt) teilt.

Wichtig: Das Mobbing-Tagebuch als Beweismittel ist vor allem dann wichtig, wenn es sich bei dem Angreifer um einen/deinen direkten Vorgesetzten handelt.

Mobbing am Arbeitsplatz Test

Wenn du dir nicht sicher bist, ob es sich bei dem Verhalten deiner Kollegen oder deines Chefs tatsächlich um Mobbing handelt, kann dir vielleicht der Mobbing-Check der Arbeiterkammer helfen. Dieser Test ist natürlich nicht beweiskräftig, aber er kann dir einen ersten Anhaltspunkt dafür bieten, ob es an der Zeit sein könnte, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mobbing im Job – warum ich?

Mobbing im Beruf kann jeden treffen. Trotzdem gibt es Menschen, die schneller zur Zielscheibe werden als andere. Unkollegiales Verhalten entsteht nämlich häufig aus Unsicherheit und Angst vor Verdrängung. Aus diesem Grund werden häufig junge Mitarbeiter und Berufseinsteiger zu Mobbing Opfern, da sie mit neuen Ideen und Verbesserungsvorschlägen lang etablierte Kollegen „bedrohen“. Um nicht zur Zielscheibe zu werden beziehungsweise Mobbing-Versuche direkt im Keim zu ersticken, kannst du dein eigenes Verhalten überprüfen.

Aber Vorsicht! Wenn es bereits über einen längeren Zeitraum zu Schikanen gekommen ist und deine Arbeitszufriedenheit bereits gelitten hat, solltest du nicht länger warten und dich an eine Vertrauensperson wenden. Dies kann zunächst dein Vorgesetzter oder der Betriebsrat sein. In größeren Betrieben gibt es in der Regel auch eine Gleichstellungsbeauftragte, die beispielsweise Anlaufstelle bei Schikanen aufgrund deines Geschlechts ist.

Junge Frau, die von ihrem Chef sexuell belästigt wird. Mobbing am Arbeitsplatz, Hand auf Knie.
Auch sexuelle Belästigung kann eine Form von Mobbing am Arbeitsplatz sein und sollte keinesfalls hingenommen werden. Adobe Stock, (c) David Pereiras

Was kann ich Mobbing verhindern?

  • Erst beobachten, dann kritisieren: Zu rasch geäußerte Kritik stößt zwangsläufig auf Widerstände. Aus diesem Grund sollten Neuzugänge sich zunächst einmal mit den Strukturen des Unternehmens vertraut machen und dann nach und nach beginnen, die richtigen Fragen zu stellen.
  • Gerüchten direkt begegnen: Wenn du mitbekommst, dass Gerüchte über dich im Umlauf sind, solltest du die Quelle direkt konfrontieren. Der Angreifer wird seine Urheberschaft zwar sehr wahrscheinlich abstreiten, aber sich dennoch ertappt fühlen. Du kannst die Gerüchte auch, so unaufgeregt wie möglich, im Team ansprechen.
  • Leistungen anderer würdigen: Wer die Leistungen seiner Kollegen anerkennt und offen würdigt, wird seltener als Gefahr wahrgenommen.
  • Sauber bleiben: Mobbing wird nicht durch Mobbing gelöst. Wer versucht, sich Verbündete zu sichern, indem er sich selbst unkollegial verhält, macht die Situation nur schlimmer.

Mobbing – was tun als Vorgesetzter?

Vorgesetzte, die unter ihren Mitarbeitern mit Mobbing zu kämpfen haben, müssen sich zunächst ein paar unangenehme Fragen stellen. Denn häufig ist das schikanierende Verhalten unzureichender Kommunikation und/oder schwacher Führung zu verdanken. Werden Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten nicht klar kommuniziert und weiß nicht jede/r Mitarbeiter/in ganz genau, wo in der Hierarchie er oder sie sich befindet, ist bereits der Grundstein für Unzufriedenheit gelegt.

Wichtig ist jetzt zunächst mal eines: Das Gespräch suchen. In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, dies gemeinsam mit einem erfahrenen Mediator zu tun. Denn häufig sind auch die Gräben zwischen Team und Vorgesetztem so tief, dass ein Profi vermitteln sollte. Das gilt insbesondere, wenn der Chef keinen engen Kontakt zu seinen Mitarbeitern pflegt.

Kollege, der sich auf der Arbeit eines anderen Kollegen ausruht. Mobbing am Arbeitsplatz.
Ungerecht verteilte Arbeit im Team kann auch eine Form von Schikane sein bzw. den Grundstein für Mobbing legen. Adobe Stock, (c) alphaspirit

Wo finden Mobbing Opfer Hilfe?

Deine erste Anlaufstelle ist grundsätzlich eine Instanz oder Person im Betrieb/in der Firma, der du vertraust. Dies kann dein Vorgesetzter oder der Betriebsrat, aber auch das Personalmanagement oder der Betriebsarzt sein. Auch Psychologen oder Lebens- und Sozialberater wissen, was in einem Fall von Mobbing zu tun ist. Sie können dir beziehungsweise deinem Vorgesetzten zum Beispiel den Kontakt zu einem qualifizierten Mediator vermitteln, der euch in der Konfliktlösung unterstützt. Darüber hinaus gibt es für Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz entsprechende Beratungsstellen:

Hier findest du Mediatoren und Mediatorinnen in deinem Bundesland:

HEROLD Blog Team