Was hilft bei Schlafstörungen? Behandlungen & Tipps - HEROLD.at

Was hilft bei Schlafstörungen? Ursachen & Behandlungen

Schlafstörungen

Schlafstörungen wirken sich auf das körperliche und seelische Wohlbefinden aus. Foto: Adobe Stock, (c) Wordley Calvo Stock

Schlafstörungen beeinträchtigen die Lebensqualität gravierend. Ohne erholsamen Schlaf kann man sich schwer konzentrieren, die Leistungsfähigkeit sinkt und man fühlt sich ständig müde und schlapp. Leider werden Schlafstörungen immer mehr zur Volkskrankheit. Laut einer aktuellen Studie der Med Uni Wien klagen 30 Prozent der Österreicher über Einschlafstörungen, während es vor zehn Jahren nur sechs Prozent waren. Erfahre im weiteren, welche Arten von Schlafstörungen es gibt, was die Ursachen dafür sind und wie sie behandelt werden können.

Schlafstörungen: Was ist das?

Als Schlafstörungen bezeichnet man Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, sowie frühmorgendliches Erwachen ohne die Fähigkeit, wieder einzuschlafen. Zusätzlich leiden Betroffene unter schlechter Schlafqualität, sodass die nächtliche Erholung ausbleibt. Die Symptome einer Schlafstörung sind Tagesmüdigkeit, Schläfrigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und oft fühlen sich die Menschen kraftlos, nervös oder sind leicht reizbar. Eine Schlafstörung wird diagnostiziert, wenn die Probleme beim Schlafen mindestens drei mal in der Woche über einen Zeitraum von einem Monat auftreten.

Ein zu kurzer Schlaf beeinträchtigt den Alltag. Informationen können im Gehirn nicht richtig verarbeitet werden, das Immunsystem wird geschwächt und es entsteht ein Leidensdruck, der das Leben überschattet. Nicht selten sind Schlafstörungen ein Symptom für andere physische oder psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Angststörungen. Aus diesem Grund versucht der Arzt zunächst, andere Krankheiten auszuschließen.

Arten von Schlafstörungen

In der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) der WHO wird zwischen organischen und nichtorganischen Schlafstörungen unterschieden.

Nichtorganische Schlafstörungen

Nichtorganische Schlafstörungen sind auf emotionale Ursachen zurückzuführen und werden nicht durch körperliche Störungen verursacht. Unter nichtorganische Schlafstörungen fallen folgende Krankheitsbilder:

  • Insomnie: Bei einer Insomnie bekommt der Betroffene ungenügend Schlaf und leidet an Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder einem frühmorgendlichen Erwachen.
  • Hypersomnie: Die Person erlebt exzessive Schläfrigkeit und Schlafattacken während des Tages und braucht nach dem Aufwachen überdurchschnittlich lange bis zum vollen Wachzustand.
  • Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus: Hier weicht das Schlaf-Wach-Muster vom gewünschten Schlaf-Wach-Rhythmus ab, zum Beispiel durch wechselnde Arbeitszeiten bei Schichtarbeit.
  • Schlafwandeln: Die Person steht während des Schlafes mit einer veränderten Bewusstseinslage auf und geht umher.
  • Pavor Nocturnus: Diese Form der Schlafstörung wird auch als Nachtangst bezeichnet. Es handelt sich dabei um Episoden von Furcht und Panik während des Schlafes, die sich sogar zu richtigen Panikattacken auswachsen können. Oft wacht die Person mit einem Schrei auf.
  • Albträume: Der Betroffene erlebt Träume voller Angst oder Furcht mit detaillierter Erinnerung an den Traum.

Organische Schlafstörungen

Organische Schlafstörungen treten aufgrund körperlicher Ursachen auf. Es gibt folgende organische Schlafstörungen:

  • Ein- und Durchschlafstörungen: Hier kommt es zu einer Insomnie aufgrund von neurologischen oder organischen Erkrankungen.
  • Schlafbezogene Bewegungsstörungen: Darunter fallen nicht-intentionale Bewegungen, die den Schlaf stören. Ein Beispiel ist das Restless-Leg-Syndrom, bei dem die Gliedmaßen beim Schlafen zu Zucken beginnen.
  • Schlafapnoe: Hier handelt es sich um eine Atemstörung während des Schlafs.
  • Narkolepsie: Die Person leidet unter einer Störung der Schlaf-Wach-Regulation. Dies kann dazu führen, dass sie auch in unpassenden Situationen einschläft, etwa beim Autofahren oder während der Arbeit.

Ursachen: Wie entstehen Schlafstörungen?

Schlafstörungen

Schlafstörungen sind oft ein Symptom von Depressionen oder Angststörungen. Foto: Adobe Stock, (c) gstockstudio

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die Schlafstörungen auslösen können. Die häufigsten Ursachen sind psychische oder körperliche Erkrankungen. Aber auch psychische Belastungen, ungünstige Umwelteinflüsse und die Einnahme von bestimmten Substanzen verursachen Schlaflosigkeit.

Psychische Erkrankungen

Schlafstörungen sind oft ein Symptom von psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen, Psychosen oder Angststörungen. Betroffene Personen brauchen oft länger zum Einschlafen, wachen während der Schlafphase öfters auf und haben einen verringerten Tiefschlaf. Bei Depressionen tritt auch oft Hypersomnie auf, bei der die Person an starker Schläfrigkeit leidet und ständig erschöpft ist.

Körperliche Ursachen

Auch körperliche Erkrankungen sind nicht selten die Ursache für Schlaflosigkeit. Organische Erkrankungen, die zu Schlafstörungen führen sind zum Beispiel chronische Schmerzen, Herz- und Lungenerkrankungen, Kopfschmerzen oder starker Juckreiz bei Hauterkrankungen. Außerdem können auch andere körperliche Ursachen zu Schlaflosigkeit führen. In der Schwangerschaft liegen werdende Mütter oft wach im Bett, da sie keine geeignete Schlafposition finden oder weil die Bewegungen des Kindes im Bauch sie wachhalten. Auch die Wechseljahre gehen oft mit Schlafstörungen einher, wobei die Frauen Probleme beim Einschlafen haben und auch die Tiefe des Schlafes abnimmt.

Psychische Belastungen

Einschlaf- oder Durchschlafstörungen können auch durch psychische Belastungen hervorgerufen werden. Berufliche, finanzielle oder familiäre Probleme verursachen Stress und wirken sich oft auf die Schlafqualität aus. Die Betroffenen werden von immer wieder kehrenden Gedanken wachgehalten und schaffen es nicht, das Gedankenkarussell zu stoppen.

Umwelteinflüsse

Die Umwelt einer Person beeinflusst dessen Schlaf-Wach-Rhythmus. So kann es zum Beispiel sein, dass Schichtarbeiter nur schlecht schlafen können, wenn es draußen hell ist oder der Rest der Familie wach ist.

Einnahme von Substanzen

Auch bestimmte Medikamente können eine Insomnie hervorrufen. Besondere Vorsicht ist in diesem Zusammenhang geboten bei der Einnahme von manchen Antibiotika, Antidepressiva oder Blutdruckmittel. Auch Alkohol- und Kaffeekonsum haben Auswirkungen auf die Schlafqualität.

Was hilft bei Schlafstörungen? So kannst du sie behandeln

Schlafstörungen

Schlafhygiene ist wichtig, um beste Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf zu schaffen. Foto: Adobe Stock, (c) Alena Ozerova

Je nach Ursache werden Schlafstörungen unterschiedlich behandelt. Die Methoden reichen von psychotherapeutischen Maßnahmen, dem Erlernen von Entspannungstechniken bis hin zum Angewöhnen einer sogenannten Schlafhygiene. Wenn du erst seit ein paar Tagen an Schlaflosigkeit leidest, kannst du mit folgenden Tipps selbst Maßnahmen setzen, um wieder zu einem erholsamen Schlaf zu kommen.

8 Tipps für besseren Schlaf

⇒ Keine koffeinhaltigen Getränke: Verzichte ab dem Mittagessen auf alle koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Schwarztee oder Cola.

⇒ Alkohol meiden: Du solltest auf Alkohol zur Gänze verzichten.

⇒ Keine schweren Mahlzeiten: Am Abend solltest du eher zu leichten Speisen greifen und drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen.

⇒ Keine körperliche Anstrengung: Am besten vermeidest du körperliche Anstrengung ein paar Stunden vor dem Schlafen.

⇒ Angenehme Atmosphäre: Schaffe in deinem Schlafzimmer eine optimale Umgebung für guten Schlaf. Achte darauf, dass es angenehm kühl ist, dunkle die Fenster ab und verwende frische Bettwäsche. Wenn du möchtest, kannst du auch mit aromatischen Ölen ein angenehmes Raumklima schaffen.

⇒ Beginne ein Ritual: Ein tägliches Ritual vor dem Zubettgehen fördert einen gesunden Schlaf. Du kannst zum Beispiel vor dem Schlafengehen ein Buch lesen, ein warmes Bad nehmen oder stets um die selbe Uhrzeit schlafen gehen. Auf Fernseher und Smartphone im Schlafzimmer solltest du lieber verzichten.

⇒ Nicht auf die Uhr schauen: Wenn du in der Nacht aufwachst, solltest du nicht auf die Uhr schauen. Das übt nur Druck aus und verhindert, dass du schnell wieder einschläfst.

⇒ Stressabbau: Wenn dir zu viele Gedanken und Sorgen den Schlaf rauben, kannst du mit Entspannungstechniken den Stress abbauen. Probiere zum Beispiel Yoga, autogenes Training oder Meditation. Oft hilft es auch, seine Gedanken auf Papier festzuhalten. Schreib also alles, das dir Sorgen bereitet, vor dem Schlafengehen auf.

Zu welchem Arzt geht man bei Schlafstörungen?

Wenn du länger als einen Monat mehr als drei mal in der Woche an Schlafstörungen leidest, solltest du einen Arzt aufsuchen. Die erste Anlaufstelle ist hier der Hausarzt. Dieser wird mit dir ein Anamnesegespräch durchführen, um genau herauszufinden, was die Ursache für die Schlafstörungen sind. Dabei fragt er dich, wann du Probleme beim Schlafen hast (beim Einschlafen oder Durchschlafen), wie lange du schläfst und ob es noch andere Symptome neben der Schlafstörung gibt. Möglicherweise wird er dich bitten, ein Schlaftagebuch für ein paar Wochen zu führen, um dein Schlafverhalten genauer untersuchen zu können.

Je nach Ursache der Schlaflosigkeit wirst du dann an einen Psychotherapeuten oder HNO-Arzt zur weiteren Behandlung verwiesen. In manchen Fällen wird der Patient auch in einem Schlaflabor untersucht.

Therapie bei Schlafstörungen

Für die Behandlung von Schlafstörungen werden bei psychischen Ursachen psychotherapeutische Maßnahmen gesetzt (zum Beispiel Verhaltenstherapie). Liegen körperliche Gründe für die Schlaflosigkeit vor, kommen je nach Ursache zum Beispiel Schnarchschienen oder Beatmungsgeräte zum Einsatz. In einigen Fällen verschreibt der Arzt auch eine medikamentöse Behandlung, zum Beispiel bei einem stark ausgeprägten Restless-Leg-Syndrom.

Hier findest du die am besten bewerteten Hausärzte in deinem Bundesland:



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