Aromatherapie Wirkung: die besten Düfte für deine Wohnräume

Aromatherapie Wirkung

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Wie wirkt Aromatherpie in deinem Zuhause? Der HEROLD hat sich intensiv mit ätherischen Ölen beschäftigt. Aromatherapie Wirkung und Nebenwirkung werden ausführlich beleuchtet. Du erfährst, wie du ätherische Öle selber sicher und ideal anwenden kannst, und welcher Duft in deinem Zuhause am besten zu welchem Raum passt. Aromatherapie Wirkung: Wohlfühlatmosphäre für dein gemütliches Zuhause!

1. Was ist Aromatherapie?

Wikipedia sagt: „Aromatherapie bezeichnet die Anwendung ätherischer Öle zur Linderung von Krankheiten oder zur Steigerung des Wohlbefindens.“ Was uns unweigerlich zur Frage führt, was ätherische Öle sind: Ätherische Öle sind leicht flüchtige, nicht fette (!) Öle und kommen als komplexe Stoffgemische natürlich in Pflanzen vor. Das Wissen um diese Form der Heilkraft der Pflanzen ist schon ein paar Tausend Jahre alt, ich sag’s nur.

2. Aromatherapie Wirkung: Echt jetzt?

Einer meiner Professoren an der Universität Wien, Univ. Prof. Dr. phil. Mag. pharm. Gerhard Buchbauer, wollte damals in einem legendären Experiment nachweisen, dass Aromatherapie nicht wirksam ist. Er schränkte den Geruchssinn der Testperson zu 100 % ein und trug das ätherische Öl in einem Trägermedium auf die Haut des Probanden auf. Tatsächlich zeigten sich die sonst über das Riechen beschriebenen Wirkungen des Öls auch nach Verabreichung über die Haut. Überraschung! Aromatherapie wirkt über das Limbische System im Gehirn, aber das ist eine andere Geschichte …

3. Wo Wirkung ist, kann auch Nebenwirkung sein: Warnhinweise!

Beim Baby, bei Kleinkindern, Schwangeren, Allergikern und chronisch Kranken darf nicht jedes ätherische Öl angewendet werden. Manche reizen die Atemwege, wirken abortiv und reizen Haut und Schleimhäute. Die Anwendung für diese Personengruppen soll nur in Absprache mit dem Kinderarzt, Gynäkologen bzw. in der Aromatherapie kundigen Arzt erfolgen. „Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“ ist hier ein guter Rat. Folgende Warnhinweise findest du zum Teil oder allesamt auf ätherischen Ölen:

  • leicht entzündlich
  • gesundheitsschädlich
  • kann bei Verschlucken Lungenschäden verursachen
  • darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
  • bei Verschlucken kein Erbrechen herbeiführen
  • bei Verschlucken sofort ärztliche Hilfe einholen (Die Verpackung mitnehmen!)
  • nicht unverdünnt anwenden
  • Augen- und Schleimhautkontakt vermeiden
  • giftig für Wasserorganismen
  • Freisetzung in die Umwelt vermeiden

4. Wer darf Aromatherapie durchführen?

In Österreich darf die „echte“ Therapie, bei der die Öle zum Teil auch eingenommen werden, nur ein Arzt mit einer speziellen Zusatzausbildung durchführen. In Frankreich, der Hochburg der Parfümerie im engeren Sinn und der Aromatherapie gibt es davon einige, bei uns sind sie eher dünn gesät. In Deutschland existiert das Gewerbe des Heilpraktikers – der darf dort auch. (In Österreich gibt es keine Heilpraktiker!) Was wir im allgemeinen Sprachgebrauch unter Aromatherapie verstehen, ist rechtlich gesehen Aromaberatung oder Aromapraxis. Es gibt in Österreich keine/n staatlich geprüften Aromatherapeut/in.

5. Aromatherapie Wirkung: Wo kann ich mehr darüber erfahren?

Aromatherapie Wirkung, Fachbücher Beispiele

Aromatherapie Wirkung: Vieles darüber findet man in Fachbüchern, Bild (c) Claudia Busser – HEROLD.at

Die erste Anlaufstelle ist die gute Buchhandlung! Wer mit Einlesen fertig ist, geht tiefer zu den Quellen. Merke: Wo man ätherische Öle in guter, am besten Bio-Qualität kaufen kann, gibt es meistens auch Informationen. In Apotheken, Fachdrogerien und auch Bioläden werden zum Beispiel oft Vorträge für interessierte Laien angeboten. Volkshochschulen und Institute für Erwachsenenbildung sind ein weiterer Tipp zum Beispiel. Aber Vorsicht: Finger weg von Schneeball-Vertriebssystemen außerhalb von niedergelassenen Geschäften, die einen zwingen ganze Sets auf einmal zu kaufen!

6. In welchen Formen kann ich ätherische Öle selber anwenden?

Das ätherische Öl wird fast immer zusammen mit einem „Transportmittel“ angewendet. Das kann ein verdünnter Alkohol, ein fettes Öl oder ein anderes Fett wie zum Beispiel Sheabutter sein, je nach Anwendungswunsch. Selbst wenn man es pur in der Duftlampe anwendet, ist dort ja erwärmtes Wasser vorhanden, das dann den aufsteigenden Wasserdampf zum Duftvermittler macht. HEROLD Tipp zu Duftlampen: Auf einen ausreichenden Durchmesser der Wasseroberfläche achten bitte! Als Faustregel kann ein Durchmesser von acht Zentimetern gelten. Das Wasser nie ganz verdampfen lassen, denn dann verharzt und verbrennt das ätherische Öl auf der Lampe und die Reinigung ist danach fast unmöglich. Ätherische Öle werden in folgenden Dareichungsformen angeboten:

  • Raumspray
  • Roll On
  • gemischt mit einem fetten Basisöl wie Mandelöl, Macadamiaöl, Johanniskrautöl, …
  • Gele, Cremen, Salben, Pomaden
  • Bäder (mit einer Handvoll Meersalz oder zwei Esslöffeln Schlagobers als Emulgator)
  • Duftkerzen (Achtung: Die sind oft synthetisch!)
  • pur in der Duftampe, im Diffuser, Vernebler, auf dem Duftstein oder Duftkissen

7. Wie lange soll ich beduften?

Wenn es dir stinkt, weil in einem Raum die Luft verbraucht oder verraucht ist, genügen ein paar kräftige Sprühstöße von einem Raumspray mit ätherischen Ölen und alles ist gut. Alle Zitrusdüfte eignen sich hier bestens. Wenn man therapeutisch über die Raumluft arbeitet, genügen 15 bis 20 Minuten Beduftung. Danach schaltet das Gehirn ohnehin die Wahrnehmung aus, sonst würden wir es in dem Gestank nicht aushalten. Längere oder ununterbrochene Beduftung führt zu Schleimhautreizungen und ist schlicht Verschwendung. Nach ein paar Stunden Pause kann man das Beduften aber wiederholen.

8. Wie erkenne ich gute und sichere Qualität bei ätherischen Ölen?

Aromatherapie Wirkung

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Will man nicht nur subjektiv gute Gerüche, sondern tatsächlich Wirkung, sollte man ohne Ausnahme zu sogenannten genuinen Ölen, also echten, genau so in der Pflanze vorkommenden Ölen greifen. Sie werden meist durch Wasserdampfdestillation oder bei teuren Blütenölen auch durch Enfleurage direkt aus der ganzen Pflanze oder Pflanzenteilen gewonnen. Alles andere ist sinnlos. Ja, du vermutest das Richtige: Aufschriften auf den kleinen Fläschchen wie „naturident“ oder „natürlich“ bedeuten gar nichts, ja können sogar einen gesundheitsschädigenden Inhalt tarnen. Ein echtes ätherisches Öl ist wie folgt gekennzeichnet – an der langen Liste erkennst du auch, dass ein umsichtiger Umgang mit diesen Pflanzenstoffen wichtig ist:

  • Deutsche Bezeichnung des Öls (z.B. also Kiefernnadel, Lavendel, Sandelholz, Rosmarin, Orange, …)
  • Wissenschaftliche Bezeichnung der verwendetet Pflanze in Latein (z. B. Pinus silvestris, …)
  • verwendete Pflanzenteile (z.B. Holz, Blüten, …)
  • Gewinnungsverfahren (z.B. Wasserdampfdestillation, Auspressen, Extraktion, …)
  • Anbaumethode (z.B. kontrolliert biologischer Anbau, Demeter, Wildsammlung, konventioneller Anbau, …)
  • Herkunftsland
  • Chargennummer
  • Gefahrenhinweise in Worten und Symbolen und bei manchen zusätzlich als tastbarer Warnhinweis
  • Füllmenge
  • Ablaufhinweis
  • Spezifizierung als Kosmetikum für die Aromapflege, zur Raumbeduftung, …
  • Anwendungshinweise
  • INCI
  • Hersteller mit Konakt
  • optional: Duftprofil wie frisch, harzig, warm, …
  • optional: Kopfnote, Herznote, Basisnote
  • optional: Thema wie z.B. konzentrationsfördernd, beruhigend, klärend, …

Kleiner Hinweis: Nicht alle Pflanzen enthalten von Natur aus ätherische Öle! „Grüner Apfel“ kann zum Beispiel nie ein echtes ätherische Öl sein, ich sag’s nur …

9. Wie soll ich ätherische Öle lagern?

Wie viele Naturstoffe sind auch diese wunderbaren Pflanzeninhaltsstoffe empfindlich gegen Luftsauerstoff und UV-Licht. Aber Achtung: Der Kühlschrank ist der falsche Ort zum Lagern! Lichtschutz ist gut und Zimmertemperatur auch. Wer seine Sammlung an Duftendem vor Oxidation durch Sauerstoff schützen will, legt eine Schicht des Edelgases Argon auf die Oberfläche der Flüssigkeit im hoffentlich braunen oder blauen Glasfläschchen. Argongasflaschen kannst du in Apotheken kaufen zum Beispiel. Sie sehen aus wie große Haarspraydosen und sind nicht ganz billig.

10. Aromatherapie: Welcher Duft, welches Öl wofür?

Ein weites Feld! Allein dem wunderbare Lavendelöl werden unzählige Wirkungen zugeschrieben. Es ist übrigens das einzige (!) ätherische Öl, das man zum Beispiel bei Insektenstichen oder zum Schlafanstoßen und Beruhigen direkt pur auf die Haut auftragen darf. Sowohl in der Altenpflege, im Krankenhausbereich, in der Geburtsvorbereitung und kosmetisch leisten diese Geschenke der Natur Wunderbares. Eine eingehende Beschäftigung mit den Wirkungen der einzelnen Öle braucht Zeit. Nur so viel: Zitrusnoten wie Limette, Lemongras oder Orange mögen die meisten Menschen gern, Blütenöle wie Jasmin oder Iris sind teuer und verflüchtigen sich schnell, Harze wie Benzoe kann man als Fixateur verwenden, um die Duftmischung eine längere Wirkung zu verleihen. Zur passenden Raumbeduftung verraten wir sofort mehr!

11. Aromatherapie Wirkung: Welcher Duft passt zu welchem Raum zuhause?

Aromatherapie Wirkung, Produktbeispiele

Aromatherapie Wirkung, Produktbeispiele, Bild (c) Claudia Busser – HEROLD.at

Die meisten Menschen beduften ihr Heim vor allem in der kalten Jahreszeit. Ein bisschen Hygge kann nicht schaden, wenn einem der Winter lang wird und man mehr zuhause ist als sonst. Dass echte ätherische Öle nicht nur angenehm riechen können, sondern auch eine Wirkung auf uns haben, wissen wir ja jetzt schon. Und was Farben in Räumen so alles können, haben wir ja auch schon einmal beleuchtet.

Einen Raum in deiner Wohnung möchte ich ausnehmen: das Kinderzimmer. Bei konkreten Anliegen wie der Förderung der Konzentration (Zitrone auf einen kleinen Duftstein auf dem Schreibtisch) oder, wenn das Einschlafen erleichtert werden soll (ein paar wenige Tropfen Lavendel auf einem Duftvlies beim Bett), kann man sich schon der Aromatherapie bedienen. Von einer grundsätzlichen Beduftung der Räume, in denen sich Kinder vorwiegend aufhalten, würde ich Abstand nehmen – manchmal ist weniger mehr. Und in der Küche riecht es sowieso immer gut, oder? (Und wenn es ‚mal nach Fisch riecht oder dir etwas angebrannt ist: Zitrusdüfte!) Aber welche Düfte passen nun also zu welchen Räumen bei dir zuhause?

Das Wohnzimmer

Hier wollen wir uns allein oder zusammen mit unseren Liebsten entspannen. Die Atmosphäre soll friedlich und harmonisch sein, sie soll uns erden, aber weder unsere Kommunikation noch uns einschläfern. Wir wollen uns geborgen fühlen, umhüllt, warm. Folgende Einzeldüfte und deren Mischung eignen sich gut für deinen Wohnbereich:

  • Vanille
  • Rose
  • Zeder
  • Magnolie
  • Bergamotte
  • Karottensamen
  • Rosengeranie
  • Anis

Das Bad

Morgens sollen wir möglichst schnell frisch und munter sein und abends wollen wir von der Palme runterkommen und den Tag abstreifen. Das heißt, man kann mit der Beduftung kein einheitliches Programm fahren. Morgens sind folgende Wachmacher gut:

  • Lemongras
  • Zitrone
  • Limette
  • Eukalyptus
  • Fichtennadel
  • Pfefferminze
  • Zitronenverbene

Am Ende des Tages ein schönes Schaumbad, Kerzenschein, angenehme Musik und eine Mischung aus einigen der folgenden Öle:

  • Sandelholz
  • Tosenholz
  • Fenchel
  • Tonka
  • Benzoe
  • Orange
  • Melisse
  • Linaloeholz

Das Arbeitszimmer

Ja, sowas gibt es. Das kann dein Büro, dein Home Office sein, dein Wirtschaftsraum oder dein Fitnessraum, jedenfalls eine Ort, an dem du aktiv sein willst, geistig, körperlich oder beides. Hier sollen Prokrastination, Antriebsschwäche, mangelnde Konzentration oder gar aufkommende Müdigkeit keine Chance haben. Das funktioniert gut mit den folgenden ätherischen Ölen:

  • Pfefferminze
  • Grapefruit
  • Zitrone
  • Blutorange
  • Limette
  • Tuberose
  • Zitronenbasilikum
  • schwarzer Pfeffer
  • Douglasfichte
  • Latschenkiefer
  • Rosmarin

Das Schlafzimmer

Natürlich gibt es auch hier zwei Anforderungsprofile. Manchmal wollen wir hellwach sein und die Liebe mit allen Sinnen genießen. Welche Düfte wirken also harmonisierend, aphrodisierend und sind die pure Verführung? Im besten aller Fälle natürlich die nackte Haut des geliebten Menschen – den sollte man schon gut riechen können! Eine liebevolle Atmosphäre kann man mit einigen sinnlichen Düften unterstreichen:

  • Ylang-Ylang
  • Jasmin
  • Patchouli
  • Tolu
  • Cardamom
  • Tuberose
  • Vanille

Aber irgendwann wollen wir schlafen, zur Ruhe kommen, träumen und Kraft tanken für den neuen Tag. Fast bin ich versucht zu sagen, es kann nur eine geben! Eine Pflanze, die das alles kann, und deswegen steht sie ganz oben in der Liste:

  • Lavendel
  • Rose
  • Majoran
  • Schafgarbe

Manche Öle passen einem gut allein, andere machen sich in einer Mischung besser oder runden diese ab. Es gibt sogenannte Triggeröle wie Melisse oder Schafgarbe, die stärker sind als andere Öle – von ihnen darf man nur dementsprechend weniger verwenden. Das Mischen von ätherischen Ölen bedarf schon einiger Erfahrung und einigen Wissens. Bei mir riecht immer alles irgendwie nach Panettone, ich weiß auch nicht warum. Aber Gott sei Dank gibt es auch fertige Duftmischungen für die verschiedenen Wirkungsspektren. Je genauer man beim Einkauf verrät, welche Wirkung man sich erwartet, umso besser. Letztlich entscheidet für die Raumbeduftung aber immer die eigene Nase!
In diesem Sinne: Eine dufte Zeit wünsche ich Euch!

 



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