Reizblase: Was hilft wirklich?

Ein Mann der neben einem Klo steht und sich die Hände vor den Schritt hält.

Du musst ständig aufs Klo, obwohl deine Blase fast leer ist? Ein Anzeichen für eine Reizblase. Foto: Adobe Stock, (c) vchalup

Ständiger, oft überfallsartiger Harndrang, aber dann kommt nur wenig Urin. Das Gefühl ständig zu müssen ist ein Anzeichen für eine Reizblase. Wir verraten, wie sich die Reizblase von einer Blasenentzündung unterscheidet, wie dein Arzt sie bei der Diagnose erkennt und was wirklich bei einer überaktiven Blase hilft.

Reizblase – was ist das?

Bei einem gesunden Menschen registrieren Rezeptoren in der Harnblase, die bis zu einem halben Liter Urin zu fassen vermag, den Dehnungsgrad der Blasenwand und damit die Füllmenge des Organs. Hat die Dehnung eine gewisse Größe erreicht übermitteln diese Nervenfaserenden dem Gehirn Signale, dass die Blase bald geleert werden sollte. Man verspürt deshalb Harndrang.

Folgt kein Gang auf die Toilette, reduziert sich die Empfindlichkeit der Rezeptoren. Der Harndrang verschwindet zunächst wieder, kehrt aber zurück wenn es erneut zu einem Dehnungsreiz kommt. Dieser Vorgang wiederholt sich solange bis wir endlich dem Ruf der Natur folgen.

Anders bei einer Reizblase. Hier tritt der Harndrang schon auf, bevor eine entsprechende Füllmenge der Blase erreicht ist. Also öfter als körperlich tatsächlich notwendig wäre. Somit handelt es sich um eine Funktionsstörung der Harnblase. Die Reizblase wird auch als nervöse, überaktive oder hyperaktive Blase bzw. Urethralsyndrom bezeichnet. In Fachkreisen spricht man vom Syndrom der überaktiven Blase.

Wer bekommt eine Reizblase?

Laut Schätzungen sind in Österreich rund 800.000 Menschen von einer Reizblase betroffen. Sie entwickelt sich bei Frauen häufiger als bei Männern. Dies gilt insbesondere während und nach den Wechseljahren, da die Produktion weiblicher Hormone (Östrogene) nachlässt und Frauen aufgrund ihrer viel kürzeren Harnröhre generell öfter an Harnwegsinfekten leiden. Die Störung kommt aber durchaus auch bei jüngeren Erwachsenen und sogar bei Kindern vor.

Wie entsteht eine Reizblase?

Normalerweise ist der Blasenmuskel während der Füllungsphase entspannt und zieht sich erst zusammen, wenn eine gewisse Füllung der Blase erreicht ist. Bei einer überaktiven Blase wird er wesentlich früher aktiv, was zu häufigem Harndrang führt. Die Ursachen sind von der Medizin nicht endgültig geklärt. Jedenfalls ist die normale Kontrolle der Blasenentleerung gestört, weil:

  • die Dehnungsrezeptoren Signale senden bevor das nötig wäre, also falsche Informationen von der Blase zum Gehirn kommen.
  • der Blasenmuskel übermäßig empfindlich ist, sodass er sich bereits bei geringsten Reizen zusammenzieht und Harndrang auslöst.
  • möglicherweise ein Defekt in jenem Teil des Gehirns besteht, der die Blasenentleerung steuert.

Eine weitere mögliche Ursache ist ein gestörtes Zusammenspiel von Blasen- und Beckenbodenmuskulatur. Jedenfalls findet man meistens keinen organischen Grund für diese Fehlregulation bzw. fehlerhafte Weiterleitung von Nervenimpulsen. Daher galt die Reizblase früher als psychosomatische Erkrankung. Sie könnte auch eine leichte Form von Dranginkontinenz darstellen.

Was sind die Risikofaktoren für eine Reizblase? 

Eine Schwächung des Beckenbodens begünstigt die Entwicklung einer Reizblase. Eine solche Schwächung kann sich aus vielen Gründen ergeben, denkbar sind etwa körperliche Belastungen, chronische Verstopfung, Übergewicht oder Unterleibsoperationen. Bei Frauen kann sie nach Geburten oder in Folge einer Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung auftreten. Für Männer stellt eine vergrößerte Prostata einen Risikofaktor dar.

Eine lächelnde Frau über 50.

Nach der Menopause sind Frauen besonders häufig von einer überaktiven Blase betroffen. Foto: Adobe Stock, (c) missty

Weitere Faktoren, die die Entwicklung einer Reizblase begünstigen oder ihre Symptome verstärken, sind:

  • ein Östrogenmangel bei Frauen ab der Menopause.
  • Erkrankungen, die mit einer veränderten Nervenreizleitung einhergehen, wie Multiple Sklerose, Schlaganfall, Morbus Parkinson oder Diabetes.
  • Tumore, Steine oder Entzündungen im Harntrakt. Die Beschwerden können auf eine chronische Blasenentzündung zurückgehen, selbst wenn die Infektion abgeklungen ist.
  • altersbedingte Veränderungen der Harnwege.
  • gewisse Medikamente, wie etwa bestimmte Blutdrucksenker.
  • der intensive Konsum blasenreizender Substanzen wie Kaffee, Tee, kohlensäurehaltiges Wasser, Alkohol und Chili.
  • Rauchen, da Nikotin sich an Harndrang auslösende Rezeptoren in der Blase bindet.
  • Stress (dieser Auslöser lässt sich erkennen, wenn die Beschwerden nur situationsbedingt auftreten: z. B. Reizblasensymptome im Alltag, die im Urlaub verschwinden).
  • sexuelle oder psychische Traumata.
  • ein “Fehltraining“ der Blase durch jahrelange zu häufige oder zu seltene Toilettengänge.

Bei Kindern dürfte kein überaktiver Blasenmuskel die Ursache einer Reizblase sein, sondern eine noch nicht ausgereifte Steuerung der Blasenkontrolle. Die Folge ist ein Einnässen, das sowohl nachts als auch tagsüber auftreten kann.

Symptome – Woran erkennt man eine Reizblase?

Eine Reizblase verursacht das Gefühl, trotz normaler Trinkmenge ständig auf die Toilette zu müssen, obwohl die Harnblase kaum Flüssigkeit enthält. Oft kommt dieser Drang “überfallsartig“, d.h. dringend und plötzlich, sodass man es manchmal nicht rechtzeitig bis zum WC schafft. Und auch in der Nacht (Nykturie), sodass Betroffene zum Teil mehrmals wach werden.

All das kann von einem mehr oder weniger stark ausgeprägten unfreiwilligen Harnverlust begleitet sein. Oder auch von einem Nachträufeln, d.h. Nachtropfen nach dem Urinieren. Ist eine Dranginkontinenz vorhanden, spricht man von einer nassen Reizblase, sonst von einer trockenen. 

Ebenso kann der ständige Reizzustand als schmerzhaft empfunden werden bzw. können infolge einer Verkrampfung der Blase Schmerzen gegen Ende des Wasserlassens (terminale Dysurie) oder auch diffuse Unterbauchschmerzen auftreten.

Wie oft muss man bei einer Reizblase auf die Toilette?

Typisch für eine hyperaktive Blase ist primär gesteigerter Harndrang (Pollakisurie). Als Maßstab gilt dabei ein Wert von mindestens acht Mal innerhalb von 24 Stunden. Bei den Toilettengängen kommt dann jeweils nur eine geringe Harnmenge. Trotzdem verbleibt nach dem Wasserlassen das Gefühl, das eine Restmenge an Harn zurückgeblieben ist. Bald nach dem Gang aufs Klo verspürt man deshalb wieder Drang zur Toilette zu müssen.

Eine junge Frau hält die Hände auf ihren Unterleib.

Eine Reizblase kann auch mit Schmerzen im Unterbauch einhergehen. Foto: Adobe Stock, (c) jomkwan7

All diese Symptome verursachen einen hohen Leidensdruck und beeinträchtigen die Lebensqualität. Denn sie führen unter anderem dazu, sich ständig in der Nähe einer Toilette aufhalten zu müssen. Ob krankhafter Harndrang vorliegt, kann man dabei mittels einem sogenanntem Miktionstagebuch (Miktion = Harnlassen) erfassen.

Um den Arzt bei der Diagnose zu unterstützen notiert man dort ein paar Tage lang die Trink- und Urinmenge, die Uhrzeiten und Häufigkeit des Wasserlassens, ob man zum Zeitpunkt der Blasenentleerung bereits eingenässt hat und ob man nach dem Wasserlassen das Gefühl hat, unvollständig entleert zu sein.

Wie wird eine Reizblase diagnostiziert?

Viele der Symptome bei einer Reizblase ähneln denen einer Harnwegsinfektion bzw. Blasenentzündung und können auch von anderen urologischen bzw. gynäkologischen Erkrankungen herrühren. Daher ist bei entsprechenden Beschwerden der Gang zum Urologen angesagt, bei Frauen zusätzlich auch ein Besuch beim Frauenarzt.

Um andere Erkrankungen auszuschließen, führt der Urologe nach der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) einen Harntest durch um einen möglichen Harnwegsinfekt zu erkennen. Hier lassen sich bei einer überaktiven Blase typischerweise keine Entzündungszeichen oder Bakterien nachweisen. Zum Auffinden von eventuellen Steinen oder Tumoren kann auch ein Ultraschall oder eine Blasenspiegelung folgen.

Die hyperaktive Blase ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Das heißt, dass eine Reizblase erst diagnostiziert werden kann, wenn sichergestellt ist, dass keine andere Krankheit die Symptome verursacht. Dazu können manchmal auch weiterführende Untersuchungen notwendig sein, etwa:

  • Uroflowmetrie (Harnflussmessung).
  • Miktionszystourethrographie, d.h. Röntgenuntersuchung von Blase und Harnröhre mit Kontrastmittel.
  • Harnblasendruckmessung (Urodynamik, Zystometrie).
  • Entnahme eines Abstrichs aus den unteren Harnwegen bei Frauen zur Feststellung eines lokalen Östrogenmangels.

Reizblase: Wann zum Arzt?

Obwohl eine Reizblase eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bedeuten kann, meiden viele Betroffene zu lange den Gang zum Arzt. Oft aus falscher Scham oder aus dem Glauben, es handle sich um eine normale Alterserscheinung. Manche zögern auch, weil sie sich keine wirksame Hilfe erwarten.

Dabei wäre eine frühzeitige ärztliche Untersuchung ungeheuer wichtig. Denn je länger eine überaktive Blase besteht, desto aufwändiger kann ihre Behandlung werden. Die häufigen Toilettengänge haben zur Folge, dass die Blase schrumpft und daher bei noch kleineren Harnmengen mit Harndrang reagiert. Dieser Teufelskreis schreitet sogar bei Reduzierung der Trinkmenge zwecks Eindämmung der Toilettengänge voran.

Eine grafische Darstellung der menschlichen Harnblase.

Du suchst einen Arzt, der sich gut mit Reizblasen auskennt? Hier findest du die besten Ärzte! Foto: Adobe Stock, (c) SciePro

Wer behandelt eine Reizblase?

Die Therapie der Reizblase fällt in den Zuständigkeitsbereich von Fachärzten für Urologie, also Spezialisten für Erkrankungen der harnbildenden und harnableitenden Organe (Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre).

Für unseren Beitrag zum Thema haben wir die besten Urologen in Wien recherchiert. Außerdem findest du in der nachfolgenden Liste Kontakt zu Spezialisten in ganz Österreich, die bestens mit dem Thema Reizblase vertraut sind.

Reizblase Wien

Reizblase Oberösterreich

Reizblase Niederösterreich

Reizblase Steiermark

Was hilft bei einer Reizblase?

Steht die Diagnose fest, empfiehlt der Urologe entsprechende Maßnahmen zur Therapie. Schon kleine Veränderungen der Lebensgewohnheiten können oft helfen, um die Symptome zumindest zu lindern. Dazu gehört etwa kurz vor dem Schlafengehen keine harntreibenden Getränke mehr zu trinken, Harnwegsinfekten vorzubeugen und richtige Intimhygiene zu betreiben.

Beruht die überaktive Blase auf bekannten Ursachen wie z. B. einem Tumor, verschwinden die Symptome häufig mit der Beseitigung der Grunderkrankung. Ansonsten kann eine Reizblase mit Blasentraining und Physiotherapie oder, wenn das nicht ausreicht, auch medikamentös oder chirurgisch behandelt werden. Die Therapie gestaltet sich in diesem Fall jedoch oft langwierig.

Kaffeebohnen

Der übermäßige Konsum von Kaffee ist eine mögliche Ursache für eine Reizblase. Foto: Adobe Stock, (c) sabine hürdler

Die Therapie folgt in jedem Fall dem gleichen Ansatz: Sie soll eine bessere und aktive Kontrolle des Harndrangs erzielen, vor allem ein Hinauszögern der Intervalle zwischen den Toilettengängen. Besonders effektiv gilt dabei eine Kombination aus Beckenbodentraining und Elektrostimulation. Gehen die Beschwerden auf seelische Ursachen zurück, können Psychotherapie und Entspannungsverfahren sogar alleine wirken.

Blasentraining bei Reizblase

Vor allem wenn nur leichte Beschwerden existieren, kann ein gezieltes Blasen- und Toilettentraining die Beschwerden beseitigen. Dabei geht es darum, die Kontrolle über die Harnausscheidung wiederzugewinnen.

Beim Blasentraining arbeitet man Schritt für Schritt an längeren Abständen zwischen den Toilettengängen. Das sieht so aus: Anfangs findet alle zwei Stunden ein WC-Besuch statt, egal ob Harndrang besteht oder nicht. Dieser Abstand wird Woche für Woche ein klein wenig gesteigert. Dabei dokumentieren Patienten ihre Fortschritte genau, indem sie Tagebuch über ihre Ausscheidung führen. Dadurch stellt sich ein realistisches Bild vom Fassungsvermögen der Blase ein.

Anhand der so ermittelten individuellen Blasenkapazität kann man feste Toilettenzeiten festlegen, sodass es zu keiner Dranginkontinenz kommt. Auch kann Bestandteil des Blasentrainings sein zu erlernen, den Urin trotz starken Harndrangs bewusst zurückzuhalten.

Das Toilettentraining wiederum zielt darauf ab, den Entleerungsrhythmus an die individuelle Blasenkapazität anzupassen, sodass es zu keinem unwillkürlichen Harnverlust kommt. Das Training kann aber sehr anstrengend sein und somit zu seinem Abbruch verleiten. Auch seine langfristige Wirkung ist umstritten.

Physiotherapie bei Reizblase

Bei der physiotherapeutischen Behandlung kommt in erster Linie ein spezielles Beckenbodentraining zur Anwendung. Anfangs unter Anleitung eines Physiotherapeuten durchgeführt, schult es den Blasenmuskel und seinen Verschlussmechanismus. Später heißt es, den Beckenboden regelmäßig zuhause selbstständig zu trainieren. Noch besser wirken die Übungen aber beim Training in der Gruppe.

Gemeinsames Training motiviert besser, die Übungen zur Kräftigung und Straffung der Muskulatur des Beckenbodens konsequent fortzusetzen. Das Training wirkt insbesondere der Blasenschwäche und damit dem unfreiwilligen Urinverlust entgegen. Der Trainingseffekt lässt sich noch zusätzlich durch Biofeedback steigern. Bei dieser Methode messen im Dammbereich aufgeklebte Elektroden die Muskelanspannung des Beckenbodens und wandeln sie in auf einem Bildschirm in sichtbare Signale um.

Auch die Therapie mit Reizstrom (Elektrostimulation) kann nützen. Dabei werden Elektroden in der Scheide, im After oder oberflächlich an der Haut angebracht, zwischen denen ein Reizstrom fließt, um die Aktivität des Blasenmuskels zu verringern, was in Verbindung mit einem Beckenbodentraining effektiver ist. Für die Anwendung daheim kann man entsprechende Geräte mieten.

Medikamente bei Reizblase

Bei der Behandlung einer Reizblase kommen vor allem Antimuscarinika (Anticholinergika) zum Einsatz. Das sind Substanzen, die die Wirkung des Nervenbotenstoffs Acetylcholin hemmen und somit die Weiterleitung von Nervenreizen blockieren, die die Blasenmuskulatur zum Zusammenziehen anregen. In der Folge unterbleibt der lästige übermäßige Harndrang.

Doch solche Medikamente können Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung und Herzrhythmusstörungen bewirken und sind daher verschreibungspflichtig. Da sich durch sie der Augeninnendruck erhöhen kann sind sie bei Patienten mit Grünem Star ungeeignet. Anticholinergika können zudem bestehende Verwirrtheitszustände verstärken. Als Alternative kommt ein bestimmter Beta-3-Agonist in Frage, der den Sympathikus anregt: jenen Teil des vegetativen Nervensystems, der normalerweise die Harnblase ruhigstellt.

Eine junge Frau beim Beckenbodentraining zuhause.

Den Beckenboden zu trainieren kann helfen, die Symptome der Reizblase zu lindern. Foto: Adobe Stock, (c) Syda Productions

Bleibt der erhoffte Effekt gängiger Arzneien aus, kann eine Blaseninstillation erfolgen. Das bedeutet, der Urologe bringt wiederholt über einen dünnen Katheter Medikamente direkt in die Blase ein, die bis zur nächsten Blasenentleerung dort verbleiben. Die Behandlung erfolgt mindestens 10 bis 12 Wochen lang alle 7 Tage bzw. bei sich abzeichnendem Erfolg monatlich. Diese Arzneien sollen schmerzstillend wirken oder die Schleimhaut beruhigen. Dank weniger intensive Reize kann sich so die Schutzschicht der Blasenschleimhaut wieder aufbauen.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung ist das Einspritzen von stark verdünntem Botox in mehrere Areale der Blasenwand in allgemeiner oder lokaler Betäubung. Denn das vor allem aus der Schönheitsmedizin bekannte Nervengift lähmt einen Teil der überaktiven Blasenmuskulatur. Die sendet daraufhin weniger Signale ans Gehirn. Die Prozedur wirkt sechs bis neun Monate lang und muss dann wiederholt werden.

Tritt die hyperaktive Blase bei Frauen erst mit den Wechseljahren auf, kann eine sogenannte lokale Östrogenisierung erfolgversprechend sein. Dabei werden weibliche Hormone, deren natürliche Produktion in dieser Phase schwindet, in Form von Salben oder Zäpfchen in der Scheide angewendet und wirken so dem Hormonmangel entgegen.

OP bei Reizblase

Eine aufwändigere Methode zur besseren Steuerung der Blasenfunktion ist die Sakrale Neuromodulation (“Blasenschrittmacher“). Dabei handelt es sich um eine Art Elektrotherapie, bei der an den Nervenwurzeln winzige Elektroden angebracht werden und ein Generator unter die Haut eingesetzt wird. Der Patient kann über diese Elektroden mithilfe einer Fernbedienung die Blasenmuskulatur anregen, sich zu entleeren.

Schlägt keine der genannten Behandlungsmethoden an, kann bei hohem Leidensdruck als letzter Ausweg eine Blasenoperation erfolgen, bei der die Blase durch ein kleines Stück Dünndarm chirurgisch ersetzt oder erweitert wird (Blasenaugmentation).

Was hilft noch bei einer Reizblase?

Zur Linderung der Beschwerden hilft Betroffenen häufig eine Anpassung der Lebensgewohnheiten. So empfiehlt es sich:

  • auf blasenreizende Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, kohlensäurehaltige Getränke und scharfe Gewürze weitgehend zu verzichten.
  • Verstopfungen vorzubeugen.
  • etwaiges Übergewicht zu reduzieren.
  • harntreibende Substanzen wie koffeinhaltige Getränke und Alkohol zu meiden.
  • gleichmäßig über den Tag verteilt die empfohlene Menge von 1,5 bis 2 Liter Wasser zu trinken, aber zwei Stunden bevor man ins Bett geht damit aufzuhören, um nächtlichem Harndrang entgegenzuwirken.
  • Nässe und Kälte zu vermeiden, indem man bei Schlechtwetter passendes Schuhwerk trägt, nicht auf kaltem Untergrund sitzt und nach dem Schwimmen die Badekleidung wechselt.

Einen Versuch wert sind zudem pflanzliche Tees, Aufgüsse oder Fertigpräparate sein. Je nach Beschwerdebild etwa Extrakte aus Heilpflanzen wie Brennnessel, Birkenblättern, Löwenzahn, Zinnkraut, Goldrute, Sägepalmenextrakt, Wacholder oder Hopfen.

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