Was tun gegen starkes Schwitzen? Hyperhidrose Behandlung

Junge Frau im rosa Top, auf dem sich ein sehr großer Schweißfleck unter dem Arm abzeichnet. Schweißdrüsen entfernen Wien.

Extreme Schweißflecken sind ein Problem, das vor allem Frauen belastet. Aber was hilft wirklich gegen starkes Schwitzen? Foto: Adobe Stock, (c) New Africa

Du kaufst grundsätzlich keine bunten Shirts, hast in jeder Handtasche ein Deo und klemmst dir manchmal aus Verzweifelung Taschentücher unter die Arme? Keine Sorge, du bist nicht alleine. Starkes Schwitzen ist für die einen eine lästige Kleinigkeit, andere werden von den hartnäckigen Schweißflecken an den Rand der Depression getrieben. Wir haben recherchiert, ab wann starkes Schwitzen krankhaft ist (Hyperhidrose) und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Außerdem erfährst du bei uns, welche Lösungen die Schönheitsmedizin für starkes Schwitzen zu bieten hat.

Starkes Schwitzen – was ist normal?

Eigentlich ist es ja gut, dass wir schwitzen können. Beim Sport oder an besonders warmen Tagen reguliert der leichte Schweißfilm auf unserer Haut die Körpertemperatur nach unten, damit wir nicht überhitzen. Auch feuchte Hände und nasse Achseln vor einer Prüfung, einem öffentlichen Auftritt oder als Reaktion auf ein erschreckendes oder ärgerliches Ereignis sind absolut normal. Hier spricht man von emotionalem Schwitzen. Die Schweißperlen auf Wangen, Stirn und Oberlippe nach einem besonders gut gewürzten Mittagessen entstehen durch gustatorisches Schwitzen – auch hier kann noch keine Rede von abnormer Schweißproduktion sein.

Der Übergang von normalem physiologischem Schwitzen zu pathologischem (krankhaftem) Schwitzen ist – Wortspiel intendiert – fließend. Das liegt zum einen daran, dass die Schweißabgabe von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist. Zum anderen kann übermäßiges Schwitzen auch Symptom einer ganz anderen Erkrankung sein (zum Beispiel einer Infektion oder einer Stoffwechselerkrankung).

Gründe für starkes Schwitzen

Leider ist bis heute nicht bekannt, warum manche Menschen unter extremer Schweißproduktion leiden. Experten nehmen an, dass das sogenannte Schweißzentrum im Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns, welcher übergeordnete Funktionen wie Wärmeregulation, Fettstoffwechsel und Atmungsrgeulation koordiniert) bei Betroffenen übermäßig sensibel auf bestimmte Reize reagiert. Dadurch wird schon frühzeitig, und ohne tatsächliche thermoregulatorische Notwendigkeit, die Schweißproduktion angeregt. Folgende Faktoren können die übermäßige Schweißproduktion noch zusätzlich verstärken:

  • Übergewicht oder Adipositas
  • Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Beta-Blocker und manche Psychopharmaka)
  • Konsum bestimmter Lebensmittel (scharfe Gewürze, Kaffee)
  • Nervosität, Aufregung usw.
Junge asiatische Frau mit offener weißer Bluse und grauem T-Shirt, auf dem sich unter den Achseln durch starkes Schwitzen sehr große Schweißränder abzeichnen.

Starkes Schwitzen ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Betroffene fürchten permanent, einen unangenehmen Geruch zu verströmen. Adobe Stock, (c) kei907

Starkes Schwitzen durch Hyperhidrose

Der Begriff Hyperhidrose bezeichnet ein übermäßiges, über die physiologische Norm hinausgehendes Schwitzen. Dieses Phänomen wird unterschieden in die primäre und die sekundäre Hyperhidrose. Im Zusammenhang mit starkem Schwitzen und lästigen Schweißflecken unter den Achseln interessiert uns vor allem die primäre oder essenzielle Hyperhidrose. Hier liegt nämlich, anders als bei der sekundären Hyperhidrose, KEINE äußere Ursache (zum Beispiel körperliche Anstrengung) oder Grunderkrankung (zum Beispiel Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Wechseljahre) vor, die die übermäßige Schweißproduktion auslöst.

Die primäre Hyperhidrose beginnt normalerweise mit der Pubertät und hält ein ganzes Leben lang an. Menschen mit primärer Hyperhidrose schwitzen zwar nicht immer massiv viel, aber das starke Schwitzen kann sehr leicht durch diverse Formen von seelischer Anspannung (zum Beispiel Aufregung, Nervosität, Angstgefühle, Panikattacken usw.) ausgelöst werden.

Achtung! Primäre Hyperhidrose ist zwar unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Manchmal kann übermäßiges Schwitzen aber ein (erstes) Symptom von internistischen und/oder neurologischen Erkrankungen sein. Aus diesem Grund solltest du die Ursachen in jedem Fall zunächst ärztlich abklären lassen. Deine erste Anlaufstelle ist hier dein Hausarzt. Dieser wird dich bei Bedarf an einen geeigneten Hautarzt / Neurologen / Internisten überweisen.

Generalisierte Hyperhidrose

Wenn jemand am ganzen Körper übermäßig stark schwitzt, spricht man von einer generalisierten Hyperhidrose. Sie kann ohne Grunderkrankung auftreten, häufiger liegt ihr aber eine Erkrankung zugrunde (sekundäre Hyperhidrose).

Fokale Hyperhidrose

Viel häufiger als die generalisierte ist die fokale Hyperhidrose. Sie tritt ohne grundlegende Erkrankung auf (= primäre Hyperhidrose) und äußert sich dadurch, dass Betroffene nur an bestimmten Körperstellen und Hautarealen übermäßig stark schwitzen. Besonders häufig betroffen sind die Achseln (Hyperhidrosis axillaris) und die Hände/Handinnenflächen (Hyperhidrosis manuum).

Starkes Schwitzen durch Wechseljahre

Wenn der Schweiß rinnt, obwohl du weder Sport getrieben, noch dich in der prallen Mittagssonne aufgehalten ist, kann das starke Schwitzen auch eine ganz andere Ursache haben: Klimakterium. Viele Frauen haben in den Wechseljahren mit plötzlichen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen zu kämpfen, da der Körper eine große hormonelle Umstellung durchmacht. Symptome wie plötzliche Schweißausbrüche, Herzklopfen oder starkes Erröten können ein Hinweis darauf sein, dass sich der Wechsel ankündigt. Auch starkes Schwitzen am Kopf oder im Gesicht bzw. oder übermäßiges Schwitzen in der Nacht (auch Nachtschweiß genannt) können hormonell bedingt sein.

Wenn das Schwitzen am Kopf oder im Gesicht, die Hitzewallungen oder auch nächtliches Schwitzen ganz plötzlich auftreten, solltest du die Ursachen auf jeden Fall bei deiner Frauenärztin abklären lassen. Manchmal findet in solchen Fällen auch eine Überweisung zum Endokrinologen statt.

Frau mittleren Alters, die stark schwitzt und direkt vor dem Ventilator sitzt.

Manchmal hat starkes Schwitzen eine hormonelle Ursache. Dein Arzt versorgt dich mit allen notwendigen Informationen. Adobe Stock, (c) Monika Wisniewska

Starkes Schwitzen durch Medikamente

Es gibt auch bestimmte Medikamente, die dafür sorgen können, dass du stärker schwitzt als gewöhnlich. Manchmal kommt der Schweiß als unerwünschte, aber ganz normale Nebenwirkung, die meist in der Gewöhnungsphase eintritt. Manchmal ist starkes Schwitzen aber auch ein Hinweis darauf, dass ein Medikament zu lange und/oder nicht verschreibungsgemäß eingenommen wird/wurde. Medikamente, bei denen vermehrtes Schwitzen, vor allem in der Nacht, eine relativ häufige Nebenwirkung ist, sind zum Beispiel nahezu alle Mittel, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden.

Manche Menschen reagieren aber auch auf  Beta-Blocker mit starkem Schwitzen. Solltest du feststellen, dass du im Anschluss an die Einnahme eines Medikamentes verstärkt schwitzt, ist ein Besuch beim Arzt auf jeden Fall angeraten.

Was tun gegen starkes Schwitzen?

Botox gegen starkes Schwitzen

Seit einigen Jahren wird Botulinumtoxin (BTX oder Botox) sehr erfolgreich gegen übermäßiges Schwitzen unter den Achseln eingesetzt. Das Neurotoxin wird unter lokaler Betäubung in die Haut unter den Achseln injiziert, wo es eine direkte Blockade der Schweißdrüsen bewirkt. Die vollständige Wirksamkeit stellt sich etwa nach sechs bis sieben Tagen ein und hält bis zu neun Monate an. Nach Ablauf der neun Monate ist eine Nachbehandlung erforderlich. Eine Botox Behandlung gegen Hyperhidrose kostet zwischen € 700 und € 1.000. Sie ist bei übermäßigem Schwitzen an Händen und Füßen möglich. In Wien kannst du Botox gegen starkes Schwitzen bei folgenden Anbietern anwenden lassen:

Junge Frau, der Botox gegen starkes Schwitzen in die Achselhaut injiziert wird.

Botox Injektionen helfen rund neun Monate lang gegen starkes Schwitzen unter den Achseln. Wir verraten, was die Behandlung kostet. Adobe Stock, (c) Dimid

Medikamente gegen starkes Schwitzen – Hyperhidrose Behandlung

Es gibt eine Reihe von Medikamenten (sogenannte Antihidrotika oder Anticholinergika), die relativ erfolgreich gegen die generalisierte primäre Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen am ganzen Körper OHNE Grunderkrankung) eingesetzt werden. Allerdings haben viele Betroffene bei dieser medikamentösen Behandlung mit Nebenwirkungen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und/oder Magen-Darm-Problemen zu kämpfen, weshalb eine Dauertherapie kaum möglich ist. Ist das vermehrte Schwitzen die Folge einer psychischen Erkrankung (zum Beispiel Angststörungen oder Panikattacken) beziehungsweise tritt das Problem vermehrt in psychischen Belastungssituationen auf, können verschiedene Psychopharmaka oder Sedativa eingesetzt werden.

Iontophorese gegen starkes Schwitzen

Bei der Leitungswasser-Iontophorese handelt es sich um ein Wasserbad unter Anwendung eines schwachen elektrischen Gleichstromes. Durch den Gleichstrom können die im Wasser befindlichen Arzneistoffe besser von der Haut aufgenommen werden, was eine vorübergehende Schweißhemmung bewirkt. Damit die Wirkung anhält, sind zwei bis dreimal pro Woche Wasserbäder für rund 20 Minuten erforderlich. Die Iontophorese eignet sich vor allem als Behandlungsmethode für starkes Schwitzen an den Händen und an den Fußsohlen, da sich die Wasserbäder hier mit relativ wenig Aufwand bewerkstelligen lassen.

Grafik von einer jungen Frau mit braunen Haaren und einem rosa Shirt, bei dem sich durch starkes Schwitzen massive Schweißflecken unter den Armen gebildet haben.

Hyperhidrose Operation – Sympathektomie

Schwere Formen der Hyperhidrose können auf zwei Arten chirurgisch behandelt werden. Die erste Methode, die sogenannte Sympathektomie, sieht eine Durchtrennung des Sympathikus vor. Hierbei handelt es sich um einen Teil des autonomen Nervensystems, in dem unter anderem die Schweißproduktion geregelt wird. Bei der palmaren Hyperhidrose (übermäßige Schweißproduktion an den Händen) zeigt dieser Eingriff bei etwa 90 Prozent der Betroffenen eine deutliche Verbesserung. Neben den üblichen Operationsrisiken kann es allerdings zu bleibenden neurologischen Defiziten kommen. Außerdem entwickelt sich bei manchen Betroffenen eine Art kompensatorischer Hyperhidrose. Das heißt: Die Handflächen bleiben trocken, aber dafür kommt es an anderen Körperstellen zu übermäßigem Schwitzen.

Schweißdrüsen absaugen oder entfernen

Bei axillären Hyperhidrosen (starkes Schwitzen der Achseln) liegt die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Sympathektomie nur bei etwa 50 Prozent.  Vielversprechender, wenn auch drastischer, ist eine Entfernung des schweißdrüsentragenden Hautareals unter der Achsel. Dies ist sowohl durch ein Herausschneiden (Exzision) als auch durch ein Absaugen der Schweißdrüsen (Schweißdrüsencurettage) möglich. Beim Herausschneiden kann es unter Umständen zu (schmerzhafter) Narbenbildung kommen. Bei der Schweißdrüsencurettage entstehen lediglich zwei kleine Narben von den Einschnitten, über die die speziellen Kanülen unter die Haut geschoben werden.

Eine Schweißdrüsenabsaugung kostet in Wien etwa zwischen € 1.800 und € 2.500. In Wien bieten folgende Fachärzte für Ästhetische Chirurgie das Absaugen von Schweißdrüsen an:

Fachärzte für Ästhetische Chirurgie in deinem Bundesland:



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