Hyperhidrose Behandlung in Wien: Welcher Arzt hilft?

Last Updated on: 28th August 2020, 11:26 am

Junge Frau im rosa Top, auf dem sich ein sehr großer Schweißfleck unter dem Arm abzeichnet. Schweißdrüsen entfernen Wien.
Hyperhidrose Behandlung: Bei krankhaft starkem Schwitzen bleibt Betroffenen häufig nur noch der Ausweg über eine Operation. Adobe Stock, (c) New Africa

„Ich schwitz‘ mich tot!“ Das ist leicht mal gesagt. Aber für Menschen mit Hyperhidrose ist das alles andere als lustig. Die übermäßige Schweißproduktion tritt meistens plötzlich auf und kann ein Leben lang anhalten. Betroffene können am ganzen Körper oder auch nur an bestimmten Körperstellen extrem stark schwitzen. Wir haben recherchiert, wie Hyperhidrose entsteht, und welche Möglichkeiten der Therapie es gibt. Außerdem stellen wir dir Dermatologen und Chirurgen in Wien vor, die bei Hyperhidrose helfen können.

Hyperhidrose – was ist das?

Schwitzen ist ein natürlicher Prozess, der für unseren Körper extrem wichtig ist, da der leichte Schweißfilm auf der Hautoberfläche die Körpertemperatur reguliert und dafür sorgt, dass wir nicht überhitzen. Bei Menschen mit Hyperhidrose geht die Schweißproduktion aber über dieses normale physiologische Schwitzen hinaus. Per definitionem sprechen Experten dann von einer Hyperhidrose, wenn die Schweißproduktion in der Achselhöhle innerhalb von fünf Minuten 100 mg übersteigt.

Manche Betroffene schwitzen am ganzen Körper übermäßig stark, bei anderen ist die Erkrankung auf eine bestimmte Körperstelle begrenzt. Am häufigsten ist die Hyperhidrose der Handflächen, dicht gefolgt von der axilliären (Achselhöhlen) und der Hyperhidrose am Kopf- und Stirnbereich.

Übrigens: Starkes Schwitzen kann auch Symptom einer ganz anderen Erkrankung sein (z.B. einer Infektion oder einer Stoffwechselerkrankung). Aus diesem Grund ist es wichtig, etwaige andere Erkrankungen vor Beginn der Behandlung ausschließen zu lassen.

Primäre und sekundäre Hyperhidrose

Bei der Hyperhidrose unterscheidet man zwischen der primären und der sekundären Hyperhidrose. Im Zusammenhang mit starkem Schwitzen und lästigen Schweißflecken unter den Achseln interessiert uns vor allem die primäre oder essenzielle Hyperhidrose. Hier liegt nämlich, anders als bei der sekundären Hyperhidrose, KEINE äußere Ursache (z.B. körperliche Anstrengung) oder Grunderkrankung (Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Wechseljahre) vor, die die übermäßige Schweißproduktion auslöst.

Achtung! Primäre Hyperhidrose ist zwar unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Manchmal kann übermäßiges Schwitzen aber ein (erstes) Symptom von internistischen und/oder neurologischen Erkrankungen sein. Aus diesem Grund solltest du die Ursachen in jedem Fall zunächst ärztlich abklären lassen. Deine erste Anlaufstelle ist hier dein Hausarzt. Dieser wird dich bei Bedarf an einen geeigneten Hautarzt/Neurologen/Internisten überweisen.

Generalisierte Hyperhidrose

Wenn jemand am ganzen Körper übermäßig stark schwitzt, spricht man von einer generalisierten Hyperhidrose. Sie kann ohne Grunderkrankung auftreten, häufiger liegt ihr aber eine Erkrankung zugrunde (sekundäre Hyperhidrose).

Fokale Hyperhidrose

Viel häufiger als die generalisierte ist die fokale Hyperhidrose. Sie tritt ohne grundlegende Erkrankung auf (= primäre Hyperhidrose) und äußert sich dadurch, dass Betroffene nur an bestimmten Körperstellen und Hautarealen übermäßig stark schwitzen. Besonders häufig betroffen sind die Achseln (Hyperhidrosis axillaris) und die Hände/Handinnenflächen (Hyperhidrosis manuum).

Wegen Hyperhidrose stark schwitzende Hände. Hyperhidrose Therapie.
Die Hyperhidrose an den Handflächen und den Fußsohlen (Schweißfüße) ist die häufigste Form der fokalen Hyperhidrose. Adobe Stock, (c) JOE

Wie entsteht Hyperhidrose?

Die primäre Hyperhidrose beginnt normalerweise mit der Pubertät und hält, wenn sie nicht behandelt oder eine Operation ins Auge gefasst wird, ein ganzes Leben lang an. Menschen mit primärer Hyperhidrose schwitzen zwar nicht immer und überall massiv viel, aber das starke Schwitzen kann sehr leicht durch diverse Formen von seelischer Anspannung (Aufregung, Nervosität, Angstgefühle, Panikattacken usw.) oder körperliche Anstrengung ausgelöst werden.

Wie stellt man Hyperhidrose fest?

Es gibt leider keinen Test, mit dem Hyperhidrose zweifelsfrei festzustellen wäre. Natürlich ist die Wahrnehmung, was starkes Schwitzen ist, und was nicht, auch von Person zu Person unterschiedlich. Ähnlich sieht es mit dem Leidensdruck aus: Den einen stören bereits kleine Schweißflecken unter den Armen, dem anderen macht selbst ein nasser Rücken nichts aus.

Um festzustellen, ob ein Patient unter Hyperhidrose leiden könnte, erhebt der Arzt (normalerweise der Hautarzt) zunächst die Krankengeschichte. Er oder sie wird dich fragen, in welchen Zusammenhängen die übermäßige Schweißproduktion in der Regel auftritt und WO sie genau auftritt. Je nachdem, wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen, wird der Arzt/die Ärztin eine entsprechende Diagnose stellen.

Hyperhidrose – was hilft wirklich?

Menschen, die stark schwitzen, wird häufig empfohlen, leichte, weite Kleidung zu tragen und möglichst auf künstliche Fasern zu verzichten. Das ist auch ein guter Tipp, wenn man zwar stark, aber „normal“ schwitzt. Bei Menschen mit Hyperhidrose reicht das leider nicht aus, denn bei ihnen steht die Schweißabsonderung in keinem Verhältnis zur Situation. In solchen Fällen muss entweder eine systemische Therapie ins Auge gefasst werden, die das Schwitzen für eine bestimmte Zeit reguliert, und dann wiederholt werden muss. Oder du entscheidest dich für eine dauerhafte operative Lösung.

Botox, das über eine Spritze in die Handflächen injiziert wird. Hyperhidrose Behandlung Wien.
Hyperhidrose-Therapie mit Botulinumtoxin: Das Nervengift blockiert die Schweißdrüsen für mehrere Monate. Adobe Stock, (c) Dimid

Hyperhidrose – was zahlt die Kasse?

Die systemische Therapie oder operative Behandlung einer Hyperhidrose ist in Österreich normalerweise keine Kassenleistung. In manchen Fällen ist es aber trotzdem möglich, einen Antrag auf Kostenübernahme bzw. auf einen Kostenzuschuss zu stellen. Gewährt wird dieser beispielsweise, wenn die psychische Belastung durch die Erkrankung sehr stark ist und die Gefahr besteht, dass sich aufgrund dessen psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Panikattacken oder eine Depression entwickeln. In jedem Fall ist hier ein psychologisches Gutachten notwendig.

Hyperhidrose Behandlung Wien

Botox gegen Hyperhidrose

Seit einigen Jahren wird Botulinumtoxin (BTX oder Botox) sehr erfolgreich gegen übermäßiges Schwitzen unter den Achseln eingesetzt. Das Neurotoxin wird unter lokaler Betäubung in die Haut unter den Achseln injiziert, wo es eine direkte Blockade der Schweißdrüsen bewirkt. Die vollständige Wirksamkeit stellt sich etwa nach sechs bis sieben Tagen ein und hält bis zu neun Monate an. Nach Ablauf der neun Monate ist eine Nachbehandlung erforderlich. Botox wird vor allem bei starkem Schwitzen an Händen, Füßen und im Gesicht eingesetzt, da es an diesen Stellen leider nicht möglich ist, die Schweißdrüsen operativ zu entfernen. In Wien kannst du Botox gegen starkes Schwitzen bei folgenden Ärzten anwenden lassen:

Was kostet Botox gegen Hyperhidrose?

Eine Botox Behandlung gegen Hyperhidrose kostet zwischen € 500 und € 1.000. Wie hoch die Kosten letzten Endes werden, hängt u.a. auch davon ab, wie groß das zu behandelnde Areal ist. Im Vorfeld an die Therapie wird ein „Schwitztest“ gemacht, damit der behandelnde Arzt genau definieren kann, in welchen Bereichen die Schweißdrüsen zu stark arbeiten und entsprechend blockiert werden müssen. Bei entsprechender Indikation zahlt die Krankenkasse häufig einen Kostenbeitrag von etwa 70% zur Botox-Hyperhidrose-Behandlung dazu.

Junge Frau, der Botox gegen starkes Schwitzen in die Achselhaut injiziert wird.
Botox Injektionen helfen gegen massives Schwitzen unter den Achseln. Die Behandlung muss nach ca. 9 Monaten wiederholt werden. Adobe Stock, (c) Dimid

Hyperhidrose Medikamente

Es gibt eine Reihe von Medikamenten (sogenannte Antihidrotika oder Anticholinergika), die relativ erfolgreich gegen die generalisierte primäre Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen am ganzen Körper OHNE Grunderkrankung) eingesetzt werden. Allerdings haben viele Betroffene bei dieser medikamentösen Behandlung mit Nebenwirkungen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und/oder Magen-Darm-Problemen zu kämpfen, weshalb eine Dauertherapie kaum möglich ist.

Ist das vermehrte Schwitzen die Folge einer psychischen Erkrankung (zum Beispiel Angststörungen oder Panikattacken) beziehungsweise tritt das Problem vermehrt in psychischen Belastungssituationen auf, können verschiedene Psychopharmaka oder Sedativa eingesetzt werden.

Iontophorese gegen Hyperhidrose

Bei der Leitungswasser-Iontophorese handelt es sich um ein Wasserbad unter Anwendung eines schwachen elektrischen Gleichstromes. Durch den Gleichstrom können die im Wasser befindlichen Arzneistoffe besser von der Haut aufgenommen werden, was eine vorübergehende Schweißhemmung bewirkt. Damit die Wirkung anhält, sind zwei bis dreimal pro Woche Wasserbäder für rund 20 Minuten erforderlich. Die Iontophorese eignet sich vor allem als Behandlungsmethode für starkes Schwitzen an den Händen und an den Fußsohlen, da sich die Wasserbäder hier mit relativ wenig Aufwand bewerkstelligen lassen.

Hyperhidrose Mikrowellentherapie

Die Mikrowellentherapie gegen Hyperhidrose ist ein relativ neues Verfahren. Sie gehört zu den Behandlungsmöglichkeiten, bei denen die Schweißdrüsen dauerhaft zerstört werden. Bei dieser Form der Behandlung führt dein Arzt ein speziell entwickeltes Gerät (hier gibt es mehrere Patente, die aber alle die gleiche Wirkungsweise haben) über die betroffenen Bereiche. Die Energie der Mikrowellen zerstört das Schweißdrüsengewebe dauerhaft und reduziert das Schwitzen um rund 85%. Anschließend ist die Schweißproduktion also im Normalbereich. Das umgebende Gewebe wird dabei nicht beschädigt.

Junge glückliche Frau, die endlich wieder alle Farben tragen kann, weil sie sich die Schweißdrüsen entfernen hat lassen.
Hyperhidrose Behandlung Wien: Nie wieder auf bunte Kleidung verzichten, weil du Angst vor Schweißflecken hast! Adobe Stock, (c) kegfire

Hyperhidrose Operation

Schwere Formen der Hyperhidrose können auf zwei Arten chirurgisch behandelt werden. Die erste Methode, die sogenannte Sympathektomie, sieht eine Durchtrennung des Sympathikus vor. Hierbei handelt es sich um einen Teil des autonomen Nervensystems, in dem unter anderem die Schweißproduktion geregelt wird. Bei der palmaren Hyperhidrose (übermäßige Schweißproduktion an den Händen) zeigt dieser Eingriff bei etwa 90 Prozent der Betroffenen eine deutliche Verbesserung.

Neben den üblichen Operationsrisiken kann es allerdings zu bleibenden neurologischen Defiziten kommen. Außerdem entwickelt sich bei manchen Betroffenen eine Art kompensatorischer Hyperhidrose. Das heißt: Die Handflächen bleiben trocken, aber dafür kommt es an anderen Körperstellen zu übermäßigem Schwitzen.

Hyperhidrose – Schweißdrüsen entfernen/absaugen

Bei axillären Hyperhidrosen (starkes Schwitzen der Achseln) liegt die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Sympathektomie nur bei etwa 50 Prozent.  Vielversprechender ist eine Entfernung der Schweißdrüsen. Dies ist möglich durch folgende Methoden:

  • Herausschneiden (Exzision) des schweißdrüsentragenden Hautareals
  • Abschaben der Schweißdrüsen von der Lederhaut (Schweißdrüsenkürettage)
  • Absaugen der Schweißdrüsen (Schweißdrüsenabsaugung)
  • Zerstören der Schweißdrüsen mittels Laser
Wo kann ich das machen lassen? In unserem Blogbeitrag Schweißdrüsen entfernen in Wien verraten wir dir alles, was du über die vier Methoden wissen musst, wie teuer es ist, die Schweißdrüsen entfernen zu lassen, und welche Ärzte es in Wien anbieten.

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