Teebaumöl: Wirkung und Verwendung

Zwei Flaschen mit verdünntem Teebaum-Öl in Wasser.

Teebaumöl gilt als natürliches Mittel gegen Pickel, Nagelpilz, Herpes und vieles mehr. Foto: Adobe Stock; (c) anoli

Wenn es um die Themen Gesundheit und Körperpflege geht, greifen immer mehr Menschen ganz bewusst zu Naturheilmitteln. Eines dieser Naturheilmittel wollen wir dir heute vorstellen: das Teebaumöl. Teebaumöl zeichnet sich durch ein besonders breites Wirkungsspektrum aus und sollte daher auch in deiner Hausapotheke nicht fehlen. Hier erfährst du, bei welchen Problemen das Öl des Teebaums hilft und wie du es dabei richtig anwendest.

Teebaumöl – was ist das?

Teebaumöl ist ein Pflanzenöl, das für seine wertvollen Inhaltsstoffe, sowie für seine antibakterielle Wirkung bekannt ist. Außerdem ist es antiseptisch, entzündungshemmend und fungizid. Das ätherische Öl wird aus den Blättern des Australischen Teebaums gewonnen, wobei die Wasserdampfdestillation als schonendste Form der Herstellung gilt. Dabei entstehen aus einer Tonne Blattwerk innerhalb von drei Stunden zehn Liter Öl.

Schon die Aborigines nutzten die Blätter des Teebaums in Australien als Wundauflage und kochten damit einen Sud, den sie tranken oder dessen Dampf sie inhalierten. Die Destillation von Teebaumöl gelang jedoch erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis zur Entdeckung des Penicillins galt das Öl als wirkungsvolle Alternative zum giftigen Phenol und kam bei fast jeder Operation zum Einsatz.

Mit dem Siegeszug von Penicillin und anderer Antibiotika geriet es jedoch lange Zeit in Vergessenheit. Erst in den 1970er Jahren wurde das Öl des Teebaums wiederentdeckt und hat seither einen festen Platz in der Naturheilkunde inne.

Wofür wird Teebaumöl angewendet?

Teebaumöl ist ein äußerst vielseitiges Hausmittel. Die Liste an möglichen Anwendungen deckt dabei sowohl den Haushalt, als auch den Beauty-Bereich und medizinische Zwecke ab, zum Beispiel bei Hautkrankheiten, Erkältungen, Zahnschmerzen oder Zahnfleischentzündungen. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Anwendungsgebiete.

Teebaumöl bei Hautkrankheiten

Aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkungen kommt Teebaumöl besonders häufig bei Hauterkrankungen zum Einsatz. Die Inhaltsstoffe des Öls sind in der Lage, überschießende Reaktionen des Immunsystems abzufangen, sodass es beispielsweise bei Neurodermitis und Schuppenflechte (Psoriasis), aber auch bei Insektenstichen Verwendung findet. Außerdem helfen kann Teebaumöl bei:

Darüber hinaus kannst du das Öl des Teebaums auch zur Behandlung von Wunden verwenden. Es fördert die Wundheilung und wirkt entzündungshemmend.

Teebaum Blätter auf denen eine Flasche Teebaum Öl steht.

Wozu lässt sich Teebaumöl verwenden? Hier unsere Tipps! Foto: Adobe Stock, (c) yanadjan

Teebaumöl bei Erkältung und Entzündung

Wenn dir eine hartnäckige Erkältung zu schaffen macht, kann Teebaumöl ebenfalls für Abhilfe sorgen. In diesem Fall ist es ratsam, mit verdünnter Lösung zu gurgeln, um Bakterien im Mund- und Rachenraum effektiv zu bekämpfen und Halsschmerzen sowie weitere Symptome zu lindern. Die Dauer der Erkrankung kann so deutlich verkürzt werden. Als Nebeneffekt wirkt das Öl dabei auch gegen Mundgeruch.

Auch bei Zahnfleischentzündungen kann das Öl des Teebaums helfen. So kannst du entweder einige Tropfen auf die Zahncreme geben und deine Zähne wie gewohnt putzen oder die betroffenen Stellen des Zahnfleisches mithilfe eines Wattestäbchens direkt behandeln.

Teebaumöl als Tierpflegemittel

Wenn du Teebaumöl bei deinem Haustier anwenden möchtest, solltest du dies nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt tun! Denn: Die Inhaltsstoffe des Teebaumöls können von den meisten Tieren nicht abgebaut werden, sodass eine Vergiftung droht. Katzen reagieren etwa besonders empfindlich auf ätherische Öle!

Wenn überhaupt, darf Teebaumöl bei Tieren also nur verdünnt und äußerlich angewendet werden. Eine effektive und auch für Tiere verträgliche Alternative zum Öl des Teebaums – beispielsweise zur Abwehr von Zecken und Flöhen – ist Schwarzkümmelöl. Achtung: Hat sich eine Zecke bereits festgebissen, solltest du sie erst vorsichtig entfernen und anschließend die betroffene Stelle desinfizieren.

Teebaumöl im Haushalt

Die antibakteriellen Eigenschaften von Teebaumöl machen es zu einer natürlichen Alternative zu chemischen Desinfektionsmitteln. Es lässt sich problemlos mit normalen Putzmitteln mischen, indem du ein paar Tropfen hinzugibst. Du kannst auch selbst einen Allzweckreiniger herstellen, indem du einen Teil Essig mit vier Teilen Wasser mischst und einige Tropfen Teebaumöl hinzufügst.

Teebaumöl eignet sich auch hervorragend als Zusatz für die Wäsche, da es sogar bei niedrigen Waschtemperaturen Bakterien tötet. Dazu gibst du zusätzlich zum normalen Waschmittel einfach 10 bis 20 Tropfen des ätherischen Öls in das Einfüllfach deiner Maschine. So wirst du auch störende Gerüche beim Waschen los.

Eine Frau riecht an sauberer Wäsche aus ihrer Waschmaschine nach Anwendung von ätherischen Ölen.

Putzen, Waschen, Desinfizieren: Auch im Haushalt ist Teebaumöl vielseitig anwendbar. Foto: Adobe Stock (c) Jenko Ataman

Wo bekommt man Teebaumöl?

Du erhältst Teebaumöl in der Drogerie oder im Reformhaus. Zudem haben die meisten Apotheken Teebaumöl vorrätig. In jedem Fall solltest du beim Kauf auf Qualität achten! Wirf beispielsweise einen Blick auf das Etikett und überprüfe, ob das Öl auch tatsächlich aus den Blättern des Australischen Teebaums (Melaleuca Alternifolia) stammt.

Wenn du ganz sicher sein möchtest, qualitativ hochwertiges Öl zu erhalten, entscheidest du dich am besten für Bio-Teebaumöl! Auch hier sollte der Anteil am Hauptwirkstoff Terpinen-4-ol mindestens 30 Prozent betragen, damit das Öl seine volle Wirkung entfalten kann.

Wie wendet man Teebaumöl an?

Grundsätzlich ist das Öl des Teebaums lange haltbar – das gilt jedoch nur dann, wenn du es richtig lagerst. Bewahre dein Öl daher immer lichtgeschützt und luftundurchlässig auf und achte darauf, dass es niemals Temperaturen über 25 Grad Celsius ausgesetzt ist. So verhinderst du, dass das Öl oxidiert und sich der Gehalt an Allergenen erhöht.

Experten empfehlen außerdem, das Öl nicht über einen längeren Zeitraum unverdünnt auf die Haut aufzutragen, denn dabei riskierst du, dass sich Ekzeme bilden. Achte also je nach Anwendung auf die richtige Dosierung des Öls!

Wie Teebaumöl verdünnen?

Ätherische Öle sind eine stark konzentrierte Form natürlicher Wirkstoffe. Entsprechend kommen sie meist nur stark verdünnt zum Einsatz, da eine unverdünnte Anwendung zu aggressiv wäre und zu Hautreizungen und anderen Nebenwirkungen führen kann. Eine Ausnahme bildet hier das Auftupfen von reinem Teebaumöl, das sich als Hausmittel gegen Pickel bewährt hat. Auch hier solltest du es aber nicht übertreiben!

Teebaumöl entfaltet seine Eigenschaften schon in geringer Dosis, deshalb kommen bei den meisten Verwendungen nur etwa fünf bis zehn Tropfen zum Einsatz. Wie man Teebaumöl richtig verdünnt ist dabei Erfahrungssache: Nach ein paar Tests hast du heraus, welche Menge bei dir am besten hilft, ohne eine Reizung oder ähnliche Reaktion hervorzurufen.

Da sich Wasser und Öl bekanntlich nicht mischen, setzen einige Anwendungen von Teebaumöl Seife (bzw. Shampoo, Waschgel oder ähnliches) als Emulgator voraus. Andere Verwendungen setzen darauf, das Öl durch ausreichende Bewegung im Wasser zu verteilen, wie zum Beispiel kräftig schütteln, gurgeln, etc..

Teebaum Öl mit hohem Gehalt an Terpinen braucht ein Trägeröl wie Kokosöl.

Kokosöl eignet sich hervorragend als Trägeröl für Teebaumöl. Foto: Adobe Stock; (c) HandmadePictures

Anwendung auf der Haut

Für Anwendungen auf der Haut betupfst du die betroffenen Körperstellen zunächst einmal täglich mit einer geringen Menge Öl. Wenn du das Öl gut verträgst und du eine positive Wirkung feststellt, spricht nichts dagegen, es mehrmals täglich aufzutragen. Zur Behandlung größerer Hautflächen vermischt du das Teebaumöl am besten mit einem Trägeröl. Das gut verträgliche Kokosöl hat sich zu diesem Zweck ebenso bewährt wie Mandelöl.

Das Ölgemisch wird wie eine Tinktur verwendet und mehrmals täglich auf die Haut aufgetupft. Alternativ kannst du auch ein Teebaumölbad nehmen. Gib dazu Kamillenextrakte und einige Tropfen Teebaumöl ins Badewasser. Die empfohlene Badedauer liegt bei maximal 15 Minuten. Außerdem gilt: Nach dem Baden das Eincremen nicht vergessen! Eine rückfettende Körperlotion ohne Parfüm und Konservierungsstoffe ist ideal.

Teebaumöl Shampoo

Teebaumöl hilft dir auch bei Reizungen der Kopfhaut. Gib zunächst die gewünschte Menge Haarshampoo in deine Handfläche und vermische es anschließend mit drei bis fünf Tropfen Öl. Danach die Haare wie gewohnt waschen und gründlich ausspülen. Um von der entzündungshemmenden, antibakteriellen Eigenschaften des Teebaumöls zu profitieren, kannst du es auch in kleinen Mengen in dein Duschgel geben.

Vorab solltest du jedoch unbedingt sicherstellen, dass du das Öl verträgst. Wende es daher zunächst für einige Tage auf dem Handrücken an. Wenn allergische Reaktionen ausbleiben, kannst du das Öl weiterhin benutzen.

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