Fungizide: Welcher Pilzschutz für Pflanzen ist der beste?

Fungizide

Fungizide töten sämtlichen Pilzbefall ab. Foto: Adobe Stock; (c) encierro

Mehltau und andere Pilzerkrankungen belasten zahlreiche Pflanzen. Meistens sind Topf- und Zimmerpflanzen betroffen, aber auch Gartenpflanzen werden immer wieder von Pilzerkrankungen geplagt. Um den Pilz zu vertreiben greifen die meisten Gärtner zu Fungiziden. Wir haben die besten chemischen und natürlichen Fungizide für dich aufgelistet.

Was sind Fungizide?

Fungizide sind ganz allgemein betrachtet sämtliche Stoffe, die Pilze und deren Sporen abtöten oder ihr Wachstum hemmen. Dabei greifen die Wirkstoffe den Stoffwechsel der Pilze an, indem sie gewisse Enzyme hemmen oder inaktivieren. Fungizide werden zur Schimmelbekämpfung von Schadpilzen auf Gemäuern, Einrichtungen und Textilien, aber auch als Pflanzenschutzmittel verwendet. Für den Pflanzenschutz kommen einerseits sanfte biologische Fungizide und andererseits chemische Fungizide in Frage.

Potektive, kurative oder eradikative Fungizide

Grundsätzlich wird zwischen drei unterschiedlichen Arten an Fungiziden unterschieden. Protektive Fungizide sind im Prinzip Pflanzenschutzmittel, die vorbeugend angewendet werden und den Befall von gesunden Pflanzentrieben verhindern. Kurative Fungizide hingegen können eine Pilzinfektion im Anfangsstadium stoppen. Eradikative Fungizide sind sogar in der Lage, weit vorangeschrittenen Pilzbefall einzudämmen, bei dem schon deutliche Befallssymptome sichtbar sind.

Wie wirken Fungizide?

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Wirkmechanismen bei Fungiziden: Kontaktmittel und systemische Mittel.

  1. Kontaktmittel: Sie wirken sofort nach der Anwendung auf der Pflanze
  2. Systemische Mittel: Sie werden von der Pflanze aufgenommen und über die Leiterbahnen verteilt, bis sie ihre Wirkung entfalten.

Wie wirken Kontaktmittelfungizide?

Kontaktmittelfungizide verbleiben nach der Anwendung auf der Pflanzenoberfläche und dringen nicht oder nur in geringem Ausmaß in das Pflanzengewebe ein. Sie umgeben die behandelten Pflanzenteile mit einem Schutzfilm und verhindern dadurch das Eindringen von Schadpilzen. Die Wirksamkeit der meisten Kontaktmittelfungizide beruht auf der Abtötung keimender Sporen. Daher gehören die meisten Kontaktmittelfungizide zu den protektiven Pflanzenschutzmitteln, die prophylaktisch eingesetzt werden. Damit auch zuwachsende Pflanzenteile geschützt sind, muss die Anwendung regelmäßig wiederholt werden. Der Schutzfilm ist wasserlöslich und muss nach Niederschlägen von mehr als 25 mm Regen erneuert werden. Chemische Kontaktmittelfungizide werden aufgrund ihrer geringen Umweltverträglichkeit immer seltener eingesetzt.

Wie wirken systemische Fungizide?

Systemische Fungizide dringen über Wurzeln oder Blätter direkt in die Pflanze ein und verteilen sich dort über die Leiterbahnen. Dadurch können auch all jene Krankheitserreger erfasst und ausgerottet werden, die bereits ins Innere der Pflanze eingedrungen sind. Bei systemischen Fungiziden sind Blatt- und Triebzuwächse besser geschützt. Systemische Fungizide haben aufgrund ihres sehr spezifischen Wirkungsspektrums den Nachteil, dass die Pilze bei langfristiger Anwendung Resistenzen entwickeln können. Bei nahezu allen Pilzschutzmitteln dieser Art erfolgt die Verteilung der Wirkstoffe nur in Aufwärtsrichtung. Daher empfiehlt es sich, systemische Mittel besonders auf die unteren Pflanzenteile aufzutragen.

Fungizide gegen Sternrußtau.

Sternrußtau ist eine Pilzkrankheit, die häufig Rosen befällt. Foto: Adobe Stock; (c) Christiane

Biologische Alternativen zur chemischen Keule

Während in der Landwirtschaft oftmals nur noch chemische Produkte gegen den Pilzbefall helfen, stehen dem Hobbygärtner zahlreiche biologische Alternativen bis hin zu Hausmitteln zur Verfügung. Die besten Hausmittel und biologischen Pilzschutzmittel kurz zusammengefasst:

  • Verdünnte Magermilch als Spritzmittel: Die Mikroorganismen in Milch wirken gegen Pilzbefall, zusätzlich stärkt das in Milch enthaltene Natriumphosphat die Abwehrkräfte der Pflanze.
  • Sud aus Ackerschachtelhalm: Die in Ackerschachtelhalm enthaltene Kieselsäure stärkte die Pflanze von innen. Von Pilz befallene Triebe großzügig abschneiden und die gesunden Triebe mit dem Sud besprühen. Industriell hergestellten Sud aus Ackerschachtelhalm erhältst du beispielsweise bei Bellaflora.
  • Pflanzenbrühe aus Knoblauch: Knoblauch hat bekanntlich eine antimykotische Wirkung. Am besten 2-3 zerkleinerte Knoblauchzehen in 1 Liter destilliertes Wasser geben und 24 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen. Anschließend mit 1 Liter Leitungswasser verdünnen und auf die Pflanze aufsprühen.
  • Honig-Wasser: Ebenfalls wirksam ist Honig-Wasser. Allerdings muss es sich dabei um Manuka Honig handeln, denn nur dieser verfügt aufgrund seiner Inhaltsstoffe über eine antimykotische Wirkung. 2 Esslöffel Manuka Honig in 500 ml lauwarmem Wasser auflösen und auf die Pflanze auftragen.
  • Compo Bio Methltaufrei Thiovit Jet: Ist ein industriell hergestelltes biologisches Fungizid. Wirkt vor allem bei Mehltau und Schorf an Obst, Gemüse und Zierpflanzen. Erhältlich bei Hornbach, OBI oder online bei Syngenta.
  • Industriell gefertigte Kupferspritzmittel: Sogar Bio-Bauern verwenden Kupferspritzmittel. Allerdings ist die Verwendung von Kupferspritzmitteln nicht unumstritten.

Wo kann man Fungizide kaufen?

Fungizide erhältst du in diversen Gartencentern. Die besten Gartencenter in deiner Nähe findest du hier:



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