Todesfall – was nun? Checkliste Österreich

Vier weiße Rosen verteilt um einen Schild, das sich auf einen Todesfall bezieht. Todesfall Checkliste Österreich.

Todesfall Checkliste: Was ist zu tun, wenn ein Mensch stirbt? Wir haben recherchiert und helfen dir dabei, an alles zu denken. Foto: Adobe Stock, (c) Floydine

Der Tod kommt niemals zur rechten Zeit. Und ehe die Hinterbliebenen wirklich verstanden haben, dass sich ihr Leben für immer verändert hat, türmen sich bereits die Aufgaben. Es muss ein Bestatter gewählt, der Partezettel gedruckt, die Trauerfeier vorbereitet werden. Wir haben recherchiert, was in Österreich im Rahmen eines Todesfalls zu tun ist. Außerdem erfährst du in unserer Todesfall Checkliste, welche Dienstleister dir für welche Aufgaben zur Verfügung stehen.

Todesfall Checkliste – was ist zu tun?

Todesfall – wer muss informiert werden?

Ereignet sich der Todesfall zuhause und tritt unerwartet ein, ist die Rettung zu verständigen (Notrufnummer 144). In diesem Fall wird der zuständige Notarzt den Tod feststellen. Tritt der Tod beispielsweise nach langer Krankheit ein und kommt daher nicht unerwartet, ist normalerweise der behandelnde Arzt (in den meisten Fällen ist dies der Hausarzt) zuständig. Er oder sie stellt den Behandlungsschein aus.

Tipp: Es ist außerdem empfehlenswert, unmittelbar nach Eintritt des Todesfalls das Bestattungsunternehmen zu kontaktieren. Dein Bestatter weiß genau, was zu tun ist, und informiert beispielsweise auch den Totenbeschauarzt und das Standesamt.

Todesfall – was ist zu beachten?

Ein Todesfall ist immer eine Ausnahmesituation. Umso wichtiger ist es, dass du ruhig bleibst und einen kühlen Kopf bewahrst. Folgendes solltest du jetzt beachten:

  • nichts verändern: Vor der Totenbeschau durch einen Gemeindearzt/eine Gemeindeärztin darf am Verstorbenen keine Veränderung (Kleidung, Lage oder Ähnliches) vorgenommen werden.
  • Unterlagen sichern: Um Verzögerungen zu vermeiden, solltest du unmittelbar nach dem Todesfall sämtliche wichtigen Unterlagen zusammensuchen. Hierzu gehören zum Beispiel (falls vorhanden) das Testament und die Bestattungsverfügung, diverse Polizzen, Unterlagen über Grundbesitz, eine Organspenderverfügung bzw. einen Organspende-Widerspruch und die Sterbegeldversicherung.
  • Kleidung aussuchen: Sobald der Leichnam freigegeben ist, erfolgt der Transport. Du solltest daher so schnell wie möglich nach Eintritt des Todes entscheiden, in welcher Kleidung der/die Verstorbene bestattet werden soll.

Wer macht die Totenbeschau?

Die Totenbeschau findet normalerweise durch einen Gemeindearzt statt. Dieser wird entweder vom Notarzt, Hausarzt oder durch den Bestatter informiert. Bei der Totenbeschau wird auf der Grundlage des Behandlungsscheins die Todesursache festgestellt und überprüft, ob möglicherweise ein Fremdverschulden vorliegt. Gibt der Totenbeschauarzt den Leichnam frei, stellt er im Zuge dessen das Formular Anzeige des Todes (dient der Eintragung im Sterbebuch des zuständigen Standesamtes) und den Leichenbegleitschein für den Transport des Verstorbenen aus.

Sollte der Leichenbeschauarzt die Todesursache nicht eindeutig feststellen können, überstellt er den Leichnam an die Gerichtsmedizin, wo eine Obduktion stattfindet.

Bunte Blätter, durch die von hinten die Sonne scheint. Todesfall Checkliste Österreich.

Todesfall Checkliste: Im Herbst des Lebens ist es ratsam, sämtliche Wünsche für den eigenen Abschied schriftlich festzuhalten. Adobe Stock, (c) Tom Bayer

Todesfall im Spital oder Pflegeheim

Wenn jemand im Spital oder im Pflegeheim verstirbt, wird die Totenbeschau (inklusive Todesbescheinigung und Leichenbegleitschein) von einem Arzt/einer Ärztin vor Ort vorgenommen. Die jeweilige Institution kümmert sich auch darum, dass der Todesfall dem zuständigen Standesamt gemeldet wird. Das Formular Anzeige des Todes erhältst du für gewöhnlich von der jeweiligen Institutionsverwaltung. Normalerweise überführt der Bestatter den Leichnam direkt aus dem Pflegeheim. Die Kleidung, in welcher der liebe Verstorbene bestattet werden soll, kannst du also entweder ins Pflegeheim oder direkt ins Bestattungsunternehmen bringen.

Todesfall in der Öffentlichkeit

Verstirbt jemand an einem öffentlichen Ort, werden die Angehörigen durch die zuständige Sicherheitsbehörde informiert. Gleichzeitig wird ihnen auch mitgeteilt, wohin der Verstorbene gebracht wurde. In Österreich werden (in der Öffentlichkeit) Verstorbene normalerweise in eine Leichenhalle gebracht, wo die Totenbeschau vorgenommen wird. Bei unklarer Todesursache und/oder Fremdverschulden findet eine Obduktion in einem Spital oder einem gerichtsmedizinischen Institut statt.

Todesfall im Ausland

Verstirbt ein Angehöriger im Ausland, werden die Hinterbliebenen normalerweise durch die österreichische Botschaft oder das zuständige Konsulat informiert. Diese Stellen sind auch deine erste Anlaufstelle, wenn du selbst vor Ort bist. Sofern der/die Verstorbene zu Lebzeiten keine Sterbegeldversicherung abgeschlossen hat, tragen die Angehörigen die Kosten für die Überführung aus dem Ausland normalerweise selbst.

Todesfall Checkliste – was muss geregelt werden?

Die nächsten organisatorischen Aufgaben klärst du gemeinsam mit dem Bestattungsunternehmen. Hier geht es darum, die Art und den Ablauf der Bestattung festzulegen.

  • Bestattungsart: Grundsätzlich hast du die Wahl zwischen einer Erd- und einer Feuerbestattung. Über die verschiedenen Möglichkeiten der Beisetzung (zum Beispiel Naturbestattung, Seebestattung oder Ähnliches) wird dich der Bestatter gerne informieren.
  • Grabstätte (im Falle einer Erdbestattung): Falls bereits eine (Familien)grabstätte vorhanden ist, kannst du sämtliche Unterlagen (Friedhof, Gruppe, Grabreihe, Grabnummer etc.) einfach dem Bestatter übergeben. Anderenfalls ist zunächst ein Grabnutzungsrecht zu erwerben.
  • Umfang der Beisetzung: Je nachdem, wie umfangreich oder reduziert die Beisetzung werden soll, fallen natürlich auch entsprechende Bestattungskosten an. Sofern eine Sterbegeldversicherung vorhanden ist, informiert der Bestatter dich darüber, welche Leistungen von der Polizze gedeckt sind und welche nicht.
  • Wünsche des Verstorbenen: Falls ein Testament oder eine Bestattungsverfügung existiert, wird der Bestatter sich in der Beratung an den Wünschen des/der Verstorbenen orientieren.
  • Urne/Sarg: Je nachdem, wie der/die Verstorbene beigesetzt wird, musst du dich für einen Sarg oder eine Urne entscheiden.

Todesfall – wie lange bis zur Beerdigung?

Wann die Beisetzung stattfinden kann, hängt u.a. von der Art der Bestattung ab. Erdbeisetzungen müssen in Österreich spätestens 14 Tage nach dem Tod erfolgen. Wird der Verstorbene kremiert, können theoretisch mehrere Wochen zwischen der Einäscherung und der Beisetzung liegen. Näheres zur Feuerbestattung erfährst du in unserem Blogartikel.

Drei brennende Kerzen auf einem Holztisch vor dunklem Hintergrund, in dem noch mehr Lichter leuchten. Trauerfall Checkliste Österreich.

Todesfall Checkliste: Bei allem, was im Rahmen eines Todesfalls auf dich zukommt, musst du gut auf deine Gesundheit achtgeben. Adobe Stock, (c) gudrun

Wo muss ein Todesfall gemeldet werden?

In Österreich muss ein Todesfall beim Standesamt gemeldet werden. Erst danach erhältst du die Todesbescheinigung und eine Todesbestätigung. Beides brauchst du, um diverse Versicherungen abzumelden. Damit das Bestattungsunternehmen den Todesfall beim Standesamt melden kann, benötigen sie folgende Unterlagen:

  • Anzeige des Todes (ausgestellt durch den Totenbeschauarzt)
  • Geburtsurkunde/Taufschein
  • Staatsbürgerschaftsnachweis
  • ggf. Heiratsurkunde
  • Meldenachweis (Meldezettel)
  • Verwitwete: Abschrift aus dem Sterbebuch bzw. Sterbeurkunde des Ehepartners (ausgestellt durch das Standesamt)
  • Geschiedene: Scheidungsurteil
  • Akademiker: urkundlicher Nachweis akademischer Grade
  • nichtösterreichische Staatsbürger: Reisepass

Todesfall Checkliste – weitere Schritte

Die wichtigsten Schritte nach einem Todesfall sind die Übergabe der Unterlagen an das Bestattungsunternehmen und das Festlegen von Art und Umfang der Beisetzung. Während der Bestatter mit den Vorbereitungen beginnt, planst du gemeinsam mit einem Berater des Unternehmens die Details. Jetzt ist es zum Beispiel auch an der Zeit, Verwandte und Freunde des/der Verstorbenen zu informieren.

  • Planung der Trauerfeier: In welchem Umfang möchtest du die Trauerfeier gestalten? Möchtest du einen geistlichen (Pfarramt informieren!) oder einen weltlichen Trauerredner verpflichten? Auch hier wird der Bestatter dich unterstützen und dir entsprechende Kontakte vermitteln.
  • Partezettel: Um Freunde und (entfernte) Verwandte vom Ableben des Verstorbenen zu informieren und ihnen den Termin der Bestattung mitzuteilen, versendet man in der Regel sogenannte Partezettel.
  • Todesanzeige: Die Gemeinde wird über eine Todesanzeige in der lokalen Zeitung über Ort und Zeit der Beisetzung informiert.
  • Grabschmuck: Den Grabschmuck und/oder Trauerfloristik kannst du sowohl bei einem Friedhofsgärtner als auch bei einem Blumenbinder bestellen. Idealerweise wählst du eine Gärtnerei in der Nähe des Friedhofs, auf dem die Beerdigung stattfindet.
Tipp: Wenn du die Trauergäste nach der Beisetzung zu einer Zehrung einladen möchtest, solltest du schon jetzt das Lokal für den Leichenschmaus auswählen und besprechen, welche Speisen gereicht werden sollen. Die Einladung zum Leichenschmaus kannst du zum Beispiel auf den Partezettel schreiben.

Todesfall Checkliste – was ist nach der Beisetzung zu tun?

Mit Bestattung und Trauerfeier hast du den größten Teil der organisatorischen Aufgaben hinter dir. Was jetzt kommt, fällt den meisten Menschen aber noch viel schwerer, denn Versicherungen kündigen und Mitgliedschaften auflösen hat einen schrecklichen Beigeschmack von Endgültigkeit. Dies sind die Dinge, die im Anschluss an die Beisetzung zu erledigen sind:

  • Danksagung: Wer möchte, kann Danksagungskarten an Freunde und Verwandte verschicken.
  • Grabstein/Grabplatte bestellen: Da der Grabstein ohnehin erst einige Monate nach der Bestattung gesetzt werden darf, kannst du dir bei der Auswahl Zeit lassen. Der Steinmetz wird dich nach bestem Wissen und Gewissen beraten.
  • Grabpflege: Sofern der liebe Verstorbene nicht anonym bestattet, der Donau überantwortet oder seine Asche zu einem Diamanten gepresst wurde, ist die Frage der Grabpflege zu klären. Hierzu findest du alle wichtigen Informationen im Blogartikel über Grabpflege Kosten.

Nach Todesfall wo abmelden?

Falls der/die Verstorbene noch berufstätig war, benötigt der Arbeitgeber eine Kopie der Todesbescheinigung/Todesbestätigung. Mit der Todesbescheinigung und der Todesbestätigung vom Standesamt kannst du jetzt sämtliche Versicherungen, die Krankenkasse und Banken informieren beziehungsweise Mitgliedschaften sowie die Verträge für Internet, Telefon und TV kündigen.

Todesfall – wer zahlt Miete?

Fällt der Mietvertrag teilweise oder ganz unter das Mietrechtsgesetz, kann der Vermieter im Todesfall von einem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Tut er dies nicht, geht der Mietvertrag einfach an die Erben über, die somit automatisch auch zum Zahlen der Miete verpflichtet sind. Hinterbliebene können hier ihrerseits aber auch von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Um die Wohnung eines verstorbenen Angehörigen zu kündigen, benötigst du ebenfalls die Todesbescheinigung und die Todesbestätigung vom Standesamt. Die Frist für das Sonderkündigungsrecht liegt in Österreich normalerweise bei einem Monat.

Tipp: Die wichtigste Aufgabe, die im Rahmen eines Todesfalls auf dich zukommt, ist das Trauern. Nur, wenn du dir selbst die Zeit gibst, deine Traurigkeit zu verarbeiten, kannst du die Herausforderungen des täglichen Lebens meistern und eines Tages wieder glücklich sein. Es wird ein anderes „glücklich“ sein – aber das heißt nicht, dass es nicht gut sein kann. Im Blogartikel Trauerbegleitung: zwischen Erinnern und Neuanfang findest du umfangreiche Informationen zu Trauergruppen, Trauerbegleitung und Trauer Therapie in Wien.

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