Social Media für Unternehmen: Vorteile, Chancen & Risiken von sozialen Medien

Welche Vorteile und Risiken haben Social Media für Unternehmen? Hier erfahren Sie, wie Sie FB & Co am besten nutzen. Foto: Adobe Stock, (c) natali_mis

Warum schreibt der freundliche Starbucks Barista eigentlich grundsätzlich Ihren Namen falsch? Ganz einfach: Damit Sie Ihren Toffee Nut Latte fotografieren und unter dem Hashtag #starbucksfail über Instagram, Facebook & Co mit der ganzen Welt teilen. Natürlich mit gut sichtbarem Logo. Ein kostenloser Werbeeffekt, der besser funktioniert als jede noch so ausgefeilte Marketing-Offensive! Aber funktioniert solche Strategien in jeder Branche? Und wie wichtig ist Social Media tatsächlich für den Erfolg eines Unternehmens?

Social Media für Unternehmen – was hat es damit auf sich?

Soziale Medien wie Facebook, Instagram, Twitter & Youtube sind ein Dauerbrenner in Nachrichten und gesellschaftlichen Diskussionen. Netzwerke wie diese bringen die Stars von morgen hervor, beeinflussen Politik und Wahlergebnisse und beflügeln auch so manche Verschwörungstheorie. Der Einfluss, den diese Plattformen auf unser Leben haben, ist dabei durchaus kontrovers. Doch eins steht fest: Social Media haben sich als ein fester Teil der modernen Gesellschaft etabliert, der auch aus der Business-Welt nicht mehr wegzudenken ist.

Auch statistische Auswertungen zeigen, dass Unternehmen immer stärker auf Social Media und Trends wie virales Marketing oder Influencer Marketing setzen: In einer Befragung von mehr als 5.000 Marketingverantwortlichen aus dem Jahr 2020, gaben stolze 94 Prozent an, in ihrem Unternehmen Facebook zu nutzen. Auch der Anteil von Instagram (76%), LinkedIn (59%), Twitter & Youtube (jeweils 53%) steigt stetig.

Kein Wunder also, dass auch ein Großteil der österreichischen KMUs glaubt, ohne Präsenz in den Sozialen Medien ginge heutzutage gar nichts mehr. Aber wie wichtig sind soziale Netzwerke tatsächlich für den Unternehmenserfolg? Welche Vorteile bieten sie für österreichische KMUs und welche Risiken muss man dabei beachten? Diesen Fragen gehen wir in unserem Beitrag auf die Spur!

Online Complete: Mehr Sichtbarkeit auf allen Plattformen

Was bringt Social Media für Unternehmen? Vorteile

Wenn es um die Vorteile von sozialen Medien geht, denken die meisten Unternehmer vor allem an zwei Dinge: Reichweite und Sichtbarkeit. Der Gedanke ist durchaus logisch: Da die eigene Zielgruppe (insbesondere jüngere Generationen) mehr und mehr Zeit auf Social Media verbringt, erreicht man auf dieser Plattform auch potenzielle Kunden. Zumindest in der Theorie.

Tatsächlich kann Social Media Marketing für KMU mit einer guten Strategie und cleverem Content große Erfolge bringen. Allerdings entpuppen sich soziale Medien oft nicht als das Wundermittel, das viele Unternehmer erwarten. Hier ist also ein wenig Zurückhaltung und eine realistische Zielsetzung gefragt.

Wer Social Media für das eigene Unternehmen nutzen möchte, sollte darin kein reines Marketing Tool sehen, sondern einen wesentlichen Teil der Firmen-Kommunikation. Denn bei sozialen Netzwerken handelt es sich um Allrounder, der nicht nur Ihre Marke bekannter machen können, sondern Ihnen auch Einblicke in Ihre Kundschaft geben und als zusätzlicher Kanal für Support und Kundendienst verwendet werden können. Oder umgekehrt: Wer nicht auf sozialen Medien vertreten ist, wirkt in der heutigen Welt leicht unsichtbar.

Übrigens: Das Social Media Tool Hootsuite hat auf seinem Blog 23 Vorteile, die Social Media für Unternehmen bietet, gesammelt!

Social Media für Unternehmen – Chancen & Risiken

Die eigene Firma bekannter machen und neue Kunden gewinnen, ohne dafür viel Geld investieren zu müssen. Diese Hoffnung verbinden viele KMU mit sozialen Medien. Tatsächlich bieten große Plattformen hier eine theoretisch fast unbegrenzte Reichweite. Denn das Teilen von Inhalten stellt die Kernfunktion von sozialen Netzwerken dar.

Darin liegt die Stärke ebenso wie die Gefahr von Social Media. Im besten Fall übernehmen Ihre Kunden das Marketing für Sie, indem sie Ihre Posts mit Freunden und Bekannten teilen. Im schlimmsten Fall werden Sie unfreiwillig berühmt für etwas, mit dem Sie lieber nicht verbunden werden möchten. Zum Beispiel eine etwas unfreundliche Antwort an einen Kunden, der Sie online beleidigt hat. Ob Sie dabei im Recht sind oder nicht, spielt kaum eine Rolle: Kontext geht in diesen kurzlebigen Medien leider schnell verloren.

Bestimmt kennen auch Sie Beispiele für große Unternehmen, die es schaffen auf Social Plattformen unterhaltsam, authentisch und persönlich zu wirken. Etwa der Twitter-Account der Wiener Linien. Was auf Nutzer locker und spontan wirkt, ist dabei aber oft das Ergebnis langer Planung und strenger inhaltlicher und stilistischer Vorgaben. Wer keinen eigenen Social Media Manager engagieren möchte, übt sich hier oft besser in Zurückhaltung.

Social Media für Unternehmen – Die besten Tipps!

Sie möchten Social Media als Marketing-Instrument nutzen, ohne dabei ins Fettnäpfchen zu treten? Hier finden Sie unsere Tipps für einen gelungen und professionellen Social Media Auftritt:

  • Man muss nicht auf jeden Trend und Hashtag aufspringen! Setzen Sie lieber auf Ihre eigenen Themen und Stärken, anstatt dem Hype nachzulaufen.
  • Es ist besser, sich auf ein bis zwei soziale Netzwerke zu konzentrieren, anstatt auf jeder neuen Plattform ein Profil zu erstellen, das nach wenigen Wochen brach liegt. Achten Sie bei der Auswahl auf Ihre Zielgruppe!
  • Auf Kommentare zu antworten pflegt die Beziehung zu Ihren Kunden, achten Sie dabei aber darauf, freundlich und hilfreich zu bleiben. Denn man weiß nie, wie viele Personen Ihren Beitrag lesen werden. Noch mehr Tipps finden Sie in unserem Beitrag zum Thema negative Online-Bewertungen.
  • Im Zweifelsfall ist auch auf hippen Netzwerken ein professioneller Umgangston weniger riskant für Ihr Unternehmen, als durch übertrieben lockere Antworten patzig zu wirken.
  • Social Media ist ein Zeitfresser. Das gilt für Konsumenten ebenso wie für Ihre Mitarbeiter. Legen Sie daher klar fest, wie viel Zeit in die Pflege der Social Kanäle investiert werden soll und welche Ziele Sie dabei erreichen möchten. So lässt sich der Erfolg langfristig messen und ihr Investment tracken.

Wie wichtig ist Social Media für Unternehmen?

Die Vorteile und Möglichkeiten von Social Media in allen Ehren, eines steht für uns dennoch fest: Unternehmen sollten ihr begrenztes Marketing-Budget vorrangig für die eigene Website und im Bereich Suchmaschinenoptimierung bzw. Suchmaschinenwerbung einsetzen. Denn trotz der wachsenden Bedeutung von Social Media, spielen Webseiten wie Facebook bei der Suche nach Produkten und Dienstleistungen nach wie vor eine viel geringere Rolle, als viele KMU annehmen.

Um die Wichtigkeit von verschiedenen Online-Marketing-Kanälen vergleichen zu können, hat das Marktforschungsinstitut marketmind im Auftrag von HEROLD 2018 eine umfangreiche Konsumentenstudie1 und Branchenstudie2 zur Internetnutzung durchgeführt. Das überraschende Ergebnis: Laut Befragung der Konsumenten erregen Einträge in Suchmaschinen, eine eigene Website und Print-Werbung nach wie vor die größte Aufmerksamkeit. Die Nutzung von Facebook, Twitter, Youtube, LinkedIn & Co. liegt hingegen weit hinter den Erwartungen zurück!


Junges Mädchen verwendet Smartphone um Video auf sozialem Netzwerk zu schauen. Social Media für Unternehmen
Wie wichtig ist Social Media? Es suchen weniger Menschen über FB nach Dienstleistern als Unternehmen glauben. Foto: Adobe Stock, (c) armada1985

Unter den Befragten, die angaben das Internet für die Suche nach Produkten und Dienstleistungen zu verwenden, greifen stolze 92% bei ihrer Suche auf Google zurück. Dahingegen nutzen nur 13% der Konsumenten Facebook für die Suche nach Unternehmen. Entsprechend macht auch ein Social Media Profil bzw. Werbung auf Social Media nur wenige Kunden auf eine Firma aufmerksam. Nur 11% der Befragten gaben an, über den Social Media Auftritt auf eine Firma aufmerksam geworden zu sein. Bei bezahlten Anzeigen sind es 12%.

Die Marktforscher sehen in diesen Daten auch eine große Diskrepanz zur Einschätzung der KMU: Die Branchenstudiezeigt nämlich, dass 20% der KMU Werbung in sozialen Medien für eine aufmerksamkeitsstarke Marketing-Methode halten. Und 40% sind sogar der Meinung, dass ein Auftritt in sozialen Medien geeignet ist, wenn es um die Erregung von Aufmerksamkeit geht.

Was lernen wir daraus? Ganz einfach: Der durchschnittliche KMU lässt sich von der Allgegenwärtigkeit der sozialen Medien leicht verunsichern. Für klassische Dienstleister ist es nach wie vor wichtiger, über die lokale Google Suche gut sichtbar zu sein und die eigene Online Präsenz auf diversen Branchenverzeichnissen und Bewertungsportalen zu verwalten.

Welche Branchen profitieren von Social Media?

Obwohl die Suche nach Firmen über Facebook, Instagram, Twitter & Co. weit hinter der Suchmaschine Google zurückliegt, lässt sich das Thema soziale Netzwerke nicht generell als überbewertet abstempeln. Denn die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es hier je nach Branche starke Unterschiede gibt.

Untersucht wurde in diesem Fall die Nutzung von Facebook für die Suche nach Dienstleistern in folgenden Bereichen: Alternative Medizin, Auto (zum Beispiel Autolackierereien, Reifenhandel, Autoreparatur), Immobilien, Versicherungen, Handwerk, Schönheit und Fitness sowie im Einzelhandel. Unter diesen Branchen profitieren Unternehmen im Bereich Schönheit & Fitness am stärksten von einer professionellen Social Media Präsenz.

Ca. 25 Prozent der Befragten nutzen Facebook für die Suche nach einem neuen Friseur, Nagelstudio oder Fitnessstudio. Dieses Wert ist fast doppelt so hoch wie das durchschnittliche Ergebnis von 13%! Auch die Werbung in sozialen Netzwerken wird in dieser Branche mit 19% deutlich besser wahrgenommen als beispielsweise Marketing-Maßnahmen von KFZ-Werkstätten (lediglich 7%).


Smartphone in der Hand eines Unternehmers zeigt viele Likes dank erfolgreicher Marketing-Strategie und guter Inhalte.
Wie wichtig ist Social Media? Im Bereich Schönheit/Fitness kann FB & Co ein echter Wettbewerbsvorteil sein. Foto: Adobe Stock, (c) Production Perig

Was lässt sich aus diesem Ergebnis ableiten? Vor allem, dass es beim Online Marketing keine universellen Wahrheiten gibt, sondern individuelle Lösungen gefragt sind, die am besten gemeinsam mit Experten entwickelt werden. Das Teilen von Bildern auf Plattformen wie Instagram erlaubt es beispielsweise Firmen, ihr Angebot optisch ansprechend in Szene zu setzen. Man denke zum Beispiel an Fotos von Tattoo-Kunstwerken oder perfekt angerichteten Speisen.

In Branchen wie Handwerk oder Medizin kommt es hingegen viel stärker auf ein Experten-Image an, welches Sie besser durch Ratgeber-Content und ähnliche Beiträge auf der eigenen Webseite pflegen können. Zum Vergleich: Nach einem Arzt würden laut dieser Studie nur etwa 7% der befragten Konsumenten über Social Media suchen.

Social Media für Unternehmen – Themenportale und Branchenverzeichnisse

Alles in allem sind die Konsumenten bei der Suche nach Dienstleistern deutlich traditioneller als viele KMUs glauben. So hat die Konsumentenstudie von marketmindunter anderem ergeben, dass lediglich 26% der befragten Unternehmen glauben, dass Konsumenten auf Online Branchenportalen beziehungsweise in Branchenverzeichnissen nach Firmen suchen. Tatsächlich tun dies aber ganze 36% der befragten Konsumenten. Hier ist Google natürlich nach wie vor das wichtigste Suchportal. HEROLD.at folgt mit 33% auf dem zweiten Platz, Docfinder mit 31% auf dem dritten Platz.

Natürlich gibt es auch hier wieder Branchen, die stärker von einer Präsenz in Online Branchenverzeichnissen profitieren als andere. Die eindeutigen Gewinner sind die Branchen Handwerk (innen und außen) sowie Dienstleister in den Bereichen Wirtschaft (zum Beispiel Steuerberater, Wirtschaftstreuhänder, Steuerberater), Versicherungen und Immobilien.

Übrigens: Haben Sie gewusst, dass vorgereihte Firmen auf HEROLD.at bis zu 5-mal mehr Aufrufe als Basis-Einträge erhalten?

Ganze 59% der befragten Konsumenten suchen in Branchenverzeichnissen nach Handwerkern für den Innenbereich (zum Beispiel Maler oder Installateure), 52% nach Handwerkern für den Außenbereich (zum Beispiel Glaser, Gärtner oder Dachdecker) und immerhin 43% nach Anbietern in den Branchen Wirtschaft, Versicherungen und Immobilien.

Ein weiteres Ergebnis der Konsumentenstudieist hingegen weniger überraschend: Wenn es darum geht, Ärzte und Dienstleister im Bereich Alternative Medizin (zum Beispiel Masseure, Physiotherapeuten oder Osteopathen) zu finden, nutzen die Konsumenten nach wie vor am liebsten Themenportale wie arztsuche24 oder Docfinder.

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1) marketmind, 10/2018, rep. Studie österreichische Bevölkerung 18+, CAWI / CATI, n = 1065

2) marketmind, KMU Branchenstudie, 07/2018, CATI, n = 1417; untersucht wurden folgende Segmente: Ärzte, Alternative Medizin, Auto, Dienstleistungen Wirtschaft, Versicherungen, Immobilien, Einzelhandel, Handwerker Innen und Außen, Schönheit und Fitness

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