Gebärmutterhalskrebs: Symptome & Impfung

Last Updated on: 26th Juni 2020, 02:49 pm

Frauenhand, die ein Modell eines Uterus in Händen hält. Gebärmutterhalskrebs Symptome.
Wird er früh erkannt, sind die Heilungschancen bei Gebärmutterhalskrebs sehr gut. Wir haben alle wichtigen Informationen. Adobe Stock, (c) Iryna

Gebärmutterhalskrebs (auch Zervixkarzinom) ist die einzige Form von Krebs, gegen die es eine Impfung gibt. Doch auch Frauen, die nicht rechtzeitig geimpft wurden, können sich schützen, indem sie regelmäßig den für die Früherkennung wichtigen PAP Abstrich durchführen lassen. Wir haben recherchiert, welche Symptome Gebärmutterhalskrebs auslöst, bei welchen Anzeichen du deinen Gynäkologen aufsuchen solltest, und wie die Heilungschancen bei Gebärmutterhalskrebs aussehen.

Gebärmutterhalskrebs – was ist das?

Gebärmutterhalskrebs, auch Zervixkarzinom, Cervixkarzinom oder Kollumkarzinom genannt, ist eine bösartige Zellwucherung der Schleimhaut im Gebärmutterhals. Ausgelöst wird sie in den meisten Fällen durch eine Infektion mit den sogenannten HP-Viren (Humane Papillom(a)Viren). Das Durchschnittsalter für Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, liegt bei 54 Jahren. Der Krebs am Gebärmutterhals entsteht also überdurchschnittlich häufig nach den Wechseljahren.

Wichtig! Wird das Zervixkarzinom früh erkannt, sind die Aussichten auf Heilung, ähnlich wie bei Brustkrebs, überdurchschnittlich gut. Je weiter sich der Tumor ausbreitet, desto schwieriger ist die Behandlung.

Wo entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich aus oberflächlichen Zellen der Zervix (Gebärmutterhals). Das ist jener Teil der Gebärmutter, der mit dem äußeren Muttermund in die Scheide ragt, und der sich in Vorbereitung auf die Periode, jeden Monat ein wenig „absenkt“. In fortgeschrittenen Stadien lässt sich der Krebs am Gebärmutterhals sogar ertasten, weil der Muttermund, der normalerweise eine glatte Oberfläche hat und bei den meisten Frauen mit der Fingerspitze komplett abgedeckt werden kann, sich verändert.

Gebärmutterhalskrebs – wie bekommt man das?

Als häufigste Ursache für die Entstehung eines Zervixkarzinoms gilt die chronische Infektion mit humanen Papillom(a)viren, kurz auch HPV genannt. Von den ca. 120 bekannten HP-Viren-Stämmen können rund 30 die Harn- und Geschlechtsorgane des Menschen befallen. Hier unterteilt man noch einmal in Hochrisiko- und Niederrisiko-Viren. Der Großteil aller Fälle von Cervixkarzinom geht auf Hochrisiko-Viren, allen voran HPV 16 und 18, seltener 31, 33, 45, 51, 52 und 56 zurück. Low-Risk-Viren wie HPV 6 und HPV 11 hingegen lösen Feigwarzen (Kondylome) aus.

Junges Paar von hinten, er zieht ein Kondom aus ihrer Hosentasche. Gebärmutterhalskrebs Symptome.
Kondome schützen vor den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten, aber nicht vor den Krebs auslösenden HP-Viren. Adobe Stock, (c) VadimGuzhva

Wer überträgt Gebärmutterhalskrebs?

Humane Papillom(a)viren, der Hauptauslöser für Gebärmutterhalskrebs, werden ausschließlich durch direkten Körperkontakt, meist Geschlechtsverkehr, übertragen. Sie gelangen über kleinste Haut- bzw. Schleimhautverletzungen in den Körper und können selbst dann übertragen werden, wenn das Paar ein Kondom verwendet. Sowohl Frauen als auch Männer können Überträger sein, wenn sie selbst mit HPV infiziert sind. Die Infektionen passieren meistens zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr.

Die Infektion muss nicht zwangsläufig zu Gebärmutterhalskrebs führen. Denn oft schafft es das Immunsystem, die Viren zu bekämpfen, sodass sie nach einem Jahr nicht mehr nachweisbar sind. In dieser Zeit können die Viren aber bereits Zellveränderungen auslösen, die per Krebsabstrich nachweisbar sind.

Gebärmutterhalskrebs – wie schnell wächst er?

Die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs dauert oft sehr lange. Wobei das Gewebe in der Regel charakteristische Krebsvorstufen, sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), durchläuft. Zwischen der die Erkrankung auslösenden Infektion bzw. den Vorstufen und der Ausbildung des Tumors vergehen oft bis zu zehn Jahre.

Gebärmutterhalskrebs – wer ist gefährdet?

Krebs am Gebärmutterhals kann sich ausschließlich bei Menschen mit weiblicher Anatomie entwickeln. Der Hauptauslöser für Gebärmutterhalskrebs ist eine HPV-Infektion, es gibt aber auch andere Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Studien haben z.B. gezeigt, dass Frauen, die in ihrem Leben andere sexuell übertragbare Erkrankungen wie z. B. Chlamydien, Herpes genitales durchgemacht haben, ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Zervixkarzinoms haben. Andere Risikofaktoren sind:

  • häufig wechselnde Sexualpartner
  • überdurchschnittlich frühe sexuelle Aktivität
  • überdurchschnittlich viele Schwangerschaften
  • Einnahme der Pille über einen sehr langen Zeitraum
  • Einnahme von Immunsuppressiva (Unterdrückung des Abwehrsystems)
  • Immunschwäche (z. B. eine HIV-Infektion)
  • eine unzureichende Hygiene im Intimbereich
  • Rauchen

Gebärmutterhalskrebs Impfung

Je früher die Krebs verursachenden Zellveränderungen am Muttermund erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Aber es muss gar nicht erst so weit kommen: In Österreich stehen derzeit drei Impfstoffe gegen HP-Viren, die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs, zur Verfügung.

Für Mädchen und Jungen zwischen neun und elf Jahren ist die Impfung kostenlos, zwischen zwölf und fünfzehn kann sie zu einem geringen Selbstkostenanteil nachgeholt werden, der von Bundesland zu Bundesland variiert. Die Immunisierung gegen die Krebs auslösenden Viren muss übrigens nicht zwingend vor dem ersten sexuellen Kontakt passieren.

Tipp: In unserem Artikel HPV Impfung in Österreich verraten wir dir, wie die Impfung funktioniert, wo geimpft wird, und warum die Impfung gegen HP-Viren auch für Buben und Erwachsene sinnvoll ist. Außerdem erfährst du, was die HPV Impfung kostet, wenn du sie selbst zahlen musst.

Wer impft gegen Gebärmutterhalskrebs? Wien

Frauen und Männer, die im Kindesalter nicht gegen humane Papillomviren geimpft wurden, können dies auch im Erwachsenenalter noch nachholen. Frauen suchen am besten einen Gynäkologen und Männer einen Allgemeinmediziner (Hausarzt) auf. Aber Achtung: Nicht alle niedergelassenen Ärzte bieten die Immunisierung an. Folgende Gynäkologen und Allgemeinmediziner in Wien bieten die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs an:

Gebärmutterhalskrebs Symptome

Das Tückische am Zervixkarzinom ist, dass es in den frühen Stadien der Erkrankung keine oder nur sehr unspezifische Symptome verursacht.  Dabei treten die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), häufig schon bei sehr jungen Frauen auf. Aus diesem Grund solltest du die Vorsorgeuntersuchungen bei deinem Frauenarzt inklusive Krebsvorsorge (PAP Abstrich) gewissenhaft einhalten.

Entwickeln sich die für Gebärmutterhalskrebs typischen Symptome wie vaginale Blutungen außerhalb der Periode, unangenehm riechender Ausfluss und/oder Schmerzen im Unterbauch oder an der Lendenwirbelsäule, ist die Erkrankung häufig schon in einem fortgeschritteneren Stadium.

Frau in Unterwäsche, die ihre Hände auf den Unterbauch legt, vor rosa Hintergrund. Gebärmutterhalskrebs Symptome.
Dein Frauenarzt versorgt dich mit allen wichtigen Informationen rund um das Zervixkarzinom und seine Risikofaktoren. Adobe Stock, (c) New Africa

Wohin streut Gebärmutterhalskrebs?

Im ersten Stadium ist der Tumor auf die Gebärmutter begrenzt. Ab dem zweiten Stadium kann der Krebs in die Scheide und bis zur Beckenwand streuen, später auch auf den Harnleiter, die Blase und den Enddarm übergreifen. Die Tumorklassifizierung alias Staging geschieht meist nach dem TNM-System. T steht für die Tumorausdehnung (T1 bis T4), N für Lymphknotenbefall (N0 bis N3) und M für Metastasen (M0 oder M1). Für gynäkologische Tumore gibt es zusätzlich die sogenannte FIGO-Klassifikation (International Federation of Gynecology and Obstetrics), die mit der TNM-Klassifikation praktisch übereinstimmt.

I Der Tumor begrenzt sich auf die Gebärmutter.
II Der Krebs wächst in umgebendes Bindegewebe ein, nicht jedoch bis zur Beckenwand. Und/oder in die Scheide, aber nicht ins untere Scheidendrittel.
III Der Tumor breitet sich bis zur Beckenwand und/oder ins untere Drittel der Scheide aus. Oder engt einen Harnleiter ein.
IV Der Krebs greift auf die Blase oder den Enddarm über oder geht über die Grenzen des kleinen Beckens hinaus. Oder er bildet Metastasen in anderen Organen.

 

Eine Metastasierung von Gebärmutterhalskrebs auf dem Lymphweg erfolgt recht früh und vor allem ins Beckenbindegewebe und die Beckenlymphknoten. Später streut der Tumor auch Krebszellen über die Blutbahn vorwiegend in die Leber, Lunge und ins Skelett.

Gebärmutterhalskrebs – wie merkt man das?

In Sachen Zervixkarzinom solltest du dich nicht auf dein Gefühl verlassen, denn in frühen Stadien verursacht diese Art von Krebs so gut wie keine Symptome. Die einzige Möglichkeit, Gebärmutterhalskrebs zu erkennen, bevor es zu spät ist, ist der regelmäßige Krebsabstrich, auch PAP Test genannt. Bei dieser Untersuchung entnimmt der Frauenarzt nach schmerzloser Dehnung der Scheide durch Spekula (Handspiegel) mit einem kleinen Bürstchen, Spatel oder Wattestäbchen oberflächliche Zellen vom Gebärmutterhals und Muttermund. Sie werden im Labor untersucht, um Abweichungen vom normalen Zellbild zu erkennen.

Je nach Schweregrad unterscheidet man leichte (CIN I) und mittelschwere (CIN II) Dysplasien, die sich in den allermeisten Fällen von selbst zurückbilden sowie schwere Dysplasien (CIN III), die in 70 Prozent aller Fälle zu einem invasiven Karzinom führen.

Achtung! Ein Großteil der Frauen mit Zervixkarzinom hat es verabsäumt, die letzten fünf Jahre vor der Krankheitsentstehung oder überhaupt solche Krebsvorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Früherkennung rettet Leben!

Zeigt der PAP-Abstrich Auffälligkeiten, kann es sinnvoll sein, zu überprüfen, ob eine Infektion mit humanen Papillomviren vorliegt. Die Kombination aus Virusnachweis, gynäkologischem Befund und PAP-Abstrich-Ergebnis hilft dabei, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs individuell abzuschätzen.

Cervixkarzinom PAP 1 bis PAP 5

Die beim Krebsabstrich entnommenen Zellen werden je nach ihrem Erscheinungsbild in Gruppen eingeteilt, die man als PAP 0 bis V bezeichnet. Das Erscheinungsbild der Zellen verrät, ob bzw. wie sehr sie sich in Richtung Gebärmutterhalskrebs verändert haben. Nach der festgestellten Gruppe richtet sich das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen.

PAP Befund Konsequenz/Behandlung
0 nicht beurteilbar Wiederholung in 2 Wochen
I keine Auffälligkeiten, altersentsprechend normal Kontrolle in einem Jahr wiederholen
II harmlose entzündliche Veränderungen Kontrolle in sechs Monaten bis einem Jahr
III stärkere entzündliche/degenerative Veränderungen Abstrich-Wiederholung, HPV Test, Kolposkopie, ev. Biopsie
III D Dysplasie: leichte bis mäßige Veränderungen Abstrich-Wiederholung, Kolposkopie, ev. Biopsie
III G auffällige Drüsenzellen Kolposkopie, Kürettage, Vaginaler Ultraschall, Biopsie
IV a mäßige/schwere Neoplasien o. Carcinoma in situ Kolposkopie mit Biopsie, Konisation
IV b schwere Neoplasien, ev. invasives Karzinom Kolposkopie mit Biopsie, Konisation
V Gebärmutterhalskrebs sofort Kolposkopie, Biopsie bzw. Kürettage

 

Ein auffälliger Krebsabstrich ist nicht immer gleich ein Grund zur Panik. Er kann durch eine Infektion zustande gekommen sein, die vor der Auswertung des Abstrichs behandelt gehört hätte. Auch kann bei der Durchführung des Abstrichs oder im Labor ein Fehler passiert sein. Oder es handelt sich um leichte Zellveränderungen wie zervikale intraepitheliale Neoplasien.

Verdacht auf Cervixkarzinom – was folgt nun?

Bei Verdacht auf eine Krebsvorstufe oder einen Gebärmutterhalskrebs, müssen die Zervixzellen zur Sicherung der Diagnose noch unter dem Mikroskop histologisch (feingeweblich) beurteilt werden. Zu diesem Zweck erfolgt mit einer kleinen, speziellen Zange eine Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) an der auffälligen Stelle. Der Befund verrät, welcher Schweregrad einer Vorstufe oder welche Art von Gebärmutterhalskrebs vorliegt.

Ist eine gezielte Biopsie nicht möglich, z.B. weil sich die Veränderungen im nicht einsehbaren Teil des Gebärmutterhalskanals befinden, kann eine sogenannte diagnostische Konisation erfolgen. So bezeichnet man das Herausschneiden eines kegelförmigen Stücks aus dem Muttermund zwecks histologischer Beurteilung. Sie wird meist mit einer Kürettage (Ausschabung) der Zervix kombiniert.

Den Abstrich zur Früherkennung von Krebs verursachenden Zellveränderungen führt deine Frauenärztin beim Kontrollbesuch durch. Adobe Stock, (c) Iryna

Diagnose Gebärmutterhalskrebs

Lautet die Diagnose Gebärmutterhalskrebs, ist es zunächst einmal wichtig, festzustellen, in welchem Stadium der Krebs sich befindet. Denn die Form der Therapie hängt davon ab, wie groß der Tumor ist, wie weit er sich ausgebreitet hat und ob er bereits Krebszellen in Lymphknoten und/oder andere Organe gestreut hat. Für dieses sogenannte Staging sind weitere Untersuchungen erforderlich wie etwa

  • ein transvaginaler Ultraschall.
  • eine Computertomografie (CT) des Brust- und Bauchraums.
  • eine Magnetresonanztomografie des Beckens zur Beurteilung der Größe des Tumors und seiner Beziehung zu den benachbarten Organen.
  • eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Leber
  • ein Thoraxröntgen.
  • eine Blasen bzw. Darmspiegelung zur Klärung der Frage, ob das Cervixkarzinom in Blase oder Mastdarm eingewachsen ist.
  • eine Bestimmung sogenannter Tumormarker wie Tumorantigen SCC (squamous cell carcinoma antigen, Plattenepithelkarzinom-Antigen), CEA (carcinoembryonic antigen), CA 125 (Cancer-Antigen 125) oder NSE (neuron-specific enolase).
  • Bluttests zur Abschätzung des allgemeinen Gesundheitszustands und der Organfunktionen (z. B. Nierenwerte).

Gebärmutterhalskrebs – wo Schmerzen?

Schmerzen verursacht ein Zervixkarzinom meistens erst in den späteren Stadien, wenn der Tumor sehr groß ist und/oder bereits benachbarte Strukturen und/oder Organe befallen hat. Typisch für Gebärmutterhalskrebs sind vaginale Blutungen und/oder Schmierblutungen, die unabhängig von der Regelblutung oder in der Menopause z. B. nach Geschlechtsverkehr, Fahrradfahren oder hartem Stuhlgang auftreten. Weitere Symptome von Gebärmutterhalskrebs in einem fortgeschrittenen Stadium sind z.B:

  • schleimiger, eitriger oder übelriechender Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen im Unterbauch oder an der Lendenwirbelsäule bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs
  • Veränderungen von Harn oder Stuhl, Verstopfung oder Schmerzen beim Wasserlassen und Stuhlgang im sehr fortgeschrittenen Stadium, wenn das Zervixkarzinom in umliegende Organe einbricht
  • eine unerklärliche Gewichtsabnahme
  • ein- oder beidseitige auffällige Beinschwellungen

Gebärmutterhalskrebs – was wird gemacht?

Die Wahl der Therapie bei Gebärmutterhalskrebs richtet sich nach dem Erkrankungsstadium, dem Alter und sonstigem gesundheitlichen Zustand der Patientin und berücksichtigt zudem, wenn möglich, ob ein Kinderwunsch besteht. In frühen Stadien empfehlen Experten eine Operation, bei fortgeschrittenem Cervixkarzinom eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie.

Junge Frau nach Chemotherapie aufgrund von Gebärmutterhalskrebs.
Selbst bei später Diagnose überlebt rund zwei Drittel aller Frauen Krebs am Gebärmutterhals dank Strahlen- und Chemotherpaie. Adobe Stock, (c) vectorfusionart

Gebärmutterhalskrebs operieren

Die Operation ist bei Gebärmutterhalskrebs in einem frühen Stadium die beste Option, da durch sie in den meisten Fällen eine vollständige Entfernung des gesamten Tumorgewebes erreicht werden kann. Welche Methode dabei zum Einsatz kommt, richtet sich vor allem nach der Ausbreitung des Tumors.

Befinden sich festgestellte Neoplasien bereits in weiter fortgeschrittenem Stadium und/oder bilden sie sich nicht zurück, wird eine Konisation durchgeführt. Ebenso bei kleineren Tumoren. Dabei entfernt der Gynäkologe einen kegelförmigen Teil des Gebärmutterhalses. Mit einem Saum aus gesundem Gewebe zur Sicherheit. Zusätzlich erfolgt eine Kürettage der Zervix, um sicherzugehen, dass keine Krebszellen im Gebärmutterhals verbleiben.

Reicht eine Konisation zur Beseitigung des gesamte Tumorgewebes nicht aus, steht eine sogenannte Trachelektomie zur Debatte. Dabei entfernt der Frauenarzt einen Großteil des Gebärmutterhalses, belässt jedoch den Gebärmutterkörper und die obersten 5 mm der Zervix.

Hysterektomie bei Zervixkarzinom

Bei größeren Tumoren, die bereits die gesamte Gebärmutter befallen haben, muss das Organ in der Regel vollständig operativ entfernt werden. Bei weitreichender Ausdehnung des Karzinoms erfolgt eine sogenannte radikale Hysterektomie (Wertheim-Meigs-Operation), bei der zusätzlich Teile der Scheide oder die Haltebänder der Gebärmutter, seltener auch Eierstöcke und Eileiter entfernt werden.

Gebärmutterhalskrebs Chemotherapie

Chemotherapie spielt als alleinige Behandlung von Gebärmutterhalskrebs kaum eine Rolle, wird jedoch zur Therapie von Rezidiven (Rückfällen) eingesetzt. Vor allem, wenn Metastasen vorhanden sind, denn die dazu verwendeten Zytostatika erreichen Krebszellen im ganzen Körper. Da sie jedoch auf alle sich schnell teilenden Zellen einwirken, schädigen sie nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesundes Gewebe.

Auch wenn der Gebärmutterhalskrebs fortgeschritten und nicht operabel ist, kann eine Chemotherapie eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern. Dieses Downstaging kann die Bedingungen vor einer Operation verbessern.

Junge Frau mit kleiner Tochter lachend im Gras. Gebärmutterhalskrebs Symptome.
Krebs am Gebärmutterhals bedeutet nicht, dass du kinderlos bleiben musst. Dein Frauenarzt hat alle wichtigen Informationen. Adobe Stock, (c) Alliance

Strahlentherapie bei Gebärmutterhalskrebs

Die Strahlentherapie kommt zum Einsatz, wenn eine Operation nicht möglich oder nicht sinnvoll ist (z.B. aufgrund eines schlechten Gesundheitszustandes). Die Strahlentherapie dient dazu, das Tumorwachstum zu bremsen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern. Sie können Schmerzen oder Scheidenblutungen durch Bestrahlungen reduziert werden.

Darüber hinaus erfolgt die sogenannte adjuvante Strahlentherapie im Anschluss an eine Operation, um einen langfristigen Behandlungserfolg, im günstigsten Fall eine Heilung, zu erreichen, indem sie Krebszellen zerstört. Die energiereichen (ionisierenden) Strahlen schädigen den Kern der Zellen, sodass sie sich nicht mehr teilen, d. h. sich nicht vermehren können.

In fortgeschrittenen Stadien kann Gebärmutterhalskrebs auch durch eine alleinige Strahlentherapie behandelt werden. Die größeren, auf angrenzendes Gewebe übergreifenden Tumore erhalten dabei eine Kombination aus Außenbestrahlung (Teletherapie) und Innenbestrahlung (Brachytherapie) mittels in die Scheide eingebrachter Strahlungsquelle.

Um die Heilungschancen zusätzlich zu verbessern, wird die Strahlentherapie jedoch fast immer mit einer Chemotherapie kombiniert. Es findet also eine sogenannte Radiochemotherapie statt.

Schwangerschaft trotz Gebärmutterhalskrebs?

Eingriffe wie eine Konisation oder Trachelektomie schränken die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, meistens nicht ein. Allerdings ist das Risiko für eine Frühgeburt erhöht. Musste jedoch die gesamte Gebärmutter entfernt werden, ist selbstverständlich keine Schwangerschaft mehr möglich.

Eine Strahlen- und Chemotherapie wirkt sich auch auf die Fruchtbarkeit aus, denn die Behandlungen greifen außer dem Tumorgewebe auch gesunde Zellen an. So können sie beispielsweise die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke beeinträchtigen. Der dadurch bedingte Mangel an Hormonen kann bei jüngeren Frauen vorzeitig Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen auslösen.

Künstliche Befruchtung nach Therapie

Frauen mit der Diagnose Zervixkarzinom, bei denen keine Hysterektomie notwendig ist, haben die Möglichkeit, sich vor Beginn der Chemo- und/oder Strahlentherapie gesunde Eizellen entnehmen und diese einfrieren (kryokonservieren) zu lassen. Im Anschluss an die (erfolgreiche) Behandlung findet dann eine künstliche Befruchtung statt.

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Gabriela Gerstweiler