Gebärmutterhalskrebs: Ursachen, Anzeichen, Vorbeugung

Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs ist bei früher Erkennung gut behandelbar. Foto: Adobe Stock, (c) s_l

Gebärmutterhalskrebs hat ein Gutes: er ist verhinderbar. Einerseits durch eine Impfung gegen die ihn auslösenden HP-Viren. Andererseits durch die Früherkennung seiner Vorstufen per schmerzlosem Abstrich. Ganz wichtig – auch für gegen HPV geimpfte Frauen – ist daher die jährliche Kontrolluntersuchung bei ihrem Gynäkologen.

Gebärmutterhalskrebs – was ist das?

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom, Cervixkarzinom, Kollumkarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Schleimhaut im Gebärmutterhals.

Wo entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich aus oberflächlichen Zellen der Zervix (Gebärmutterhals). Das ist jener Teil der Gebärmutter, der mit dem äußeren Muttermund in die Scheide ragt.

Wie schnell entwickelt sich Gebärmutterhalskrebs?

Die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs dauert oft sehr lange. Wobei das Gewebe in der Regel charakteristische Krebsvorstufen, sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), durchläuft. Zwischen der die Erkrankung auslösenden HPV-Infektion bzw. den Vorstufen und der Ausbildung des Tumors vergehen oft bis zu zehn Jahre.

Ist das Cervixkarzinom heilbar?

Gebärmutterhalskrebs hat, sofern er frühzeitig erkannt wird, außerordentlich gute Heilungschancen.

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs? Ursachen

Infektion mit HPV: Humane Papillomviren

Eine chronische Infektion mit humanen Papillom(a)viren (HPV) gilt als wichtigste Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Und zwar sind es rund 30 von den ca. 120 bekannten HPV-Stämmen, die die Harn- und Geschlechtsorgane des Menschen befallen. Man unterteilt sie in Hochrisiko- und Niederrisiko-Viren. Der Großteil aller Fälle von Cervixkarzinom geht auf Hochrisiko-Viren, allen voran HPV 16 und 18, seltener 31, 33, 45, 51, 52 und 56 zurück. Low-Risk-Viren wie HPV 6 und HPV 11 hingegen lösen Feigwarzen (Kondylome) aus. Die DNA-Viren werden nur durch direkten Körperkontakt, meist Geschlechtsverkehr, übertragen. Sie gelangen über kleinste Haut- bzw. Schleimhautverletzungen in den Körper. Am häufigsten treten HPV-Infektionen zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr auf.

Nun muss eine HPV-Infektion nicht zwangsläufig zu Gebärmutterhalskrebs führen. Denn oft schafft es das Immunsystem, die Viren zu bekämpfen, sodass sie nach einem Jahr nicht mehr nachweisbar sind. In dieser Zeit können die Viren aber bereits Zellveränderungen auslösen. Die verursachen keine Symptome, lassen sich aber per Krebsabstrich nachweisen.

Wird eine Infektion mit High-Risk-Viren jedoch chronisch, steigt das Erkrankungsrisiko enorm.

Wer ist gefährdet?

Studien sprechen dafür, dass vor allem Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken, die

  • häufig ihre Sexualpartner wechseln.
  • früh sexuell aktiv sind.
  • viele Schwangerschaften durchlebt haben.
  • lange Zeit orale Kontrazeptiva (die “Pille“) einnehmen.
  • unter Immunsuppression (Unterdrückung des Abwehrsystems), die bei bestimmten Erkrankungen – z. B. nach Organtransplantationen – therapeutisch notwendig ist, stehen.
  • eine Immunschwäche wie z. B. eine HIV-Infektion aufweisen.
  • STDs (sexuell übertragbare Erkrankungen) wie z. B. Chlamydien, Herpes simplex etc. haben oder hatten.
  • rauchen.
  • eine unzureichende Hygiene im Intimbereich betreiben.

Gebärmutterhalskrebs Stadien

Die Unterteilung von Gebärmutterhalskrebs in Stadien richtet sich danach, wie groß der Tumor ist, wie sehr er sich ausgebreitet und ob er Krebszellen in andere Organe gestreut hat. Sie ist wichtig für die Auswahl der Therapie. Eine solche Tumorklassifizierung alias Staging geschieht meist nach dem TNM-System. Wobei T für die Tumorausdehnung (T1 bis T4), N für Lymphknotenbefall (N0 bis N3) und M für Metastasen (M0 oder M1) steht. Für gynäkologische Tumore gibt es zusätzlich die sogenannte FIGO-Klassifikation (International Federation of Gynecology and Obstetrics), die mit der TNM-Klassifikation praktisch übereinstimmt.

Kurz gefasst bedeutet Stadium

I: Der Tumor begrenzt sich auf die Gebärmutter.

II: Der Krebs wächst in umgebendes Bindegewebe ein, nicht jedoch bis zur Beckenwand. Und/oder in die Scheide, aber nicht ins untere Scheidendrittel.

III: Der Tumor breitet sich bis zur Beckenwand und/oder ins untere Drittel der Scheide aus. Oder engt einen Harnleiter ein.

IV: Der Krebs greift auf die Blase oder den Enddarm über oder geht über die Grenzen des kleinen Beckens hinaus. Oder er bildet Metastasen in anderen Organen.

Eine Metastasierung von Gebärmutterhalskrebs auf dem Lymphweg erfolgt recht früh und vor allem ins Beckenbindegewebe und die Beckenlymphknoten. Später streut der Tumor auch Krebszellen über die Blutbahn vorwiegend in die Leber, Lunge und ins Skelett.

Gebaermutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs wird in vier Stadien eingeteilt. Foto: Adobe Stock, (c) ellepigrafica

Vorstufen: Gebärmutterhalskrebs erkennen

Während im Vergleich zu anderen Karzinomen Gebärmutterhalskrebs in den westlichen Industrieländern relativ selten vorkommt, treten seine Vorstufen, sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), viel häufiger auf als der Krebs selbst. Und zwar oft schon bei sehr jungen Frauen. Je nach Schweregrad unterscheidet man leichte (CIN I) und mittelschwere (CIN II) Dysplasien, die sich in den allermeisten Fällen von selbst zurückbilden sowie schwere Dysplasien (CIN III), die in 70 % zu einem invasiven Karzinom führen.

Der Diagnose von Gebärmutterhalskrebs bzw. CIN dient vor allem der nach seinem Entwickler, dem griechischen Arzt Dr. George Papanicolaou, benannte PAP-Test. Bei diesem “Krebsabstrich“ entnimmt der Frauenarzt nach schmerzloser Auseinanderdehnung der Scheide durch Spekula (Handspiegel) mit einem kleinen Bürstchen, Spatel oder Wattestäbchen oberflächliche Zellen vom Gebärmutterhals und Muttermund. Sie werden im Labor untersucht, um Abweichungen vom normalen Zellbild zu erkennen.

Bei der Untersuchung zur Entnahme des Abstrichs begutachtet der Gynäkologe auch gleich die Scheide und den Muttermund. Und er beurteilt die Beweglichkeit und Konsistenz der Zervix mittels Tastuntersuchung. Ergänzend kann er eine Kolposkopie (Scheidenspiegelung), eine Betrachtung des Muttermundes mit dem Kolposkop, einer Vergrößerungslupe mit Lichtquelle, durchführen, um dort auch kleinste Gewebedefekte bzw. Veränderungen der oberflächlichen Zellen frühzeitig zu erkennen. Ein Großteil der Frauen mit Zervixkarzinom hat es verabsäumt, die letzten fünf Jahre vor der Krankheitsentstehung oder überhaupt solche Krebsvorsorgeuntersuchungen, v. a. den PAP-Abstrich, wahrzunehmen.

Zeigt der PAP-Abstrich Auffälligkeiten, kann es sinnvoll sein, zu überprüfen, ob eine Infektion mit humanen Papillomviren vorliegt. Die Kombination aus Virusnachweis, gynäkologischem Befund und PAP-Abstrich-Ergebnis hilft dabei, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs individuell abzuschätzen.

Den Krebsabstrich führt deine Frauenärztin bei deinem Kontrollbesuch durch. Foto: Adobe Stock, (c) Iryna

Cervixkarzinom PAP 1 bis PAP 5

Die beim Krebsabstrich entnommenen Zellen werden je nach ihrem Erscheinungsbild in Gruppen eingeteilt. Auch wenn sie nicht den ursprünglich von Papanicolaou eingeführten Kategorien entsprechen, bezeichnet man sie als PAP 0 bis PAP V. Das Erscheinungsbild der Zellen verrät, ob bzw. wie sehr sie sich in Richtung Gebärmutterhalskrebs verändert haben. Nach der festgestellten PAP-Gruppe richtet sich das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen.

Doch ist das Ergebnis eines PAP-Abstrichs nur dann aussagekräftig, wenn er nicht verunreinigt wird. Also wenn

  • er nicht während oder kurz nach der Monatsblutung durchgeführt wird. Es sollten mindestens fünf Tage zwischen Menstruationsende und Abstrich liegen.
  • mindestens drei Tage davor keine Vaginalcremes, Spermizide oder Gleitmittel verwendet wurden.
  • zwei Tage davor kein Geschlechtsverkehr stattgefunden hat.
PAP-Gruppe Bedeutung weitere Maßnahmen
0 nicht beurteilbarer Befund Abstrich in 2 Wochen
I normales Zellbild, eventuell leichte Entzündungszeichen Abstrich in 1 Jahr
II harmlose entzündliche/degenerative Veränderungen; Abstrich in 1 Jahr, ev.
HPV-assoziierte Veränderungen ohne weitere Auffälligkeiten in 6 Monaten
III unklarer Befund: stärker ausgeprägte entzündliche/degenerative erneuter Abstrich, HPV-Test
Veränderungen, Karzinom nicht ausgeschlossen Kolposkopie & ev. Biopsie,
III D leichte bzw. mäßige Zellveränderungen (Neoplasien) erneuter Abstrich,
Kolposkopie & ev. Biopsie
III G Auffällige Drüsenzellen des Gebärmutterhalskanals oder der Kolposkopie & Biopsie,
Gebärmutterschleimhaut Kürettage, vaginaler Ultraschall
IVa mäßige bis schwere Neoplasien oder ein Carcinoma in situ Kolposkopie & Biopsie,
(auf Ursprungsort begrenztes Karzinom), keine Anzeichen für ein Konisation
sich ausdehnendes Karzinom
IVb schwere Neoplasien, invasives Karzinom nicht ausgeschlossen Kolposkopie & Biopsie,
Konisation
V Gebärmutterhalskrebs-Zellen sofortige Kolposkopie & Biopsie
bzw. Kürettage

Ein auffälliger Krebsabstrich ist nicht immer gleich ein Grund zur Panik. Er kann durch eine Infektion zustande gekommen sein, die vor der Auswertung des Abstrichs behandelt gehört hätte. Auch kann bei der Durchführung des Abstrichs oder im Labor ein Fehler passiert sein. Oder es handelt sich um leichte Zellveränderungen wie zervikale intraepitheliale Neoplasien.

Verdacht auf Cervixkarzinom – was folgt nun?

Dem PAP-Test sollte sich ab dem Beginn sexueller Aktivitäten jede Frau einmal jährlich unterziehen. Denn der PAP-Abstrich stellt die wichtigste Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs dar. Er hat zum Ziel, zervikale intraepitheliale Neoplasien rechtzeitig zu entdecken. Noch bevor daraus ein Cervixkarzinom entsteht. Durch die Einführung des Krebsabstrichs konnte die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs und damit die Sterblichkeit an diesem Karzinom reduziert werden. Infolge der dadurch möglichen Früherkennung verbesserten sich die Heilungschancen der daran erkrankten Frauen.

Ergibt sich aufgrund der gynäkologischen Untersuchungen bzw. des zytologischen PAP-Befundes der Verdacht auf eine Krebsvorstufe oder einen Gebärmutterhalskrebs, müssen die Zervixzellen zur Sicherung der Diagnose noch unter dem Mikroskop histologisch (feingeweblich) beurteilt werden. Zu diesem Zweck erfolgt mit einer kleinen, speziellen Zange eine Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) an der auffälligen Stelle. Der Befund verrät, welcher Schweregrad einer Vorstufe oder welche Art von Gebärmutterhalskrebs vorliegt.

Ist eine gezielte Biopsie nicht möglich, etwa bei Verdacht auf krebsartige Veränderungen im nicht einsehbaren Teil des Gebärmutterhalskanals, kann eine sogenannte diagnostische Konisation erfolgen. So bezeichnet man das Herausschneiden eines kegelförmigen Stücks aus Muttermund und Gebärmutterhals zwecks anschließender histologischer Beurteilung. Sie wird meist mit einer Kürettage (Ausschabung) der Zervix kombiniert.

Cervixcarcinom Staging

Bestätigt sich der Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs, gilt es festzustellen, in welchem Stadium er sich befindet. Das heißt, wie groß der Tumor ist, wie weit er sich ausgebreitet hat und ob er bereits Krebszellen in Lymphknoten oder auch andere Organe gestreut hat, also Tochtergeschwülste (Metastasen) da sind. Für dieses Staging, das der optimalen Behandlungsplanung dient, können Untersuchungen erfolgen wie

  • ein transvaginaler Ultraschall per in die Scheide eingeführter Sonde, bei der der Gynäkologe außer Muttermund und Gebärmutterhals den Gebärmutterkörper und die Eierstöcke begutachtet.
  • eine Computertomografie (CT) des Brust- und Bauchraums oder PET-, eine Kombination aus PET (Positronen-Emissions-Tomografie) und CT. Bei letzterer reichert sich eine intravenös gespritzte Substanz im Tumorgewebe an und markiert es farblich.
  • eine Magnetresonanztomografie des Beckens, die eine Beurteilung der Größe des Tumors und seiner Beziehung zu den benachbarten Organen ermöglicht (z. B. ist er ins Beckenbindegewebe eingewachsen?).
  • eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Leber
  • ein Thoraxröntgen
  • eine Blasen bzw. Darmspiegelung zur Klärung der Frage, ob das Cervixkarzinom in Blase oder Mastdarm eingewachsen ist.
  • bei Verdacht, dass sich Krebszellen auf andere Organe ausgebreitet haben, weitere organspezifische Untersuchungen.
  • eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) oder Laparotomie (Bauchschnitt) zwecks operativem Staging ermöglicht die Entnahme von Gewebeproben, verdächtigen Lymphknoten oder auch des Tumors bzw. der Gebärmutter.
  • Bluttests zur Abschätzung des allgemeinen Gesundheitszustands und der Organfunktionen (z. B. Nierenwerte)
  • eine Bestimmung sogenannter Tumormarker wie Tumorantigen SCC (squamous cell carcinoma antigen, Plattenepithelkarzinom-Antigen), CEA (carcinoembryonic antigen), CA 125 (Cancer-Antigen 125) oder NSE (neuron-specific enolase)

Zur Diagnosestellung eignet sich die Messung von Tumormarkern allein allerdings nicht. Denn sie kommen nicht bei jeder Frau mit Cervixkarzinom vor, hingegen manche auch bei gesunden Frauen. Sie haben eher Bedeutung in der Tumornachsorge. Denn bei regelmäßiger Kontrolle geben sie Auskunft über den Krankheitsverlauf während der Therapie bzw. helfen, ein Rezidiv (Wiederauftreten des Tumors) frühzeitig zu erkennen.

Gebärmutterhalskrebs Endstadium

Ein Cervixkarzinom entwickelt sich meist langsam über Vorstufen und verursacht daher in seinen frühen Stadien oft keine Symptome. Darum kommt es recht spät zu Beschwerden wie

  • vor allem unabhängig von der Regelblutung oder in der Menopause auftretende vaginale Blutungen oder Schmierblutungen, z. B. nach Geschlechtsverkehr, Fahrradfahren, hartem Stuhlgang
  • schleimiger, eitriger oder übelriechender Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen im Unterbauch oder an der Lendenwirbelsäule bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs
  • Veränderungen von Harn oder Stuhl, Verstopfung oder Schmerzen beim Wasserlassen und Stuhlgang im sehr fortgeschrittenen Stadium, wenn das Zervixkarzinom in umliegende Organe einbricht
  • eine unerklärliche Gewichtsabnahme
  • ein- oder beidseitige auffällige Beinschwellungen

Die Prognose von fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs ist eher schlecht. Trotz Therapien verstirbt etwa ein Drittel der Frauen mit Cervixkarzinom.

Gebärmutterhalskrebs Behandlung

Die Wahl der Therapiemethode(n) bei Gebärmutterhalskrebs richtet sich nach dem Erkrankungsstadium, dem Alter und sonstigem gesundheitlichen Zustand der Patientin und berücksichtigt zudem, wenn möglich, ob ein Kinderwunsch besteht.

In frühen Stadien empfehlen Experten eine Operation, bei fortgeschrittenem Cervixkarzinom eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie.

HPV Impfung

Seit 2006 besteht in Österreich die Möglichkeit, eine zweiteilige HPV-Impfung in Anspruch zu nehmen. Sie soll idealerweise vor Eintritt ins sexuell aktive Alter erfolgen, schützt jedoch nur vor Infektionen mit denjenigen HPV-Typen, die im Impfstoff enthalten sind. Derzeit sind hierzulande drei Impfstoffe zugelassen, die vermutlich zu 100 % für etwa 10 Jahre, möglicherweise auch lebenslang Impfschutz bieten. Einer davon umfasst zwei (16, 18), der andere vier (6, 11, 16, 18), der dritte neun (6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58) HPV-Typen. Letzterer kommt hauptsächlich zum Einsatz.

Die HPV-Impfung ist auch bei einer bereits bestehenden HPV-Infektion sinnvoll. Sie beeinflusst diese zwar nicht, schützt aber vor einer neuen Ansteckung. Positiver Nebeneffekt: Sie scheint auch vor anderen durch HPV ausgelösten bösartigen Neubildungen auf der Vulva, Scheide, dem Afters, Penis, Kehlkopf und Mundrachen zu schützen.

Doch Vorsicht! Die HPV-Impfung bietet keinen absoluten Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs, weil sie nur gegen die im jeweiligen Impfstoff enthaltenen HPV-Typen wirkt. Auch geimpfte Frauen dürfen daher nicht auf die regelmäßige gynäkologische Kontrolle inklusive Krebsabstrich verzichten!

Als eine weitere, weniger effektive Möglichkeit zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs gilt die Ausschaltung von Risikofaktoren. Das heißt, Kondom als Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten verwenden, nicht rauchen und den Intimbereich pflegen.

Gebärmutterhalskrebs

Eine HPV-Impfung sollte vor dem Eintritt ins Sexualleben erfolgen. Foto: Adobe Stock, (c) arcyto

Was kostet die Gebärmutterhalskrebs Impfung?

Die HPV Impfung ist Bestandteil des für Kinder kostenlosen österreichischen Impfprogramms, der die beiden HPV-Impfungen ab dem vollendeten 9. bis zum vollendeten 12. Lebensjahr im Abstand von sechs Monaten vorsieht.

Experten empfehlen die Impfung auch für ältere Mädchen und Buben bzw. Frauen und Männer im sexuell aktiven Alter (Hetero- und Homosexuelle). Denn wenn Männer auch kein Cervixkarzinom bekommen können, Feigwarzen und andere HPV-assoziierte Krebsarten schon. Deshalb gibt es an den öffentlichen Impfstellen der Bundesländer für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr Nachhol-Impfungen (“HPV Catch-up Impfungen“) zum vergünstigten Selbstkostenpreis, der pro Impfung zwischen 40 und 60 Euro beträgt.

Ab dem 15. Lebensjahr sind allerdings drei Teilimpfungen für einen ausreichenden Impfschutz notwendig. Die Kosten für den Neunfach-Impfstoff liegen bei rund 205 Euro pro Dosis.

Wo wird gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft?

Geimpft wird z. B. in den öffentlichen Impfstellen der Bundesländer:

• Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung 6 – Soziales und Gesundheit/Hauptreferat Gesundheit/Referat Sanitätsdirektion und Gesundheitsmanagement, Tel: 057-600/2334, E-Mail: post.a6-gesundheit@bgld.gv.at

• Magistrat der Stadt Villach, Gesundheitsvorsorge, 9500 Villach, Rathausplatz 1, Tel: 04242/205 2500, E-Mail: gesundheit@villach.at

• Magistrat der Stadt Klagenfurt, Gesundheit, 9020 Klagenfurt, Bahnhofstraße 35/2, Tel: 0463/537-4881, 4882, 4653 oder 4657, E-Mail: amtsarzt@klagenfurt.at

• Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Gesundheit, 3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Tel: 02742/9005-12906, E-Mail: post.gs1@noel.gv.at

• Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten, Gesundheit, 3100 St. Pölten, Rathausplatz 1, Tel: 02742/333-2500, E-Mail: rathaus@st-poelten.gv.at

• Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Gesundheit, Bezirkshauptmannschaften OÖ, Bahnhofplatz 1, 4021 Linz, Tel: 0732/7720-14201, E-Mail: ges.post@ooe.gv.at

• Magistrat der Landeshauptstadt Linz, Gesundheitsamt, 4041 Linz, Hauptstraße 1–5, Tel: 0732/7070, E-Mail: impfservice@mag.linz.at

• Amt des Landes Salzburg, Landessanitätsdirektion, 5020 Salzburg, Sebastian-Stief-Gasse 2, Tel: 0662/8042-2310, E-Mail: heidelinde.neumann@salzburg.gv.at

• Magistrat der Stadt Salzburg, Sicherheit & Gesundheit, 5020 Salzburg, Schwarzstraße 44, Tel: 0662/8072-4814, 4823, 4815 oder 4816, E-Mail: gesundheitsamt@stadt-salzburg.at

• Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Landessanitätsdirektion, 8010 Graz, Friedrichstraße 9, Tel: 0316/877 3577, E-Mail: gesundheit@stmk.gv.at

• Impfstelle des Gesundheitsamtes Graz, 8010 Graz, Schmiedgasse 26, Tel: 0 316 872-3222, 3223 oder 3224

• Amt der Tiroler Landesregierung, Sanitätsdirektion, 6020 Innsbruck, Bozner Platz 6/III. Stock, Tel: 0512/508-2842, E-Mail: sanitaetsdirektion@tirol.gv.at

• Amt der Vorarlberger Landesregierung, Sanitätsangelegenheiten, 6901 Bregenz, Landhaus Bregenz, Tel: 05574/511 24405, E-Mail: gesundheitsdienst@vorarlberg.at

• Magistrat der Stadt Wien, MA 15 – Gesundheitsdienst der Stadt Wien, 1030 Wien, Thomas-Klestil-Platz 8/2, Tel: 01/4000-8015, E-Mail: post@ma15.wien.gv.at

Doch gibt es auch viele andere Bezirkshauptstellen dafür. Und zahlreiche Kinderärzte und Allgemeinmediziner, die innerhalb der empfohlenen Altersgrenzen kostenlos im Rahmen des Kinderimpfkonzepts gegen HPV impfen. Außerdem führen Schulärzte – vorzugsweise in der 4. Klasse – HPV-Impfaktionen durch. Und viele Gynäkologen bieten die HPV-Impfung an.

Cervixkarzinom operieren

Eine Operation zielt auf die vollständige Entfernung des gesamten Tumorgewebes ab, um eine langfristige Heilung zu erreichen. Daher ist sie vor allem in frühen Stadien von Gebärmutterhalskrebs sinnvoll. Welche Methode dabei zum Einsatz kommt und welchen Umfang die Operation annimmt, richtet sich vor allem nach der Ausbreitung des Tumors.

Befinden sich festgestellte Neoplasien bereits in weiter fortgeschrittenem Stadium und/oder bilden sie sich nicht zurück, wird eine Konisation durchgeführt. Ebenso bei kleineren Tumoren. Dabei entfernt der Gynäkologe einen kegelförmigen Teil des Gebärmutterhalses. Mit einem Saum aus gesundem Gewebe zur Sicherheit. Zusätzlich erfolgt eine Kürettage der Zervix, um sicherzugehen, dass keine Krebszellen im Gebärmutterhals verbleiben.

Reicht eine Konisation zur Beseitigung des gesamte Tumorgewebes nicht aus, steht eine sogenannte Trachelektomie zur Debatte. Dabei entfernt der Frauenarzt einen Großteil des Gebärmutterhalses, belässt jedoch den Gebärmutterkörper und die obersten 5 mm der Zervix.

Bei größeren Tumoren muss meist die ganze Gebärmutter, falls nötig samt einiger Lymphknoten, weg. Bei weitreichender Ausdehnung des Karzinoms erfolgt eine sogenannte radikale Hysterektomie (Wertheim-Meigs-Operation), bei der zusätzlich Teile der Scheide oder die Haltebänder der Gebärmutter, seltener auch Eierstöcke und Eileiter entfernt werden.

Chemotherapie bei Cervixkarzinom

Chemotherapie spielt als alleinige Behandlung von Gebärmutterhalskrebs kaum eine Rolle, wird jedoch zur Therapie von Rezidiven (Rückfällen) eingesetzt. Vor allem, wenn Metastasen vorhanden sind, denn die dazu verwendeten Zytostatika erreichen Krebszellen im ganzen Körper. Da sie jedoch auf alle sich schnell teilenden Zellen einwirken, schädigen sie nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesundes Gewebe.

Auch wenn der Gebärmutterhalskrebs fortgeschritten und nicht operabel ist, kann eine Chemotherapie eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern. Dieses Downstaging kann die Bedingungen vor einer Operation verbessern.

Strahlentherapie bei Cervixkarzinom

Bestrahlungen – durchgeführt über einen bestimmten Zeitraum, in mehreren Sitzungen – kommen zum Einsatz, wenn eine Operation nicht möglich oder nicht sinnvoll ist – etwa aufgrund eines schlechten Gesundheitszustandes oder einer zu großen Tumorausbreitung, um das Tumorwachstum zu bremsen, eine weitere Ausbreitung des Cervixkarzinoms zu verhindern, die Überlebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern. Sie können zum Beispiel Schmerzen oder Scheidenblutungen eindämmen

Doch erfolgen sie auch als sogenannte adjuvante Strahlentherapie im Anschluss an eine Operation, um einen langfristigen Behandlungserfolg, im günstigsten Fall eine Heilung, zu erreichen, indem sie Krebszellen zerstört. Die energiereichen (ionisierenden) Strahlen schädigen den Kern der Zellen, sodass sie sich nicht mehr teilen, d. h. sich nicht vermehren können.

In fortgeschrittenen Stadien kann Gebärmutterhalskrebs auch durch eine alleinige Strahlentherapie behandelt werden. Die größeren, auf angrenzendes Gewebe übergreifenden Tumore erhalten dabei eine Kombination aus Außenbestrahlung (Teletherapie) und Innenbestrahlung (Brachytherapie) mittels in die Scheide eingebrachter Strahlungsquelle.

Um die Heilungschancen zusätzlich zu verbessern, wird die Strahlentherapie jedoch fast immer mit einer Chemotherapie kombiniert. Es findet also eine sogenannte Radiochemotherapie statt.

Gebärmutterhalskrebs und Fruchtbarkeit

Eingriffe wie eine Konisation oder Trachelektomie schränken die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, meistens nicht ein. Allerdings ist das Risiko für eine Frühgeburt erhöht. Musste jedoch die gesamte Gebärmutter entfernt werden, ist keine Schwangerschaft mehr möglich.

Eine Strahlen- und Chemotherapie wirkt sich auch auf die Fruchtbarkeit aus, denn die Behandlungen greifen außer dem Tumorgewebe auch gesunde Zellen an. Zerstören etwa möglicherweise die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke. Der dadurch bedingte Mangel an Hormonen versetzt jüngere Frauen vorzeitig in die Wechseljahre. Sie leiden dann an typischen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen.

Gebärmutterhalskrebs Nachsorge

Eine Tumornachsorge dient der Bekämpfung therapie- oder tumorbedingter Beschwerden, der psychologischen Betreuung und der Entdeckung von Tumorrezidiven. Sie umfasst eine

  • Befragung bezüglich Symptomen wie Blutungen, Schmerzen, Atembeschwerden, Gewichtsveränderungen, Problemen bei Harn- und Stuhlgang etc.
  • körperliche Untersuchung mit Abtastung der Lymphknoten in der Leiste und am Schlüsselbein
  • Entnahme eines Krebsabstrichs
  • Ultraschalluntersuchung über die Scheide
  • Bestimmung der Tumormarker
  • Computertomografie

Die zeitlichen Intervalle dieser Checks betragen zunächst drei, später sechs Monate und ab dem sechsten Jahr nach Therapieende ein Jahr. Da Zervixkarzinome sehr spät wieder auftreten können, erstreckt sich die Nachsorge üblicherweise über mindestens zehn Jahre nach der Ersttherapie.

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