Prämenstruelles Syndrom (PMS): Welche Symptome sind typisch?

Prämenstruelles Syndrom (PMS) Frau mit Schmerzen auf Sofa

Beim prämenstruellen Syndrom (PMS) können sowohl körperliche als auch psychische Symptome auftreten. Foto: Adobe Stock, (c) gstockstudio

Jeden Monat dasselbe – schon an den “Tagen vor den Tagen“ kommt es zu allerlei Beschwerden, die Mediziner prämenstruelles Syndrom (PMS) nennen. Wie etwa Schmerzen, Übelkeit und schlechte Laune. Gefährlich ist das PMS nicht. Belastend aber allemal. Mit welchen Symptomen es sich zeigt und was dagegen hilft, das verraten wir hier.

Was bedeutet prämenstruelles Syndrom?

Als prämenstruelles Syndrom oder kurz PMS bezeichnet man mehr oder weniger regelmäßig wiederkehrende körperliche und seelische Beschwerden, die bei Frauen im gebärfähigen Alter einige Zeit vor der Monatsblutung auftreten. Dabei handelt es sich um keine Krankheit im klassischen Sinne.  Sie ist daher durch eine medizinische Behandlung auch nicht “heilbar“.

Wann tritt ein prämenstruelles Syndrom auf?

Das PMS stellt sich einige Tage bis zu zwei Wochen vor der Monatsblutung ein. Also in der Zeit zwischen dem Eisprung und der Menstruation. Vermutlich (unter anderem) aufgrund der hormonellen Umstellung während der zweiten Zyklushälfte. Die Beschwerden klingen mit dem Einsetzen der Blutung meist wieder ab. Doch können sie auch noch die ersten Tage der Periode andauern.

Woran erkennt man ein prämenstruelles Syndrom? Symptome

Die Beschwerden treten typischerweise in den Tagen vor der Regelblutung auf. Sie variieren in ihrem Vorkommen, Schweregrad und ihrer Anzahl von Frau zu Frau. Dabei handelt es sich um körperliche und/oder psychische Symptome. Bei manchen Frauen sind diese so stark ausgeprägt, dass sie ihre normalen Alltagsaktivitäten kaum ausführen können.

Welche körperlichen Symptome treten beim PMS auf?

Das PMS ist oft verbunden mit

  • Ödemen, d.h. Wasseransammlungen, etwa in den Händen, Füßen oder im Gesicht bzw. an den Lidern
  • einer Gewichtszunahme infolge von Wasseransammlungen
  • Unterleibskrämpfen oder Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen oder Migräneanfällen
  • Rückenschmerzen
  • einer insgesamt erhöhten Schmerzempfindlichkeit
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Müdigkeit und Erschöpfungszuständen
  • einer Mastodynie, d.h. erhöhten Berührungsempfindlichkeit, Spannungsgefühlen und Schwellungen der Brüste
  • Heißhungerattacken oder Appetitlosigkeit
  • Verdauungsproblemen wie z. B. Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit oder Völlegefühl
  • Kreislaufbeschwerden, Schwindel oder Ohnmachten
  • Schlafstörungen
  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • unreine Haut, Pickel

Welche psychischen Symptome treten beim PMS auf?

Oft geht das PMS (auch) mit seelischen Unpässlichkeiten einher. Wie etwa mit

  • starken Stimmungsschwankungen
  • Antriebslosigkeit
  • innerer Unruhe und Nervosität
  • Reizbarkeit und Aggressivität
  • einem verminderten Selbstwertgefühl
  • einer Überempfindlichkeit, Niedergeschlagenheit oder grundlosem Weinen
  • Depressionen
  • Angstzuständen oder auch Panikattacken
  • Konzentrationsstörungen
  • Gefühlen von Überforderung und Kontrollverlust
  • einer erhöhten Sensibilität gegenüber Reizen wie z. B. Licht, Berührung, Lärm oder Geruch

Die körperlichen Beschwerden erleben viele Frauen zwar als belastend, doch leiden sie vor allem, wenn es zu psychischen Begleiterscheinungen des PMS kommt. Denn die können zu Konflikten in Partnerschaft, Familie und Beruf führen.

Übrigens: Ein stark ausgeprägtes prämenstruelles Syndrom, bei dem schwere psychische Symptome wie z. B. Depressionen oder Angstzustände dominieren, bezeichnen Mediziner als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS).

Prämenstruelles Syndrom

Bauchschmerzen, unreine Haut und Schlafprobleme: Diese Symptome kann PMS hervorrufen. Foto: Adobe Stock, (c) nenetus

Wie lindert man ein prämenstruelles Syndrom? Therapie

Genauso individuell wie die Symptomatik des PMS gestaltet sich seine Behandlung. Da nicht alles bei jeder Frau gleich gut wirkt, bleibt es den Frauen nicht erspart herauszufinden, was ihnen persönlich am besten hilft.

Am besten ist, es zunächst mit einer Änderung des Lebensstils zu versuchen. Denn das hat – anders als Medikamente – keine unerwünschten Nebenwirkungen. Und genügt in einem Teil der Fälle, um die Symptomatik zum Verschwinden zu bringen oder sie wenigstens deutlich zu bessern. Wie etwa mit

  • Bewegung, die insbesondere bei Wassereinlagerungen hilft, weil dann das Wasser schneller abtransportiert wird. Auch fördert Ausdauersport die Durchblutung und lindert Gebärmutterkrämpfe, sodass Bauch- oder auch Rückenschmerzen nachlassen. Und setzt “Glückshormone“ frei, die Stimmungsschwankungen entgegenwirken.
  • zucker- und salzarmer, aber vitamin- und mineralstoffreicher Ernährung. Das heißt, mit einer vorwiegend vegetarischen Kost mit ausreichend ungesättigten Fettsäuren, wie man sie in fetten Fischen wie Lachs und Makrele findet.
  • dem Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Koffein
  • Stressabbau, z. B. mit Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Qi Gong oder Meditationen
  • genügend Schlaf
  • Wärmflaschen gegen Bauchkrämpfe

Prämenstruelles Syndrom: Wann zum Arzt?

Halten sich trotz Lebensstilmodifikationen und Hausmittel die Beschwerden hartnäckig, ist der Gang zum Frauenarzt angesagt. Auch dann, wenn nicht sicher ist, woher sie wirklich rühren. Er kann andere Ursachen für die Symptome wie z. B. eine Endometriose, Pillenunverträglichkeit, eine Schwangerschaft, beginnende Wechseljahre oder auch Schilddrüsenerkrankungen ausschließen.

Wobei es sich bei “prämenstruelles Syndrom“ um eine sogenannte Ausschlussdiagnose handelt. Das heißt, sie wird gestellt, wenn sich für das Beschwerdebild keine andere, medizinische Ursache finden lässt. Das ist aufgrund der Vielfalt der Symptome sowie ihrer Unterschiedlichkeit hinsichtlich Art und Stärke nicht immer leicht. Auch können sowohl körperliche als auch psychische Symptome im Vordergrund stehen.

Um die zeitliche Abhängigkeit der Beschwerden vom Menstruationszyklus zu belegen, ist es wichtig nachzuweisen, dass ein symptomfreies Intervall von mindestens einer Woche in der ersten Zyklushälfte vorliegt. Das gelingt am besten, wenn die Patientin ein Regel- bzw. Symptomtagebuch über mindestens zwei bis drei Monate führt, in dem sie die Beschwerden, deren Stärke und zeitliches Auftreten im Zyklus sowie was sie verstärkt und was sie bessert, notiert. So lässt sich die Behandlung auf die kritischen Tage abstimmen.

Prämenstruelles Syndrom

Können Hausmittel die Beschwerden nicht lindern, solltest du einen Frauenarzt aufsuchen. Foto: Adobe Stock, (c) rh2010

Wie behandelt der Arzt ein prämenstruelles Syndrom?

Handelt es sich tatsächlich um ein prämenstruelles Syndrom, kann der Arzt je nach Beschwerdebild und Schweregrad der Symptome Medikamente verschreiben. Dazu gehören

Hormone wie

  • das Gelbkörperhormon Progesteron, das vor den beschwerdeträchtigen Tagen in Form von Tabletten oder Scheidenzäpfchen verabreicht oder als langwirksame Substanz alle zwei oder drei Monate gespritzt wird.
  • Ovulationshemmer (“Antibabypille“), die die Produktion bestimmter körpereigener Hormone unterdrücken.
  • GnRH-Analoga (Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga), wenn andere Therapien nicht fruchten. Sie ahmen die Wirkung des körpereigenen Hormons GnRH nach, führen eine Art “künstliche Wechseljahre“ herbei, bekämpfen hauptsächlich die körperlichen Beschwerden und sind mit Nebenwirkungen in Form von typischen Wechseljahresbeschwerden behaftet.

Diuretika (Entwässerungsmittel) gegen Wassereinlagerungen und Spannungsgefühle in den Brüsten.

Schmerzmittel

Stehen psychische Beschwerden im Vordergrund, sollte ein Psychiater andere Ursachen ausschließen bzw. kann bei einer prämenstruellen dysphorischen Störung gegebenenfalls Antidepressiva verschreiben. Dann kann auch eine kognitive Verhaltenstherapie bei einem Psychotherapeuten hilfreich sein, um belastende Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verändern.

Sind schwere Symptome mit anderen Methoden nicht in den Griff zu kriegen, kann als letzter Ausweg eine chirurgische Entfernung der Eierstöcke (bilaterale Ovarektomie) erfolgen, weil es dadurch nicht mehr zu einem Menstruationszyklus kommt. Allerdings ist bis dann zum Erreichen des Menopausenalters eine Hormonersatztherapie angezeigt. Sonst stellt sich ein verfrühter Wechsel ein.

PMS: Welche Hausmittel helfen?

Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel stehen im Ruf, einige Symptome des PMS zu lindern. Ihr Nutzen ist zwar wissenschaftlich umstritten, doch schwören manche Frauen auf Präparate mit

  • Kalzium, das gegen Kopfschmerzen und Migräne helfen soll.
  • Vitamin B6, das allerdings nicht überdosiert werden darf, weil es sonst die Nerven schädigt.
  • Magnesium, dem schmerzlindernde, psychisch stabilisierende sowie vorbeugende Effekte gegen Krämpfe und Migräneattacken zugeschrieben werden.
  • Chrom, Kupfer und Mangan, an denen es Frauen mit PMS laut Mikronährstofftherapeuten mangeln soll.
  • Omega-3-Fettsäuren.

Auch die Homöopathie hält ein paar Mittel bereit, um dem prämenstruellen Syndrom beizukommen. Beispielsweise soll Calcium carbonicum gegen Wassereinlagerungen und geschwollene Brüste helfen, Pulsatilla gegen Traurigkeit mit häufigem Weinen, Natrium muriaticum gegen Gereiztheit, Empfindlichkeit und Weinen sowie Cyclamen gegen schmerzhaft geschwollene Brüste und migräneartige Kopfschmerzen. Welches Homöopathikum sich für welche Frau eignet, entscheidet am besten ein in Homöopathie kundiger Arzt.

Zudem gibt es Heilpflanzen, die – meist als Tee getrunken – dem weiblichen Unterleib guttun wie z. B. die Traubensilberkerze, die Schafgarbe, der Frauenmantel, der Mönchspfeffer oder auch der sibirische Rhabarber. Und solche, die die Stimmung heben wie beispielsweise Johanniskraut oder gegen Schlafprobleme und nervöse Unruhe helfen wie Baldrian, Lavendel, Hopfen und Melisse.

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