Was braucht man um ein Startup zu gründen?

Startup gründen
Sie möchten wissen, was sie beim Startup Gründen alles beachten müssen? Foto: Adobe Stock; (c) Tierney

Sie möchten ein Startup gründen, wissen aber nicht, wie Sie dabei vorgehen sollen und was Sie alles beachten müssen? Dann kann Ihnen unsere Startup-Gründer-Checkliste mit 9 Tipps zur Gründung weiterhelfen.

Startup gründen: 9 Tipps um mit der eigenen Firma durchzustarten

Wer wäre nicht gerne sein eigener Chef, der mit einer guten Idee im Handumdrehen reich wird? Frei nach den erfolgreichen Vorbildern Steve Jobs (Apple), Mark Zuckerberg (Facebook) oder Dietrich Mateschitz (Red Bull). Ein eigenes Startup zu gründen, klingt recht verlockend. Doch die Zuckerseiten eines Startups sind lediglich die Spitze des Eisbergs. Dahinter verbirgt sich viel harte Arbeit, eine konkrete Strategie und jede Menge Durchhaltevermögen. Viele Gründer scheitern und treiben sich damit oftmals sogar in den finanziellen Ruin. Selten liegt es an der Idee, sondern vielmehr an der mangelhaften Umsetzung. Damit Ihr Startup kein Bauchfleck mit Ansage wird, sondern realistische Chancen hat, auf dem Mark zu reüssieren, sollten Sie folgende 9 Tipps beherzigen.

#1. Startup mit guter Idee gründen

Eine gute Idee ist der unausweichliche Ausgangspunkt für die Gründung eines erfolgreichen Startups. Ihre Geschäftsidee muss Mitarbeiter und Kunden begeistern können. Damit Sie sich auf dem Mark gegenüber der Konkurrenz durchsetzen können, müssen Sie sich stets fragen: „Gibt’s das eigentlich schon?“ In gefühlt 9 von 10 Fällen müssen Gründer diese Frage bejahen. Das heißt aber nicht automatisch, dass Sie Ihre Idee verwerfen sollten. Denn solange die Idee einen Unique Selling Point (USP) besitzt, also ein Alleinstellungsmerkmal, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine vielversprechende Geschäftsidee. Einen USP zu haben heißt aber nicht, dass Sie das Rad komplett neu erfinden müssen. Seien Sie einfach besser, hochwertiger, schöner, schneller, biologischer, praktischer oder einfach nur günstiger als die Konkurrenz. Entscheidend ist, dass Ihr Unternehmen einen wesentlichen Aspekt anders macht. Noch größer sind Ihre Erfolgschancen selbstverständlich, wenn sie eine konkrete Marktlücke erkannt haben und diese mit Ihrem Produkt bzw. Ihrer Dienstleistung füllen können.

#2. Besitzen Sie die nötige Leidenschaft und Risikobereitschaft?

Nicht jeder Mensch ist dazu geeignet, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Um ein erfolgreiches Startup gründen zu können, muss man eine ganze Reihe spezieller Attribute mitbringen. Ohne Leistungs- und Risikobereitschaft geht normalerweise gar nichts. Leistungsbereitschaft bringt ein Gründer normalerweise automatisch mit, wenn genügend Leidenschaft für die eigene Idee vorhanden ist. Die Bereitschaft, Risiken – auch finanzielle – einzugehen, ist aber mindestens genauso wichtig. Auch eine hohe Belastbarkeit (besonders in der Anfangsphase) und die Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren, sind für Unternehmensgründer essentiell.

#3. Hat Ihr Unternehmen das nötige Know-How?

Ein Grundsatz bei der Startup Gründung lautet: Alles, wozu Sie nicht selbst fähig sind, muss ein anderer in Ihrem Team können. Kein Gründer der Welt kann alle essentiellen Bereiche abdecken. Die Zusammenstellung des Gründerteams ist damit eine der wichtigsten Komponenten für den späteren Unternehmenserfolg und die mitunter größte Herausforderung in der Gründungsphase. Denn nicht nur Kompetenz aller Beteiligten, sondern auch deren Identifikation mit der Idee und ein gesundes Arbeitsklima müssen vorhanden sein. Jegliches Know-How, das dem Gründerteam fehlt, muss über externe Partner abgedeckt werden.

#4. Startup mit der richtigen Rechtsform gründen

Die richtige Rechtsform für die Gründung Ihres Startups zu finden ist eine der schwierigsten Entscheidungen. Welche Rechtsform sich für ein Unternehmen am besten eignet, hängt nämlich vom jeweiligen Einzelfall ab. Für gewerbliche Startups stehen prinzipiell drei Rechtsformen zur Verfügung:

  • Einzelunternehmen und Personengesellschaften (z. B.: Offene Gesellschaft und Kommanditgesellschaft)
  • Kapitalgesellschaft (Aktiengesellschaft und Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  • Mischformen (GmbH & Co. KG)

Aus steuerlicher Sicht ist das K.o.-Kriterium die Höhe des zu versteuernden Jahreseinkommens. Der Gewinn von Einzelunternehmen ist der Einkommensteuer (ESt) unterworfen. Selbiges gilt für Personengesellschaften, bei denen der Gewinn auf die einzelnen Gesellschafter verteilt wird (sofern es sich dabei um natürliche Personen handelt). Kapitalgesellschaften hingegen unterliegen mit ihrem Gewinn der sogenannten KÖSt (= Körperschaftsteuer). Des Weiteren regelt die Rechtsform diverse Haftungen und Entscheidungsbefugnisse. Die anfangs gewählte Rechtsform ist aber nicht in Stein gemeißelt, sondern kann sich laufend ändern und je nach Unternehmensgröße angepasst werden.

#5. Gedanken über die Finanzierung machen

Jedes Startup benötigt zu Beginn ein gewisses Grundbudget. Die meisten Gründer lassen zu Beginn eigene Ersparnisse ins Startup fließen. Andere Budget-Quellen sind KrediteGelder von Investoren, Business-Angels und Venture Capitalists oder stammen aus Crowdfunding-Töpfen. Um Kredite und Investoren-Gelder zu bekommen, muss die Idee aber entweder bahnbrechend sein, oder das Unternehmen bereits auf gesunden Beinen stehen und erste Erfolge aufweisen können. Wenn Sie sich vorab darüber Gedanken machen, wie viel Geld Sie anfangs benötigen, und welche Investitionen damit finanzierbar sein sollen, lässt sich besser abschätzen, wie groß die tatsächlichen Erfolgschancen sind. Diverse Gebühren, Mitarbeitergehälter, Marketingmaßnahmen sowie die Produktentwicklung verschlingen gerade zu Beginn Unmengen an Kapital. Erstellen Sie also einen konkreten Businessplan über Ihre Finanzen.

#6. Für eine professionelle Außendarstellung sorgen

#6.1 Öffentlichkeitsarbeit leisten

Besonders in der Startphase steht Öffentlichkeitsarbeit über allem. In dieser Phase sollten Sie viel kommunizieren, die Öffentlichkeit suchen und sich ihr präsentieren, die Geschäftsberichte veröffentlichen, den aktuellen Unternehmensstand erläutern und natürlich auch immer wieder um Feedback bitten. Geben Sie Ihrem Unternehmen auch unbedingt ein Gesicht, damit ihre Kunden die Menschen hinter dem Produkt kennenlernen und sich Ihr Start-up-Unternehmen aus der Masse der Mitbewerber abhebt. Interviews mit Journalisten und Bloggern, aber auch persönliche Aktivitäten in den sozialen Medien führen im besten Fall dazu, nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Grundlegende Gedanken sollten Sie sich außerdem über die Corporate Identity und das Corporate Design Ihres Startups machen. Eng mit diesen Punkten verknüpft ist zudem der Markenaufbau (Brand Management)

#6.2 Eine professionelle Website

Die Grundvoraussetzung für den Erfolg eines jeden Unternehmens ist ein Schaufenster im Internet: eine Website. Die Website Ihres Unternehmens sollte informativ, optisch ansprechend und userfreundlich gestaltet sein. Ein professioneller Internetauftritt weckt nicht nur Interesse, sondern schafft außerdem Vertrauen. Eine qualitativ hochwertige und professionell gestaltete Website können Sie sich bereits für rund € 890,- pro Jahr designen lassen. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Website auch für Handys, Smartphones und Tablets optimiert ist, ein SSL-Zertifikat hat, hochwertigen Inhalt bietet, über Suchmaschinen wie Google gefunden und zudem noch schnell geladen wird.

Mit Online-Marketing lässt sich die Bekanntheit steigern und man kann gezielt neue Kunden akquirieren. Foto: Adobe Stock; (c) fotomek

#7. Marketingmaßnahmen zur Kundengewinnung

Erfolgreiches Guerilla-Marketing ist natürlich der Idealfall, lässt sich aber nur selten in die Tat umsetzen. Deutlich erfolgsversprechender sind preiswerte Marketingmaßnahmen, die sich bereits bewährt haben. Vor allem digitales Online-Marketing bietet tolle Möglichkeiten für Gründer.

#7.1 Suchmaschinenwerbung (SEA)

Eine Website erstellen zu lassen und schließlich zu besitzen, ist stets erst der Anfang. Die schönste und informativste Website bringt nichts, wenn diese nicht auch gefunden und regelmäßig von Kunden besucht wird. Der einfachste und treffsicherste Weg, um Menschen auf Ihr Unternehmen aufmerksam zu machen, ist Suchmaschinenwerbung (SEA). Mit sogenannten Google Adwords – also Anzeigen auf Google – wird ihre Website für diverse branchenspezifische Suchanfragen auf Google automatisch ganz oben gelistet. Suchmaschinenwerbung garantiert hohe Sichtbarkeit über einen selbst definierten Zeitraum.

#7.2 Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Während Suchmaschinenwerbung kurzfristigen Erfolg verspricht, ist SEO auf langfristige Kundengewinnung ausgerichtet. Neben technischen Maßnahmen an der Website, die eine deutliche Verbesserung der Auffindbarkeit bedeuten, lautet das SEO-Zauberwort aber eindeutig Content-Marketing. Je hochwertiger der Content – also der Inhalt – Ihrer Website ist, desto weiter oben landet diese auf Google. Bereits für € 1.180,- lässt sich das Google-Ranking Ihrer Website langfristig und spürbar verbessern.

#7.3 Bekanntheit steigern & Auffindbarkeit im Internet erhöhen

Die Bekanntheit zu steigern ist nie verkehrt. Vor allem wenn das Unternehmen gerade erst neu gegründet wurde und noch völlig unbekannt ist. Ein guter und vor allem günstiger Weg, um das Unternehmen flächendeckend bekannter zu machen, ist die kostenlose Eintragung in sämtlichen gängigen Online- & Branchenportalen. Da das Eintragen und Warten all dieser Einträge sehr zeitaufwändig ist, können Sie das für € 590,- auch vom HEROLD übernehmen lassen.

#8. Markt und Konkurrenz im Detail kennen

Den eigenen Markt sollte das Gründerteam in- und auswendig kennen. Eine mangelhafte Marktanalyse ist einer der gravierendsten Fehler von Gründern und nicht selten für das Scheitern von Startups verantwortlich. Bei einer ordentlichen Marktanalyse dient die eigene Zielgruppe als Grundlage sämtlicher Überlegungen. Anschließend werden Marktgröße, Marktwachstum und Marktpotenzial mit der Zahl der Mitbewerber/Konkurrenzunternehmen in ein Verhältnis gesetzt. Die Markt- und Konkurrenzanalyse gibt außerdem Auskünfte über Stärken und Schwächen der Wettbewerber und zeigt zukünftige Branchentrends auf.

#9. Networking

Den wenigsten Startups gelingt es, gänzlich ohne Kontakte und Netzwerke voll durchzustarten. Gerade frische Unternehmen leben von neuen Kontakten, neuen Geschäftspartnern, aber auch von Kunden, die die Unternehmensidee verbreiten oder sogar mit eigenen Ideen und Wünschen bereichern. Gelegentlich gelingt es auch, diverse Synergien mit anderen Startups zu nutzen, oder zumindest Erfahrungen untereinander auszutauschen. Kontakte zu knüpfen und sie zu hegen und zu pflegen erfordert viel Geduld und Beharrlichkeit, führt in den meisten Fällen aber zu positiven Entwicklungen.

In diesem Sinne viel Erfolg! Wir brauchen auf diesem Planeten noch viele gute Ideen und erfolgreiche Startups.

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