Neurodermitis beim Baby – Symptome & Behandlung

Neurodermitis Baby: Bei Kindern sieht die Behandlung in erster Linie eine Linderung der Symptome vor. Wir geben Tipps. Adobe Stock, (c) Prostock-studio

Milchschorf, schuppende Haut und ein quälender Juckreiz: Neurodermitis ist eine der häufigsten Hauterkrankungen im Kindesalter. Was viele nicht wissen: Bei Säuglingen und Kleinkindern verläuft die Krankheit anders als eine Neurodermitis bei Erwachsenen. Wir haben recherchiert, wo Neurodermitis bei Babys beginnt, welche Körperstellen besonders stark betroffen sind, und was Eltern tun können, um die Krankheit in den Griff zu bekommen.

Neurodermitis beim Baby – was ist das?

Neurodermitis (auch atopische Dermatitis genannt) ist eine entzündliche Hauterkrankung, die schubweise verläuft und deren Hauptsymptome starker Juckreiz und rötlich-entzündete Hautstellen (Ekzeme) sind. Diese Symptome sind unabhängig vom Alter der Betroffenen. Neurodermitis bei Babys und Kleinkindern unterscheidet sich insofern von der Hauterkrankung bei Erwachsenen, als dass sich die Ekzeme häufig an anderen Stellen bilden.

Außerdem beginnt die Neurodermitis beim Baby häufig im Gesicht mit dem sogenannten Milchschorf. Hierbei handelt es sich um gelb-bräunliche, schuppende Krusten im Bereich von Stirn, Wangen und Kopfhaut in Verbindung mit einem juckenden Hautausschlag, der sich auch auf andere Körperteile erstrecken kann.

Übrigens: Milchschorf wird häufig mit dem sogenannten Kopfgneis verwechselt, der sich ebenfalls in Form von gelb-bräunlicher Schuppung der Kopfhaut äußert. Anders als Milchschorf löst der Kopfgneis aber keinen Juckreiz aus und verschwindet in der Regel von selbst wieder.

Baby Neurodermitis – Ursachen

Warum Babys Neurodermitis bekommen ist noch nicht vollständig geklärt. Auf jeden Fall scheint bei Säuglingen, die ein atopisches Ekzem entwickeln, aber eine entsprechende genetische Veranlagung zu bestehen. So ist das Risiko für eine Neurodermitis beispielsweise erhöht, wenn ein oder sogar beide Elternteile eine Allergie haben bzw. in der Familie generell Allergien vorliegen. Tatsächlich haben ganze zwei Drittel aller von Neurodermitis betroffenen Kinder Eltern mit Allergien. Neurodermitis selbst ist aber KEINE Allergie, da es keine (klaren) auslösenden Allergene (wie z.B. bei allergischem Asthma) gibt.

Die Vermutung, dass die Hauterkrankung durch die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft ausgelöst wird, hat sich bisher nicht bestätigt. Was aber sehr wohl eine Rolle spielt, ist die Ernährung der Mutter in der Stillzeit, sowie die Ernährung des Säuglings innerhalb des ersten Lebensjahres. Die gute Nachricht: Bei vielen Kindern „verwächst“ sich die Hauterkrankung mit zunehmendem Alter.

Baby Neurodermitis bei einem sitzenden Kleinkind.

Baby Neurodermitis beginnt meistens im Gesicht (Milchschorf) und befällt nach und nach auch andere Bereiche des Körpers. Adobe Stock, (c) SkyLine

Risikofaktoren für Neurodermitis bei Kindern

Warum genau ein Baby Neurodermitis bekommt, ist nicht vollständig geklärt. Experten gehen jedoch von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus. Neben relativ gut erforschten und gesicherten Risikofaktoren wie einer erblichen Veranlagung können auch folgende Faktoren die Entwicklung bzw. die Verschlimmerung der Erkrankung beeinflussen:

  • belastende Umweltfaktoren und Allergene (z.B. Hausstaubmilben oder Tierhaare)
  • Belastungen des Immunsystems, zum Beispiel durch (häufige) Infekte
  • psychisch belastende Situationen (z.B. Schulangst oder Scheidung der Eltern)
  • Rauchen während der Schwangerschaft und/oder Stillzeit
  • keine oder zu kurze Stillzeit

Wo beginnt Neurodermitis beim Baby?

Die ersten Anzeichen für Baby-Neurodermitis zeigen sich normalerweise im Gesicht. Ein sehr häufiges Symptom ist der Milchschorf. Dieser muss zwar nicht zwingend bedeuten, dass dein Nachwuchs ein atopisches Ekzem entwickelt, aber bei rund der Hälfte aller Säuglinge gehen die gelblich-bräunlichen Krusten auf geröteter Haut mit einer Neurodermitis einher. Bei der anderen Hälfte heilt der Milchschorf normalerweise bis zum zweiten Lebensjahr von selbst aus.

Im späteren Verlauf entwickeln die Hautrötungen sich zu stark juckenden schuppigen Ekzemen. Diese treten bei Säuglingen zwar vermehrt im Gesicht, an den Ohren und im Kopf- und Nackenbereich auf, können sich bei akuten Schüben aber auch über den gesamten Körper verteilen. Bei Kleinkindern tritt die Hauterkrankung vermehrt an den Händen, am Hals und in den Gelenkbeugen von Armen und Beinen auf.

Wie erkennt man Neurodermitis beim Baby? Symptome

Wenn der Milchschorf stellenweise nässt, sich auf die Streckseiten von Armen und Beinen ausdehnt und mit einem starken Juckreiz einhergeht, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine beginnende Neurodermitis handelt, sehr groß. Weitere Symptome für Baby Neurodermitis sind:

  • (starke) Rötung der Haut
  • Schuppenkrusten
  • schuppige Ekzeme, die über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder auftreten
  • erhöhte Infektionsneigung der Haut
  • auffälliges Verhalten des Kindes (weinen, kratzen, Schlafprobleme)

Ist Baby Neurodermitis heilbar?

Nein, Neurodermitis bei Babys und Kleinkindern ist nicht heilbar. Die Behandlung besteht darin, die Symptome (vor allem den Juckreiz) so weit wie möglich zu lindern und herauszufinden, welche Substanzen und/oder Situationen neue Schübe auslösen, um diese Triggerfaktoren zukünftig zu meiden. In vielen Fällen bessert sich die Krankheit im Kleinkindalter und verliert sich bis ins Erwachsenenalter vollständig. Bei Kindern und Jugendlichen, die als Babys atopische Dermatitis hatten, ist allerdings ein erhöhtes Risiko vorhanden, dass sie andere allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma entwickeln.

Neurodermitis beim Baby – was hilft?

Baby Neurodermitis ist zwar nicht heilbar, aber Eltern können trotzdem vieles tun, um die Symptome zu lindern. An erster Stelle steht einmal der Besuch beim Kinderarzt, der in sehr schweren Fällen auch an den Hautarzt verweisen kann. Der Kinderarzt wird mit dir gemeinsam einen individuellen Behandlungsplan erstellen, da die Krankheit bei jedem Menschen anders verläuft und auch nicht jedes Baby/Kind die gleiche Behandlung benötigt. In diesem Zusammenhang kann es zum Beispiel hilfreich sein, über einen Zeitraum von mehreren Wochen festzuhalten, welche Faktoren bei deinem Nachwuchs zu einer Verschlechterung oder Verbesserung der Symptome führen.

Mutterhände, die einen Säugling mit Neurodermitis eincremen. Neurodermitis Baby.

Bei Babys mit Neurodermitis ist die Hautpflege besonders wichtig. Die Gabe von Medikamenten sollte möglichst verhindert werden. Adobe Stock, (c) triocean

Baby Neurodermitis – was hilft gegen den Juckreiz?

Babys und Kleinkinder mit atopischer Dermatitis haben vor allem ein Problem: extrem trockene Haut. Das liegt daran, dass bei ihnen sowohl der Harnstoffgehalt in der Haut (bindet die Feuchtigkeit) als auch die Talgproduktion (bildet schützenden Fettfilm) stark verringert sind. An erster Stelle der Baby Neurodermitis Behandlung steht also die intensive Hautpflege. Hierzu gehört sowohl die Versorgung der Haut mit extra Feuchtigkeit als auch der Schutz der Haut vor äußeren Einflüssen, die die Symptome verstärken können.

  • Baby täglich, aber v.a. nach dem Baden/Duschen mit rückfettenden Pflegesalben eincremen.
  • Sobald möglich den Nachwuchs lieber duschen als baden, da die Haut beim Baden stärker austrocknet.
  • Baden nur mit rückfettenden Badezusätzen
  • kurze, heiße Ölbäder
  • Wolle, Kunstfasern und zu enge Kleidung meiden (besser geeignet: weite Kleidung aus reiner Baumwolle oder Leinen)
  • Neue Kleidungsstücke mehrmals mit antiallergenem Waschmittel waschen.
  • Die Fingernägel des Babys immer kurz halten.
  • Darauf achten, dass das Kind nicht schwitzt (Wärme verstärkt den Juckreiz, kühles Klima lindert).

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Baby Neurodermitis – Ernährung

Da etwa jedes dritte von Neurodermitis betroffene Kind in Österreich zusätzlich unter einer Lebensmittelallergie leidet, sollten die Auslöser mithilfe eines Allergietests identifiziert werden. Eine fachkundige Ernährungsberatung kann anschließend dabei helfen, den Speiseplan für die gesamte Familie so umzugestalten, dass Allergene so weit wie möglich eliminiert werden. Die Neurodermitis verschwindet hierdurch zwar nicht, doch die Symptome können gelindert werden. Als allererstes sollten alle hochallergenen Lebensmittel (Eier, Nüsse, Fisch und Zitrusfürchte) vom Speiseplan verschwinden.

Ernährung der Mutter

Die Ernährung der Mutter während der Stillzeit kann durchaus beeinflussen, ob eine erbliche Veranlagung für Neurodermitis ausbricht, bzw. wie schwer die Symptome ausfallen. Die Reaktionen sind dabei nicht auf die Muttermilch an sich zurückzuführen, da diese die ideale Ernährung während der ersten Lebensmonate ist, sondern auf bestimmte Allergene (z.B. Lactose, Gluten oder Histamine), die die stillende Mutter über ihre Ernährung aufnimmt. Auch Medikamente, die die Mutter vielleicht einnimmt, können im Säugling einen Neurodermitis-Schub auslösen.

Junge Mutter, die ihren Säugling stillt. Neurodermitis Baby.

Stillen ist die beste Vorbeugung gegen sämtliche Allergien. Bis zum sechsten Monat sollte Muttermilch die einzige Nahrung sein. Adobe Stock, (c) Vadym

Stillen gegen Neurodermitis

Tatsächlich ist das Stillen, sofern Baby die Muttermilch gut verträgt, die beste Waffe gegen Neurodermitis. Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass das Stillen bis zum sechsten Lebensmonat (ohne Zufütterung) die beste Vorbeugung gegen allergische Erkrankungen aller Art ist. Nach dem sechsten Lebensmonat, wenn es an die Breikost geht, solltest du alle neuen Nahrungsmittel einzeln einführen und jeweils genau beobachten, wie dein Kind darauf reagiert. Tritt nach ein paar Tagen keine Reaktion auf, kannst du das nächste Lebensmittel einführen.

Homoöpathie gegen Baby Neurodermitis

In ihrer verzweifelten Suche nach Linderung setzen viele Eltern auf die Hilfe von Heilpraktikern. Es gibt durchaus heilpraktische Verfahren (wie zum Beispiel Reiki oder energetische Behandlungen), die sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken können. Auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oder die Behandlung mit Bachblüten können positive Effekte haben. Trotzdem solltest du vorsichtig sein und dich im Vorfeld sehr genau informieren. Viele Angebote in diesem Bereich verursachen nur hohe Kosten, ohne wirklich zu helfen.

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