American Bar: Schau dem Mixologen auf die Finger!

Mixologen

Hier unsere Anleitung, wie du dir auf genussvolle Art und Weise Know how eines Mixologen aneignen kannst. Foto: Adobe Stock, (c) Fxquadro

Dass das Phänomen „American Bar“ dieser Tage wiedereinmal einen unvorhersehbaren Aufschwung erlebt, kann niemand, der hin und wieder ausgeht, entgangen sein. Die Szene entwickelte sich in den späten 1980er Jahren ausgehend von Wien, der Boom flaute zur Jahrtausendwende ab. Doch siehe da, seit Kurzem schießen die American Bars wieder wie die sprichwörtlichen Schwammerl aus dem Stadtboden! Sich bei Spirituosen aus zu kennen ist Trend. Wenn man abendlich zwanglos in die Runde fragt: „Was ist los, zu welchem Event, zu welcher Veranstaltung gehen wir am Wochenende?“, bekommt man heute in allen Altersklassen oftmals: „Wir gehen in unsere Bar!“ zur Antwort. Eine gewisse Expertise im Sachen Alkohol kann man sich natürlich im Laufe von Jahrzehnten durch konsequentes Trinken aneignen. Die Leber freut das wohl kaum und, seien wir ‚mal ehrlich, wer hat schon so lange Zeit?

1. Lerne mit den Augen:

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Setzte dich an einem Sonntag, Montag oder Dienstag abends, wenn nicht wahnsinnig viel los ist, an eine Bar und schaue dem Barkeeper deines Vertrauens eine Weile auf die Finger. Mache ihm dann ein Kompliment zu seiner Arbeit und frage ihn nach seiner Lieblingsspirituose! Du erhälst sicher umgehend einen mindestens 15-minütigen kostenlosen Vortrag eines absoluten Experten, gratis Kostproben vermutlich inklusive. Gute Plätze dafür sind natürlich alle Hotelbars dieser Welt und in Wien folgende American Bars:

2. Lernen mit den Ohren:

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Foto: Adobe Stock, (c) Ilshat

Besuche ein Geschäft, das sich auf eine bestimmte Alkoholsorte spezialisiert hat, und nein, ich meine jetzt keine Vinothek! Lass dich von einem Mitarbeiter des Geschäfts beraten, verkoste einiges und nimm eine Flasche mit nach Hause! Natürlich kannst du später dann auch zu einem großen Allrounder gehen. Da solltest du dann aber schon wissen, ob du als Leitspirituose in deiner Hausbar Gin, Rum, Tequila, Weinbrand, Whisk(e)y oder Wodka möchtest. Nicht zu vergessen Sekt, Champagner und die diversen Sirupe, Liköre, Bitters, Limonaden, und Säfte …

3. Lerne von den Besten:

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Besuche Events, die sich mit Cocktails beschäftigen! Du triffst viele Gleichgesinnte und kannst zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis viel verkosten. Gehe bitte mit vollem Magen hin und trink viel Wasser dazwischen! Cocktails, die Kohlensäure und/oder viel Zucker enthalten, vertragen manche Menschen weniger gut als andere. Koste zuerst die Spirituosen pur, lerne sie von anderen zu unterscheiden und wage dich erst dann an Vermischtes.

4. Lerne mit dem Geist:

Bar, Lektüre, DIY, Schumann's Bar - Charles Schumann

Schumann’s Bar – Charles Schumann

Geh in eine Buchhandlung! Natürlich gibt es Standardwerke für angehende Mixologen, wobei hier gilt: je bunter das Buch, desto weniger hilfreich der Inhalt. Als Standardwerk gilt immer noch „der Schumann“, ein Buch, in dem auch langjährige Barkeeper manchmal nachschauen. Amüsantes und Wissenswertes liest man im Wiener Barbuch, das Anfang Oktober in der Premium Edition  erscheint. Aber auch Magazine wie Mixology sind verlässliche Begleiter, Details findest du auch hier und da:

  • Morawa, ich mag die Filiale in der Wollzeile, 1010 Wien, am liebsten
  • Thalia, viele Shops und auch online
  • Anna Jeller, Lieblingsbuchhandlung.

5. Lerne mit den Händen:

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Foto: Adobe Stock, (c) Minerva Studio

Fang am Anfang an! Es macht keinen Sinn, Abenteuerliches mit Trockeneis oder Molekularem mixen zu wollen, wenn man einen Boston Shaker nicht von einem Tumbler unterscheiden kann. Zuerst sollte man die Klassiker wie Whiskey Sour, Gin Tonic, Margarita und Co. draufhaben. Wenn du Gäste hast, mixe immer etwas, das du schon öfter gemacht hast! Zur Grundausstattung brauchst du Folgendes:

  • Alkohol und Alkoholfreies
  • Shaker und Strainer (also ein Cocktailsieb)
  • Barbesteck
  • Gläser
  • Eis

Das mit dem Alkohol haben wir schon besprochen. Frisch gepresste Säfte schmecken immer besser als die aus der Packung. Kohlensäurehaltiges niemals mitshaken, weil sonst ist die Kohlensäure nämlich futsch! Es gibt den Boston Shaker, zweiteilig aus Glas und Metall, den ich eher Fortgeschrittenen empfehlen würde. Der klassische Shaker ist aus Metall und dreiteilig, den bekommt man wie den Strainer auch im gut sortierten Geschirrgeschäft. Vorsicht, Metall leitet Wärme, deshalb heiße Flüssigkeiten immer direkt ins Glas und nicht in den Shaker füllen, sonst gibt’s ein Paar heiße Pfoten. Zum Barbesteck zähle ich jetzt ‚mal großzügig einen Barlöffel (oder zumindest einen Löffel mit einem sehr langen Stiel), Messbecher oder Ausgießer, später ein Rührglas, gleich ein Schneidebrett, ein wirklich scharfes, kleines Messer, eventuell Strohhalme und den Flaschenöffner bitte nicht vergessen! Als Basis kommt man zunächst mit drei Glastypen aus. Das sind die Cocktailschale, das Longdrinkglas und der sogenannte Tumbler, ein niedriges, breites Glas, in dem viele der gängigen Drinks serviert werden können.

Die Eiswürfel kannst du natürlich selber machen oder zukaufen, meist sogar auf der nächsten Tankstelle, aber auch beim Lieferservice wie zum Beispiel eisstar.at bestellen. Du braucht viel davon, sie sind das erste, was in den Shaker kommt und man kühlt die Gläser mit ihnen vor. Also, ich meine wirklich „viel“! Eine gute American Bar erkennt man auch an der Form und Qualität ihrer Eiswürfel, als Quintessenz unter den Eiswürfeln gelten die runden, die in einen Tumbler gut hineinpassen und als Einzelstück verwendet werden – auch hierfür kann man Formen kaufen, fertig sind die „Eisbälle“ verdammt teuer vergleichsweise. Crashed Ice braucht man am Anfang nicht unbedingt, außer man kann ohne Caipirinha nicht leben, die in Brasilien allerdings ohnehin mit Eiswürfeln serviert wird, aber das ist eine andere Geschichte. Im Handel kannst du günstige Crusher für Zuhause finden, die sind zwar laut, machen aber schönere Stücke, als hätte man die Eiswürfel im frischen Geschirrtuch mit den Nudelholz zerkleinert.

Und wenn es dich gepackt hat, wenn du genauer wissen willst, wie man wirklich gute Cocktails mixt, kannst du immer noch einen ausführlichen Kurs machen. Dann sind die Rezepte für die Drinks zum Downloaden, die die führenden Bartender Österreichs zusammengestellt haben, sicher ein Kinderspiel für dich.

[freebiesub download=“https://www.herold.at/blog/wp-content/uploads/2014/09/Karte_HEROLD_Blog_V2_small.pdf“]

Aber für´s Erste wirst du es auch so schaffen. Am besten einfach ausprobieren! Barkeeperkurse gibt’s bei:

In diesem Sinne: „Cheers!“ Oder wie Benjamin Franklin schon gesagt hat: „There can’t be good living where there is not good drinking.“

 



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