Ausschlag bei Kindern: häufiges Leitsymptom für gefährliche Kinderkrankheiten

gefährliche Kinderkrankheiten

Foto: Adobe Stock, (c) Dan Race

Ohne entsprechende Impfungen bleibt den meisten Menschen die eine oder andere Kinderkrankheit nicht erspart. Typisch für diese Infektionen ist oft ein charakteristischer Ausschlag, der zu den harmloseren Symptomen von Masern und Co. zählt.

Sie haben viel gemeinsam: Wie der Name schon sagt, treten Kinderkrankheiten – wenn auch nicht ausschließlich! – bevorzugt im Kindesalter auf. Sie werden durch Viren oder Bakterien verursacht, sind also ansteckend. So gut wie alle werden per Tröpfcheninfektion (Sekret aus den Atemwegen, das z.B. durch Husten in die Luft gelangt), einige zusätzlich per Schmierinfektion (Berührung von Gegenständen, an denen Krankheitserreger enthaltende Körpersubstanzen wie z.B. Stuhl haften) übertragen. Häufigste Orte, an denen sich die Kinder anstecken, sind – infolge der dort vorhandenen Menschenansammlungen und Kontakte – Schulen und Kindergärten.

Kinderkrankheiten beginnen meist mit unspezifischen (nicht für eine einzelne Erkrankung typischen) Beschwerden wie z.B. Husten, Schnupfen oder Fieber. Die Infektionen hinterlassen in der Regel eine mehrjährige bis lebenslange Immunität, d.h. die meisten Menschen erkranken an einer bestimmten Kinderkrankheit nur einmal im Leben. Gegen fast alle gibt es wirksame Impfungen, die nicht nur das Auftreten und die Verbreitung der Krankheiten verhindern, sondern auch deren – eventuell sogar lebensbedrohliche – Komplikationen.

Ob und wie stark die Symptome einer Kinderkrankheit in Erscheinung treten, hängt u.a. von der Abwehrlage des Infizierten ab. Bestenfalls kommt es zur sogenannten stillen Feiung, d.h. infolge eines starken Immunsystems treten trotz Ansteckung keine oder nur milde Symptome auf, sodass die Kinderkrankheit dann oft nicht als solche erkannt wird.

Krankheitsursache: Viren oder Bakterien

Verschiedene Viren zeichnen verantwortlich für die Entstehung von Infektionen wie das Dreitagefieber (Exanthema subitum), die Kinderlähmung (Poliomyelitis, Polio), Masern, Mumps (Parotitis epidemica, Ziegenpeter), Ringelröteln (Erythema infectiosum acutum), Röteln (Rubella) und Windpocken (Varizellen, Feuchtblattern). Mit Ausnahme des Dreitagefiebers und der Ringelröteln gibt es gegen sämtliche genannten Kinderkrankheiten Impfstoffe.

Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und Scharlach (Scarlatina) zählen zu den Kinderkrankheiten, die durch unterschiedliche Bakterien hervorgerufen werden. Therapie der Wahl sind deshalb Antibiotika. Diphtherie und Keuchhusten lassen sich durch Impfungen verhindern.

Kennzeichen Ausschlag

Ein Teil der Kinderkrankheiten geht mit einem Exanthem (Hautausschlag) einher, dessen Aussehen, Verteilung, oft auch Dauer für die jeweilige Krankheit typisch ist:

  • Dreitagefieber: Das Exanthem befindet sich auf dem Rumpf und den Gliedmaßen, aber nicht im Gesicht. Es verschwindet nach ein bis drei Tagen wieder.
  • Masern: Der Ausschlag beginnt am vierten oder fünften Krankheitstag im Gesicht, greift innerhalb von zwei bis drei Tagen auf Rumpf und Extremitäten über und klingt nach etwa drei Tagen ab. Charakteristisch ist auch ein Enanthem (Schleimhaut-Ausschlag) im Mund (Koplik-Flecken: punktförmige Rötungen mit weißem Zentrum in der Wangenschleimhaut).
  • Ringelröteln: Das Exanthem zeigt sich zuerst schmetterlingsförmig im Gesicht. Dann kommt es zu ring- und girlandenförmigen juckenden, roten Flecken an den Streckseiten der Arme und Beine, später auch an den Beugeseiten und am Rumpf. Die Abheilung erfolgt nach 10 bis 14 Tagen.
  • Röteln: Der rötlich-fleckige Ausschlag beginnt im Gesicht, breitet sich abwärts aus und verschwindet nach etwa drei Tagen wieder.
  • Scharlach: Das Exanthem tritt 12 bis 24 Stunden nach Krankheitsbeginn zuerst in den Achseln oder Leisten auf und greift schnell auf den Rumpf und die Gliedmaßen über. Am Ende der ersten Woche schuppt die Haut ab, zuerst im Gesicht, später am ganzen Körper.
  • Windpocken: Juckende Bläschen, die leicht platzen und Krusten hinterlassen (“Sternenhimmel“: verschiedene Stadien – d.h. intakte Bläschen, geplatzte Bläschen, Krusten – existieren nebeneinander), entstehen zunächst am Rumpf, dann auch im Gesicht, auf der Kopfhaut und den Gliedmaßen. Die Krusten fallen nach zwei bis drei Wochen ab.

Komplikationen: Was Kinderkrankheiten gefährlich macht

Kinderkrankheiten können unter Umständen einen schweren bis lebensbedrohlichen Verlauf nehmen oder Spätfolgen nach sich ziehen. Wie z.B. eine in unseren Breiten inzwischen kaum noch anzutreffende Form der Diphtherie namens echter Krupp (einengende Kehlkopf- und Luftröhren-Beläge) mit Heiserkeit, bellendem Husten und Atemproblemen bis hin zu Erstickungsanfällen. Als Begleiterscheinungen der bakteriellen Infektion drohen Entzündungen wie z.B. eine Myokarditis, Polyneuritis (Entzündung mehrerer Nerven), Pneumonie (Lungenentzündung) oder auch Nephritis (Nierenentzündung).

Zu  bleibenden Behinderungen, d.h. Lähmungserscheinungen der Extremitäten bis schlimmstenfalls zur Atemlähmung, kann es im Rahmen einer Poliomyelitis kommen. Ebenfalls das Nervensystem betrifft eine sehr seltene, aber schlimme Komplikation der Masern, die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine Hirnentzündung mit schwerwiegenden Funktionsausfällen. Eine Hirnhautentzündung gehört auch zu den möglichen Folgen von Mumps. Häufiger aber verursacht das Mumps-Virus Unterleibsentzündungen wie z.B. eine Orchitis (Hodenentzündung), die eine verminderte Fruchtbarkeit nach sich ziehen kann.

Auch für Ungeborene sind Kinderkrankheiten nicht ungefährlich. Vor allem Röteln können Embryos bzw. Feten schädigen (Rötelnembryopathie, Rötelnembryofetopathie, Gregg-Syndrom) und Störungen wie eine Mikrozephalie (zu klein geratener Kopf), eine Wachstumsverzögerung, einen grünen oder grauen Star, einen Herzfehler, eine Innenohrschwerhörigkeit oder Taubheit u.a.m. auslösen.

Dein optimaler Ansprechpartner: einer der am besten bewerteten Kinderärzte in deinem Bundesland:

Wirksamste Vorsorge: Impfung

Kinderkrankheiten sind längst nicht mehr unabwendbar. Gegen einen Großteil der Infektionen existieren Impfstoffe. Welche wann, wie und unter welchen Voraussetzungen am besten verabreicht werden sollten, verrät der jährlich vom österreichischen Obersten Sanitätsrat aktualisierte Impfplan, der entsprechende Impfschemata für alle Altersstufen enthält. Die Immunisierungen führt bei Kindern in der Regel der Kinderarzt durch, bei Erwachsenen hauptsächlich der Hausarzt. Auch bestimmte öffentliche Ämter und Institute sind Anlaufstellen für Impfungen.

Verabsäumte Impfungen lassen sich – auch im Erwachsenenalter – nachholen. Das ist vor allem für Frauen von Bedeutung, die Nachwuchs planen, um infektionsbedingte Schäden beim Nachwuchs zu vermeiden. Deshalb ist es in Österreich üblich, ins gebärfähige Alter kommende Mädchen – z.B. beim Schularzt – gegen Röteln zu impfen.

 

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