Campingzubehör: Checkliste für den Campingurlaub

Mit dem richtigen Campingzubehör genießt du die Zeit am Campingplatz garantiert. Foto: Adobe Stock, (c) SolisImages

Ob Campen im Sommer oder im Herbst, mit dem richtigen Campingzubehör lässt sich der Urlaub am Campingplatz so richtig genießen. Neben Zelt, Schlafsack und Campingmatte als wichtigste Ausstattung, sorgen Campingmöbel, die passende Kleidung und eine Reihe nützlicher „Kleinigkeiten“ für hohen Erholungswert. Mit Tipps zur Auswahl des richtigen Campingzubehörs möchten wir dir die Vorbereitungen für einen gelungenen Campingurlaub erleichtern.

Alles rund ums Zelt

Für einen entspannten Urlaub am Campingplatz ist das richtige Zelt wohl das wichtigste Campingzubehör. Grundsätzlich empfiehlt sich ein Zelt, das einfach auf- und abzubauen ist. Familienzelte mit getrennten Schlafkabinen und einem Aufenthalts-Vorraum (Vorzelt) eignen sich am besten für mehr als drei Personen und längere Aufenthalte. Ein Zelt, das auch Schlechtwetter standhält, sollte folgende Eigenschaften vorweisen: Überzelt reicht bis zum Boden, zahlreiche Abspannmöglichkeiten, Außenzelt kann zuerst aufgebaut werden, wenig Angriffsfläche für den Wind, robustes Gestänge, mehr als nur ein Eingang, verschließbare Lüfter. In sehr warmen Regionen sind ein freistehendes Innenzelt sowie ausreichende Belüftungsmöglichkeiten zu beachten.

Welche Zeltformen werden angeboten?

  • Geodät-Zelte sind äußerst windstabil und wetterfest. Dieser Zelttyp empfiehlt sich bei unbeständigen Wetterverhältnissen (z.B. Campingurlaub im Herbst) und bei geringem Platz auf dem Campingplatz, da es auch ohne Abspannleinen stabil steht.
  • Kuppelzelte sind durch die rechteckige Grundform und der halbkugelförmigen Kuppel gute Allrounder. Sie sind leichter als Geodät-Zelte, dafür sind sie aber auch nicht so stabil. Das Zelt ist grundsätzlich freistehend und auch für längere Trekkingtouren geeignet.
  • Tunnelzelte bieten im Vergleich zu Geodät- und Kuppelzelten mehr Platz bei gleichzeitig wenig Gewicht. Sofern es richtig abgespannt ist, trotzt es auch starken Winden. Tunnelzelte mit kreuzenden Gestängebögen (zusätzlich zu den meist parallel stehenden Gestängebögen) sind stabiler.
  • Firstzelte sind die Klassiker in Form eines Dachgiebels, die sich vor allem für Campen bei Schönwetter eignen. Der Regen läuft sehr gut ab, allerdings ist die Raumnutzung durch die Schrägen nicht ideal. Aufgrund ihres geringen Gewichtes sind sie nicht für extreme Wetterbedingungen zu empfehlen.
  • Pyramiden-Zelte (Tipi-Zelte) bestechen durch ihre Einfachheit und Leichtigkeit. Sie bestehen lediglich aus einer Zeltstange, einer Plane und Heringen. Größere Modelle verfügen jedoch bereits auch über Seitenwände, die hohen Komfort und viel Platz bieten.
  • Wurfzelte (Pop-up Zelte) sind relativ neu auf dem Markt und sind insbesondere für kurze Campingausflüge geeignet. Wie der Name bereits verrät, stellt sich das Wurfzelt von alleine auf, das Einpacken will allerdings bei einigen Modellen geübt werden. Mehr dazu im Wurfzelt-Ratgeber.
  • Dachzelte sind direkt auf dem Autodach montierbar. Bei X-Travel-Gear kannst du dir einen Eindruck über verschiedene Modelle verschaffen.

Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Zeltmaterialien

  • Polyester ist ein leichtes, sehr reißfestes Material, das kaum Feuchtigkeit aufnimmt und sehr UV-beständig ist. Nachteil: Wenig atmungsaktiv (Zelt muss häufig gelüftet werden), laute Flatter- und Raschelgeräusche bei Wind.
  • Nylon ist leichter als Polyester, hat jedoch Defizite hinsichtlich UV-Beständigkeit und Stabilität. Moderne Rip-Stop-Nylon-Zelte gleichen diesen Nachteil jedoch mittlerweile durch die Verarbeitung mit Schussfäden weitgehend aus.
  • Baumwolle schafft ein sehr angenehmes Zeltklima, ist sehr UV-beständig und bei entsprechender Pflege äußerst langlebig. Im Vergleich zu Polyester- und Nylon Zelten sind Baumwollzelte jedoch etwas schwerer und weniger reißfest.
  • Technical Cotton ist ein Mischgewebe aus 65 Prozent Kunst- und 35 Prozent Naturfaser. Es punktet mit einem geringeren Gewicht als reine Baumwolle, ist jedoch gleichzeitig atmungsaktiv und benötigt lediglich eine dünne PU-Beschichtung.

Qualitätsmerkmale von Zelten

  • Wasserfestigkeit: Ein wesentliches Merkmal für die Qualität eines Zeltes ist die sogenannte Wassersäule in Millimeter. Sie gibt an, welchen Wasserdruck das Zelt aushält, bevor das Regenwasser durch die Zeltwand dringt. Der Oberstoff eines Zelts gilt laut DIN-Wert ab 1.500 mm, der Zeltboden ab 2.000 mm als wasserdicht. Erfahrungsgemäß sollte die Wassersäule jedoch etwa 5.000 Millimeter betragen, um ausreichend Schutz vor Regen zu bieten. Ab 8.000 Millimeter hält das Zelt heftige und lang andauernde Regenschauer aus.
  • Beschichtung: Die Wassersäule alleine sagt noch nichts über die langfristige Wetterfestigkeit eines Zeltes aus. Ebenso wichtig ist die Qualität der Beschichtung, die UV-Beständigkeit sowie Reißfestigkeit. Am häufigsten wird Silikon (SI), Polyurethan (PU) und PVC zur Beschichtung verwendet.
    • PU-Zelte haben eine höhere Wassersäule als SI-Zelte und sind kältebeständiger. Daher wird Polyurethan häufig auch für Zeltböden verwendet. Nähte können bei diesem Zeltmaterial zusätzlich verklebt werden.
    • SI-Zelte sind hinsichtlich UV-Strahlung und Reißfestigkeit robuster als PU-Zelte. Manche Modelle sind doppelt SI-beschichtet, d.h. auch die Zeltinnenwand ist geschützt. Ist ein Zelt SI-beschichtet, können die Nähte nicht mehr zusätzlich versiegelt werden.
    • PVC, Acryl und Alubedampfungs-Zelte sind preiswert, es müssen jedoch Abstriche hinsichtlich Elastizität, Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit gemacht werden.
    • Reine Baumwollzelte benötigen keine Beschichtung, da das Gewebe bei Regen aufquillt und die Poren verschließt.
  • Verarbeitungsqualität: Zelte hoher Qualität sind in der Regel doppelt genäht (Doppelkappnaht) und reißfest.
  • Windstabilität: Das Zelt sollte sicher stehen und nicht beim ersten rauheren Lüftchen umfallen. Ein Tunnelzelt steht beispielsweise weniger sicher als ein Kuppelzelt, da es dem Wind auf der langen Seite eine deutlich größere Angriffsfläche bietet.
  • Gewicht: Je nach Campingurlaub spielt auch das Gewicht eine Rolle. Wer als Tramper unterwegs ist, wird ein leichtes Zelt bevorzugen, bei einer Anreise mit dem Auto zum Campingplatz spielt das Gewicht eine geringere Rolle. Grundsätzlich gilt: Polyester ist schwerer als Nylon. Fiberglasgestänge sind schwerer als Alugestänge, Karbongestänge sind am leichtesten und zudem extrem robust sowie kälte- und hitzebeständig. Besonders große Zelte haben teilweise Stahlgestänge, die am meisten Gewicht auf die Waage bringen.

Schlafsäcke & Campingmatten

Term-a-Rest Trailpro Isomatte bei Bergfuchs, 1070 Wien Wer im Zelt übernachtet, ist auf einen guten, allen Ansprüchen gewachsenen Schlafsack und eine gut isolierende und bequeme Schlafunterlage angewiesen. Bei der großen Auswahl an erhältlichen Schlafsäcken und Matten ist es allerdings gar nicht so einfach, das Passende zu finden. Einen sehr guten Überblick hinsichtlich der Vor- und Nachteile verschiedener Schlafsack-Modelle bietet sport2000. Bei Campingmatten finden sich neben selbstaufblasbaren Isomatten auch Synthetik- und Daunenmatten sowie Luftmatratzen bzw. –betten im Angebot. Wie gut eine Campingmatte isoliert, wird mit dem sogenannten R-Wert bestimmt. Luftmatten sind beispielsweise sehr bequem, haben aber einen sehr geringen Isolationswert. Eine zusätzliche Isolationsmatte unterhalb der Luftmatte ist daher vor allem bei Campingurlauben im Herbst anzuraten. Die perfekte Campingmatte für deinen Campingurlaub wird sich letzendlich je nach deinen persönlichen Erfordernissen aus dem optimalen Zusammenspiel von Gewicht, Isolation, Volumen, Langlebigkeit und Komfort ergeben.

Campingmöbel

Bei einem Campingurlaub auf dem Campingplatz, sollten unbedingt Campingstühle und ein Campingtisch mit im Gepäck sein. Viele Campingplätze bieten ein Frühstücks-Brötchenservice und es darf auch gegrillt werden – Tisch und Stühle sind dann doch etwas komfortabler als eine Picknickdecke auf dem Boden. Hängematten, Pölster, witterungsbeständige Sonnen- bzw. Windsegel, Organizer und Campingkästen sorgen für zusätzlichen Komfort.

Campingküche Mobile Campingküche von Camp Champ, 4813 Grasberg Wer nicht immer auswärts essen möchte und sich lieber selbst Frühstück oder Abendessen zubereitet, sollte leicht zu reinigendes Campinggeschirr, Campingkocher, Grillzubehör und sonstige hilfreiche Campingküchenausrüstung mitnehmen.

Kleidung und Toilettenartikel

Zum Campingzubehör gehört auch die richtige Bekleidung, Waschmittel und Toilettenartikel. Foto: Adobe Stock, (c) luckybusiness

Wind- und wasserfeste Bekleidung sind bei einem Campingurlaub im Herbst unerlässlich. Auch warme Kleidung einschließlich einer Mütze für kühle Abende und Nächte sollte man mitnehmen. Fleece ist besonders gut geeignet, da der Stoff sehr leicht, wärmend und schnell trocknend ist. Einige T-Shirts für schöne Altweibersommertage gehören auch mit ins Gepäck. Trekkinghosen, deren Beine per Reissverschluss anpepasst werden können, eignen sich für die Übergangszeit besonders gut. Für Ausflüge in der Umgebung eventuell eine gute Wanderausrüstung einpacken. Da man ja gerade beim Campen nur wenige Kleidungsstücke mitnimmt, auch an Waschmittel, wie etwa das altbewährte „REI in der Tube“ denken. Um Platz zu sparen, reichen bei Toilettenartikel häufig auch kleinere Dosierungen für Duschgel, etc.

Nützliches Kleinzeug

Victorinox Multitool-Messer bei Bergfuchs, 1070 Wien Campingzubehör wie ein Schweizer Messer, Wäscheleinen, Campinglampen, Blasebalg, Verlängerungskabel oder Flickzeug für Zelt oder Luftmatratze erleichtern den Campingurlaub ungemein. Wer einen leichten Schlaf hat, tut gut daran, Ohropax mitzunehmen. Für die Freizeitgestaltung, insbesondere bei Schlechtwetter, können ein paar Spiele eingepackt werden. Musikliebhaber sind mit platzsparenden faltbaren Kopfhörern gut beraten. Für Leseratten empfiehlt sich ein ebenfalls platzsparender E-Book-Reader, auf dem gleich mehrere Bücher gespeichert werden können.

Wo kauft man Campingzubehör?

Wie bereits erwähnt, ist das Angebot sehr groß und teilweise recht unüberschaubar. Der Besuch in einem Fachgeschäft für Campingzubehör ist daher durchaus ratsam. Baumärkte und Sportfachgeschäfte bieten ebenfalls Campingzubehör an. Zur leichteren Orientierung und Informationsgewinnung hier einige Fachgeschäfte in Österreich:

Wir wünschen dir einen erholsamen Campingurlaub!



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