Checkliste: So wird der Garten fit für den Frühling - HEROLD.at

Checkliste Garten: So wird er fit für den Frühling

Unsere Checkliste Garten enthält Tipps und Tricks, um den Garten frühlingsfit zu machen. Foto: Adobe Stock, (c) Racle Fotodesign

Im März ist es bereits höchste Zeit, Garten und Balkon fit für den Frühling zu machen. In unserer Checkliste findest du viele Tipps für die anstehende Gartenarbeit im März und April – von Bodenbearbeitung über Rasenpflege bis hin zum Zurückschneiden und Setzen von Pflanzen.

Garten frühlingsfit machen: die komplette Checkliste

Rasen und Beete von Laub und Unkraut befreien

Wer im Herbst die Pflanzen mit Mulch und Laubschichten vor dem Frost geschützt hat, sollte diese Schichten nun entfernen, um ein Verfaulen der darunterliegenden neuen Triebe zu verhindern. Brennnessel, Löwenzahn, Schachtelhalm und anderes sichtbares Unkraut wird am besten ebenfalls gleich entfernt.

Checkliste Garten

Laut unserer Checkliste Garten muss Laub, das sich im Garten gesammelt hat, entfernt werden. Adobe Stock (c) U. Gernhoefer

Aufbereitung des Bodens

Sobald die Erde trocken ist und keine festen Klumpen mehr bildet, kann mit der Bodenbearbeitung begonnen werden:

  • Boden lockern: Im Frühling wird der Boden nicht umgegraben, sondern nur gelockert. Falls du im Herbst allerdings nicht umgegraben hast, solltest du das zumindest bei schweren Böden mit einem hohen Anteil an Ton und Lehm nachholen. Durch die Auflockerung des Bodens erhalten die Wurzeln der Pflanzen mehr Sauerstoff.
  • Organisches Material einarbeiten: Wenn du zusätzlich organisches Material wie Laub und Pflanzenreste in die Erde einarbeitest, verbessert sich die Bodenqualität (Humusbildung). Eine gleichmäßige, feinkrümelige Bodenschicht ist die optimale Voraussetzung, damit Saatgut schön aufgeht.
  • Boden kalken: Da die Böden durch den Regen mit der Zeit versauern, ist es sinnvoll alle zwei bis drei Jahre Kalk zu streuen. Kalk hebt den pH-Wert wieder in den normalen Bereich. Nicht kalken sollte man allerdings bei Pflanzen, die einen sauren Boden bevorzugen (z.B. Rhododendron). Teststreifen zur Feststellung des ph-Wertes des Bodens erhältst du übrigens in Baumärkten.
  • Boden ruhen lassen: Bevor du aussäst, solltest du den Boden noch ein wenig ruhen lassen, damit die Mikroorganismen wieder an die Oberfläche gelangen können.
Checkliste Garten

Mit einem Vertikutierer wird Moos, Unkraut und abgestorbenes Gras entfernt. Adobe Stock (c) Markus Bormann

Pflanzen mit Kompost und Hornspänen düngen

Organische Dünger wie Kompost und Hornspäne sind eine biologische und schonende Art der Düngung. Komposte enthalten im Durchschnitt pro Liter 5 g Stickstoff, 2,6 g Phosphat, 6,5 g Kalium und 6,4 g Magnesium. Da der Stickstoff erst langsam durch Bodenlebewesen freigesetzt wird, sollte den Pflanzen zusätzlich ein leicht verfügbarer Stickstoff durch Hornspäne zur Verfügung gestellt werden. Der Kompost liefert die nötigen Nährstoffe und Spurenelemente, die Hornspäne den für das Wachstum verantwortlichen Stickstoff. Bei niedrigen Stauden, Hecken und Wildgehölzen kann man mit etwa 3 Liter Kompost und 50 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter rechnen. Für Solitärgehölze, hohe Stauden und Rosen etwa 5 Liter Kompost und 150 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter. Alternativ kannst du auch biologische Substrate und Dünger verwenden, die im Handel bereits erhältlich sind.

Kübelpflanzen aus dem Winterschlaf holen

Sobald die Temperaturen im März wärmer werden, kannst du deine Topfpflanzen aus ihrem Winterquartier holen und für die neue Saison fit machen:

  • Rückschnitt: Bevor du Kübelpflanzen ins Freie stellst, solltest du kurz vor deren Austreiben alte Triebe zurückschneiden (Verjüngungsschnitt). Falls Pflanzen  bereits sehr weiche und lange Triebe haben, dann auch diese zurückschneiden, da solche Triebe sehr krankheitsanfällig sind. Das gilt insbesondere für weichlaubige Pflanzen wie Fuchsien und Pelargonien. Grundsätzlich kannst du Kübelpflanzen auch vor dem Einlagern ins Winterquartier noch leicht zurückschneiden, der Verjüngungsschnitt der Pflanze sollte aber vor dem Ausräumen ins Freie erfolgen. Dann heilen die Schnittwunden aufgrund des einsetzenden Triebwachstums besonders schnell.
  • Kontrolle auf Schädlinge: Vor allem Blattläuse oder die Weiße Fliege sind Schädlinge, die auch den Winter gut überstehen. Bevorzugt machen sie sich auf den Blattunterseiten und an den Trieben breit. Falls die Pflanze befallen ist, solltest du die Weiße Fliege und Blattläuse bekämpfen, bevor du die Pflanze nach draußen stellst.
  • Frische Erde und Umtopfen: Pflanzen, die in Kübeln oder Balkonkästen gepflanzt sind, brauchen jedes Jahr frische Erde, um genügend Nährstoffe und Salze für die neue Wachstumsperiode zur Verfügung zu haben. Lediglich zu düngen ist oft nicht ausreichend. Wenn Pflanzen für den Topf zu groß geworden sind, sollten sie in einen Topf umgesetzt werden, der um den Ballen herum ein bis zwei Finger breit mehr Platz bietet als der alte. Bei älteren Pflanzen, die nicht mehr viel wachsen sollen, kannst du den Wurzelballen beim Umtopfen etwas verkleinern.
  • Geschützter Standort: Um die Kübelpflanzen wieder an Wind und Wetter zu gewöhnen, eignet sich ein wind- und sonnengeschützter Standort für die erste Zeit im Freien besonders gut. Empfindliche Topfpflanzen solltest du erst nach den Eisheiligen (15. Mai) ins Freie stellen oder zumindest nachts immer wieder ins Haus holen.

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Bäume und Sträucher zurückschneiden

Zum Frühjahrsputz im Garten gehört natürlich auch das Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern. Grundsätzlich gilt, dass die Temperatur zum Schneiden bei über minus fünf Grad liegen muss, da es ansonsten zu Quetschungen kommt und die Schnittstelle nicht optimal verheilen kann.

  • Obstbäume müssen rechtzeitig zurückgeschnitten werden, damit sie eine reiche Ernte bringen. Der Rückschnitt von Obstbäumen sollte im Frühjahr erfolgen, jedoch nicht zu früh, da die Schnittstellen bei Frost austrocknen können. Beeren-, Stein- und Kernobst können zwischen Januar und März geschnitten werden. Allerdings gibt es Ausnahmen, wie beispielsweise Pfirsich- und Kirschbäume, die unmittelbar nach der Ernte verschnitten werden.
  • Nadelbäume werden während der Wachstumszeit beschnitten, also einmal zu Beginn des Frühlings und ein weiteres Mal im Hochsommer.
    Sträucher werden je nach ihrer Blütezeit geschnitten. Sommerblüher wie etwa Rispenhortensie und Sommerflieder solltest du bis spätestens Ende März zurückzuschneiden, bevor die Gehölze anfangen auszutreiben. Achte darauf, dass du dabei die richtige Schnitttechnik anwendest!
  • Immergrüne Gehölze können bereits im Februar und ein weiteres Mal im Sommer geschnitten werden. Auch dabei gilt es, die Schnitttechnik zu beachten. In Österreich regelt übrigens ein Gesetz den Zeitpunkt für den radikalen Rückschnitt von immergrünen Hecken: Radikale Eingriffe und Kürzungen sind demzufolge nur zwischen 30. September und 1. März erlaubt, da man auf Vögel Rücksicht nehmen muss, die sich direkt in der Hecke oder in deren Umkreis einnisten.

Rasenpflege im Frühjahr

Nach einem langen Winter ist der Rasen häufig von Moos, Unkraut und kahlen Stellen durchsetzt. Um ihn für die nächste Saison fit zu machen, ist einiges zu tun:

  • Rasen mähen: Sobald die Bodentemperatur etwa 10 °C beträgt, wird der Rasen tief abgemäht, um optimale Voraussetzungen für die Vertikutierung zu schaffen.
  • Vertikutieren: Mit einem Vertikutierer oder einem Vertikutierrechen wird Moos, Unkraut und abgestorbenes Gras entfernt, gleichzeitig aber auch der Boden aufgelockert. Damit erhalten die Wurzeln wieder genügend Wasser und können atmen. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du den Rasen einmal in der Länge und einmal in der Breite bearbeitest. Achte jedoch darauf, dass die Rasenfläche trocken ist. Direkt nach einem Regenguß solltest du nicht vertikutieren.Vertikutierer kannst du in Baumärkten oder im Gartengeräte-Fachhandel erwerben oder günstig ausleihen. Man unterscheidet zwischen Benzin-, Elektro- und Handvertikutierer, die vom Prinzip her alle ähnlich arbeiten. Für große Flächen macht der Benzin-Vertikutierer Sinn, da er kein Stromkabel benötigt und schwer genug ist, um den Boden ohne Kraftaufwendung ausreichend tief bearbeiten zu können. Der Elektro-Vertikutierer eignet sich für mittelgroße Gärten mit Rasenflächen bis etwa 500 m². Allerdings ist er für harte Böden weniger geeignet, da sein Gewicht zu gering ist, um in den Boden einzudringen. Für kleine Flächen kannst du einen Hand-Vertikutierer (Vertikurierrechen) einsetzen, der jedoch einiges an Kraft und Ausdauer erfordert.
  • Kalken: Gleich im Anschluss an das Vertikutieren solltest du den Boden kalken. Kalk reguliert den pH-Wert des Bodens und verhindert das Wachstum von Moos, das ja bekanntlich sauren Boden bevorzugt. Kalken ist daher nur bei einem niedrigen pH-Wert des Bodens sinnvoll. Zur Untersuchung des pH-Wertes kannst du dir im Baumarkt entsprechende Teststreifen besorgen.
  • Lüften bei Rasen mit Staunässe: Falls du im Rasen Stellen hast, wo sich das Regenwasser immer wieder staut, kannst du mit „Lüften“ Abhilfe schaffen. Dabei werden durch eine Maschine oder per Hand viele kleine Löcher in den Boden gerammt, die anschließend mit Sand gefüllt werden, damit das Wasser besser abfließen und versickern kann. Alternativ kannst du den feinkörnigen Sand auch über den Rasen breit ausstreuen. Der Sand sickert in den Boden und Regenwürmer sorgen dann für die Verteilung im Boden.
  • Nachsäen: Sind beim Vertikutieren kahle Stellen entstanden, kannst du sie mit etwas Nachsaat ausbessern. Du solltest sie danach regelmäßig wässern und erst dann mähen, wenn das neue Gras eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht hat.
  • Düngen: Falls notwendig, kannst du den Rasen noch düngen, um ihn mit Stickstoff, Kalium und Phosphor zu versorgen. Streuwagen sorgen für eine gleichmäßige Verteilung. Du solltest allerdings nur bei regnerischem Wetter die Düngung ausbringen, da es ansonsten zu einer „Verbrennung“ des Rasens kommen kann.

Pflanzen setzen und Aussaat

Ab März kannst du mit dem Aussäen und Setzen von neuen Pflanzen beginnen. Falls du Bienen- und Schmetterlingspflanzen setzen möchtest, findest du beim Bundesverband der österreichischen Gärtner eine sehr ausführliche Broschüre dazu. Viele Tipps zu Aussaat und Setzen von Pflanzen gibt es auch in der Natur im Garten-Broschüre.

Checkliste Garten

Frühjahrsblüher bringen schon zeitig Farbe in den Garten. Adobe Stock (c) J.Mühlbauer exclus.

  • Zwiebel- und Knollenpflanzen: Bis Ende April kannst du Knollen- und Zwiebelpflanzen, die du im Keller überwintert oder neu gekauft hast, auspflanzen. Klassische Frühlingsblumen wie Narzissen oder Märzenbecher solltest du schon im Herbst gepflanzt haben. Du kannst aber natürlich auch im Topf vorgetriebene Frühjahrsblumen erst im Frühjahr in den Garten einsetzen.
  • Sommerblumen: Auch bei Blumen beginnt die Aussaat bereits im April. Die genaue Saatzeit ist auf den Samenpackungen immer genau angegeben. Viele Samen von einjährigen Sommerblumen können an Ort und Stelle ausgebracht werden.
  • Gemüse: Ab März kannst du bereits einige Wurzel- und Salatarten sowie Kräuter pflanzen: Kopf- und Pflücksalat, Rucola, Sommerendivien und Melde sind möglich. Die Samen von Pastinaken, Mangold, Radieschen, Rettichen, Spinat, Karotten, Rucola, Zwiebeln und Schwarzwurzeln können ebenfalls schon in die Erde. Erbsen kommen gegen Ende April dran. In ein kaltes Frühbeet kannst du Kohlarten, Sellerie, Eissalat, Lauch und auch Kohlrabi säen. Auf die Fensterbank kommen Basilikum, Gurken, Zucchini und Kürbis. Einjährige Kräuter müssen jährlich neu ausgesät werden. Borretsch, Dill, Kresse und Petersilie sind für die frühe Aussaat geeignet. Auch die Samen des mehrjährigen Schnittlauchs können zeitig in den Boden.
  • Stauden, Sträucher und Bäume: Im Zuge des Frühjahrsputzes im Garten werden auch neue Pflanzen gesetzt, die Auswahl der passenden Stauden, Sträucher oder Bäume ist dabei oft gar nicht so einfach. Der Natur im Garten-Leitfaden Bäume, Sträucher & Co. ist diesbezüglich eine sehr wertvolle Orientierungshilfe.

Das Gartentelefon für schnelle Hilfe beim Frühjahrsputz im Garten

Wenn du schnell Informationen zu Pflanzen, zum Düngen oder zu anderen Themen rund um den Garten benötigst, kannst du auch die kostenlose Beratung des Gartentelefons in NÖ oder Wien in Anspruch nehmen:

  • Das „Natur im Garten“ Telefon
    Das Niederösterreichische Gartentelefon bietet vor allem Informationen zur Gestaltung von Naturgärten und ist Mo, Di, Do, Fr von 8 bis 15 Uhr und Mi von 9 bis 17 Uhr unter +43 (0) 2742/74333 erreichbar.
  • Das Gartentelefon der Wiener Stadtgärten
    Auch die Wiener Stadtgärten stehen mit Rat rund um das Thema Garten zur Verfügung. Das Wiener Gartentelefon ist von Montag bis Freitag 7-15 Uhr unter 01-4000-8042 erreichbar. Hier gehts zu weiterführenden Informationen.

Hier findest du die am besten bewerteten Gärtner in deinem Bundesland:

Wir wünschen dir viel Freude mit deinem Garten!



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