Fußboden im Kinderzimmer: gesunder Bodenbelag für kleine Füße

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Wie finde ich den passenden Boden fürs Kinderzimmer? Wir wissen Rat! Foto: Adobe Stock, (c) Alena Ozerova

Während der Nachwuchs Zauberwälder durchstreift, Drachen erschlägt und mit dem Piratenschiff auf große Fahrt geht, setzen Eltern im Kinderzimmer auf leichtes Handling und hygienisches Material. Für den Fußboden bedeutet das: Er sollte strapazierfähig sein, sich gut reinigen lassen und eine möglichst hohe Lebensdauer haben. Im HEROLD-Ratgeber erfährst du, welche Bodenbeläge nicht nur pflegeleicht, sondern auch bespielbar sind.

Bodenbeläge im Kinderzimmer: Worauf muss ich achten?

Der Fußboden wird normalerweise nach persönlichen Vorlieben ausgesucht. Für den Boden im Kinderzimmer gelten jedoch besondere Regeln: Da die kleinsten Familienmitglieder stundenlang selbstvergessen am Boden spielen können, muss ein besonderer Untergrund her. Bei der Auswahl solltest du folgende Kriterien beachten:

  • Isolation: Wer das Kinderzimmer als Spielparadies einrichtet, sollte auf einen fußwarmen, isolierenden Bodenbelag setzen. Auf diese Weise können deine Kinder so lange zwischen Bilderbüchern, Kuscheltieren und Bauklötzen sitzen, wie es ihnen gefällt.
  • Schalldämmung: In Spielzimmern, in denen gehüpft, gesprungen und gerannt wird, bietet sich ein Bodenbelag mit Trittschalldämmung an.
  • Strapazierfähigkeit: Malfarbe, Sand und Knete – Fußböden im Kinderzimmer sollten für alle Eventualitäten gewappnet sein. Aus Kostengründen bietet es sich also an, auf ein besonders strapazierfähiges Material zu setzen.
  • Sicherheit: Da die Barrierefunktion der Haut erst ab dem dritten Lebensjahr vollständig aufgebaut ist, laufen vor allem Kleinkinder Gefahr, gesundheitsgefährdende Stoffe wie Weichmacher direkt über die Haut aufzunehmen. Der Fußboden im Kinderzimmer sollte also grundsätzlich schadstofffrei sein.
  • Pflege: Erst kippt der Saft um, dann läuft die Tusche aus: Wer einen pflegeleichten Bodenbelag wählt, der sich schnell und effizient reinigen lässt, spart viel Zeit.

Ein Tipp: Falls du gerade dabei bist, alles für die Ankunft eines neuen Familienmitglieds vorzubereiten, kannst du dich von unserer Bloggerin Nicole inspirieren lassen: Auf HEROLD.at gibt die Working Mum Tipps und Tricks, wie du deinen Nachwuchs glücklich machen und trotzdem Geld sparen kannst.

Fußboden im Kinderzimmer: Laminat, Teppichboden, Parkett, Kautschuk, PVC, Linoleum oder Kork? Foto: Adobe Stock, (c) Daria Filiminova

Bodenbelag bei Stauballergie: Was darf ins Kinderzimmer?

Du hast sicher schon davon gehört, dass Menschen mit Hausstauballergie Teppichboden meiden sollten? Stimmt aber gar nicht! Tatsächlich lässt sich gegen Hausstaub nämlich nicht viel machen. Hautschüppchen, Haare und Schmutzpartikel verdichten sich zu dem, was wir „Staub“ nennen, und werden von der Luft durch die Wohnung getragen. Wenn du das Kinderzimmer mit Laminat oder Parkett ausgelegt hast, werden die kleinen Staubpartikel bei jedem Schritt aufgewirbelt. Hast du dich für Teppichboden entschieden, wird der Hausstaub zum größten Teil in den Teppichfasern festgehalten.

Ein Tipp: Wenn eines deiner Kinder eine Stauballergie hat, solltest du alle drei Monate in eine professionelle Grundreinigung bzw. eine spezielle Teppichreinigung investieren. Nur so kannst du sicherstellen, dass sämtliche Bodenbeläge so staubfrei wie möglich bleiben.

Fußboden im Kinderzimmer: Übersicht

Teppichboden schützt vor Schrammen, Korkböden sorgen für eine warme Atmosphäre und PVC lässt sich in Windeseile reinigen. Bei der Vielzahl an Bodenbelägen, die gegenwärtig auf dem Markt sind, fällt die Entscheidung nicht leicht. Aus diesem Grund haben wir eine Übersicht der verschiedenen Materialien und ihrer Vor- und Nachteile zusammengestellt.

1. Teppichboden im Kinderzimmer: kuschelig aber schwierig

Der Teppichboden klingt nach der perfekten Lösung. Er ist weich, warm und bietet Schutz bei Raufereien und Sprüngen vom Hochbett. Leider ist Auslegeware häufig aber nicht frei von schädlichen Substanzen. Diese finden sich sowohl im Kleber, der beim Verlegen verwendet wird, als auch in den Teppichfasern selbst. Zu den gefährlichsten Stoffen, die bislang in Teppichen gefunden wurden, zählen Vinylchlorid und diverse Phthalate (Weichmacher). Unbedenklich hingegen sind Ober- und Rückenschichten aus Polyamid, Polyethylen und biozidfreien Naturfasern.

Ein Tipp: Damit du sicher sein kannst, dass du mit dem neuen Teppich keine Schadstoffe ins Kinderzimmer bringst, solltest du beim Kauf auf das TÜV-Umweltsiegel bzw. das Teppichsiegel der Europäischen Teppich-Gemeinschaft (ETG) achten.

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Teppichboden ist weich, kuschelig und bei regelmäßiger Reinigung sogar für Allergiker geeignet. Foto: Adobe Stock, (c) gpointstudio

2. Korkboden im Kinderzimmer: warm aber kostenintensiv

Das Beste aus der Natur: Kork ist besonders weich, wärmespeichernd und durch seine einzigartige Maserung ästhetisch ansprechend. Auf einem Bodenbelag aus Kork kann dein Nachwuchs barfuß laufen, ohne Eisfüße und Splitter zu riskieren. Bei der Verarbeitung werden keinerlei gesundheitsschädliche Chemikalien eingesetzt. Du solltest allerdings darauf achten, dass auch während des Verlegens bzw. bei der Versiegelung ausschließlich schadstofffreie Kleber verwendet werden.

Übrigens: Da bei der Herstellung von Korkboden lediglich die Rinde des Baums verwendet wird, handelt es sich um einen besonders umweltfreundlichen Bodenbelag. Das saubere Raumklima im Baby- oder Kinderzimmer zahlst du zwar mit recht hohen Anschaffungskosten, aber dafür freuen sich die Nachbarn über die optimale Trittschalldämmung.

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Korkboden im Kinderzimmer ist warm, weich und sehr strapazierfähig. Ein Hoch auf den Naturstoff Kork! Foto: Adobe Stock, (c) abcmedia

3. Parkett im Kinderzimmer: gemütlich aber empfindlich

Parkettboden verleiht dem Kinderzimmer eine natürliche Optik, speichert Wärme und lässt den kleinen Hosenmatz sogar im Winter barfuß laufen. Da es sich um einen natürlichen Rohstoff handelt, sind im Parkett selbst normalerweise keine Schadstoffe enthalten. Es ist jedoch wichtig, dass auch die Oberflächenversiegelung ausschließlich mit natürlichen Produkten (biologische Hartwachse oder Parkettöle) erfolgt. Da Parkett recht empfindlich ist, musst du hier neben den Anschaffungskosten auch mit Aufwendungen für eine professionelle Parkettschleiferei rechnen. Das ist zunächst zwar eine große finanzielle Investition, doch auf lange Sicht hast du dadurch länger Freude an deinem hochwertigen Fußboden im Kinderzimmer.

Vorsicht: Fertigparkett ist zwar verlockend, da es preisgünstiger ist als Echtholz- oder Bambusparkett, doch die Spanplatten unter der dünnen Schicht Massivholz enthalten häufig gesundheitsschädliches Formaldehyd. Weiterführende Informationen zur richtigen Parkettpflege und Auswahl des passenden Modells gibt Roman Lechner im großen Parkett-Führer. Roman ist Inhaber der Waldviertler Vollholztischlerei und weiß genau, worauf es in Sachen Parkett ankommt.

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Parkettboden speichert Wärme, ist schadstofffrei und kreiert eine natürliche Atmosphäre. Photo: Adobe Stock, (c) llhedgehogll

4. Holz im Kinderzimmer: fußwarm aber teuer

Genau wie Parkett zählen auch Böden aus Massivholzdielen zu den Klassikern im Kinderzimmer. Holz ist ein fußwarmes und ästhetisch ansprechendes Naturmaterial, das sich leicht reinigen lässt und aufgrund seiner hygroskopischen Eigenschaften zu einem guten Raumklima beiträgt. Trägt das Holz im Kinderzimmer wider Erwarten doch mal unschöne Flecken oder quillt auf, kannst du die jeweiligen Stellen einfach abschleifen und neu versiegeln. Auf diese Weise stellst du auch sicher, dass der Holzfußboden noch viele Jahre nach dem Auszug deiner Kinder etwas hermacht.

Ein Tipp: Wenn du sichergehen möchtest, dass die Versiegelung des Holzfußbodens keinerlei schädlichen Stoffe enthält, solltest du das Holz selbst imprägnieren bzw. versiegeln und hierfür ausschließlich umweltfreundliche Lasuren und Lacke verwenden.

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Holz ist ein hervorragender Bodenbelag für’s Kinderzimmer, da er fußwarm und sehr langlebig ist. Foto: Adobe Stock, (c) contrastwerkstatt

5. Laminat im Kinderzimmer: strapazierfähig aber kühl

Hochwertiges Laminat ist robust und pflegeleicht. Außerdem ist Laminat verlegen eine Arbeit, die auch in Eigenregie klappt. Nichtsdestotrotz ist das Kunstharz als Fußboden fürs Kinderzimmer nicht die ideale Wahl, da verschüttete Flüssigkeiten das Material aufquellen lassen, statische Aufladungen entstehen können und der Untergrund zum Spielen am Boden zu kühl ist. Letzterer Nachteil lässt sich allerdings ausgleichen, wenn du das Laminat mit einer Fußbodenheizung kombinierst. Eine solche lässt sich z.B. im Zuge eines energieeffizienten Neubaus bzw. einer Altbausanierung integrieren. Wenn du dich für Laminat entscheidest, solltest du auf eine Hochglanzoberfläche verzichten, da sich hier laut Stiftung Warentest die meisten Schadstoffe verbergen.

Ein Tipp: Wer im Zuge eines Neubaus über die Installation einer Fußbodenheizung nachdenkt, findet Tipps und Ratschläge in unserem Blogbeitrag zum Thema „Energieeffizientes Bauen“. Wer den Nachteil des Laminats kostengünstiger ausgleichen möchte, kann auch auf einen flauschig-warmen Spielteppich zurückgreifen.

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Laminat ist strapazierfähig und in Kombination mit einer Fußbodenheizung als Boden fürs Kinderzimmer geeignet. Photo: Adobe Stock, (c) pahis

6. Kautschukboden im Kinderzimmer: robust aber etwas teuer

Kautschukboden vereint die Vorteile von Parkett, Laminat und Teppichboden. Er ist rutschfest, unempfindlich, sehr leicht zu reinigen und bietet eine Vielfalt an unterschiedlichen Farben und Designs. Da es sich um ein Naturmaterial handelt, ist Kautschukboden normalerweise frei von Schadstoffen. Aufgrund seiner gelenkschonenden und stoßdämpfenden Natur wird Kautschukboden sogar in Kindergärten und Turnhallen eingesetzt. Im Vergleich mit PVC ist ein Kinderzimmer-Fußboden aus Kautschuk relativ teuer in der Anschaffung, zeichnet sich dafür aber auch durch eine besonders hohe Lebensdauer aus.

Ein Tipp: Wer sichergehen möchte, dass dem Kautschuk seiner Wahl keine gesundheitsschädlichen Farb- oder Zusatzstoffe beigemengt wurden, sollte beim Kauf auf eine entsprechende Zertifizierung (z.B. Blauer Engel) achten.

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Kautschuk ist ein umweltfreundlicher Bodenbelag, der Kinderfüße wärmt und Nachbars Nerven schont. Photo: Adobe Stock, (c) saravut

7. PVC im Kinderzimmer: günstig, aber gesundheitsschädlich

PVC ist günstig in der Anschaffung, leicht zu verlegen und einfach zu reinigen. Trotzdem hat das Material im Kinderzimmer nichts zu suchen. Damit PVC-Boden elastisch bleibt, werden ihm sog. „Weichmacher“ zugesetzt, die über die Materialoberfläche an die Raumluft abgegeben werden. Dies ist vor allem gefährlich für Kinder im Krabbelalter, da sie besonders viel Kontakt mit dem Material haben. Da Phthalate (Weichmacher) in dem Verdacht stehen, Leber und Nieren zu schädigen, solltest du PVC von deiner Liste für Bodenbeläge im Kinderzimmer streichen.

8. Linoleum im Kinderzimmer: langlebig aber pflegeintensiv

Bei Linoleum handelt es sich, wie bei Parkett, Kork und Kautschuk, um einen natürlichen Bodenbelag. In seinen Grundbestandteilen ist Linoleum schadstoffarm und wird in der Regel mit einer gut verträglichen Acrylbeschichtung angeboten. Als Fußboden fürs Kinderzimmer ist Linoleum gut geeignet, da es fußwarm, trittschalldämmend und für die Kombination mit einer Fußbodenheizung geeignet ist. Das Material erfordert allerdings eine gewisse Pflege, da es regelmäßig nebelwarm abgewaschen, mit Spezialreinigern behandelt und nachgewachst werden muss.

Achtung: Wer sich dafür entscheidet, Linoleum nicht als Fertigelemente mit Klickverbindung, sondern als Bahnen zu kaufen, sollte für die Bodenverlegung einen Profi engagieren. Anderenfalls kann es passieren, dass das Material unbrauchbar wird.

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Linoleum ist ein schadstofffarmer, warmer und trittschallgedämmter Bodenbelag. Photo: Adobe Stock, (c) kuzmichstudio

Was kostet der neue Fußboden im Kinderzimmer?

Wenn du handwerklich begabt bist und deine Wochenenden für Renovierungsarbeiten nutzen möchtest, kannst du den Fußboden fürs Kinderzimmer (mit Ausnahme von Kautschuk und Linoleum) in Eigenregie verlegen. Je nachdem, für welches Material du dich entscheidest, wie groß das Zimmer ist und welche Qualität du wählst, kommen folgende Materialkosten (Preis/ m2) auf dich zu:

  • Linoleum: Klickware ca. 38 bis 50 Euro/Bahnenware ca. 19 bis 45 Euro
  • Korkboden: Korkfliesen ca. 14 bis 35 Euro/Korkparkett ca. 28 bis 45 Euro
  • Kautschuk: Kautschukfliesen/Bahnenware zwischen 50 u. 100 Euro
  • Laminat: ab ca. 8 Euro
  • PVC: ca. 8 bis 25 Euro
  • Parkett: zwischen 35 u. 85 Euro/ca. 25 Euro für Klebeparkett
  • Teppichboden/ Auslageware: zwischen 10 u. 90 Euro für Synthetikware/Naturfaser zwischen 40 u. 200 Euro

DIY oder Kinderzimmer-Fußboden vom Profi?

Für den Fall, dass deine Werkzeugkiste nicht entsprechend ausgestattet ist, kommen je nach gewähltem Bodenbelag noch die Anschaffungskosten für Abstandskeile, Schlagholz, Montageeisen und Kreissäge hinzu. Zollstock, Cutter und Hammer finden sich normalerweise in jedem Haushalt. Wenn du dich dafür entscheidest, den Fußboden im Kinderzimmer durch einen Profi verlegen zu lassen, sparst du also nicht nur an Zeit, Nerven und Anschaffungskosten für das Werkzeug, sondern der gelernte Bodenverleger produziert auch kaum Materialverschnitt. Wer Parkett oder Korkboden in Eigenregie verlegt, kommt sehr schnell auf die doppelte Menge an Material. Sekundäre Posten wie Kleber, Nägel und Fußleisten sind hier nicht einmal eingerechnet.

Kosten für den Profi-Einsatz

Wie viel dich der Profieinsatz insgesamt kostet, hängt sowohl von der gewählten Materialqualität als auch von der Größe des Kinderzimmers ab. Eine kleine Orientierungshilfe: Den Quadratmeter Laminat bekommst du in einem Baumarkt in deiner Umgebung ab 8 Euro. Wenn du den Fußboden professionell verlegen lässt, kostet dich der Quadratmeter inklusive Fußleisten und Material zwischen 35 und 70 Euro. Dafür ist die Arbeit aber auch innerhalb weniger Stunden getan und du kannst dich schon am Abend über den nagelneuen Fußboden im Kinderzimmer freuen. Hier eine kleine Entscheidungshilfe:

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