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Tipps für die Haushaltsgeräte Reparatur

Haushaltsgeräte Reparatur

Haushaltsgeräte Reparatur – Wer repariert was?

So manches alte Gerät, das auf der Müllhalde landet, ist viel zu schade zum Wegwerfen, denn eine Haushaltsgeräte Reparatur kann die Lebensdauer meist um mehrere Jahre verlängern. Wer Haushaltsgeräte repariert, was der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie ist, wann eine Neuanschaffung besser ist und wo du alte Haushaltsgeräte entsorgen kannst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Wer repariert Haushaltsgeräte?

Hat man sich dazu entscheidet, seine Haushaltsgeräte reparieren zu lassen, bietet sich als erste Anlaufstelle der Kundendienst des Herstellers an. Die entsprechenden Kontaktdaten sind in der Regel in den Kaufunterlagen zu finden. Alternativ kann ebenso eine autorisierte Reparaturfirma beauftragt werden. Welche Herstellermarken ein Reparaturunternehmen serviciert, ist meist der Website des Unternehmens zu entnehmen.

Um die Suche nach dem passenden Unternehmen zu verkürzen, kann man im HEROLD-Verzeichnis oder der bundesweiten Kooperation von Kundendienststätten nachschlagen. Eine weitere Möglichkeit sind regionale Reparaturnetzwerke. Letztere gibt es derzeit in Wien, Linz und Villach.

Anspruch auf Garantie oder Gewährleistung?

Wenn ein Haushaltsgerät bereits nach relativ kurzer Zeit einen Mangel aufweist oder kaputt geht, sollte man zunächst prüfen, ob noch ein Garantie- und/oder Gewährleistungsanspruch besteht.

Garantie und Gewährleistung schließen einander nicht aus: Für den Fall, dass es eine Garantie beim Hersteller gibt, kann man als Konsument trotzdem auch den Gewährleistungsanspruch geltend machen.

Rechtlich gesehen kann es sich daher bei einem Gerätemangel um einen Fall der Garantie, einen Fall der Gewährleistung oder um beides handeln. Da die Abgrenzung immer wieder für Verwirrung sorgt, nachfolgend das Wichtigste zu diesem Thema.

Gewährleistung Garantie
Gesetzlicher Anspruch Freiwillig, aber bindend
Für Mängel, die bereits zum Zeitpunkt des Kaufes bestanden haben. Für Mängel, die innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (Garantiefrist) eintreten.
Gewährleistung bezieht sich grundsätzlich auf ALLE Produkteigenschaften. Hersteller bestimmt, für welche Produkteigenschaften er seine Garantie abgibt.
Gewährleistungsfrist von 2 Jahren kann weder ausgeschlossen noch eingeschränkt werden. Hersteller/Händler bestimmt Laufzeit der Garantie. Es kann auch gar keine Garantie geben.
Reparatur, neues Gerät, Preisminderung oder Rückerstattung des Kaufpreises Reparatur oder neues Gerät

A) Garantie – freiwillig, aber bindend

Garantiert wird im Kaufvertrag nicht nur, dass die Ware zum Zeitpunkt des Kaufes mangelfrei ist, sondern dass sie auch für eine bestimmte Zeitspanne mangelfrei bleibt. Laufzeit und Leistungsinhalt von Garantien sind jedoch von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

  1. Im Kaufvertrag vereinbarte Garantien sind gesetzlich nicht geregelt, da es sich um eine freiwillige Zusage des Unternehmens oder Herstellers handelt. Grundsätzlich ist ein Unternehmen daher nicht verpflichtet, eine Garantie auszustellen.
  2. Welche Leistungen dieses Garantieversprechen beinhaltet, wird in den Garantiebedingungen festgehalten. Der Hersteller kann bestimmen, für welche Produkteigenschaften er seine Garantie abgibt. So können auch nur bestimmte Funktionen eines Geräts für einen bestimmten Zeitraum garantiert werden. Die Garantie kann sich aber auch auf mehr beziehen als die Gewährleistung, manchmal unter der Voraussetzung, dass man eine eigene Garantieversicherung abschließt, zum Beispiel wenn man das Gerät zu Boden oder ins Wasser fallen lässt. Es kann also im Vergleich zur Gewährleistung weniger oder mehr garantiert werden.
  3. Tritt innerhalb der Garantiezeit ein Defekt auf, der durch die Garantiebedingungen gedeckt ist, wird das Gerät durch den Hersteller entweder repariert oder durch ein neues Gerät ausgetauscht.
  4. Die Laufzeit der Garantie kann vom Hersteller mit zwei Jahren, aber auch kürzer oder länger festgelegt werden. Daran ist das Unternehmen dann auch gebunden. Es kann somit auch gar keine Garantie geben.
  5. Den Garantieanspruch verliert man, wenn der Defekt durch grobes Selbstverschulden (Fehlanwendung) entstanden ist oder man versucht, das Gerät selbst zu reparieren und dabei scheitert

B) Gewährleistung – gesetzlicher Anspruch

Nicht zu verwechseln mit der Garantie ist die Gewährleistung, die sich auf einen Mangel bezieht, der bereits zum Zeitpunkt des Kaufes bestanden hat.

  1. Gewährleistung ist die gesetzlich vorgesehene Haftung des Verkäufers für Mängel, die die Ware bereits zum Zeitpunkt der Übergabe aufweist, auch wenn sich dieser Mangel vielleicht erst später zeigt. Entstehen Mängel erst nach dem Kauf, handelt es sich um keinen Gewährleistungsfall.
  2. Die Gewährleistung bezieht sich grundsätzlich auf ALLE Produkteigenschaften.
  3. Ist ein neu gekauftes Haushaltsgerät nicht funktionsfähig, dann muss das Unternehmen die Haushaltsgeräte Reparatur entweder innerhalb einer angemessenen Frist durchführen oder das Gerät ersetzen. Ist das nicht möglich, kann alternativ eine Preisminderung oder die Rückerstattung des Kaufpreises verlangt werden. Ob der Hersteller oder Händler den Mangel verschuldet hat oder nicht, ist dabei übrigens unerheblich.
  4. War die Ware zum Zeitpunkt des Kaufes nicht in Ordnung, dann hat man als Käufer zwei Jahre lang gegenüber dem Händler einen Gewährleistungsanspruch. Unternehmen können das Recht auf Gewährleistung weder ausschließen noch einschränken. Allerdings sind hier bestimmte Fristen zu beachten, denn ab dem 7. Monat muss der Käufer nachweisen, dass der Mangel bereits beim Kauf bestanden hat.

Haushaltsgerät wird innerhalb der ersten 6 Monate kaputt:

  • Innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf wird vermutet, dass der Mangel bereits beim Kauf vorhanden war.
  • Der Käufer muss daher innerhalb dieser ersten 6 Monate nicht beweisen, dass der Mangel bereits beim Kauf bestanden hat.
  • Der Händler kann allerdings den Gegenbeweis antreten, dass die Ware beim Verkauf vollkommen in Ordnung, also mangelfrei, war.
  • Die 6-Monatsfrist kann vom Händler nicht verkürzt werden.
  • Tut er es dennoch, ist die Verkürzung unwirksam, da es sich – im Unterschied zu einer Garantie – um eine gesetzliche Regelung handelt.

Haushaltsgerät wird nach 6 Monaten kaputt:

  • Tritt der Defekt nach sechs Monaten auf, wird vermutet, dass der Mangel nach dem Kauf entstanden ist und daher kein Gewährleistungsanspruch mehr besteht.
  • Der Käufer muss beweisen, dass der Fehler bereits beim Kauf bestanden hat. Ab dem 7. Monat hat man daher schlechtere Karten.
  • Auch die 2-Jahresfrist kann vom Händler nicht verändert werden
  • Ausnahme Gebrauchtwaren: Verkürzung der 2-Jahresfrist auf ein Jahr durch den Händler möglich.

Haushaltsgeräte Reparatur oder Neukauf?

Besteht weder Anspruch auf Garantie noch auf Gewährleistung steht man in der Regel vor der Entscheidung, ob das defekte Haushaltsgerät repariert werden soll oder ob man besser ein Neugerät anschafft. Grundsätzlich müssen dabei mehrere Faktoren berücksichtigt werden:

1. Alter des defekten Haushaltsgeräts

Geräte, die bereits älter als 12 Jahre sind, haben in der Regel einen hohen Stromverbrauch und eine entsprechend niedrige Energieeffizienzklasse. Eine Haushaltsgeräte Reparatur lohnt sich hier meist nicht mehr. Sie sollten ersetzt und entsorgt werden. In allen anderen Fällen empfiehlt sich ein Vergleich der Reparaturkosten mit den Kosten eines neuen Gerätes.

2. Höhe der zu erwartenden Reparaturkosten

Um die Kosten der Haushaltsgeräte Reparatur abschätzen zu können und keine böse Überraschung zu erleben, lohnt es sich, einen Kostenvoranschlag einzuholen. Am besten nennt man dem Techniker den Fehlercode, der meist auf einer Digitalanzeige des Gerätes zu sehen ist, oder man beschreibt das Problem.

Tipp: Firmen, die gleichzeitig auch Elektrogeräte verkaufen, raten manchmal zu schnell zu einem Neukauf. Es kann daher manchmal ratsam sein, mehrere Kostenvoranschläge bei verschiedenen Reparaturfirmen einzuholen.

3. Kosten bei Neuanschaffung

Bei der Suche nach einem neuen Gerät sollte man nicht ungeprüft zum günstigsten Angebot greifen. Denn billig gekauft, ist oft teuer. Zum einen führen die in günstigen Produkten verarbeiteten Komponenten häufig zu einer kurzen Lebensdauer des Gerätes, zum anderen ist der Energieverbrauch in der Regel höher.

In Billig-Waschmaschinen findet man beispielsweise häufig keine Edelstahl-, sondern Plastik-Bottiche. Auch ist das Lager fix eingepresst und lässt sich nicht – wie bei hochwertigen Geräten – austauschen. Wenn diese Lager dann innerhalb von wenigen Jahren defekt werden, weil die Stoßdämpfer nicht für die 1600 Touren ausgelegt sind, müsste der ganze Bottich ausgetauscht werden. Die Waschmaschinen Reparatur wäre somit im Verhältnis viel zu teuer und lohnt sich nicht.

Haushaltsgeräte Reparatur

Energieeffezienzlabel beim Neukauf eines Haushaltsgerätes beachten – Abbildung (c) Wikipedia

Um den Energieverbrauch eines neuen Gerätes festzustellen, braucht man nur einen Blick auf das EU-Energieeffizienzlabel des Haushaltsgeräts werfen. Der dunkelgrüne Bereich markiert jeweils die Bestmarke. Die Bewertungsskala geht dabei von A (hohe Effizienz) bis D (geringe Effizienz).

Die Klassen A+, A++, A+++ werden hinzugefügt, wenn es aufgrund der technologischen Entwicklung erforderlich ist. Je nach Gerätekategorie ist die beste Energieeffizienzklasse mit A+++ oder mit A gekennzeichnet.

4. Entscheidungshilfe: Kauf oder Haushaltsgeräte Reparatur?

Nachstehende Tabelle ist als Orientierungshilfe zu verstehen, ob sich eine Haushaltsgeräte Reparatur noch lohnt oder eine Neuanschaffung sinnvoll ist.

Sind die Kosten der Haushaltsgeräte Reparatur niedriger als die Obergrenze (= max. Reparaturkosten in % des Neupreises), wird eine Reparatur empfohlen – liegen sie darüber, lohnt sich ein Neukauf.

Beispiel Waschmaschine

Eine defekte Waschmaschine ist 7 Jahre alt. Die Reparaturkosten liegen bei etwa 180 Euro. Ein neues Gerät kostet 800 Euro. Die Reparaturkosten sollten laut Tabelle 30 Prozent des Neupreises nicht übersteigen. 30 Prozent des Neupreises sind 240 Euro (800 * 30%). Eine Reparatur der Waschmaschine lohnt sich demzufolge.

Haushaltsgeräte Reparatur

Quelle: EnergieSchweiz, Bundesamt für Energie 3003 Bern

Wo können kaputte Haushaltgeräte entsorgt werden?

Falls du dich für ein neues Haushaltsgerät entschieden hast, muss das alte Haushaltsgerät entsorgt werden. Grundsätzlich stehen dir hier zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

1. Öffentliche Entsorgungsstellen

Erste Anlaufstelle zur Entsorgung defekter Elektro- bzw. Haushaltsgeräte sind die Rücknahme- und Entsorgungsstellen der Gemeinden und Städte. Derzeit gibt es rund 2000 kommunale Rücknahmestellen, die über den Sammelstellenfinder auf der Infoseite der Elektroaltgeräte-Koordinierungsstelle (EAK) abgerufen werden können. Das Recht zur unentgeltlichen Rückgabe gilt übrigens auch für privat importierte Elektrogeräte, wenn sie kaputt gegangen sind.

2. Zug-um-Zug Rücknahme im Handel

Händler sind in Österreich verpflichtet, alte Geräte unentgeltlich zurückzunehmen und zu entsorgen, wenn man ein neues Gerät kauft (Zug-um-Zug-Rücknahme). Das gilt auch dann, wenn du das alte Gerät nicht bei jenem Händler gekauft hast, bei dem du ein neues, gleichwertiges Gerät erwirbst. Der Händler darf daher weder eine Rechnung für das alte Gerät verlangen noch die Rücknahme auf Geräte beschränken, die er selbst verkauft. Auch darf er keine Transportkosten oder sonstige Spesen in Rechnung stellen, wenn er nach Lieferung des neuen Haushaltsgeräts das kaputte Gerät mitnimmt.

Eine Ausnahme von der 1:1-Rücknahmeverpflichtung besteht allerdings dann, wenn die Verkaufsfläche des Händlers unter 150 m² liegt und (!) die Kunden mit einer deutlich lesbaren Information im Geschäftslokal darüber informiert werden (z.B. „Wir nehmen keine Elektroaltgeräte zurück“).



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