Hügelbeet anlegen: So geht man am besten vor - HEROLD.at

Hügelbeet anlegen: Schritt für Schritt zu maximalem Ertrag

Hügelbeet

Wer ein Hügelbeet anlegen möchte, sollte ein wenig Zeit und Arbeitskraft einplanen. Aber es lohnt sich! Foto: Adobe Stock, (c) J.Mühlbauer exclus.

Das gesamte Jahr über fallen bei Gartenarbeiten organische Abfälle an. Sie über den Müll zu entsorgen, ist viel zu schade. Denn kompostiert liefern sie wertvolle Nährstoffe für Pflanzen aller Art. Selbst wenn der Kompost voll ist, gehören Laub, Ast- und Rasenschnitt nicht einfach in die Tonne. Stattdessen lässt sich mit etwas Arbeit aus den Gartenabfällen ein Hügelbeet anlegen. Das ist, wie der Name schon sagt, ein hügelig angelegtes Beet und schafft dadurch mehr Platz im Garten. Wie du selbst ein Hügelbeet anlegen kannst und was du dabei beachten musst, erfährst du in unserem Ratgeber.

Hügelbeet: Was ist das?

Klassisch bauen Gärtner Gemüse in flachen Beeten an. Über das Jahr düngen sie ihre Gewächse mit frischem Kompost. Das gewährleistet eine gute Versorgung mit Nährstoffen. Wer jedoch keinen Komposthaufen besitzt oder bereits genug Naturdünger hat, kann mit den übrigen Gartenabfällen ein Hügelbeet anlegen. Diese Form des Beets besteht aus fünf unterschiedlichen Materialschichten. Der Aufbau ähnelt dem eines Hochbeets oder Mistbeets. In diesem Fall wird das Material jedoch zu einem Hügel mit zwei schräg abfallenden Seiten aufgeschichtet. Die Höhe eines fertig angelegten Hügelbeets beträgt etwa 50 Zentimeter.

Hügelbeet anlegen – so geht es Schicht für Schicht

Ein Hügelbeet anzulegen funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Hochbeet: Mehrere Schichten organischen Materials werden übereinander geschichtet und mit Erde bedeckt. Ein Hügelbeet anzulegen kostet Zeit und ist mit einiger Arbeit verbunden. Diese zahlt sich jedoch bei der Ernte mit einem hohen Ertrag aus. Wie du Schritt für Schritt vorgehst, liest du in der nachfolgenden Anleitung.

Vorarbeiten für das Hügelbeet

Zunächst musst du einen geeigneten Standort für das Hügelbeet auswählen. Dieser sollte windgeschützt sein und über viel Sonne verfügen! Die Größe des Beets hängt von dem zur Verfügung stehenden Platz und dem vorhandenen Schichtmaterial ab. Ein durchschnittliches Hügelbeet ist etwa 1,50 Meter breit und vier Meter lang. Wenn du den richtigen Ort gefunden hast, steckst du den Rahmen für dein Hügelbeet ab. Hierfür kannst du sowohl Stöcke als auch eine Schnur verwenden.

Willst du dein Hügelbeet auf dem Rasen anlegen, musst du zuerst vorsichtig die Grassoden abstechen und zur Seite legen. Im nächsten Schritt hebst du den Erdboden (Humus) etwa 25 Zentimeter tief aus und legst ihn auf einem separaten Haufen ab. Um dein angebautes Gemüse vor Wühlmäusen zu schützen, solltest du einen feinen Maschendraht auf den Boden legen. Jetzt beginnt das Aufschichten.

Hügelbeet aufschichten

Als Basis für dein Hügelbeet dienen abgeschnittene Äste sowie feine Holzreste. Schichte sie 30 bis 40 Zentimeter hoch auf! Bei Bedarf kannst du Hornspäne untermischen. Das beschleunigt den Zersetzungsprozess, ist aber kein Muss für ein funktionierendes Beet. Die nächsten beiden Schichten sind 30 cm hoch und bestehen aus zerkleinerten Grassoden und Laub.

Du kannst dafür Grasschnitt aus dem Rasenmäher, aber auch Reste von Stauden verwenden. Anschließend kannst du die beiden untersten Schichten mit einem Schlauch wässern. Falls du eine Zisterne besitzt, kannst du dafür auch dein Regenwasser nutzen.

Für die vierte Schicht benötigst du reifen Gartenkompost. Er bringt alles mit, um den Zersetzungsprozess in Gang zu setzen. Besitzt du keinen eigenen Kompost, kannst du ihn in einer Gärtnerei kaufen. Die Schicht aus reifem Kompost sollte 15 bis 20 Zentimeter hoch sein.

Zuletzt gibst du die zu Beginn ausgehobene Erde über das Hügelbeet. Sie sollte etwa 20 bis 30 Zentimeter dick sein. Das Aussehen des Beets ist übrigens Nebensache. Wichtig sind seine inneren Werte. 😉

Bepflanzen des Hügelbeets

Wenn du mit dem Anlegen fertig bist, kannst du zum Bepflanzen übergehen. Grundsätzlich eignet sich diese Form des Beetes für alle Gemüsesorten. Im ersten Jahr solltest du jedoch Starkzehrer anbauen. Sie entziehen dem Boden große Mengen Stickstoff. Für die Mittel- und Schwachzehrer im zweiten Jahr bleiben noch ausreichend Nährstoffe übrig, damit sie gut gedeihen und einen hohen Ertrag liefern. Eine Bepflanzung für das erste Jahr könnte wie folgt aussehen:

  • Oben auf das Hügelbeet setzt du Tomaten, Rhabarber und Paprika.
  • In die Reihe darunter Gurken, Kohl, Kohlrabi, Kürbis, Radieschen, Sellerie, Porree und Zucchini.

Im darauffolgenden Jahr könntest du das Hügelbeet wie folgt bepflanzen:

  • Oben auf das Beet setzt du Petersilie, Rote Bete, Spinat und Zwiebeln.
  • Eine Etage tiefer pflanzt du Schwarzwurzel, Mangold, Kräuter und Feldsalat an.
Gemüsebeet bepflanzen

Im ersten Jahr solltest du das Hügelbeet mit Starkzehrern bepflanzen, da diese dem Boden große Mengen Stickstoff entziehen. Foto: Adobe Stock, (c) stgrafix

Hügelbeet richtig bewässern

Du solltest dir schon beim Hügelbeet-Anlegen Gedanken zur späteren Bewässerung machen. Denn die obere Erdschicht trocknet im Sommer schnell aus. Am besten ziehst du auf dem Scheitelpunkt des Beets eine Rinne ein. In dieser kann das Regenwasser dann versickern. An den Seiten solltest du handbreite Mulden einziehen. Auch hier kann Regen- oder Gießwasser in das Beet eindringen. Pflanzt du an den unteren Kanten Salat und Spinat an, kann ein Perlschlauch sinnvoll sein. Er gibt tröpfchenweise Wasser an den Boden ab und sorgt so für eine stete Versorgung deines Gemüses.

Hügelbeet anlegen: Vorteile und Nachteile

Hügelbeete zählen wie Hochbeete zu den Warmbeeten. Sie sind in der Lage, Wärme besser und länger zu speichern. Durch ihren geschichteten Aufbau herrschen in ihrem Inneren um bis zu 8 Grad Celsius höhere Temperaturen als in Beeten in Bodennähe. Das lässt viele Gemüsesorten besser wachsen als in anderen Beetformen. Ein weiterer Vorteil ist die vergrößerte Anbaufläche. Denn durch seine Form erhöht sich die bepflanzbare Fläche um etwa ein Viertel, was für höhere Erträge sorgt. Wie Hochbeete sind auch Hügelbeete äußerst einfach zu bewirtschaften. Je höher sie sind, desto rückenschonender ist die Arbeit. Dadurch eignen sie sich hervorragend für ältere Menschen und Hobbygärtner mit Handicap.

Mit der Zeit flacht der Hügel jedoch zunehmend ab. Deshalb ist es mit dem einmaligen Hügelbeet-Anlegen nicht getan und regelmäßige Gartenpflege ist nötig. Für dauerhaft gute Erträge muss du das Beet regelmäßig mit einem Gemisch aus normalem Erdboden und Komposterde auffüllen. Nach spätestens sechs Jahren ist der Boden ausgezehrt. Das bedeutet, dass du das Hügelbeet spätestens dann neu anlegen musst. Dabei gehst du vor wie am Anfang, nur dass du die verrotteten und nährstoffarmen Reste aus dem alten Beet jetzt entsorgen kannst.

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