Wertvolle Tipps für die richtige Hundeernährung - HEROLD.AT

Hundeernährung: wertvolle Tipps für´s richtige Hundefutter

Hundeernährung

Die richtige Ernährung ist auch für Vierbeiner wichtig. Foto: Adobe Stock, (c) Michael Ebardt

Kaum ein Thema sorgt bei Hundehaltern so sehr für Diskussionen wie die richtige Hundeernährung. Dementsprechend umfangreich sind die Informationen zum Thema Hundefutter. Wir haben hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst und zeigen dir, was du bei der Wahl des Hundefutters und der Fütterung deines vierbeinigen Lieblings beachten musst.

Was braucht dein Hund?

Oberstes Gebot für die richtige Ernährung deines Hundes ist die Ausgewogenheit des Hundefutter. Nur so kannst du sicherstellen, dass dein Wauz mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird. Grundsätzlich gibt es drei große Energieträger, die ihm alle lebenswichtigen Bestandteile und die notwendige Energie liefern:

  • Eiweiß (Proteine) werden für die Körperfunktionen, Zellerneuerung, Blutbildung, Gehirn, etc. benötigt. Proteine aus tierischen Quellen sind für den Hund besser verwertbar als pflanzliche Proteine.
  • Fette werden für die Energieversorgung, für Haut, Fell und Verdauung benötigt. Tierisches Fett enthält mehr gesättigte Fettsäuren und ist für Hunde besser verwertbar als pflanzliches Fett.
  • Kohlenhydrate dienen als Energie- und Ballaststofflieferanten. Getreide, aber auch Pseudogetreide, Reis, Kartoffeln, Rüben und Hülsenfrüchte sind reich an Kohlenhydraten. Wenn der Hund keine verwertbaren Kohlenhydrate erhält, kann er auch selbst Glukose in der Leber herstellen. Das geschieht allerdings zu Lasten von Fetten oder Proteinen, die dem Hundekörper dann fehlen.

Es gibt verschiedene Ernährungsvarianten und die Meinungen gehen diesbezüglich sehr stark auseinander. Egal, wofür du dich entscheidest – das Wichtigste ist eine ausgewogene Zusammenstellung des Futters.

Die verschiedenen Varianten der Hundeernährung

Während die meisten Hundebesitzer konventionelles Hundefutter in Form von Trocken- und Feuchtfutter kaufen, gibt es für andere Hundehalter nur mehr die BARF Hundeernährung. Grundsätzlich kann hochwertiges Futter für Hunde den Nährstoffbedarf genauso gut decken wie BARFen – sofern die Zusammenstellung ausgewogen ist und keine schädlichen Bestandteile verarbeitet wurden.

1. BARF – Hundeernährung

BARF bedeutete ursprünglich „Bones And Raw Food“ (Knochen und rohe Nahrung). Im deutschen Sprachraum hat sich für diese Form der Hundeernährung inzwischen „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ durchgesetzt.

Dieser Art der Hundeernährung liegt die Annahme zugrunde, dass der Hund ein direkter Nachfahre des Wolfes ist und auch dementsprechend artgerecht ernährt werden sollte. Der Hund erhält nicht nur hochwertiges rohes Muskelfleisch, sondern auch Knochen und Innereien. Da in der freien Wildbahn auch pflanzliche Inhalte des Verdauungstrakts verspeist werden, fügt man beim BARFen Wildpflanzen oder Gemüse hinzu.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Foren, wo man sich mit anderen BARFern austauschen kann und Antworten auf Fragen zur richtigen Zusammensetzung, zu Bezugsquellen etc. erhalten kann.  Am besten ist es natürlich, wenn man sich das Fleisch direkt von einem Fleischhauer besorgt und die Mischung dann selbst herstellt – da weiß man einfach, was drinnen ist. Wer dafür zu wenig Zeit hat, kann auch auf fertige BARF Produkte (tiefgekühltes Rohfleisch, BARF-Menüs) zurückgreifen, die in BARF-Shops angeboten werden.

Hundernährung mit Barfen: Futter für Hunde wird mittlerweile auch in Form von rohem Fleisch angeboten

Foto: Dexters´s Tierbedarf, 9500 Villach

2. Fertigfutter: Feucht oder trocken?

Neben dem BARFen wird Futter für Hunde als Fertigfutter in Form von Trockenfutter oder Feuchtfutter angeboten. Wenn du deinen Hund mit Fertigfutter versorgst, achte auf eine qualitativ hochwertige Marke, die alle Nährstoffe enthält. Du kannst Fertigfutter auch immer wieder mit frischem, selbstgemachtem Futter anreichern – dein Hund wird es dir danken.

# Inhaltsstoffe: Achte bei der Wahl des Fertigfutters auf eine „offene Deklaration“ der Inhaltsstoffe! Je mehr Informationen der Hersteller offen legt, umso besser kannst du die Qualität des Futters einschätzen. Einige Futtermittelhersteller veröffentlichen auf ihrer Webseite bereits die genaue Zusammensetzung des Futters. An erster Stelle der Zutatenliste steht in der Regel immer das, was am meisten im Futter enthalten ist. Dort sollte der Fleischanteil vermerkt sein. Steht an erster Stelle Getreide, sollte man besser die Finger davon lassen.  Wenn zwar an erster Stelle der Fleischanteil aufgeführt ist, daneben aber verschiedene Getreidearten, solltest du den Gesamtanteil des Getreides aus z.B. Weizen, Gerste und Mais dem Fleischanteil gegenüberstellen. Oftmals zeigt sich dann nämlich ein wesentlich höherer Getreideanteil. Schlechtes Hundefutter erkennt man also relativ leicht anhand einer „Wischi-Waschi“-Deklaration.

# Gute Zusatzstoffe: Beim Herstellungsprozess von Fertigfutter gehen Vitamine und Mineralstoffe verloren, die dann durch synthetische Präparate ersetzt werden sollten. Vor allem wenn im Fertigfutter keine Knochen oder Innereien enthalten sind, muss es mit Vitamin- und Mineralstoffen ergänzt werden. Das sollte dann unter „Zusatzstoffe“ auf der Packung ausgewiesen sein. Beachte, dass bei vielen Feuchtfuttern (auch teuren) keine Vitamine und Mineralstoffe hinzugefügt werden.

# Schlechte Zusatzstoffe: Achte darauf, dass keine Farb- und Lockstoffe, Geschmacksverstärker und auch möglichst kein Zucker enthalten sind! Besonders schädlich sind manche Konservierungsstoffe, die vor allem in Hundefutter schlechterer Qualität verwendet werden und schwere Krankheiten verursachen können. Dazu gehören: Butyliertes Hydroxyanisol (BHA, Nierenschäden, Krebs), Butyliertes Hydroxytoluol (BHT, Nierenschäden, Krebs), Ethoxyquin (EQ, Herbizid, Nieren- Leberschäden, Krebs, Immunschwäche, Blindheit, Leukämie) und Propylenglykol (PG, Frostschutzmittel).

# Nebenerzeugnisse: Das Wort „Nebenerzeugnisse“ deutet auf Abfälle aus der Schlacht- und Getreideindustrie (Hufe, Hörner, Federn, Bindegewebe, Haut, Schweineborsten, minderwertiges Fleisch) hin, die in einem guten Hundefutter nicht enthalten sein sollten.

# Getreide: Trockenfutter enthält häufig einen hohen Getreideanteil. Entgegen weitläufiger Meinungen ist Getreide für den Hund gut verwertbar und . Dazu gibt es eine umfassende Studie, die belegt, dass der Hund im Laufe seiner Evolution genetische Veränderungen durchlaufen hat, die es ihm ermöglichen Kohlenhydrate, und damit auch Getreide, problemlos zu verdauen. Allerdings wird in der Futtermittelindustrie Getreide als Füllmittel verwendet und ist dann in einem zu hohen Maße enthalten.

# Fleischanteil Trockenfutter: Achte beim Kauf von Trockenfutter darauf, ob in Fleischmehl oder Frischfleisch deklariert wird. 30 Prozent Fleischmehl bedeuten deutlich mehr Fleischanteil als 30 Prozent Frischfleisch (frisches Fleisch enthält 70 Prozent Wasser). Für den Vergleich des Fleischanteils von Trocken- und Feuchtfutter gibt es im Netz bereits Umrechnungstabellen.

# Fleisch ist nicht Fleisch: Haupteiweißlieferant des Futters sollte Muskelfleisch sein, ergänzt durch Eiweiß aus Pansen oder Innereien. Ein Zuviel an minderwertigem Eiweiß (siehe Nebenerzeugnisse; synthetische Aminosäuren) bewirkt eine Verschiebung der Darmflora. Bei geschwächten Hunden kann dies zu erheblichen Magen-Darm-Problemen führen. Das ist auch der Grund dafür, warum Allergien bei Hunden oft nicht durch Getreide, sondern durch minderwertiges Eiweiß entstehen. Auch die Leber wird in Mitleidenschaft gezogen, weil sie den Organismus permanent von minderwertigen Eiweißstoffen entgiften muss. Oftmals kommt es dann auch zu einer Beeinträchtigung des Eiweißstoffwechsels und infolgedessen zu einer chronischen Leberschädigung.

# Inhaltsstoffe für Trockenfutter: Die Richtwerte beziehen sich auf 100 Gramm Trockenfutter mit einem durchschnittlichen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 10 Prozent:

  • Rohprotein: > 18%
  • Rohfett: >  5%
  • Rohfaser: > 1%
  • Rohasche: < 10%
  • Feuchtigkeit: < 12%
  • Kalzium: 0,8-1,2g
  • Phosphor: 0,6-0,9g
  • Natrium: 0,4-0,6g
  • Vitamin A: 850-1700 IE
  • Vitamin D: 85-170 IE
  • Vitamin E: 8mg

Achtung: Bei Trockenfutter muss dein Hund ausreichend trinken, ansonsten drohen Verstopfung und Verdauungsprobleme.

# Inhaltsstoffe für Feuchtfutter: Von Tierärzten wird in der Regel ein Fleischanteil von etwa 70 Prozent (Muskelfleisch und Innereien) empfohlen. Der Rest kann mit Obst, Gemüse, Kräutern oder Kohlehydraten (Mais, Reis, Getreide) aufgefüllt werden. Fehlen im Feuchtfutter bestimmte natürliche Zutaten, sollten sie durch entsprechende Zusätze ergänzt sein:

  • Muskelfleisch
  • Innereien wie Leber, Niere, Milz, Herz (Vitamine, Spurenelemente) oder Lebertran plus Mineralstoffergängsmittel oder Vitamin-Mineralstoff-Ergänzungsmittel oder Flocken mit Vitaminen und Mineralstoffen
  • Knochen (Kalzium, Spurenelemente) oder Eierschalen, Algenkalk, Knochenmehl, Mineralpulver
  • Gemüse frisch oder getrocknet (Ballaststoffe, Vitamine)
  • Kohlehydrate wie Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Getreide (Vitamine, Mineralien, Eiweiß, Energie)

Die richtige Hundeernährung

Foto: hundertpro HUND Shop Katrin Priller, 5322 Hof bei Salzburg

Wie oft soll der Hund gefüttert werden?

Wie oft du deinen Hund füttern solltest, ist abhängig von seinem Alter:

  • Welpen (bis 16 Wochen): 3-5 Mahlzeiten pro Tag
  • Welpen (bis 7 Monate): 2-3 Mahlzeiten pro Tag
  • Junghunde (bis 1 Jahr): 2 Mahlzeiten pro Tag
  • Erwachsene Hunde (ab 1 Jahr): 1 Mahlzeit pro Tag
  • Senioren (ab 8 Jahren) oder kranke Hunde: 2-3 Mahlzeiten pro Tag

Das Futter sollte möglichst Zimmertemperatur haben, also nicht direkt aus dem Kühlschrank sein. Wenn du es selbst zubereitest, achte auch darauf, dass es nicht zu heiß ist. Beides kann die Magenschleimhaut des Hundes schädigen. Lässt der Hund das Futter zunächst stehen, ist das häufig ein Zeichen dafür, dass die Temperatur nicht passt.

Was ist die richtige Fütterungsmenge für den Hund?

Die optimale Fütterungsmenge ist in erster Linie vom Alter, aber auch von der Hunderasse und Größe abhängig:

  • Hunderasse: Jede Hunderasse hat spezifische Anforderungen an die Ernährung. Der erforderliche Energiebedarf variiert durch Unterschiede in Gewicht, Behaarung, Temperament und Lebensumständen der Hunde. So benötigen etwa Doggen und Terrier grundsätzlich etwas mehr an Energie als Neufundländer. Ein Nackthund oder Hund ohne Unterfell braucht durch die reduzierte Behaarung mehr Energie, um seine Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Genauso benötigt ein Jagdhund oder Rettungshund mehr Energie als ein Hund, der in einer Wohnung gehalten wird.
  • Alter: Ein Welpe braucht noch sehr viel Energie für die einzelnen Organfunktionen (z.B. Wärmeregulation) und für das Wachstum. Ein älterer Hund hingegen kommt aufgrund des reduzierten Stoffwechsels mit einer geringeren Tagesmenge aus.

Als Richtwerte werden allgemein nachfolgende Größen angenommen, wobei sich diese Mengenangaben auf Feuchtfutter und BARF beziehen. Trockenfutter ist konzentrierter und sollte daher in geringeren Mengen gefüttert werden (Umrechnungstabellen):

  • Welpen kleiner Rassen: 6-10 Prozent des Körperwichts/Tag
  • Welpen großer Rassen: 4-6 Prozent des Körpergewichts/Tag
  • Junghunde: 4-6 Prozent des Körpergewichts/Tag
  • Erwachsene Hunde: 2-4% Prozent des Körpergewichts/Tag
  • Senioren: Reduzierung der Gesamttagesmenge um bis zu 30% der Ernährung des erwachsenen Hundes

Anzumerken ist hier, dass die Mengenangaben in der Literatur ein wenig differieren. Es gibt im Netz jedoch auch Gewichtsrechner, die du zusätzlich nutzen kannst, wenn du überprüfen möchtest, ob dein Hund das richtige Gewicht hat. Für Welpen sind auch Wachstumskurven verfügbar, wo man genau nachvollziehen kann, welches Gewicht der Welpe zu einem bestimmten Zeitpunkt haben sollte. Damit kann man ein zu schnelles Wachstum durch ein Zuviel an Futter verhindern.

Daran erkennst du falsche Hundeernährung

Als aufmerksamer Hundebesitzer kannst du sehr leicht erkennen, wenn mit dem Hundefutter etwas nicht in Ordnung ist:

  • Fell: Wenn das Fell seinen Glanz verliert, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass mit deinem Hund etwas nicht stimmt. Schlechtes Hundefutter oder unausgewogene Hundeernährung sind häufig die Ursache.
  • Kot: Je besser ein Hundefutter verwertet wird, desto geringer ist die Kotmenge. Ungewöhnlich viel oder wenig Kot, eine Veränderung der Konsistenz oder ein übler Geruch deuten auf minderwertiges Futter hin.
  • Verhalten: Bei manchen Hunden verändert sich durch schlechtes Hundefutter das Verhalten – sie werden verdächtig ruhig oder ungewohnt aggressiv und unruhig.

Auch Allergien können ein Anzeichen für mangelhafte Hundeernährung sein. Die Ursache dafür ist aber in vielen Fällen nicht ein zu hoher Getreideanteil, sondern ein zu hoher Anteil an minderwertigem Eiweiß.  Also unbedingt im Anlassfall die Ursache vom Tierarzt feststellen lassen und nicht automatisch von einer Getreideallergie ausgehen!

Tierversuchsfreies Futter für Hunde kaufen!

Ein wichtiger Aspekt beim Kauf von Hundefutter sind die Tierversuche der Futtermittelindustrie. Einige Hersteller sind in der Vergangenheit massiv unter Druck gekommen, weil sie Tierfutter-Versuche mit Hunden durchgeführt hatten. Falls auf der Packung oder Website deiner aktuellen Hundefuttermarke diesbezüglich nichts vermerkt ist, frage beim Hersteller einfach telefonisch oder per E-Mail nach. Seriöse Unternehmen werden offen mit deiner Frage umgehen und sich von solchen Praktiken distanzieren. Hier findest du zu leichteren Orientierung eine umfassende Liste von rund 100 Herstellern tierversuchsfreier Tiernahrung. Generell eine sehr gute Alternative zu Großproduzenten sind kleinere Hersteller und Familienunternehmen, die im Direktvertrieb oder online hochwertiges Hundefutter verkaufen, wie z.B. Provital.

Hier findest du die besten Zoofachgeschäfte in deinem Bundesland.



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