Hydrophobierung des Mauerwerks: So funktioniert es

Hydrophobierung

Eine Hydrophobierung schützt das Mauerwerk vor Feuchtigkeitsschäden. Foto: Adobe Stock; (c) John Smith

Die Hydrophobierung einer Fassade oder Mauer verhindert Schäden, die durch Feuchtigkeit entstehen. Hydrophobierte Oberflächen sind wasserabweisend und weniger Anfällig gegenüber Umwelteinflüssen. Wir zeigen dir, wie die Fassadenimprägnierung grundsätzlich funktioniert, was bei der Umsetzung zu beachten ist und mit welchen Kosten du rechnen musst.

Hydrophobierung: Was ist das?

Hydrophobierung ist die nachträgliche Behandlung von porösen Baustoffen wie Beton oder Ziegelsteinen. Mithilfe moderner Materialien wird die kapillare Wasseraufnahme reduziert um feuchte Wände zu verhindern. Das eingedrungene Wasser kann zu Frostschäden führen, wodurch wiederum das Eindringen von Salzen, Schmutzpartikeln und Schadgasen in die Baustoffe begünstigt wird. Zusätzlich fördert die Feuchtigkeit den Bewuchs durch Algen, Flechten und Pilze und verschlechtert die Wärmedämmung von Außenwänden. Auch Schäden durch Stoffe aus der Luft werden bei einer Hydrophobierung der Oberfläche verhindert. Bei unbehandeltem Beton kann Kohlendioxid aus der Luft im Zusammenwirken mit Wasser zu einer Karbonatisierung des Betons führen.

Hydrophobierung Vorteile

  • Eine Hydrophobierung bzw. Imprägnierung des Mauerwerks wirkt den oben genannten Prozessen entgegen und schützt die Mauern wirksam gegen das Eindringen von Wasser.
  • Ein gutes Hydrophobier-Produkt dringt ausreichend tief in den Untergrund ein und macht ihn wasserdicht, ist jedoch auch dampfdurchlässig, sodass die Kondensfeuchtigkeit nach außen dringen kann.

Wie funktioniert Hydrophobierung?

Neben unterschiedlichen Applikationsverfahren gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Hydrophobierung:

  • Äußerliche Hydrophobierung: Das Porensystem des Baustoffs wird beim Imprägniervorgang mit einem Hydrophobierungsmittel durchtränkt.
  • Innere Hydrophobierung: Bei der sogenannten Massehydrophobierung wird einer Baustoffmischung, z. B. einem Anstrich oder Putz, ein Hydrophobierungsmittel zusetzt, das dann die gesamte Baustoffmischung bzw. die gesamte aufgebrachte Baustoffschicht wasserabweisend macht.  Ein Beispiel dafür sind die „grünen“ Gipskartonplatten.

Moderne Hydrophobierungsstoffe sind beispielsweise Silane, Silikonharze, Silikate oder Siloxane. Dabei handelt es sich um Flüssigkeiten mit sehr kleinen Molekülen, die vom Porensystem des Baustoffs aufgesaugt werden. Die Moleküle dieses Materials besitzen einen hydrophoben, also wasserabstoßenden, und einen hydrophilen, also wasseranziehenden Teil.

  • Hydrophiler Teil: Die hydrophile Seite des Moleküls stellt die Verbindung zur Baustoffoberfläche (Ziegel, Putz, etc.) her.
  • Hydrophober Teil: Durch die Verbindung der Moleküle untereinander wird ein Silikon gebildet. Dadurch entsteht eine neue, hydrophobe, also wasserabweisende, Oberfläche.

Der Baustoff wird auf diese Weise bis in einige Millimeter Tiefe imprägniert und macht ihn derart wasserabweisend, dass etwa Regenwasser selbst in kleine Risse nicht mehr eindringen kann.

Bei der Hydrophobierung Fassade sind Vorbereitungen erforderlich, damit die Beschichtung auch lange hält.

Hydrophobierungsmittel finden Anwendung bei Klinkern, Natursteinen & Beton um sie vor Wasser zu schützen. Foto: Nebenbei via pixabay, CC0

Was ist bei der Hydrophobierung zu beachten?

Damit eine Hydrophobierung den gewünschten Erfolg bringt, muss der Untergrund in einem einwandfreien Zustand sein. Heimwerker unterschätzen häufig die notwendigen Vorbedingungen, was in Folge zu einer falschen Applikation und undichten Fassadenbeschichtung führt. Folgendes ist zu beachten:

  • Trockenheit: Der Untergrund (Ziegel, Klinker, Naturstein, Putz, Sichtbeton) muss trocken sein. Ist ein Baustoff beispielsweise durch schlechte Witterung wassergesättigt, dann kann die Hydrophobierung nicht eindringen.
  • Baumängel beheben: Konstruktiv bedingte Mängel der Wasserführung wie Risse, rissige Fugen, fehlerhafte Anschlüsse oder aufsteigende und hygroskopische Feuchtigkeit müssen vor der Imprägnierung beseitigt werden.
  • Dichtheit: Es muss sichergestellt sein, dass Wasser und darin gelöste Schadsalze nicht hinter die hydrophobierte Zone gelangen können, da dies zu Frostschäden, Abplatzungen und Salzsprengungen führen kann.
  • Vorreinigung und Abdeckung: Schmutz, Schadstoffkrusten, Farbschichten, Ausblühungen, Algen und Moose müssen durch geeignete Reinigungsverfahren (z.B. Hochdruckreiniger, Dampfreiniger, trockenes Abbürsten, Schimmelentferner) entfernt werden. Eventuelle Rückstände von der Reinigung können die Hydrophobierung beeinträchtigen und müssen ebenso vollständig ausgewaschen werden. Bevor mit den Beschichtungsarbeiten begonnen wird, müssen angrenzende Flächen auch noch abgedeckt werden.
  • Unterschiedliche Produkte: Es gibt keine Universalhydrophobierung für alle Untergründe. Unterschiedliche Untergründe benötigen das jeweils passende Produkt. So müssen beispielsweise Hydrophobierungen für Putze oder Beton alkalistabil sein. Das Portfolio reicht von lösemittelfreien Siliconkonzentraten über Mikroemulsionskonzentrate bis hin zu Hydrophobiermitteln in Creme- bzw. Gelform.
  • Unterschiedliche Imprägnierverfahren: Sehr unterschiedlich sind auch die Verfahren, mittels derer die Hydrophobierung auf die Fassade aufgebracht wird. Für eine optimale Schutzwirkung ist es jedenfalls wichtig, die komplette Fläche gleichmäßig in der richtigen Dosierung zu besprühen. Wird zu viel aufgetragen, können sich weiße Flecken oder eine Glanzschicht auf der Oberfläche bilden. Bei zu geringer Dosierung wirkt der Imprägnierungsschutz nicht wie gewünscht. Das gängigste Verfahren ist derzeit das Sprühverfahren (Pumpspritzbehälter).

Auf den ersten Blick erscheint es recht unkompliziert, die Hydrophobierung der Fassade selbst durchzuführen. Die obigen Punkte zeigen jedoch, dass doch auch einiges an Fachwissen erforderlich ist, um die Fassade richtig zu imprägnieren. Sofern du also nicht ein erfahrender Handwerker bist, lohnt es sich, den Rat eines Fachmannes einzuholen oder die Hydrophobierung gleich einer Fachfirma zu übertragen.

Was kostet eine Fassaden Imprägnierung?

Die Kosten einer Hydrophobierung setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Je nachdem, ob du selbst Hand anlegen möchtest oder die Durchführung einem Profi überlässt, ergeben sich unterschiedliche Preise, die wir zusätzlich in einem anschaulichen Gesamtbeispiel zusammengefasst haben.

1. Hydrophobierungsmittel

Wie bereits erwähnt, gibt es je nach Fassade speziell auf den Untergrund abgestimmte Produkte wie etwa Hydrophobierungsmittel für Klinker, Natursteine oder Beton. Es sind auch Hydrophobierungen mit speziellen Zusätzen wie etwa fungiziden oder bioziden Anteilen erhältlich, die einen zusätzlichen Schutz gegen Algen- und Pilzbefall bieten.

Kosten: Die Preise variieren zwischen 5 und 15 Euro pro Liter.

2. Imprägnierung durch einen Profi

Beauftragst du einen Fachmann mit der Fassadenimprägnierung, dann überprüft dieser im ersten Schritt die Untergrundbeschaffenheit der Fassade und nimmt erforderliche Ausbesserungsarbeiten vor. Erst wenn die Fassade trocken, frei von Staub und von Baumängeln ist, kann mit der eigentlichen Hydrophobierung begonnen werden.  Nach einer Aufwandsabschätzung kann es mit der eigentlichen Arbeiten losgehen.

  • Kosten Hydrophobierung: Die Preise liegen durchschnittlich bei etwa 5 Euro/m2
  • Kosten Ausbesserung: Etwa 20 bis 30 Euro/m2
  • Kosten Abdeckung: Rund 100 Euro pauschal

3. Kosten für ein Gerüst

Egal, ob du die Hydrophobierung selbst durchführst oder einen Profi beauftragst, in den meisten Fällen wirst du ein Gerüst aufstellen müssen, um die Fassade sicher bearbeiten zu können. Der Preis dafür variiert zwischen den einzelnen Anbietern sehr – je nach Mietdauer und nötiger Extra-Ausstattung wie z. B. einem Fallschutznetz oder einer Regenabdeckung. Du solltest bei Auftragserteilung auch unbedingt klären, ob es sich um ein Pauschalangebot handelt und Auf- und Abbaukosten inbegriffen sind oder ob diese separat bezahlt werden müssen.

Kosten: Im Durchschnitt wird ein Preis von 5 Euro/m2  bei einer Verleihdauer von zwei Wochen angesetzt.

4. Gesamtbeispiel Hydrophobierung Fassade

Damit du ein besseres Gefühl dafür bekommst, was preislich auf dich zukommen kann, haben wir hier ein Beispiel auf Basis einer Fläche von 100 m zusammengestellt.

 Posten Preis/Einheit  Beispiel: Preis/Einheit  Beispiel Preis/100 m2 
 Hydrophobierungsmittel  5-15 Euro/Liter  10 Euro/Liter 500 Euro
 Hydrophobierung Profi 5 Euro/m2  5 Euro/m2 500 Euro
 Ausbesserung Profi 20-30 Euro/m2 25 Euro/m2 100 Euro
 Abdeckung Profi 100 Euro 100 Euro 100 Euro
 Gerüst 5-8 Euro/m2 6 Euro/m2 600 Euro
 SUMME     1.800 Euro 
  • Imprägnierungsmittel: Für ein Siloxan mit der Verbrauchsangabe von 0,5 Liter/m2 ergibt sich beispielsweise eine erforderliche Menge von 50 Liter für eine 100 m2 große Fläche. Bei einem angenommenen Literpreis von zehn Euro liegen die Materialkosten für das Hydrophobierungsmittel somit bei 500 Euro.
  • Ausbesserungsarbeiten: Mit 25 Euro/m2 ergeben sich für 4 m2 in Summe 100 Euro.
  • Abdeckung: Pauschale Verrechnung mit 100 Euro
  • Gerüst: Bei einem Preis von 6 Euro/m2 schlägt das Gerüst mit 600 Euro zu Buche.

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