Kinderessen - Essen für Kinder - 11 Top Tipps! - HEROLD.at

Kinderessen und Essen für Kinder: Die 11 besten Tipps!

Kinderessen und Essen für Kinder Tipps

Was sollen Kinder essen? Foto (c) Shutterstock.com, Zurijeta

Kinderessen ist kein Kinderspiel! Kochen für und Essen mit Kindern kann zur Herausforderung werden, egal in welcher Altersstufe die lieben Kleinen gerade sind. Oder die lieben Großen: Wer schon einmal mit einem muffeligen Teenager bei Tisch saß, weiß wovon ich rede. Mein Nachwuchs ist natürlich engelsgleich, aber man hört da so Geschichten! Wenn bei Tisch jeder in sein Handy reinglotzt oder gar die Kopfhörer auf hat, ist ohnehin schon alles vorbei. Wie das gemeinsame Essen im Restaurant zum Vergnügen werden kann, liest du hier.

Es soll also um die lieben, wirklich kleinen Kleinen und das Essen zuhause gehen. Nicht um das Baby, nicht um das Kleinkind bis zwei Jahre, sondern um das Kindergarten- und das Volksschulkind. Wer vom Stillen oder vom Flascherl auf feste Nahrung umstellt, kann dazu ein paar tolle Bücher finden mit gesunden Rezepten für diesen neuen kulinarischen Lebensabschnitt. Ich habe mich damals an die Tipps von Ingeborg Hanreich gehalten. Ihre informativen Rezeptsammlungen sind im guten Buchhandel erhältlich. Einen Kinderarzt, der nicht total old-school ist und auch hin und wieder auf eine Fortbildung geht, kann man auch zu Rate ziehen oder einen Ernährungsberater bzw. Ernährungswissenschafter. Ich bin ja der Meinung, dass es Ernährungsberatung auf Krankenschein geben sollte für alle, die wollen. Aber das ist eine andere Geschichte …

Was ist das beliebteste Kinderessen?

Das kommt auf die Eltern an! Und auf die, die sich nicht an die Regeln der Eltern halten. Das heißt, Kinder folgen dem Vorbild der Eltern. Wenn dem armen, armen Kind nicht jemand heimlich Schokolade steckt, dann mag es sogar Obst und Gemüse gern. Muttermilch ist leicht süß und fast alle Kinder mögen alles, was süß ist so wie Pizza, Nudeln, Limonade, Zuckerl, Palatschinken, Frankfurter, Kuchen, Muffins, Pommes, … Aber die Qualität der Zutaten und die Menge machen es aus: Süßigkeiten sollen höchstens zehn Prozent der täglich aufgenommenen Energiemenge ausmachen!

Die 11 besten Tipps für das Frühstück, Mittagessen und Abendessen für Kinder:

1. Der Esstisch ist kein Schlachtfeld.

Kinder und Eltern tragen Machtkämpfe aus. Das ist gut so und wichtig für die Entwicklung. Aber bei den grundsätzlichen Dingen wie Verdauung und Ernährung ist das einfach keine gute Idee. Essen soll ein entspannter und genussvoller Akt sein. Wenn es etwas gibt, das das Kind nicht mag, ist Zwang ein schlechter Ratgeber. Schon mit einem Kleinkind kann man ausmachen, dass es alles kosten soll. Wenn das Angebotene nicht schmeckt, ist ein Stück Obst bei Tisch gegessen ein guter Kompromiss. Nach einer Weile wird die Verweigerung samt den Äpfeln langweilig und das Tauziehen kann wieder woanders stattfinden. Das ist ein wirklich gutes Rezept!

2. DIY ist super.

Wer sein Essen selber essen kann und bei der Jagd nach den besten Lebensmitteln, gesunden Zutaten und ihrer Zubereitung dabei sein und mitmachen darf, hat auch beim Essen mehr Spaß. Die Wohnung einer Familie ist kein Hotel. Man gibt Kindern viel weiter, wenn sie spielerisch erfahren, woher Lebensmittel kommen. Und gemeinsam kochen und Kuchen backen ist oft eine Gelegenheit für gute Gespräche, ich sag’s nur.

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3. Ach wie süß!

Man kann Kinder solange zuckerfrei und ohne Fertignahrungsmittel ernähren bis zum Beispiel die Oma kommt oder das Kind in den Kindergarten geht. Spätestens bei der ersten Einladung zum Kindergeburtstag ist es vorbei. Muttermilch ist süß, Fertiges ist gesüßt. Zucker ist immer und überall. Naschen zu verbieten führt allerdings zu nichts. Es einzuschränken ist wichtig für die Gesundheit. Sobald ein Kind paktfähig ist, kann man gemeinsam einen Naschplan erarbeiten. Meine Kinder haben zum Beispiel vorgeschlagen, dass sie an einem Tag der Woche (nach dem Mittagessen) so viel naschen dürfen wie sie wollen. Es war ihr Vorschlag und sie haben es gut geschafft sich daran zu halten. Mir hat es von da an die nervigste aller Fragen erspart: „Mama, darf ich was naschen?“

4. Sei up to date! Gesunde Kinderernährung durch Informationsvorsprung

Was noch vor zehn Jahre die Lehrmeinung war, kann heute schon überholt sein. Die Großeltern sind super, aber manchmal muss man das Rad trotzdem neu erfinden. Als meine Kinder klein waren, führte man im Kleinkindalter nur ein neues Lebensmittel pro Woche ein. Kuhmilch und Fisch waren wegen der Angst vor Allergien im ersten Lebensjahr total verpönt. Heute findet man potenziell allergene Stoffe in kleinen Mengen viel früher im Ernährungsplan vor. Wissen ist wichtig. Sich einlesen kann gut klappen, aber ein Date mit dem Kinderarzt oder Ernährungsberater kann sehr erhellend sein.

5. Treib es bunt!

Das ist die Antwort auf die Frage: Soll man Kinderessen dekorieren?

Dass das Auge mit isst, trifft auch auf Kinder zu. Und dass man täglich Obst und Gemüse in allen Farben zu sich nehmen soll, auch. Karotten in Blumenform sehen nun mal besser aus, als solche in Scheiben. Aus Zucchini kann man hübsche Locken machen: Nudeln aus Gemüse sind toll, darüber haben wir hier schon berichtet. Die nötigen Küchenutensilien zum Schnipseln und Ausstechen, bekommst du im Fachhandel. Wenn Kinder keinen Spaß am Essen haben, hilft oft lustiges Geschirr, kindgerechtes Besteck sowieso.

6. Iss selber mit.

Kinderessen braucht keinen Zucker. Null. Kinder brauchen nichts, was zu fett, zu salzig, zu scharf, zu stark verarbeitet ist. Du auch nicht. Ich hatte einmal einen Teenager zu Gast, der mir beim Fondue ernsthaft erklärte, dass ja sowieso alle Fleischsorten gleich schmecken und warum wir Huhn, Kalb, Rind, etc. aufgelegt hätten. Wenn der Gaumen systematisch mit Geschmacksverstärkern aus Fast Food und Fertiggerichten zugedröhnt ist, geht die Fähigkeit, den Geschmack der einzelnen Produkte wahrzunehmen und zu erleben, nach und nach verloren. Aber keine Sorgen, Geschmack kann man (wieder) erlernen! Clean Eating ist dafür eine gute Strategie.

7. Lass es weg.

Das ist die Antwort auf die Frage: Ab wann soll ich Kinderessen würzen?

  • Salz: Salzarme Ernährung ist im zweiten Lebensjahr angeraten, im ersten Pflicht. Wer frische Kräuter in der Küche verwendet, wird kaum Salz brauchen. Man kann für die ganze Familie dasselbe zubereiten und die Erwachsene salzen bei Tisch individuell. Das spart viel Zeit und Aufwand!
  • Gewürze: Viele Gewürzpflanzen enthalten ätherische Öle, die für so junge Organismen zu stark sind. Vielleicht erscheint uns ein Kinderessen langweilig am Gaumen, aber vieles kosten unsere Kinder zum ersten Mal im Leben und das ist dann immer eine Sensation!
  • Zusatzstoffe: Sehr stark verarbeitete Lebensmittel enthalten oft Stoffe, die das Produkt braucht und nicht der Verbraucher. In Produkten für Kinder ist oft noch mehr Zucker drin, als in denen für Erwachsene – von Farbe, Konservierungsmitteln etc. ganz zu schweigen. Frisch kochen oder sein lassen ist die Devise.

8. Was ist, wenn etwas schiefgeht: Kinderessen bei Durchfall

Je jünger das Kind, umso gefährlicher ist eine Durchfallserkrankung. „Dehydrierung“ heißt das Horrorwort! Auf alle Fälle den Kinderarzt anrufen und in die Apotheke gehen! Spezielle Elektrolytlösungen und Darmbakterien zum Einnehmen helfen oft. Dass Cola und salzige Stangerl helfen, ist ein immer noch weit verbreiteter Irrglaube.

9. Und es kam schlimmer …

Manche Erkrankungen gehen nicht schnell vorbei. Essstörungen wie Magersucht, Bulimie und Fettleibigkeit sind für die ganze Familie eine Belastung. Essstörungen sollte man ernst nehmen. Da muss ein Profi ran: Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzte, Ambulanzen. Es gibt zahlreiche Beratungsstellen und es ist wichtig, zu wissen, dass man weder als Kind noch als dessen Angehöriger allein mit dem Problem ist.

Essstörungshotline: 0800/ 20 11 20, Montag bis Donnerstag 12.00-17.00 Uhr

10. Lass mal locker!

Das ist die Antwort auf die Frage: Was soll ich bloß beim Kinderfasching oder Kindergeburtstag servieren?

Manchmal muss man fünf gerade sein lassen. Über die Stränge schlagen sollte ab und an erlaubt sein. Denn Hand aufs Herz: Was ganz und gar verboten ist, wird besonders interessant. Man muss aber nicht übertreiben. Denn wer sich den Zuckerschock gibt, dem wird vielleicht schlecht bevor das grandiose Fest zu Ende ist. Ein Kindergeburtstag ist außerdem kein Konditorwettbewerb oder eine Bilderschlacht auf instagram. Kinder freuen sich, wenn Mama und Papa die Torte selbst gebacken haben. Und wenn sie entspannt sind.

11. Essen macht Spaß.

Es wird Phasen geben, da klappt gar nichts. Es wird Machtkämpfe geben. Es wird Tage geben, da kommt einfach keiner sofort, wenn man ruft „Essen ist fertig!“ Es wird Familienmitglieder geben, die plötzlich vegan leben wollen oder sich jeden Tag ein Steak reinziehen. Es wird Kritik hageln oder Desinteresse. Aber es wird auch diese Tagen geben, wo die ganze Familie bei Tisch ist und zusammen isst. Einfach so. Weil es normal ist, zu essen. Es ist keine Religion, keine Lebensphilosophie, kein Statement. Es ist ein Stoffwechselvorgang. Mahlzeit!



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