Kinderimpfungen: welche es gibt und soll man überhaupt impfen?

Kinderimpfungen

Viele Eltern fragen sich: Welche Kinderimpfungen sind sinnvoll? Adobe Stock, (c) doroguzenda

Impfungen gelten als wirksame Maßnahme, sich vor potenziell gefährlichen Krankheiten zu schützen. Experten empfehlen daher, dass bereits Säuglinge und Kleinkinder gegen eine Reihe von Infektionen geimpft werden sollten und haben für diese Kinderimpfungen ein Schema ausgearbeitet, das jährlich aktualisiert wird. Trotzdem geraten Impfungen immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik. Eine wichtige Methode, die Menschheit vor vermeidbaren Krankheiten zu bewahren, finden die Befürworter. Ein zu hohes Risiko bei fraglichem Nutzen für die Gesundheit, meinen die Gegner. Resultat: in Ländern wie Österreich, wo keine Impfpflicht besteht, müssen die Eltern in Eigenverantwortung die Entscheidung treffen, ob, wann und wogegen sie ihre Kinder impfen lassen oder nicht. Ein Thema jedenfalls, das polarisiert und viele Mütter und Väter verunsichert.

Kinderimpfstoffe: vom Nestschutz zur Herdenimmunität

Neugeborene genießen für eine gewisse Zeit nach der Geburt einen sogenannten Nestschutz. Das bedeutet: mütterliche Antikörper behüten sie vor einigen Infektionskrankheiten. Allerdings nur vor solchen, die ihre Mutter selbst durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft wurde. Um eigene Antikörper zu entwickeln, braucht das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern nämlich einige Jahre. Zeit, in der es zu – unter Umständen schweren bis sogar tödlichen – Infektionen kommen kann.

Damit der Organismus gegen Infektionen gewappnet ist, bedarf es einer aktiven oder passiven Immunisierung. Bei einer aktiven Immunisierung, wie sie natürlicherweise infolge einer durchgemachten Erkrankung oder stillen Feiung (Ansteckung ohne klinische Symptome) erfolgt, braucht der Körper Zeit – meist einige Wochen – um einen tauglichen Schutz gegen den Auslöser der Krankheit aufzubauen. Ist das gelungen, bildet das Immunsystem ein Erinnerungsvermögen aus. Kommt das Kind später neuerlich in Kontakt mit demselben Keim, stehen sofort Abwehrstoffe (z.B. Antikörper) dagegen bereit. Hier setzen Impfungen mit aktivem Impfstoff an. Denn sie fördern Abwehrreaktionen gegen bestimmte Krankheitserreger und machen so den Organismus unempfindlich gegen die jeweiligen Viren oder Bakterien.

Manche Infektionen lassen sich aber auch – jedoch nur für wenige Wochen bis Monate – per passiver Immunisierung vermeiden, bei der die nötigen Abwehrstoffe (Antikörper) zugeführt werden, die die fremden Mikroorganismen umgehend (d.h. es werden nicht erst Wochen zum Aufbau des Schutzes benötigt) neutralisieren. Solche Passivimpfungen werden nur durchgeführt, wenn der Verdacht auf einen bereits erfolgten Kontakt mit Erregern besteht.

Ist ein Großteil der Bevölkerung (95%) durch Impfungen gegen eine Krankheit immunisiert, schützt das in gewisser Weise auch Nichtgeimpfte vor dieser Krankheit. Weil es dann kaum Infizierte gibt, die die Krankheit weitergeben könnten. Das nennt man Herdenimmunität.

Wie Impfstoffe für Kinder “funktionieren“

Um eine Immunität gegen einen Krankheitserreger zu erzeugen, bedarf es lediglich bestimmter Antigene dieses Erregers. Das sind jene Strukturen, die im menschlichen Organismus die Bildung von Antikörpern auslösen (“Schlüsselantigene“). Diese Antigene werden so in einen Impfstoff “verpackt“, dass sie möglichst keine krankmachenden Eigenschaften mehr besitzen, aber eine Immunantwort, d.h. die Ausbildung schützender Abwehrstoffe hervorrufen. Hierzu benötigt man Kenntnisse über die Eigenschaften des Keimes, aus dem ein Impfstoff zubereitet werden soll, vor allem aber das Wissen, welche Schlüsselantigene für die Auslösung einer schützenden Immunantwort notwendig sind.

Je nachdem, ob lebende, aber ihrer krankmachenden Eigenschaften (weitgehend) beraubte, also attenuierte (abgeschwächte), aber zur Auslösung einer schützenden Immunantwort fähige oder abgetötete Erreger bzw. Spaltprodukte von Keimen zur Herstellung eines Impfstoffs verwendet werden, unterscheidet man zwischen Lebend- und Totimpfstoffen.

Lebendimpfstoffe imitieren die Infektion

Eine Impfung mit einem Lebendimpfstoff ähnelt somit einer tatsächlichen Infektion, doch ohne Krankheitssymptome zu verursachen. Sofern der Impfstoff genügend attenuiert wurde, sonst büßt er an Verträglichkeit ein (z.B. die früher durchgeführte Pockenschutzimpfung). Die durch einen Lebendimpfstoff ausgelöste Immunantwort kommt der natürlichen Infektabwehr gleich und hält daher lange an. Aber nur, wenn keine zu intensive Abschwächung des Keimes erfolgt ist, die auf Kosten der angestrebten Schutzfunktion der Impfung geht. Die Art der Attenuierung von Keimen bei der Impfstoffherstellung hängt von deren Eigenschaften ab. Oft erfolgen Tierpassagen, weil ein Wirtswechsel zum Verlust von krankmachenden Eigenschaften der Mikroorganismen führt. Auch Passagen über Kulturzellen oder Hühnereier kommen zum Einsatz. Oder gentechnologische Veränderungen von Krankheitserregern, die dadurch ihre krankmachenden Eigenschaften einbüßen. Nachteil von Lebendimpfstoffen: Bei Störungen des Immunsystems kann es zu einer Beeinträchtigung des Gleichgewichts zwischen Impfstoff und Organismus kommen und “verborgene“ krankmachende Eigenschaften des Erregers können wieder zum Vorschein kommen, was vermehrt Nebenwirkungen verursacht.

Totimpfstoffe brauchen Verstärker

Totimpfstoffe (z.B. Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, FSME, Hepatitis A, Hepatitis B, Polio, Grippe, Pneumokokken, Meningokokken), die in ihrer Zusammensetzung sehr verschieden sind, enthalten keine vermehrungsfähigen Bestandteile des zu ihrer Herstellung verwendeten Erregers. Somit gelangt nur eine ganz bestimmte, geringe Menge an antigenem Material in den Organismus, das eine sehr kontrollierte Immunantwort auslöst. Damit das Immunsystem auf Trab kommt, muss man ihm diese Antigene optimal präsentieren, d.h. den Totimpfstoffen einen “Verstärker“, ein sogenanntes “Adsorbat“ hinzufügen. Meist handelt es sich dabei um Aluminium-Hydroxid, eine Substanz, die bei Injektion ins Unterhautfettgewebe unangenehme Reizungen desselben und bei sehr häufigen Impfungen Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle hervorrufen kann.

Kostenloses nationales Impfprogramm für Säuglinge, Klein- und Schulkinder

Kinderimpfungen

Eltern müssen daran denken, dass man Kinderimpfungen zum entsprechenden Zeitpunkt auffrischen muss. Adobe Stock, (c) sonar512

Anhand der Empfehlungen des Obersten Sanitätsrates wird jedes Jahr eine aktualisierte Version des Österreichischen Impfplans erstellt, die sich nach dem neuesten Stand der Entwicklungen richtet. Der Impfplan bietet einen Überblick über die empfohlenen Schutzimpfungen. Den Zeitpunkt der Immunisierungen gibt er in Lebensmonaten und -jahren an, wobei sie am besten zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen sollten. Verabsäumt man einen Impftermin aus irgendwelchen Gründen, ist jede Impfung nachholbar. Ausnahme: die meisten Reiseimpfungen oder Impfungen mit definiertem Alterslimit (z.B. gegen Rotaviren).

Die meisten Impfstoffe werden gespritzt, einige wenige geschluckt. Als Injektionsstelle empfiehlt sich der Oberarm, bei Säuglingen und Kleinkindern bis etwa zum 18. Lebensmonat der Oberschenkel. Keinesfalls – wie früher auch angeraten – die Gesäßregion.

Die getätigten Impfungen werden beim jeweiligen Kind in seinem Impfpass vermerkt.

Die Finanzierung für das kostenlose Kinder-Impfprogramm des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen, d.h. für 13 empfohlene Kinderimpfungen (gegen Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Hämophilus influenzae B, Kinderlähmung, Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln, Rotaviren, Pneumokokken, Meningokokken, Humane Papillomviren) übernehmen hierzulande gemeinsam der Bund, die Länder und die Sozialversicherung.

Was der Staat zahlt

Bis zum 6. Lebensjahr bezahlt die öffentliche Hand für Impfungen mit einem

  • Impfstoff gegen Rotaviren (Schluckimpfung): ab der 6. Lebenswoche je nach Impfstoff 2 bis 3 Impfungen im 4-Wochen-Abstand.
  • Impfstoff gegen Pneumokokken: je eine Impfung im 3., 5. und 12. Lebensmonat. Für Kinder in gesundheitlichen Risikosituationen (angeborene oder erworbene Immundefekte, bestimmte chronische Krankheiten, fehlende Milz, Beeinträchtigung der Milz-Funktion) ist diese Grundimmunisierung bis zum vollendeten fünften Lebensjahr kostenfrei.
  • kombinierten Impfstoff gegen Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Tetanus (Wundstarrkrampf), Kinderlähmung (Poliomyelitis, Polio), Hämophilus influenzae B und Hepatitis B (Leberentzündung): je eine Impfung im 3., 5. und 12. Lebensmonat.
  • kombinierten Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln: ab dem vollendeten 9. Lebensmonat 2 Impfungen im 4-Wochen-Mindestabstand.

Und vom 6. bis zum 15. Lebensjahr für Impfungen gegen

  • Hepatitis B: Auffrischung ab dem 8. Lebensjahr oder bei Bedarf Nachholung der Grundimmunisierung.
  • Masern, Mumps und Röteln: bei Bedarf Nachholung der Grundimmunisierung.
  • Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung: Auffrischung im 7. bis 9. Lebensjahr.
  • Meningokokken der Serogruppe A, C, W135, Y: vom vollendeten 11. bis zum vollendeten 13. Lebensjahr.
  • Humane Papillom(a)viren (HPV): ab dem vollendeten 9. bis zum vollendeten 12. Lebensjahr 2 Impfungen im 6-Monate-Abstand. Bei Versäumnis können die beiden Impfungen bis zum vollendeten 15. Lebensjahr zum vergünstigten Selbstkostenpreis nachgeholt werden.

Welche Kinderimpfungen sind noch sinnvoll?

Es kann sinnvoll sein, Kinder auch gegen Frühsommermeningoenzephalitis (FSME), Varizellen (Windpocken, Feuchtblattern), Hepatitis A oder Influenza (echte Grippe; z.B. bei Kindern mit einem geschwächten Immunsystem, einem Herzfehler oder chronischen Erkrankungen) impfen zu lassen, wofür jedoch die Kosten von den Eltern selbst zu tragen sind.

Warum Kombinationsimpfstoffe?

Um die Zahl der Injektionen und damit den Stress für die Kinder möglichst gering zu halten, kommen oft Kombinationsimpfstoffe zur Anwendung. Das heißt, das Kind wird gegen mehrere Krankheiten oder Stämme von Krankheitserregern gleichzeitig geimpft. Das bietet zudem den Vorteil, dass weniger Adjuvantien (Zusatzstoffe wie z.B. Konservierungsmittel) zum Einsatz kommen. Beispiele hierfür sind die 3-fach Impfung MMR (Masern, Mumps, Röteln) oder der 13-fach-Impfstoff (Schutz gegen alle für Kinder gefährlichen Stämme) gegen Pneumokokken.

Warum Impfabstände?

Experten empfehlen, bei der Grundimmunisierung zwischen den einzelnen Impfungen bestimmte Zeitabstände einzuhalten, damit sich ein regelrechter Impfschutz aufbauen kann. Ist die Grundimmunisierung abgeschlossen, sind Auffrischungsimpfungen in – je nach Krankheitserreger – unterschiedlichen Intervallen angesagt. Dabei gibt es keine unzulässig großen Abstände, wenn mindestens zwei Impfungen der Grundimmunisierung (bei Impfstoffen mit Adjuvantien) im korrekten Intervall erfolgt sind.

Ob bestimmte Impfstoffe gleichzeitig verabreichbar sind, hängt von ihrer Beschaffenheit ab. So empfiehlt es sich etwa, bei der Verabfolgung von Lebendimpfstoffen einen Abstand von 4 Wochen zwischen den einzelnen Impfungen einzuhalten, es sei denn, im Beipackzettel ist ausdrücklich anderes vermerkt. Die empfohlenen Impfabstände ergeben sich aus der Tatsache, dass manche Impfungen bei gleichzeitiger Gabe einen teilweisen Wirkungsverlust zeigen würden. Bei erlaubter zeitgleicher Gabe ist es ratsam, Lebendimpfstoffe an verschiedenen Injektionsstellen anzuwenden. Ausnahme: fixe Kombinationen an Lebendimpfungen wie etwa Masern/Mumps/Röteln.

Zwischen verschiedenen Totimpfstoffen muss meist kein Zeitabstand eingehalten werden. Auch nicht zwischen Tot- und Lebendimpfstoffen. Die Anzahl gleichzeitig verabreichter Impfstoffe an einem Tag sollte jedoch – schon allein aus “Platzproblemen“ die Zahl 7 nicht überschreiten.

Wo man Kinder impfen lassen kann

Für Kinder vor dem 6. Lebensjahr sind öffentliche Impfstellen der Bundesländer wie z.B. Bezirksgesundheitsämter, Elternberatungsstellen oder Gesundheitszentren der Sozialversicherung, alle niedergelassenen Fachärzte für Kinderheilkunde und in das Kinder-Impfkonzept eingebundene Ärzte für Allgemeinmedizin die richtigen Ansprechpartner für Impfungen. Ab dem 6. Lebensjahr zusätzlich Schulärzte in den Schulen.

Die im Impfprogramm vorgesehenen Impfstoffe für ihre Kinder erhalten Eltern kostenlos in den behördlichen Impfstellen und Gesundheitseinrichtungen der Sozialversicherung sowie bei Impfärzten. Oder sie beziehen sie gratis in einer Apotheke, nachdem sie beim Kinderarzt Impfgutscheine dafür bekommen haben.

Keine Impfpflicht, aber Aufklärungspflicht

In einigen Ländern (z.B. Frankreich) besteht eine Impfpflicht. Das heißt, Eltern werden bestraft, wenn sie ihr Kind nicht impfen lassen. In anderen – z.B. in Österreich – ist dies nicht der Fall. Hier obliegt es der Entscheidung jedes einzelnen, ob, wann und wogegen er sich impfen lassen möchte. Bei Kindern müssen ihre Eltern bzw. sonstige mit ihrer Pflege und Erziehung betraute Personen die Wahl treffen. Als Hilfestellung zur Entscheidungsfindung dienen Informationen zu den ins Auge gefassten Impfungen, die ihnen ihr Arzt nicht vorenthalten darf, denn er unterliegt diesbezüglich einer Aufklärungspflicht.

Impfreaktionen: auch Impfstoffe können Nebenwirkungen haben

Kinderimpfungen

Kinderimpfungen sind wichtig – für das einzelne Kind und für die Volksgesundheit. Adobe Stock, (c) S.Kobold

So wie nahezu jedes Medikament Allergien und andere Nebenwirkungen auslösen kann, sind Impfstoffe imstande, unerwünschte Reaktionen hervorzurufen, die oft auf Hilfsstoffe (z.B. Aluminium-Hydroxid oder Antibiotika-Restmengen) oder Rückstände aus der Produktion (z.B. Restbestandteile der Züchtungsmedien wie etwa Hühnereiweiß, am Inaktivierungsprozess beteiligtes Phenol oder Formalin oder Haltbarkeit und Sterilität garantierende Konservierungsmittel wie etwa Merthiolat) zurückzuführen sind. Sie treten gern als sofortige Überempfindlichkeitsreaktion in Erscheinung, wenn der Geimpfte mit der betroffenen Substanz schon vorher Kontakt hatte und dabei sensibilisiert wurde. Das erklärt, warum manche Menschen die erstmalige Verabreichung einer bestimmten Impfung vertragen, auf eine Wiederholungsimpfung aber allergisch reagieren.

Risiken bei Totimpfstoffen

Totimpfstoffe (v.a. Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, FSME) führen vor allem zu frühzeitig (6 bis 48 Stunden nach der Impfung) auftretenden Reaktionen – meist auf in ihrer Zubereitung verwendete Hilfsstoffe, seltener auf ganze abgetötete Erreger, kaum auf hoch gereinigte Spaltprodukte eines Erregers – an der Injektionsstelle, manchmal auch zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Müdigkeit. Sehr selten entwickeln sich rund 14 Tage nach solchen Impfungen sogenannte Immunkomplex-Erkrankungen mit Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl, Gelenkschmerzen u.a.m. Und zwar vor allem bei Geimpften, die – etwa aufgrund verlorener Impfpässe – “blind“ (ohne Blutuntersuchung auf noch ausreichende Immunität), d.h. zu oft gegen bestimmte Erkrankungen (Tetanus!) immunisiert wurden und schon vorher deutliche Lokalreaktionen zeigten.

Risiken bei Lebendimpfstoffen

Da bei einer Lebendimpfung dem Organismus abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erreger zugeführt werden, treten Impfreaktionen erst nach durchschnittlich einer Woche auf. Diesen Zeitraum, der einer verkürzten Inkubationszeit (Phase von der Ansteckung bis zum ersten Auftreten von Symptomen) einer Infektion mit den Viren oder Bakterien entspricht, brauchen die Keime nämlich, um sich zu vermehren. Die Impfreaktionen nach Lebendimpfungen entsprechen daher sehr oft abgeschwächten Symptomen der Erkrankung (z.B. leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse nach einer Mumps-Impfung). Im Gegensatz zu Totimpfstoffen ist es bei Lebendimpfstoffen vor einer neuerlichen Impfung unnötig zu prüfen (Ausnahme: Tuberkulose), ob noch eine ausreichende Immunität besteht, denn die vorhandenen Antikörper neutralisieren den zugeführten Erreger.

Kinderimpfungen: pro 

Das Thema, ob Impfungen für die Gesundheit mehr Nutzen oder mehr Schaden bringen, polarisiert die Bevölkerung.

Impfbefürworter führen folgende Argumente ins Feld:

  • Kinderkrankheiten sind kein “Kinderkram“, können mit Komplikationen einhergehen, manchmal sogar tödlich enden. Impfen bewahrt vor solch unnötigen gesundheitlichen Schäden.
  • Impfungen schützen nicht nur die Geimpften, sondern auch Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.
  • Damit eine Krankheit ausgerottet (z.B. in Deutschland Pocken in den 1970-er Jahren) werden kann, müssen 95 Prozent der Bevölkerung dagegen geimpft sein.
  • Einen Großteil der Bevölkerung impfen, verhindert, dass sich in unseren Breiten (fast) ausgerottete Krankheiten durch Einschleppung aus anderen Ländern wieder ausbreiten.
  • Gesundheitliche Probleme nach einer Impfung sind selten und in der Regel nicht schwerwiegend (meist nur Reaktionen an der Einstichstelle).

Die zunehmende Impfmüdigkeit erscheint ihnen daher gefährlich.

Kinderimpfungen: kontra 

Impfgegner kontern bei diesem Thema mit Argumenten wie:

  • Krankheiten gehören zum Leben und man sollte sie durchmachen. Schließlich ist man danach gegen viele dieser Infektionen immun.
  • Impfungen können auch Impfschäden hinterlassen. Hier werden dann allerdings oft Erkrankungen (z.B. Autismus) oder Zustände (Zunahme von Allergien) mit Impfungen in Verbindung gebracht, ohne dass der Zusammenhang durch wissenschaftlich haltbare Informationen bewiesen wurde.
  • Kinderimpfungen bedeuten eine Körperverletzung und ein Schockerlebnis für ein Kind.

 

Hier findest du die am besten bewerteten Kinderärzte in deinem Bundesland:



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