Kokosfasern Dämmung: Vlies und Matten für die Innendämmung

Kokosfaser Dämmung

Kokosfasern werden aus der Schale der Kokosnuss gewonnen und für die Dämmung verwendet. Foto: Adobe Stock; (c) Yaruniv-Studio

Neben Glaswolle, Steinwolle, Schafwolle und Styropor kann auch Kokosfaser zur Dämmung benutzt werden. Der Vorteil der Kokosfaser liegt auf der Hand: Sie ist ein Naturprodukt und gehört zu den natürlichen, organischen und schadstofffreien Dämmstoffen. Bei uns erfährst du wie man Kokosfasern herstellt, was sie von anderen Dämmstoffen unterscheidet und wo ihre Vor- und Nachteile liegen.

Kokosfasern Dämmung – Vlies und Matten aus dem Süden

Kokosfasern legen einen langen Weg hinter sich, bevor man sie für die Dachdämmung oder als Dämmung unter dem Estrich verwenden kann. Als Kokosfasern werden lediglich die Fasern der äußeren Umhüllung der Kokosnuss bezeichnet. Dementsprechend hoch ist auch der Bedarf an Kokosnüssen, um Kokosfasern zu gewinnen. Für eine Tonne Kokosfasern benötigt man rund 13.000 Kokosnüsse.

Kokosfaser Dämmung

Für eine Tonne Kokosfasern benötigt man ungefähr 13.000 Kokosnüsse. Foto: Adobe Stock; (c) Ariane Citron

Gewinnung und Eigenschaften der Kokosfaser

Kokosfasern gehören zu den Hartfasern und liegen zwischen der äußeren feinen Faserhülle und der Steinschicht, die das Fruchtfleisch und sowie das Fruchtwasser umschließt. Die bis zu 30 cm langen Fasern sind stark verholzt, aber dennoch elastisch und vor allem hohl – was für die hervorragende Dämmwirkung eine wichtige Rolle spielt. Um die Fasern von der Steinschicht zu lösen, macht man sich den Pektinabbau von Mikroorganismen zunutze, indem man die Fasern für rund 9 Monate in Brackwasser lagert und anschließend mit klarem Wasser abspült und ausklopft. Die daraus resultierenden Fasern sind enorm strapazierfähig und dank zahlreicher Gerbstoffe sowohl gegen Feuchtigkeit als auch Verrottung äußerst beständig.

Vorteile der Kokosfaser Dämmung

Weil Kokosfasern sowohl bruch- als auch reißfest und außerdem elastisch sind, eignen sie sich ideal als Wärmedämmung. Auch für den Schallschutz sind Kokosfasern hervorragend geeignet, worin auch einer der großen Vorteil gegenüber vielen anderen Wärmedämmstoffen liegt. Dämmstoffe aus Kokosfaser sind darüber hinaus diffusionsoffen, nehmen also Feuchtigkeit auf und geben sie auch wieder ab.

Bauphysikalische Eigenschaften von Kokosfaser-Dämmungen

Die bauphysikalischen Eigenschaften
Eigenschaft Wert
Wärmeleitfähigkeit 0,045–0,055 W/(m·K)
Dampfdiffusionswiderstand 1–2 μ
Rohdichte 75–125 kg/m³
Baustoffklasse B2
Quadratmeterpreis 40–50 €

Anwendungsgebiete für Kokosfasern

In erster Linie werden Kokosfasern für die Innendämmung genutzt. Ein beliebtes Einsatzgebiet befindet sich zwischen den Dachsparren zur Dachdämmung. Als Außendämmung werden Kokosfasern gelegentlich für Fassaden angewendet. Wenn mit einer Kokosfaser-Dämmung ein U-Wert von 0,2 erreich werden soll, dann ist eine mindestens 23 cm dicke Kokosfasermatte notwendig. Damit liegt die Kokosfaser bei einer ähnlich benötigten Stärke wie Dämmungen aus Flachs und Hanf.

Abseits der Wärmedämmung finden Kokosfasern auch im Innenausbau, für Textilien, Teppiche, Seile und Türmatten sowie für den Gartenbedarf Anwendung.

Anzuchttöpfe aus Kokosfaser

Anzuchttöpfe werden zum Heranziehen von Pflanzen beziehungsweise deren Samen verwendet. Der große Vorteil von Anzuchttöpfen aus Kokosfasern ist, dass sie komplett biologisch abbaubar sind und daher später einmal gemeinsam mit der Pflanze in die Erde gesetzt werden können. Damit wird verhindert, dass die Pflanzenwurzeln, beim Herauslösen aus dem Topf, Schaden nehmen. Ein weiterer Vorteil dieser Töpfe ist, dass sie sich von selbst mit Wasser voll saugen und genau so viel davon an die Wurzeln abgeben, wie diese benötigen.

Kokosfaserindustrie

Zentrum der Kokosfaserindustrie ist Sri Lanka. Weitere Exporteure sind unter anderem Indonesien und Vietnam. Foto: Adobe Stock; (c) xuanhuongho

Wo werden Kokosfasern hergestellt?

Hauptexporteur von Kokosfasern ist Sri Lanka. Weitere große Produktionsstätten für Kokosfasern befinden sich in den tropischen Regionen Asiens, wie sie beispielsweise in Indonesien, Malaysia, Thailand, Vietnam, den Philippinen und dem Süden Indiens zu finden sind.

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