Lehmbau – das gesunde Eigenheim?

Lehmbau in Afrika

Lehmbau: Wände aus Lehm bauen. Foto: Adobe Stock; (c) Kay

Das Bauen mit Lehm ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Denn wer beim Lehmbau nur an Stampflehmbauten in Afrika und Vorderasien denkt, der vergisst, dass Lehm auch in vielfältiger anderer Form beim Bauen zum Einsatz kam und kommt. Bei Backsteinen und Ziegeln handelt es sich um nichts anderes als gebrannten Lehm. Weite Teile der europäischen Architektur von der Toskana bis nach Stockholm wären ohne diesen Baustoff nicht denkbar. Hinzu kommt, dass das Wort „Wand“ seinen Ursprung im Verb „winden“ hat. Bei Fachwerkhäusern wurde ein gewundenes Flechtwerk aus Weidenruten eingearbeitet, welches im Anschluss mit Lehm bestrichen wurde. Insofern ist Lehm weltweit gesehen einer der wichtigsten Baustoffe überhaupt und Lehmbau in den unterschiedlichsten Erdteilen anzutreffen.

Der Lehmbau hat eine lange Tradition

Neben den unterschiedlichen Arten des Einsatzes in gebrannter, getrockneter, gestampfter und sonstiger Form lässt Lehm außerdem jede Menge Raum für die eigene kreative Entfaltung im Rahmen der Gestaltung von Bauten. Dies betrifft sowohl die äußere Form als auch und gerade den Innenausbau. Wer sich Bilder der Altstadt von Sanaa im Jemen anschaut, erhält eine Vorstellung davon, welche Möglichkeiten Lehm als Baustoff eröffnet. Auch sonst finden sich mit verschiedenen Moscheen und anderen Bauten einige der imposantesten Gebäude in Stampflehmbau-Weise in Asien und Afrika. Das höchste in dieser Bauform errichtete Gebäude befindet sich aber in Deutschland in der hessischen Stadt Weilburg (Hainstraße 1). Es umfasst volle sechs Stockwerke.

Lange haltbar und wiederverwertbar

Für einen Lehmbau spricht nicht zuletzt auch dessen Langlebigkeit. Viele Gebäude aus Lehm haben die Jahrhunderte überdauert und dadurch in Sachen Nachhaltigkeit einen großen Beitrag geleistet. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Renovierungsarbeiten bei Lehmbauten besonders einfach durchzuführen sind. Denn Lehm ist als Baustoff in ungebrannter Form immer wieder neu verwendbar und lässt sich problemlos mit neu aufgetragenen Schichten verbinden. Während beim Abriss von Gebäuden herkömmlicher Bauweise oft jede Menge Sondermüll entsteht, kann übriger Lehm einfach wiederverwertet werden.

Ein ökologisch besonders wertvoller Baustoff

Da Lehm außerdem in vielen Gegenden vorkommt, sind auch die Transportwege gering, was ebenfalls zum geringen ökologischen Fußabdruck beim Lehmbau beiträgt. Hinzu kommen die hervorragenden Eigenschaften von Lehm in Sachen Wärmedämmung. Durch Lehmbau lassen sich auf Jahre nicht nur Heizkosten, sondern vor allem auch klimaschädliche Emissionen einsparen. In ökologischer Hinsicht spricht deshalb alles dafür, Lehm als Baustoff zu verwenden.

Lehmbau

Unfertiges Haus aus Ziegelsteinen. Foto: Adobe Stock; (c) smspsy

Lehmbau für gesundes Wohnen

Dies gilt auch im Hinblick auf gesundheitliche Aspekte. Als rein natürlicher Baustoff sorgt Lehm für ein deutlich verbessertes Wohnklima – vor allem dann, wenn auch beim Innenausbau auf eine entsprechende Bauweise geachtet wird. Denn der Lehm in den Wänden kann dazu beitragen, den Grad der Luftfeuchtigkeit im Inneren des Hauses auf natürliche Weise zu regulieren. Lehm hat die Fähigkeit, bei zu hoher Luftfeuchtigkeit Wasserdämpfe aufzunehmen und Feuchtigkeit abzugeben, wenn die Luft zu trocken geworden ist. Ein Lehmbau fungiert auf diese Weise je nach Bedarf als eine Art natürlicher Luftentfeuchter bzw. Luftbefeuchter. Zusätzlich ist Lehm ein hervorragender Schutz im Hinblick auf die Abdämpfung von Schallwellen. Auch lärmempfindliche Menschen profitieren daher vom Lehmbau.

Schon während des Bauens gut für die Gesundheit

Ein weiterer Aspekt, der für die Verwendung von Lehm als Baustoff spricht, ist die Tatsache, dass Lehm besonders hautfreundlich ist. Gerade wer am eigenen Bau Hand anlegen möchte, wird diesen Vorteil schnell schätzen lernen. Wie gesundheitsschädlich klassische moderne Baustoffe sein können, zeigt die Tatsache, dass für viele Maurer das Berufsaus oftmals mit dem Auftreten einer Zement-Allergie einhergeht. Ähnliche Phänomene sind dagegen beim Bauen mit Lehm nicht zu beobachten. Schon der Bauprozess als solcher gestaltet sich auf diese Weise beim Lehmbau deutlich ökologischer und besser verträglich für die Gesundheit.

Lehmbau in der Küche

Lehmziegel als moderne Verkleidung für die Küche. Foto: Adobe Stock; (c) Photographee.eu

Der Kreativität sind beim Lehmbau kaum Grenzen gesetzt

Abgerundete Ecken, runde Fenster, eine Schlange, die sich in Richtung Decke schlängelt? Beim Lehmbau können sich kreative Geister voll ausleben. Denn sofern sich eine entsprechende Grundstruktur entwickeln lässt, gibt es so gut wie nichts, das sich mit Lehm als Baustoff nicht realisieren lässt. Gerade wer in Sachen Innenausbau eigene Vorstellungen entwickelt, kann diese mit Lehm in der Regel oft deutlich einfacher umsetzen als mit anderen Baustoffen. Mit etwas Übung, handwerklichem Geschick und dem richtigen Werkzeug kann man sich als Bauherr auch durchaus selbst verwirklichen und den eigenen vier Wänden eine persönliche Note geben.

Hier findest du die am besten bewerteten Bauunternehmen deines Bundeslands:



Informationen zum Datenschutz einschließlich Cookie Richtlinie