Clever Matratzen kaufen: So bettest du dich am besten! - HEROLD.at

Matratzen kaufen: Wir lüften Schlafzimmergeheimnisse!

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Du möchtest neue Matratzen kaufen und willst wissen, worauf es ankommt? Wir haben die Antworten! Foto: Adobe Stock, (c) JackF

Wie man sich bettet, so liegt man. Das hat schon meine Oma gesagt. Auch wenn die Botschaft weitreichender gemeint war: Ob man alles richtig gemacht hat, weiß man immer erst am nächsten Morgen. Deswegen sollte man beim Kauf einer Matratze nicht spontan handeln, sondern sich vorab informieren. Wir verraten dir alles, was du über Matratzen, Lattenroste und Federkerne wissen musst, damit du dich niemals wie die Prinzessin auf der Erbse fühlst.

Warum eine „gute“ Matratze so wichtig ist

Früher konnte ich ja überall schlafen. In den Zwanzigern praktisch im Stehen, in den Dreißigern auf jeder noch so dünnen Isomatte, doch dann in den Vierzigern: Autsch! Gleitwirbel, Rückenschmerzen, Arthrose. Da wird man über Nacht plötzlich 120 Jahre alt, wenn man nur ein paar Stunden auf der falschen Matratze schläft. Und ist gezwungen zu investieren. Denn so viel ist klar: Gesunder Schlaf hat seinen Preis. Für 90 x 200 cm unter 200,- € zahlen zu wollen wie damals, ist unrealistisch. Beim Doppelten fängt es an, interessant zu werden, beim Vierfachen liegt man richtig und nach oben gibt es kaum Grenzen.

Was soll die neue Matratze können?

Alles außer Fliegen. Obwohl … Das kennt man ja: Der eine will das Fenster offen haben in der Nacht, der andere geschlossen wie einen Keuschheitsgürtel. Der eine schwitzt, der andere schlottert. Individuelles Temperaturempfinden hat auch Einfluss auf die Matratzenwahl. Oder zumindest darauf, welches Material man für den Bezug und die Auflage wählt. Sind es ein oder zwei Personen, die das Bett nützen oder bekommt sogar die ganze Kinderschar ein Mitspracherecht, weil sie morgens immer unter die Decke schlüpft? Steht man auf die Besucherritze, weil der eine Partner 120 Kilogramm Lebendgewicht hat und der andere nicht einmal die Hälfte?

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Gute Matratzen kaufen hat seinen Preis, zahlt sich aber in gesundem Schlaf und einer optimalen Liegequalität aus. Adobe Stock, (c) Gerhard Seybert

Will man also zwei Matratzen im Doppelbett, weil man sich einfach nicht vorstellen kann, dass das Leichtgewicht nicht wackelt, wenn sich das Schwergewicht umdreht. Oder will man sie im Ganzen, die neue, weil ohnehin immer jemand da ist, wenn sie ‚mal gewendet werden muss so alle zwei Monate? Matratzen kaufen ist fast so aufwendig wie ein Autokauf! Und wenn man sie richtig pflegt, hält sie sogar länger als der fahrbare Untersatz. Und obwohl es uns manchmal nicht so vorkommt: Im Bett verbringen wir schon mehr Zeit als im Auto. Manche Betten kosten sogar mehr als ein Kleinwagen, aber lassen wir das.

Matratzen kaufen nach Modetrends?

Es gibt sie, die Matratzen-Trends! Vor etwa fünfzehn Jahren galt das Wasserbett als das Nonplusultra. Das habe ich nie verstanden. Ich hatte darin jedenfalls keine feuchten Träume, sonders höchstens welche vom Ertrinken. Ganz schlecht. Außerdem waren sie mir entweder zu hart oder zu weich,  so wie stinknormale Matratzen eben auch.

Dann kam Futon. Optisch ein Augenschmaus: Reduktion, klare Linien, natürliche Materialien. Futon war für mich gleich bedeutend mit schönem Bett. Waren sauteuer die Dinger, aber der Mann der Stunde(n) hatte einen. Futonmatratzen eignen sich für wirklich ganz viele Sachen, aber schlafen kann ich darauf nicht gut. Also schon, aber beim Aufwachen habe ich mir immer gewünscht, man möge mich notschlachten. Ich liege offenbar die ganze Nacht durchgehend auf der rechten Schulter: Da sie im Futon nicht einsinken kann, wünscht man sich morgens die Amputation.

Es folgte der Landhausstil, keine Schraube durfte im Bettgestell sein, keine Feder in der Matratze, alles natürlich und mit der richtigen Energie. Damit kann man leben – und schlafen auch.

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Beim Matratzen kaufen ist die Auswahl so groß, dass Kriterien wie Material und Zonen-Verteilung häufig vergessen werden. Adobe Stock, (c) Gerhard Seybert

Noch später musste es dann ein Boxspringbett sein. Klingt gut, ist es meistens aus. Als ich zum ersten Mal in einem Boxspringbett lag, wusste ich nicht, dass es so heißt, aber gleich, dass ich es mochte. Die Füße reichten gerade bis zum Boden und es machte alles mit. Es stand in einem teuren Hotel und ich lernte erst später, dass so ein Bett statt einem Lattenrost eine fette Federkernmatratze hat oder zwei. Preisgünstige Versionen sind in diesem Fall besonders oft rausgeschmissenes Geld.

Aber auch dieser Trend ist am Abebben. Wer es sich leisten kann, wählt heute Naturlatex, je nach Wunsch in Verbindung mit Rosshaar oder Kokosfasern.

Hilft Probleliegen beim Matratzen kaufen?

Vorausgesetzt man legt die Investition in gute Nächte für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre an und kauft keine „Wegwerfqualität“, dann darf man sich beim Kauf der neuen Liegegelegenheit schon ein wenig Zeit lassen. Mindestens ein Gepräch mit einem echten Profi zahlt sich auf alle Fälle aus.
Warum auch sollte man auf den Kauf einer Matratze weniger Sorgfalt verwenden als auf den eines neuen Laufschuhs? Für Schuhe lassen wir uns sogar von einem Spezialisten beim Laufen filmen!

Der echte Experte für erholsame Nächte schaut dir beim Schlafen zu – oder zumindest beim Liegen. Das geschulte Fachpersonal lässt den potentiellen Käufer unter Beobachtung Probe liegen und beobachtet dabei die Wirbelsäule besonders genau. So ein Service bekommt man natürlich nicht an jeder Ecke, aber das kann man meist schon am Telefon abchecken, ob einen da ein kompetentes Gegenüber beim Gustieren unterstützen wird oder eben nicht.

Übrigens: Viele gute Geschäfte bieten ein Umtauschrecht an. Das heißt, man darf das doch nicht so gute Stück innerhalb der vereinbarten Zeitspanne, meist 30 Tage, nach dem Probe schlafen wieder zurückgeben oder austauschen.

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Mein Bett im Waldorf Astoria in Berlin. Durch einen Buchungsfehler wurde ich damals ohne Aufzahlung von der „Drei-Sterne-Burg“ in den Sternenhimmel upgegradet! Foto (c) Claudia Busser

Federkern oder nicht: Woraus sind Matratzen gemacht?

Die grundsätzliche Entscheidung lautet: Natur oder nicht Natur. Ich habe FreundInnen, die pendeln so etwas aus. Für mich war irgendwann klar, ich will kein Metall in der Matratze und brauche als Seitenschläferin mehrere Zonen. Die Schultern müssen weich einsinken können und der Lendenwirbelbereich darf nicht zu stark nachgeben, sonst habe ich morgens Kreuzschmerzen. Jetzt habe ich eine Matratze aus Kaltschaum, aber irgendwann wird es dann schon Latex sein müssen.

Material und Innenleben von Matratzen

  • Federkern: Empfehlenswert sind Federkernmatratzen, bei denen die Einzelfedern fünf Windungen aufweisen (5-Gang-Federkernsystem). Außerdem sollte das Federelement beidseitig mit mindestens 2-3 cm dickem Schaum ausgepolstert sein.
  • Taschenfederkern: Je höher die Federanzahl, desto anpassungsfähiger und punktelastischer ist die Matratze. Sehr gut sind 1000 Federn bei einer Matratzengröße von 80×200 cm. Eine Einteilung in Liegezonen sollte im Taschenfederkern erfolgen und nicht in der ummantelnden Polsterung.
  • Kalt- und Viscoschaum: Je höher der jeweilige Matratzenkern, desto besser ist auch der Liegekomfort. Üblicherweise sollten Visco- und Kaltschaumkerne über 14-16 cm Höhe und mindestens über ein Raumgewicht von 40 kg/m³ verfügen. Hochwertige Matratzen sind in 5, noch bessere in 7 verschiedene Zonen unterteilt.
  • Latex: Qualitativ hochwertige Latex-Matratzen verfügen über 7 Zonen und haben ein Raumgewicht zwischen 70 und 90 kg/m³.

(Quelle: Das Betten. Schlafmagazin)

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Adobe Stock, (c) Konstantin Yuganov

Clever Matratzen kaufen: technische Details

Welche Schlafposition bevorzugst du?

Weiß ich nicht, ich schlafe ja, wenn ich schlafe! Schon, aber ob Bauch-, Rücken- oder Seitenlage, das weiß man meistens doch. Der Partner weiß auf alle Fälle, ob man schnarcht. Für die unterschiedlichen Gewohnheiten  gibt es Empfehlungen zum Matratzentyp (Quelle: Das Betten. Schlafmagazin):

  • Bauchschläfer: (Taschen-)Federkern, Viscoschaum, Kaltschaum
  • Rückenschläfer: (Taschen-)Federkern, Viscoschaum
  • Seitenschläfer: Viscoschaum, Latex, Taschenfederkern
  • Wechselschläfer: Taschenfederkern, Kaltschaum

Wie hart darf deine Matratze sein?

Das ist schon ein wenig Geschmacksache, außer bei Kindern, die sollen nämlich möglichst hart liegen. Aber es gibt Regeln in Sachen Härtgrad und man muss gar nicht so viel rechnen dafür:

  • H2: Körpergröße (in cm) minus 100 ist kleiner als das Körpergewicht
  • H3: Körpergröße (in cm) minus 100 entspricht dem Körpergewicht
  • H4: Körpergröße (in cm) minus 100 ist größer als das Körpergewicht des Schläfers


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