Essbare Wildkräuter: natürliche Heilmittel oder Unkraut?

essbare Wildkräuter

Essbare Wildkräuter werden häufig für Unkraut gehalten. Ein Fehler! Wir zeigen, warum.  Foto: Adobe Stock, (c) marcin jucha

Als essbare Wildkräuter bezeichnen Gärtner und Naturfreunde krautige Pflanzen, die sich zum Verzehr eignen. Sie wachsen auf Äckern, Wiesen und Wegrändern, gedeihen an Flussauen und im Wald. Sammelst du Wild- und Heilkräuter, überprüfe genau, um welche Sorte es sich handelt! Schließlich wachsen in der freien Natur auch zahlreiche ungenießbare und giftige Pflanzen. Vor dem Verspeisen wäschst du die Kräuter gründlich, um sie von Schmutz und Keimen zu befreien. In einem Salat kannst du sie ebenso verwenden wie als Aufguss oder Sud.

Frische Kräuter aus der Natur: Wie und wo findest du sie?

Wildkräuter findest du im heimischen Garten ebenso wie im Wald oder auf einer Wiese. Zudem gibt es Gärtnereien, die die essbaren Pflanzen anbauen. Entscheidest du dich, die Wildpflanzen in der freien Natur zu sammeln, lohnt sich ein Spaziergang im Wald. Im nährstoffreichen Boden gedeihen beispielsweise Holunder und Brennnessel. Läufst du über eine Wiese, siehst du Gänseblümchen, Rotklee und Löwenzahn. Im Garten als Unkraut verschrien, treffen diese Wildkräuter in Küche und Naturmedizin auf Wohlwollen.

Speziell sonnige Tagen eignen sich gut zum Sammeln von essbaren Kräutern, da die Wärme das saftige Pflanzengewebe positiv beeinflusst. Sie befinden sich am Höhepunkt ihrer Reife und ihrer höchsten Wirkstoffkonzentration. Damit die Nährstoffe der Wild- und Heilkräuter erhalten bleiben, solltest du folgendes beachten:

  • Beim Kräutersammeln trennst du die Pflanzen mit einem kleinen Messer oder einer Schere ab.
  • Lege sie für den Transport in einen luftigen Korb oder einen Leinenbeutel.
  • Pflücke nur Wildkräuter, die du kennst, um Verwechslungen zu vermeiden.
  • Verzichte auf Kräuter, die nah bei industriellen oder landwirtschaftlichen Anlagen wachsen, da sie u.U. Schadstoffe enthalten.
  • Reiße eine Pflanze nicht mit der Wurzel heraus (anderenfalls kann sie nicht mehr nachwachsen).
  • Sammle nur wenige Vertreter einer Kräuterart von einem Wuchsort, um den Bestand zu schonen.
  • Daheim wäschst du die Wald- und Wiesenkräuter sorgfältig und trocknest sie anschließend.

Essbare Wildkräuter verarbeiten – wie geht das?

Beim Waschen spülst du die Wildkräuter kurz aber kräftig mit kaltem Wasser ab. Bleiben sie für einen längeren Zeitraum in der Flüssigkeit, gehen wasserlösliche Vitamine und Geschmacksstoffe verloren. Bereitest du einen Sud vor, kochst du sie in heißem Wasser in einem Topf mit Deckel ab. Bedenke jedoch, dass alle Vitamine und Enzyme nur in unbehandelten Wildpflanzen erhalten bleiben!

Blätter mit einer rauen Behaarung legst du kurzzeitig in Öl ein oder übergießt sie mit heißem Wasser. Beide Prozesse machen die Pflanzen gaumenfreundlich. Bei zahlreichen essbaren Wildkräutern empfiehlt es sich, die Stängel zu schälen. Häufig befinden sich in der Außenhaut harte Faserstoffe, die den Genuss der Naturprodukte einschränken. Die Kräuter servierst du beispielsweise in einem Salat oder als aromatisches Topping für eine Mahlzeit. Alternativ nutzt du sie für einen Aufguss (z.B. Tee), indem du sie zehn Minuten in heißem Wasser ziehen lässt.

#wildcooking #wildkräutersalat #brutallokal #lovethat

Ein Beitrag geteilt von Martina Merz (@martina.merz) am

 

Liste: die beliebtesten Wildkräuter in Österreich

Wald- und Wiesenkräuter finden in zahlreichen Gerichten Anwendung. Durch den Trend zur vegetarischen Ernährung probieren Hobbyköche und Feinschmecker derzeit verschiedene Gerichte mit den Wildpflanzen aus. Zu den beliebtesten essbaren Wildkräutern in Österreich gehören:

  • Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)
  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Weiße Taubnessel (Lamium album)
  • Beinwell (Symphytum officinale)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Große Brennnessel (Urtica dioica)
  • Walderdbeere (Fragaria vesca)
  • Gänseblümchen (Bellis perennis)
  • Mädesüß (Filipendula ulmaria)
  • Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Löwenzahn (Taraxacum officinale)
  • Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Huflattich (Tussilago farfara)

Bärlauch: die frische und gesunde Hexenzwiebel

Zu den gesundheitsfördernden Wildkräutern gehört der Bärlauch, auch Zigeunerlauch oder Hexenzwiebel genannt. Er zählt zu den ersten Kräutern im Jahr und zeichnet sich durch eine bräunlich-graue Haut aus. Neben ätherischen Ölen beinhaltet er organische Salze und Vinylsulfid. Bevorzugt wächst das Wild- und Heilkraut in feuchten Laubwäldern in einer Höhe von bis zu 1.000 Metern. Die Pflanze lässt sich problemlos kultivieren, sodass du sie auch im heimischen Garten anbauen kannst. Alternativ verkaufen Kräuterläden die aus der Familie der Liliengewächse stammende Pflanze.

Frischer Bärlauch

Frischer Bärlauch zählt ebenfalls zu den essbaren Wildkräutern. Foto: Adobe Stock; (c) ji_images

Brennnessel: wirksames Heilmittel aus der Natur

Wildkräuter kommen häufig in Wäldern vor. Die Brennnessel oder Donnernessel bevorzugt einen halbschattigen Standort und stickstoffreiche und humose Böden. Im Heilkraut befinden sich Histamine, Zucker sowie die Vitamine K und C. Brennnesseln erntest du von April bis Oktober. Durch ihre harntreibende und blutstillende Wirkung helfen sie gegen zahlreiche Leiden. Beispielsweise senken ihre Inhaltsstoffe den Blutzucker. Als Tee aufgebrüht, wirkt das Naturprodukt gegen Hautleiden, Arthritis, Rheuma und Gicht.

Brennnessel als Tee

Die Brennnessel kann beispielsweise als Tee zubereitet werden. Foto: Adobe Stock; (c) Hetizia

Essbare Wildkräuter aus dem Garten

Um Wildkräuter zu sammeln, brauchst du nicht unbedingt in den Wald zu fahren! Auch im heimischen Garten oder auf einer nahe gelegenen Wiese findest du eine Reihe von verzehrbaren Heilkräutern. Zu ihnen zählt beispielsweise der Gundermann, ein pflanzlicher Leckerbissen. Er wächst in feuchten, humusreichen Böden. Du verspeist ihn roh als Gemüse, als Quiche-Belag oder als Suppenbestandteil. Sein herb-würziger Geschmack schmeichelt dem Gaumen. Auch Spitzwegerich findest du auf Weiden, Wiesen und an Wegrändern. Sein pilzartiges Aroma kommt in Suppen und im Salat zur Geltung.

Glücksklee wächst im Rasen und sorgt für optische und geschmackliche Highlights. Durch sein säuerliches Aroma würzt er verschiedene Gerichte. Des Weiteren garnierst du Salate und Snackteller beispielsweise mit Hirtentäschel, einem Wildkraut, das dem Löwenzahn ähnelt und im Geschmack an Rucola erinnert. Vorrangig in sonnigen, stickstoffreichen Lehm- und Sandböden gedeiht die weiß blühende Wildpflanze.

Wo gibt es Wildkräuter zu kaufen?

Benötigst du Wild- und Heilkräuter in größeren Mengen, die in deiner näheren Umgebung nicht wachsen? Essbare Pflanzen erhältst du in Gartenbetrieben oder in der Apotheke. Apotheker verkaufen die Heilpflanzen häufig in getrockneter und zerkleinerter Form. Zudem besteht die Möglichkeit, essbare Wildkräuter als Zimmerpflanze zu kultivieren. Besorge dir das Kraut einfach als Topfpflanze und ziehe es auf einem sonnigen Fensterbrett oder auf dem Balkon!

Wie du schnell und einfach deine Kräuterspirale baust



HEROLD.at verwendet Cookies damit Sie unsere Webseite optimal nutzen können sowie für Marketingzwecke: Cookie Richtlinie