Was tun gegen Mundgeruch? Ursachen & Behandlung

Mundgeruch

Mundgeruch (Halitosis) entsteht oft in der Mundhöhle selbst. Foto: Adobe Stock, (c) STUDIO GRAND WEB

Das stinkt mir gewaltig! Und erst den anderen. Wenn man ihn selbst bemerkt, ist meistens ohnehin schon alles zu spät. Und für die Mitmenschen ist die Situation auch schwierig. Soll man etwas sagen? Und wenn ja, was und wie? Am besten, er entsteht überhaupt nicht, der Mundgeruch, der unnötige. Wissenschaftlich heißt er „Halitosis“ und in fast allen Fällen sitzt die Ursache für das stinkende Übel in der Mundhöhle selbst. Und in den wenigen anderen Fällen kann man ihm sogar dankbar sein, denn dann war er ein wertvoller Hinweis auf eine möglicherweise schwerwiegende Erkrankung.

Mundgeruch: Wie merkt man, dass man ihn hat?

Zuerst eine Entwarnung: Man hat ihn viel seltener, als man glaubt, dass man ihn hat. Obwohl jeder Zweite hin und wieder unter ihm leidet.
Und es gibt einen genialen, schnellen, diskreten Test, den man praktisch immer und überall durchführen kann: Man leckt den eigenen Handrücken ab und lässt den Speichel eintrocknen. Das ist alles! Danach riecht man an der Stelle. Die Schwefelverbindungen, die den üblen Atem verursachen, sind im Fall der Fälle dann eindeutig wahrnehmbar.

Oder man haucht den Nachbarn in der U-Bahn an und schaut, wie der dann dreinschaut. Das könnte allerdings „a Watschn wert sein“, wie man in Wien so schön sagt. Wenn man mit jemandem sehr vertraut ist, kann man diesen geliebten Jemand auch einfach fragen. Da ist nichts dabei, der stinkt ja auch manchmal, ich sag’s nur. Schlau ist auch der Besuch beim Zahnarzt: Dort ist es dann quasi amtlich und in fast allen Fälle auch gleich behebbar.

Mundgeruch

Ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt und tägliche Mundhygiene beugt Mundgeruch vor. Foto: Adobe Stock, (c) Vasyl

Was sind die Ursachen von Mundgeruch?

Man unterscheidet lokale Ursachen und systemische Ursachen von Mundgeruch. Bei den lokalen liegt der Hund dort begraben, wo es stinkt: im Mundraum. Mit „System“ ist der Körper gemeint. Das heißt, wenn es irgendwo jenseits des Mund- und Rachenraumes ein Problem gibt, dann kann sich das auch olfaktorisch bemerkbar machen. Aber wie gesagt, fast immer ist die Ursachen des Übels auch dort lokalisiert, wo man sie bemerkt – und meist relativ harmlos. (Bösartige Tumore ausgenommen, aber die sind Gott sei Dank eine andere Geschichte.)

  1. Die Zähne sind schuld.
    Sie können schlecht oder zu selten geputzt sein. Dann bleiben auch Essenreste zurück, die dann langsam verfaulen. Igitt! Paradontitis ist auch ein ganz besonders mieser Grund. Oder Karies!
  2. Das Zahnfleisch ist schuld.
    Es kann sich entzünden oder sogenannte Taschen ausbilden, in denen dann gar keine schönen Sachen vor sich hingammeln.
  3. Alkoholgenuss und Rauchen sind schuld.
    Die sind immer an allem schuld, eh klar.
  4. Die anderen sind schuld.
    Bakterien, Viren und Pilze können die Mundhöhle besiedeln und das duftet dann auch nicht wie ein Rosengarten.
  5. Du bist selber schuld.
    Mundtrockenheit verursacht durch exzessives Sprechen – nicht lachen, manche müssen das beruflich tun! –  zu viel Kaffeekonsum, zu geringe Flüssigkeitszufuhr, oder als Nebenwirkung von manchen Arzneimitten (einige Schmerzmittel, Blutsrucksenker, Antidepressiva, …) Beim letzten Punkt weiß der Apotheker Bescheid und der entsprechende Facharzt kann etwas anderes verordnen.
  6. Das System ist schuld.
    Ist die Darmflora im Eimer, zieht eine Diabetes mellitus auf, machen’s die Nieren nicht mehr oder es kommt gar zu einem Zwerchfellbruch, Gott bewahre, dann kann sich das auch in Form von Mundgeruch bemerkbar machen. Also, nicht auf die leichte Schulter nehmen, bitte!

Wie kann ich Mundgeruch akut bekämpfen? Behandlung

Es gibt einen genialen Mundspray von Miradent, heißt Halitosis Spray und passt in jede Hosen- oder Handtasche. Er schmeckt nicht scharf und hilft zuverlässig. Vielleicht braucht man ihn manchmal auch nur, um sich sicherer zu fühlen.

Von Toxaprevent gibt es interessante Kautabletten in Apotheken: Halistop. Sie enthalten Zeolith, der Histamin, Ammonium, Nitrosamine, Schwermetalle wie Quecksilber und schwefelhaltige Verbindungen binden kann. Ist auch super gegen Plaquebildung und damit gleichzeitig eine sinnvolle Vorbeugung gegen Karies.

Zähneputzen wäre oft besser, ist aber nicht immer möglich. Eine Kleinigkeit essen geht manchmal auch gut. Zuckerfreie Kaugummis und Lutschpastillen sind manchmal auch ein guter Freund im Fall der Fälle!

Um Mundgeruch zu verhindern, ist regelmäßige Mundhygiene essentiell! Foto: Adobe Stock, (c) ALDECAstudio

Wie kann ich Mundgeruch vorbeugen?

  • Trinken, trinken, trinken!
    Viel Speichel bedeutet wenig Geruch. Und wenig fühlt sich so an wie morgens und riecht auch selten fein – ein Glas Wasser beim Bett ist ein ebenso wirksamer wie einfacher Trick.
  • Kaugummi kauen und Zuckerl lutschen.
    Bitte unbedingt ohne Zucker und mit gesunden Süßstoffen wie Xylitol. Gibt es in Drogerien und Apotheken, vielleicht auch im Bioladen.
  • Essen und zwar regelmäßig.
  • Geh so oft zur professionellen Mundhygiene wie dein Zahnarzt vorschlägt. Ist teuer, aber es wirkt.
  • Kauf dir einen Zungenreiniger in der Apotheke, im Supermarkt oder in der Drogerie und benütze ihn auch.
    Ist am Anfang komisch, hilft aber wirklich. Sind die Beläge auf der Zunge anders als weißlich gefärbt, zeig sie einem TCM Mediziner oder spüle mit Probiotoka um wieder eine natürliche Flora im Mundraum herzustellen. Ich habe da ja schon Sachen gesehen, von Giftgelb bis Türkisgrün. Das kann gar nicht angenehm riechen.
  • Zwei Mal täglich ordentlich Zähne putzen! Hat schon die Mama gesagt.
  • Ein Mal im Monat muss es schon mal sein: eine neue Zahnbürste kaufen! Und wenn die antibakterielle Mundspüllösung leer ist, die natürlich auch!

Mundgeruch ist kein unabwendbares Schicksal. Letztlich ist er ein Signal des Körpers, dass etwas nicht passt. Am besten gleich ab in die Apotheke oder den Drogeriefachmarkt! Gute Besserung!

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