Kräuterspirale | So baust du sie schnell und einfach! - HEROLD.at

Wie du schnell und einfach deine Kräuterspirale baust

Kräuterspirale

Eine Kräuterspirale bietet die Möglichkeit eine Vielzahl verschiedener Kräuter zu pflanzen. Foto: Adobe Stock (c) franky10

Eine Kräuterspirale ist nicht nur ein optischer Blickfang – sie bietet die Möglichkeit, auf kleinstem Raum eine Vielzahl verschiedener Kräuter zu pflanzen. Sobald du also deinen Garten wieder fit für die neue Saison gemacht hast, steht der Errichtung der Kräuterspirale, auch Kräuterschnecke genannt, nichts mehr im Wege. Mit der richtigen Vorbereitung und Bautechnik erschaffst du in kurzer Zeit ein Kräuterparadies, an dem du dich fast das ganze Jahr über erfreuen kannst.

Der perfekte Standort für eine Kräuterspirale

Der optimale Standort für die Kräuterspirale ist ein sonniger und windgeschützter Bereich im Garten. Durch die Bauweise der Kräuterschnecke gibt es auch schattige Bereiche, die für weniger sonnenhungrige Kräuter geeignet sind. Er sollte sich idealerweise auch in der Nähe der Küche befinden, damit du nicht den ganzen Garten durchwandern musst, um deine Kräuter zu ernten.

Die Kräuterspirale muss nach Süden ausgerichtet sein

Zur optimalen Ausnutzung der Sonnenenergie solltest du die Spirale in Nord-Süd-Richtung anlegen, das heisst der abschliessende Teich sollte genau nach Süden zeigen. Sinn und Zweck des Teiches ist es, die Sonnenstrahlen zu reflektieren und damit den sonnenhungrigen Kräutern ein optimales Klima zu verschaffen.

Die vier Zonen der Kräuterspirale

Durch den spriralförigen Aufbau der Kräuterspirale entstehen vier verschiedene Zonen.

Foto: Umweltberatung

Durch ihren spiralförmigen Aufbau entstehen vier Bereiche, die den Standortansprüchen der Kräuterpflanzen aus verschiedenen Klimazonen gerecht werden und so auf engstem Raum einer Vielzahl von Kräutern ideale Wachstumsbedingungen bieten.

  • A-Mediterrane Zone: Trockener, sonniger Standort mit durchlässigem und mageren Boden.
  • B-Normalzone: Trockener bis feuchter Standort mit durchlässigem und humosem Boden, der auch schattige Bereiche aufweist.
  • C-Feuchtzone: Feuchter, sonniger Standort mit humusreicher Erde.
  • D-Wasserzone: Feuchter bis nasser Standort mit humusreicher Erde. Der kleine Teich am Fuße der Kräuterschnecke schafft ein feuchtes Mikroklima und reflektiert zusätzlich Licht und Wärme, die den wärmeliebenden Pflanzen zugute kommt.

Die Baumaterialien für die Kräuterspirale

Eine Kräuterspirale sollte einen Durchmesser von etwa 2 bis 5 Metern haben, damit ausreichend Platz für die Bepflanzung vorhanden ist. Sämtliche Materialen für den Bau  sind in Baumärkten erhältlich. Für eine Kräuterspirale mit einem Durchmesser von 4 Metern benötigst du folgendes Material:

  • 2 m3 Steine (Natursteine, Flusssteine, Klinkersteine, Ziegelsteine, Kalksandsteine)
  • 1 m3 Sand
  • 1 m3 Flusskiesel, gebrochene Ziegelsteine oder Schotter
  • 0,5 m3 Kompost
  • 2 m2 Teichwanne oder Teichfolie (Kautschuk oder Polyethylen, keinesfalls PVC!)
Kräuterspirale

Eine Kräuterspirale kannst du dir in wenigen Schritten selbst bauen. Foto: Adobe Stock; (c) alho007

So baust du die Kräuterspirale

Eine klassische Kräuterschnecke wird in Trockenbauweise gebaut, also ohne Mörtel. Eine Spirale mit Mörtel sorgt für mehr Stabilität, ist aber auch deutlich aufwendiger. Das Grundgerüst bildet eine spiralenförmige Trockenmauer, die zum Mittelpunkt hin immer mehr an Höhe gewinnt. Der optimale Abstand zwischen den Steinwänden beträgt etwa 60 cm. Der höchste Punkt liegt bei etwa 1 Meter. Die Öffnung der Spirale bzw. der Teich sollte nach Süden zeigen.

Grundriss abstecken und Boden vorbereiten

  • Mit der Zirkelmethode markierst du den Grundriss der Kräuterspirale: Du schlägst einen Pflock in die Mitte der geplanten Kräuterspirale ein, befestigst daran eine Schnur in der Länge des Radius und ziehst dann bei gespannter Schnur einen Kreis in die Erde.
  • Die abgesteckte Fläche spatentief ausheben und im Teichbereich eine etwa 40 bis 60 cm tiefe Grube graben.
  • Außerhalb der Teichfläche die abgetragene Fläche mit einer etwa zehn Zentimeter starken Schicht aus gebrochenen Ziegelsteinen, groben Schotter oder Kies auslegen (= Fundament und Drainage).

Trockenmauer aufschichten und auffüllen

  • Schotter, Bauschutt oder Ziegelbruch in der Mitte maximal 70 cm hoch aufschütten.
  • Die Spirale vorzeichnen (z.B mit Kalk oder Steinmehl)
  • Vom Teich ausgehend die erste Steinreihe spiralenförmig auflegen.
  • Dann die Steine etwa 1 cm zur Mitte hin versetzt aufeinander schichten, damit sich eine leichte Neigung nach innen ergibt. Die Spirale in Richtung Teich immer niedriger bauen.
  • Alle 2-3 Steinschichten die ersten drei Zonen der Kräuterspirale (Trockenzone – Feuchtzone) mit einer Drainage-Schicht aus Kies, Schotter oder Steinen auffüllen, die maximal halb so hoch ist, wie die Mauer selbst. Die Wasserzone wird nicht drainiert.
  • Anschließend mit der passenden Erde die jeweilige Kräuter-Zone auffüllen und noch ein wenig Kalk in den oberen Schichten einarbeiten:
    • Trockenzone: Magere, sandige Erde (2/3 Sand, etwas Erde und Kompost) oder Liapor Blähton
    • Normal- und Feuchtzone: Der Anteil an Erde und Kompost wird kontinuierlich nach unten hin erhöht (Richtwert: Jeweils 1/3 Sand, Erde und Kompost, nach oben hin mehr Sand, nach unten hin mehr Erde und Kompost)
    • Wasserzone: Gartenerde und Kompost
  • Zuletzt die Teichwanne einsetzen bzw. den Folienteich anlegen.

Bepflanzung der Kräuterspirale und worauf du achten solltest

Einige Pflanzvorschläge für die einzelnen Zonen

  • Mediterane Zone: Für ganz oben sind vor allem Thymian, Salbei, Lavendel, Rosmarin geeignet. In der Übergangszone gedeihen
    Currykraut, Majoran, Oregano, Bohnenkraut, Ysop, Schafgarbe, Pimpinelle, Johanneskraut, Kapuzinerkresse, Basilikum.
  • Normalzone: Borretsch, Koriander, Gewürz-Fenchel, Zitronen-Melisse, Portulak, Kümmel, Kamille, Kerbel, Roter Sonnenhut, Ringelblume, Herzgespann.
  • Feuchtzone: Schnittlauch, Knoblauchkraut, Dill, Estragon, Indianernessel, Bärlauch, Brunnenkresse, Petersilie, Frauenmantel,  Süßdolde, Pfefferminze.
  • Wasserzone: Amerikanischer Kalmus, Brunnenkresse, Bachbunge, Wassernuss (direkt auf dem Wasser), Wasserminze, Fieberklee.

Wenn du die Kräuter bei Gärtnereien und nicht im Discounter kaufst und sie gut pflegst, wirst du fast das ganze Jahr über frische Kräuter zur Verfügung haben.

Welche Kräuter du nicht direkt nebeneinander setzen solltest

  • Petersilie und Schnittlauch
  • Basilikum und Dill
  • Majoran und Oregano
  • Borretsch und Petersilie
  • Kümmel und Fenchel
  • Kerbel und Koriander

Auch Lavendel eignet sich hervorragend für die Kräuterspirale. Foto: Adobe Stock, (c) terezqua

Besonderheiten – das gilt es auch noch zu beachten

  • Pfefferminze, Estragon und Zitronenmelisse wachsen sehr stark und breiten sich rasch unterirdisch aus. Mit einer Rhizomsperre (Wurzelsperre) oder einem Plastiktopf ohne Boden kannst du das verhindern. Anstelle der Pfefferminze kannst du übrigens Garten-Bergminze verwenden, die weniger wuchsfreudig ist.
  • Petersilie ist selbstunverträglich und benötigt außerdem eine Anbaupause von mindestens 4 Jahren (an der gleichen Stelle).
  • Salbei wächst sehr hoch und kann einen Durchmesser von 60 bis 80 cm erreichen. Wenn du ihn in Ecken pflanzt, wird das Wachstum der Pflanze an zwei Seiten begrenzt.
  • Basilikum und Brunnenkresse gedeihen am besten, wenn man Samen aussät, die sich an die Gegebenheiten der Kräuterspirale anpassen können.
  • Alant, Liebstöckel, Beinwell und Meerettich sind großwachsende Kräuter mit langen Wurzeln, du pflanzt sie daher besser außerhalb der Kräuterspirale an.
  • Wermut ist für die Kräuterspirale ungeeignet, da sich seine Wurzelausscheidungen ungünstig auf das Wachstum anderer Kräuter auswirkt.
  • Kapuzinerkresse muss an den Rand gepflanzt werden, damit sie ausreichend Platz hat, um sich auszubreiten.
  • Dachwurz, Tripmadam oder kriechender Thymian eignet sich für die Pflanzung in den Zwischenräumen der Mauer.

Die richtige Pflege der Kräuterspirale

  • Gießen: Frisch gepflanzte Kräuter benötigen viel Wasser, damit sie sich gut verwurzeln können. Zu Beginn solltest du daher im ersten Jahr etwa einmal pro Woche gießen und dabei von oben beginnen. Im zweiten Jahr musst du nur noch bei Bedarf während sehr trockener Perioden gießen, wobei der untere Bereich mit mehr Wasser versorgt wird. Das für die anderen Zonen benötigte Wasser zieht sich dann von alleine nach oben.
  • Boden regelmäßig lockern: Die Bodenoberfläche sollte immer gleichmäßig locker bleiben, damit ausreichend Wasser zu den Wurzeln gelangen kann und nicht ungenutzt abfließt. Während du den Boden lockerst, kannst du auch gleich das Unkraut entfernen.
  • Düngen: Als Faustregel gilt: Je sonnenhungriger die Pflanze, desto weniger düngen. Kräuter gedeihen am besten mit einer einmaligen Kompostdüngung im Frühjahr und im Herbst. Auf chemische Düngemittel solltest du verzichten, da sie den Geschmack der Kräuter beeinflussen können.
  • Regelmäßige Ernte: Wenn du die Triebspitzen regelmäßig erntest, sorgst du für gute Verzweigung und reiches Wachstum.
  • Teichpflege: Regelmäßig etwas Wasser abschöpfen und mit frischem Wasser wieder auffüllen.

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