Zahnhygiene | So pflegt man die Zähne wirklich richtig - HEROLD

Zahnhygiene: wie man Zähne richtig pflegt

Zahnhygiene:

Wer die Zahnhygiene vernachlässigt, muss sich auf böse Überraschungen gefasst machen. Foto: Adobe Stock, (c) WavebreakMediaMicro

Trotz Hightech in der Zahnmedizin: Das wichtigste Mittel, die Zähne sauber und gesund zu halten, ist immer noch Zähneputzen. Allerdings nur, wenn es regelmäßig und fachgerecht geschieht. Was außerdem zur richtigen Zahnhygiene gehört? Das verraten wir hier.

Was ist Zahnhygiene?

Unter Zahnhygiene fallen sämtliche Maßnahmen, die dazu führen die Zähne gesund und sauber zu halten. Allen voran steht hier natürlich das Zähneputzen, um auf mechanische Art und Weise Zahnbelag zu entfernen. Zahnbeläge stören zunächst kosmetisch und erzeugen Mundgeruch. Später verursachen sie Karies und Zahnfleischerkrankungen. Darum gehören sie weg. Und das möglichst, bevor sie zu nicht mehr selbst entfernbarem Zahnstein werden. Das geht nur durch täglich mindestens zweimaliges Zähneputzen. Am besten nach jeder Hauptmahlzeit. Und zwar erst etwa 30 Minuten später. Sonst führt das Putzen zu Schäden an den Zähnen, weil mit der Nahrung zugeführte Säuren die Zahnhartsubstanz aufweichen.

Zahnhygiene: die richtige Putztechnik für die Zähne

Optimale Mundhygiene besteht aus mindestens drei Minuten lang dauerndem, systematischem (immer in derselben Reihenfolge) Zähneputzen. Etwa nach der KAI-Methode (Kauflächen, dann Außenseiten, dann Innenseiten), damit auch wirklich jede Fläche am Zahn in Kontakt mit der Bürste kommt. Mit kleinen, fegenden, rüttelnden Bewegungen. Von “rot“ nach “weiß“, d.h. vom Zahnfleisch in Richtung Zahn. Mit nicht zu festem Druck, damit Zahnschäden ausbleiben. Keine Idee, wie diese Putztechnik genau ausgeführt wird? Ihr Zahnarzt berät Sie sicher gerne.

Regelmäßigkeit und richtige Technik allein machen jedoch noch keine gute Mundhygiene aus. Hierzu braucht es auch die richtigen Utensilien.

Putztechnik Zähne

Wer mit der sogenannten KAI-Methode seine Zähne putzt, macht alles richtig. Foto: Adobe Stock; (c) Kalim

Die richtige Zahnbürste

Idealerweise hat eine Zahnbürste einen kleinen Kopf, mit dem man auch den hinteren Teil der Mundhöhle erreicht. Und abgerundete Kunststoffborsten mittlerer Härte. Bei freiliegenden Zahnhälsen hingegen sollten weiche Borsten bevorzugt werden. Gereiztes oder entzündetes Zahnfleisch braucht feine Borstenenden.

Kinder benötigen altersgerechte, spezielle Zahnbürsten. Übrigens: Kinderzähne sollten bis ins Volksschulalter von den Eltern nachgeputzt werden. Schulungen beim Zahnarzt oder im Rahmen von Zahnhygieneprogrammen im Kindergarten oder in der Kita informieren, wie kindliches Zähneputzen am besten zu bewerkstelligen ist.

Mit elektrischen Zahnbürsten fällt das richtige Putzen leichter als mit manuellen, doch sollte gerade damit nicht zu viel Druck ausgeübt werden, um den Zahnschmelz nicht zu gefährden.

Wichtig: egal, mit welcher Zahnbürste man putzt, erneuert gehört sie mindestens alle zwei Monate bzw. auch früher, wenn sich die Borsten aufzuspalten beginnen. Sonst beschädigen sie das Zahnfleisch. Auch nach jeder Erkältung sollte man eine neue Bürste nehmen, um sich nicht neuerlich zu infizieren.

Die richtige Zahnpasta

Bei der Auswahl der Zahnpasta empfiehlt es sich, vor allem auf zwei Dinge zu achten:

1.) Dass sie vor Karies schützendes, weil den Zahnschmelz härtendes Fluorid enthält. Das entfaltet länger seine Wirkung, wenn man nur ausspuckt und nicht mit Wasser nachspült, damit es mit den Zähnen lange in Kontakt bleibt. Apropos: Kinder brauchen eine spezielle Zahncreme mit niedrigerem Fluoridgehalt.

2.) Dass ihr RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion; Abriebwert), der über die Rauigkeit ihrer Schleifmittel (können die Zahnoberfläche zerkratzen) informiert, niedrig (< 75) ausfällt.

Bei Zahnpasten mit Bleichwirkung ist von einem Dauergebrauch abzuraten, da deren relativ aggressiven Inhaltsstoffe der Zahnsubstanz schaden können.

richtige Zahnhygiene

Zu einer umfassenden und richtigen Zahnhygiene gehört auch die Verwendung von Zahnseide. Foto: Adobe Stock; (c) Kalim

Extras: ergänzende Zahnpflege-Utensilien

Zahnhygiene Shops bieten außer Zahnbürsten und -pasten Gegenstände an, die v.a. der Reinigung der Zunge und der besonders Kariesgefährdeten, weil schlecht erreichbaren Zahnzwischenräume dienen wie

  • Zahnseide, die es in unterschiedlich dicker, gewachster oder ungewachster, fluoridhaltiger, mit Teflon beschichteter Ausführung oder mit Geschmack gibt.
  • Zwischenraumbürsten (Interdental-Bürstchen): sie erlauben, auch Zahnersatz wie z.B. Brückenglieder gezielt zu säubern und sollten bereits nach zwei Wochen ausgewechselt werden.
  • eine Munddusche (Wasserstrahlgerät), die sich aber für Menschen mit schwerer Parodontitis oder Verletzungen/Geschwüren der Mundschleimhaut nicht eignet, weil sie Krankheitserreger aus den Wunden ins Gewebe oder in die Blutbahn schwemmen kann.
  • ein Zungenschaber mit weichen Lamellen, um potenziell schädliche bzw. Mundgeruch erzeugende Keime von der rauen Zungenoberfläche zu entfernen.
  • vom Zahnarzt gebilligte (sonst Gefahr: Verfärbungen, Geschmacksbeeinträchtigungen) Mundspülungen mit plaquehemmenden Substanzen.

Das Nonplusultra: professionelle Mundhygiene

Eine professionelle Mundhygiene, ausgeführt von einem Zahnarzt oder Dentalhygieniker, in Anspruch genommen zweimal pro Jahr bzw. bei bestimmten Konstellationen auch öfter, gehört zu einer optimalen Zahnpflege, die vor etlichen Krankheiten schützt, denn

  • sie entfernt mithilfe von Spezialinstrumenten (z.B. Pulver-Wasser-Strahlgerät, Zahnseide, Ultraschallgerät) sorgfältig Zahnbeläge, Zahnstein und Verfärbungen (durch Medikamente, Tabak, Getränke, Nahrungsmittel).
  • sie reinigt auch für die häusliche Zahnpflege nur schwer erreichbare Stellen, die als Bakterienschlupfwinkel bzw. Plaqueretentionsstellen (Ablagerung von Belägen) dienen.
  • sie poliert die Zahnoberflächen mittels spezieller Bürsten, Gummi-Hütchen, Gummi-Keile und Prophylaxe-Pasten, damit sie glatt werden und sich an ihnen weniger leicht ein Biofilm bilden kann.
  • sie trägt Fluoridgel oder Fluoridlack auf die Zähne auf, was die Remineralisierung der Zähne fördert. Das macht sie widerstandsfähiger gegen Säureangriffe.

Tipp: Bei manchen Zahnärzten erhält man sogar eine kostenlose Mundhygiene

Was tun ohne Zahnbürste? Ohne Zahnbürste Zähne putzen!

Wenn man keine Zahnbürste zur Hand hat, hilft Wasser trinken, damit die Säuren im Mund verdünnt werden. Und zuckerfreier Kaugummi (Zahnpflegekaugummi), der den Speichelfluss anregt und so Säuren neutralisiert. Oder sogar die Zähne remineralisiert.

Wie wurde früher Zahnhygiene betrieben?

Saubere Zähne waren schon den antiken Ägyptern und Sumerern ein Anliegen. Sie verwendeten zu ihrer Reinigung als Zahnbürste („Siwak“) gekaute Bestandteile des Arak-Baums (“Zahnbürstenbaum“), der natürliches Fluorid enthält. Die alten Römer wiederum nutzten zur Zahnreinigung ein Zahnpulver mit Knochenmehl, Kochsalz und Zahnstocher, z.B. aus Federkielen oder Metall. Die Zahnhygiene im Mittelalter ließ ohnehin zu wünschen übrig. Da versuchte man – und auch das nur der Adel – lediglich den Mundgeruch zu übertünchen, mit duftenden Ölen oder Mundwässern.

Um 1500 entwickelten die Chinesen eine pinselförmige Bambusholzzahnbürste. Mit harten, daher zahnschädlichen Wildschweinborsten. Sie eroberte drei Jahrhunderte später das bis dahin zahnhygienefeindliche Europa. Die Wildschweinborsten wurden durch weichere, aber ebenso schädliche, weil Bakterien in ihren Hohlräumen ansammelnde Pferdehaarborsten ersetzt. Als Reinigungsmittel diente Zahnpulver aus Kreide, Menthol und Zucker – auch nicht gerade zahnfreundlich.

Mitte des 19. Jahrhunderts kam schließlich die erste, modernen Ansprüchen genügende Zahnpasta mit Glycerin auf den Markt, Mitte des 20. Jahrhunderts erstmals eine für die Allgemeinheit erschwingliche Zahnbürste mit hygienischen Nylonborsten. Für die umweltbewussten Zähneputzer gibt es jetzt sogar Bambus-Zahnbürsten ohne Plastik.

Diese Zahnärzte bieten eine umfassende Zahnhygiene an:



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