Zahnimplantate. Arten. Kosten - HEROLD.at

Zahnimplantate: Arten und Kosten

Zahnimplantate: Arten und Kosten

Foto: Shutterstock, (c) Anna Moskvina

Manchmal muss man sich trennen. Leider manchmal sogar von einem Zahn oder schlimmer von mehreren. Dann braucht man als Zahnersatz eventuell ein sogenanntes Implantat.
Zähne sind eine wichtige Visitenkarte. Ein vollständiges, weißes Gebiss strahlt Vitalität aus. Wir brauchen unsere Zähne mehrmals täglich und unser Gegenüber sieht sie immer! Da sollte man sich keine Ausfälle leisten …
Kommt es zum Äußersten, zum Zahnverlust, wenn die Wurzel bricht oder man zu lange zugewartet hat bei Schmerzen – ja, so etwas soll’s immer noch geben – kann der Zahnarzt bzw. Implantologe Implantate setzten. Das ist zwar nicht so gut wie der eigene Zahn, aber fast. Und entschieden besser als eine Lücke!

 

 

Was ist ein Implantat überhaupt?

Es sind künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen geschraubt werden. Sie haben die Form einer Schraube oder eines Zylinders und bestehen aus Titan, das keine allergischen Reaktionen im menschlichen Körper auslöst. Diese Technik wird seit mehreren Jahrzehnten angewendet. Je nach Anforderungsprofil des jeweiligen Patienten wählt der Operateur Titan, hochreines Titan oder eine Mischung aus Titan mit Zirkonium aus, die höhere Festigkeit bietet – das wäre dann etwas für mich mit meinem überdurchschnittlich hohen Kaudruck, aber das ist eine andere Geschichte …

Wo gibt es die beste Qualität bei Zahnimplantaten?

Tja, jeden Eingriff sollte man planen, nicht nur was die Kosten betrifft. Wenn man beobachtet, was manche Menschen aufführen, um den richtigen Friseur zu finden, verwundert es schon, dass sie bei neuen Zähnen eher auf die Preise schauen oder der ganzen Angelegenheit überhaupt wenig Beachtung schenken. Unter den Zahnärzten gibt es solche, die selten ein Zahnimplantat setzen. Die wären nicht meine erste Wahl. Dann gibt es Ordinationen, wo dieser Eingriff zum Standardprogramm gehört. Die finde ich einen Besuch zwecks Entscheidungsfindung auf jeden Fall wert. Und es existieren außerdem die ausgewiesenen Spezialisten, die quasi Uhrmacher und Feinmechaniker unter den Zahnärzten: die Implantologen. Die würde ich mir näher anschauen, wenn sich abzeichnet, dass die ganze Renovierung nicht glatt laufen wird, weil zum Beispiel zu wenig Kieferknochen vorhanden ist, und man einen Knochenaufbau braucht, um eine Schraube überhaupt einsetzen zu können, oder wenn Entzündungen vorliegen. Außerdem zahlt man den ganzen Spaß in der Regel ja selber. Tipp: Als ersten Schritt in der Ordination fragen, wie oft dieser Eingriff gemacht wird und wie hoch die Erfolgsquote ist.

Wann braucht man ein Implantat?

Die Abgrenzung beim Zahnersatz zu Krone, Brücke und Prothese erfährt man in einer ausführlichen Beratung. Sie muss am Beginn jeder Behandlung stehen. Früher galten Implantate zum Beispiel eher als Ausnahme und nicht als Standardlösung. Das Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt: Behandlungsplan. In einem guten Beratungsgespräch werden mehrere Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt und in den jeweiligen Einzelheiten genau erklärt. Die Infos bekommt man dann schriftlich mit nach Hause und kann mal darüber schlafen – auch über die zu erwartenden Kosten. HEROLD Tipp: Preise abfragen nicht vergessen! Hat man sich für eine Methode entschieden, sollte man genau erklärt bekommen, wie die einzelnen Schritte ablaufen, welche gesundheitlichen Risiken die Behandlung birgt, wo wie viele Implantate aus welchem Material in den Kiefer eingesetzt werden, wie die Nachsorge in der Ordination und die tägliche Pflegeroutine zuhause funktionieren. Und was das alles kosten wird. Stichwort: verbindlicher Kostenvoranschlag.

Was kosten Zahnimplantate in Polen, Ungarn, Tschechien, in der Türkei, also im Ausland?

Ich weiß es nicht und ich will es auch nicht wissen. Ich will auf die hohe Qualität des Gesundheitssystems in Österreich und auch auf meinen gesetzlichen Schutz und meine Rechte nicht verzichten bzw. sie leicht durchsetzen können. Schließlich kann ja auch ein Mal etwas schief gehen. Hier hilft mir die Rechtschutzversicherung, der Konsumentenschutz, der Patientenanwalt etc., falls es wirklich gröbere Schwierigkeiten gäbe. Schließlich geht es um eine Operation, um die Qualität der verwendeten Materialien sowie die Sorgfalt und Hygiene bei den Arbeitsabläufen. In Österreich kann ich jederzeit wieder zum behandelnden Implantologen gehen, wenn ein Problem auftaucht, ich Schmerzen habe oder zum Beispiel einfach eine Frage zur Pflege. Ich halte schlicht und einfach gar nichts vom „Operationstourismus“. Mit den Horrorgeschichten zu diesem Thema verschone ich euch, ich sag’s nur.

 Wieso sind die Kosten für Zahnimplantate so unterschiedlich?

Kennst du den Begriff Generika? Die gibt es bei Implantaten auch. Alle sind aus Titan, aber nicht alle sind gleich gut. Der behandelnde Arzt kann seine Materialwahl sicher argumentieren. Man kann auch selber bei den Herstellern nachfragen, die in die engere Auswahl gekommen sind. Ist das Implantat nach der Einheilzeit von mehreren Wochen fest mit dem Knochengewebe des Kiefers verwachsen, kommt der Aufbau. Der Zahntechniker kann ein Metallgerüst verwenden oder metallfreie, vollkeramische Aufbauten. Darauf kommt dann die Krone, mehrere davon oder eine Brücke: verschiedene Materialien, unterschiedlicher Preis. Stutzig und skeptisch sollte man werden, wenn einheitlich niedrige Fixpreise angeboten werden, besonders wenn noch niemand in den Mund geschaut hat, und man überhaupt nicht weiß, was konkret gemacht werden muss. Also im Grunde ist es wie beim Autokauf: Mehrere Angebote einholen zahlt sich aus!

Zahnimplantate. Es geht zur Sache: Der Ablauf.

  1. Die Recherche: check.
  2. Die Entscheidung: check.
  3. Die Pläne! Behandlungsplan, Kostenvoranschlag, Nachsorgeinfos, alles schriftlich: check.
  4. Alles in 3D.
    Der Zahnarzt hat die Röntgenbilder gemacht, die nötigen Modelle, Abdrücke und was er sonst noch braucht. Falls er nur einen flüchtigen Blick in deinen Mund geworfen hat oder zwei, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, den Prozess hier abrupt zu beenden. Ich sag’s nur.
  5. Die professionelle Mundhygiene.
    Wenn beim neuen Zahnersatz etwas schief geht, hat das sehr oft mit Plaques zu tun. Solche „Bakteriennester“ gefährden die Investition am meisten. Deswegen ist die richtige Hygiene vorher, während des Eingriffs und nachher extrem wichtig. Apropos: Das darf man den Zahnarzt auch ruhig fragen, ob das Ganze unter keimarmen bzw. sterilen Bedingungen ablaufen wird, und wie diese gewährleistet werden. Man sehnt sich direkt nach einen echten Operationssaal.
    Unterm Strich steht, dass die tatsächliche Action mit einer professionellen Mundhygiene anfangen sollte.
  6. Es geht los.
    Der Zahnarzt bereitet mit einem speziellen Bohrer das sogenannte „Implantatbett“ auf. Ist das darunterliegende Knochenmaterial nicht optimal, muss der Zahnarzt eventuell den Knochen vorübergehend vom Zahnfleisch  befreien. Das Implantat wird passgenau eingesetzt. Bei der Heilung unterscheidet man ein offenes und ein geschlossenes Verfahren. Bei erstgenannten steht der Implantatkopf aus der Schleimhaut heraus, letzteres wird  eher bei voran gegangenem Knochenaufbau verwendet. Nach dem Eingriff sollte man sich abholen lassen oder mit dem Taxi heimfahren – das ist nämlich kein Spaziergang. Das Ganze gibt es übrigens auch computergesteuert, das heißt dann „navigierte Implantologie“.
  7. Warten.
    Jetzt darf geheilt werden. In der Regel dauert es acht bis zwölf Wochen, bis dieser Vorgang abgeschlossen ist. Viele Faktoren beeinflussen diese Phase und nur der Zahnarzt sagt, wann sie endet. Der Patient trägt ein Provisorium. Man kann also essen, sprechen, relativ normal den Alltag bestreiten.
  8. Endspurt
    Der Zahntechniker ist der beste Freund des Zahnarztes. Und als Patient ist es gut, wenn man weiß, dass der Techniker mindestens so gut ist wie der Zahnarzt. Denn er stellt die individuell auf das jeweilige Gebiss abgestimmten Zahnkronen etc. her.  Die neuen endgültigen Zähne werden auf die Implantate geschraubt oder einzementiert. Fertig.

Wie lange halten die Implantate und wie pflegt man sie?

Wenn alles klappt, halten die neue Zähne ewig. Die Pflege ist ein wenig aufwendiger als die der ursprünglichen Kauwerkzeuge, da der natürliche Schutz durch das umgebende Bindegewebe fehlt. Das bedeutet, man muss die Ansammlung von Plaque peinlichst genau und konsequent vermeiden. Denn die daraus möglicherweise entstehenden Zahnfleischentzündungen sind nicht nur schmerzhaft und blöd, sondern gefährden auch das Implantat.
Am besten reinigt immer noch die elektrische Zahnbürste. Gibt es im Fachhandel und manchmal sogar im Supermarkt. Dazu kommen Interdentalbürsten aus der Apotheke, Zahnseide und der Superflossfaden aus dem Drogeriemarkt zum Beispiel.
Und alle sechs Monate Mundhygieneist Pflicht. Dann bliebt es auch beim kraftvoll Zubeißen!



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