Brennen auf der Zunge: Gründe für Schmerzen im Mund

Frau streckt nach dem Essen ihre gesunde Zunge aus dem Mund. Hausmittel

Brennen auf der Zunge? Wir verraten die Ursachen für Zungenbrennen und welcher Arzt hilft! Foto: Adobe Stock, (c) Ocskay Mark

Schmerzen im Mund quälen vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Frauen sind von Zungenbrennen besonders häufig betroffen. Mögliche Ursachen dafür gibt es viele. Oft bleibt der Grund für das „Feuer im Mund“ aber trotz zahlreicher Arztbesuche und Untersuchungen ungeklärt. Für diese Fälle gibt es aber zumindest ein paar Hausmittel, die schnell dabei helfen die Symptome zu lindern.

Zungenbrennen: Arten von Brennen auf der Zunge

Glossodynie, umgangssprachlich als Zungenbrennen bekannt, ist ein weit verbreitetes Symptom. Es tritt meistens an den Zungenrändern und der Zungenspitze auf. Bemerkbar wird das Problem durch unangenehme Empfindungen, zu denen außer dem Brennen oft noch ein dumpfer Schmerz, Stechen, Jucken, Kribbeln oder Gefühl des Wundseins gehören.

Die Symptome können sich auf die Zunge beschränken, aber auch auf die Schleimhaut der Wangen, des Gaumens oder der Lippen ausdehnen. Ebenso kann eine Glossodynie mit Geschmacksstörungen, einem pelzigen Gefühl, Mundgeruch und Mundtrockenheit verbunden sein. Umgekehrt ist ein vermehrter Speichelfluss aber genauso gut möglich.

Welche Ursache hat das Brennen auf der Zunge?

Da sichtbare Veränderungen an der Zunge meist fehlen, lässt sich nur selten der Grund für eine Glossodynie per Blickdiagnose erkennen. Teilweise decken Untersuchungen die Ursache auf, oft bleibt der Grund aber unbekannt.

Es handelt sich um eine Herausforderung für die Medizin. Mehr noch aber für den Patienten, da sich Betroffene oft lange Zeit mit dem Problem herumschlagen und ergebnislos viele Ärzte aufsuchen, da bei der Diagnose unterschiedlichste Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen.

Übrigens: Ein Zungenbrennen tritt häufig als Begleiterscheinung einer Ernährungsstörung oder Nebenwirkung bestimmter Medikamente auf, kann schlimmstenfalls aber auch ein Hinweis auf ernsthafte Erkrankungen sein.

Mundflora und Glossodynie

Zu den harmlosen und zugleich sichtbaren Auslösern des Zungenbrennens zählen Veränderungen der Zunge wie

  • die Lingua geographica (Landkartenzunge): glatte, hellrote Entzündungsherde verschiedener Größe mit weißem Rand, deren Ursache bislang unbekannt ist. Als Risikofaktoren werden hormonelle Verhütungsmittel und Schwangerschaften in Betracht gezogen.
  • die Lingua plicata (Faltenzunge): familiär gehäuft vorkommende Veränderungen wie symmetrische Einkerbungen und Erhebungen im vorderen und mittleren Zungenabschnitt oder eine zentrale Längsfurche.

In Nischen und Einkerbungen können sich Keime besonders gut entwickeln und bringen die Mundflora aus dem Gleichgewicht. Denn für die Mundgesundheit ist es wichtig, dass bestimmte (“gute“) Mikroorganismen in der Mundhöhle ihre Arbeit verrichten können. Und die besteht in der Abwehr potentiell schädlicher Einflüsse.

Ist die Balance durch eine dieser Erkrankungen gestört, können schädliche Bakterien das brennende Gefühl auslösen. Ebenso wie Chemikalien, die sich in aggressiven Zahnpasten oder Mundwässern finden.

Junge Frau mit Zungenbrennen sucht Hausmittel die helfen Symptome zu lindern und vermeiden.

Ein Brennen auf der Zunge kann harmlose Ursachen haben, aber auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Adobe Stock, (c) vladimirfloyd

Zungenbrennen: Veränderungen in der Mundhöhle

Ein Pilzbefall der Mundhöhle (Soor) ist eine der häufigsten Ursache für brennende Schmerzen. Hier erbringt die Entnahme eines Abstrichs, der anschließend mikroskopisch untersucht wird, Klarheit. Darauf folgt als Behandlung die Anwendung eines Pilzmittels und Einhaltung einer zuckerfreien Diät. Zudem beim Tragen einer Zahnprothese deren spezielle Reinigung beim Zahnarzt. Der Verzehr von pilzfeindlichen Pflanzen wie Bärlauch, Knoblauch, Zwiebel und frischen Küchenkräutern unterstützt die Therapie.

Missempfindungen in der Mundhöhle können auch durch mechanische Irritationen entstehen. In diesem Fall muss der Zahnarzt oder Kieferorthopäde ran, um die Probleme zu beheben. Denkbar wären etwa:

Brennen auf der Zunge: Allergien

Auch Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen auf Materialien aus der Zahnheilkunde oder Inhaltsstoffe von Kosmetika (zum Beispiel Lippenstift) können am Zungenbrennen schuld sein. Selbst dann, wenn sie ursprünglich keine Beschwerden hervorgerufen haben (Allergie vom verzögerten Typ). In diesem Fall sind Allergietests bzw. eine Multielementanalyse des Speichels zur Diagnostik angesagt.

Bei einem positiven Ergebnis solltest du natürlich auch die entsprechenden Allergene und Inhaltsstoffe meiden, beispielsweise durch den Austausch von Zahnfüllungen. Andere im Mundraum befindliche mögliche Ursachen einer Glossodynie sind:

Zungenbrennen: Mangelzustände

Der Organismus benötigt Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ein Defizit an solchen Vitalstoffen kann viele Symptome hervorrufen, wie eben auch Beschwerden in Mund, Hals und auf der Zunge. Diese treten v.a. auf bei einem Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder Eisen auf.

Mangelerscheinungen können durch Blutuntersuchungen identifiziert werden und lassen sich gut durch die Gabe eines Vitamin- bzw. Eisenpräparats beheben. Auch ein Mangel an Hormonen kann eine Glossodynie erzeugen. Denn mit dem Sinken des Östrogenspiegels in den Wechseljahren werden die Schleimhäute – auch die in der Mundhöhle – trockener. Das erklärt vermutlich, warum ältere Frauen besonders häufig unter Glossodynie leiden.

Sollte vom Arzt im Labor ein Hormonmangel festgestellt werden, erfolgt die Behandlung mit Phytoöstrogenen (pflanzliche hormonähnliche Stoffe) oder einer Hormonersatztherapie (HET).

Eine Frau mit Diabetes reinigt ihren Mund.

Gute Mundhygiene nach jedem Essen hilft, den Mund gesund zu halten. Foto: Adobe Stock, (c) BRN-Pixel

Zungenbrennen: Nebenwirkungen von Medikamenten 

Wenn die Zunge brennt, kann dies auch die Begleiterscheinung einer Strahlentherapie sein. Oder eine Nebenwirkung von Arzneimitteln wie beispielsweise. bestimmten Blutdrucksenkern, Antidepressiva oder Antibiotika. In solchen Fällen sollte wenn möglich ein Umstieg auf ein Alternativpräparat erfolgen.

Zungenbrennen: Krankheiten

Eine Vielzahl an Erkrankungen geht gern mit Glossodynie einher. Dazu gehören etwa

  • ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), erkennbar durch Blut- und Harnuntersuchungen. Patienten mit Diabetes können eine Gewichtsnormalisierung, oralen Antidiabetika oder Insulinspritzen helfen.
  • Autoimmunerkrankungen wie z. B. die Multiple Sklerose oder Kollagenosen (z.B. Sjögren-Syndrom, Sklerodermie), die zu einer verminderten Speichelproduktion führen. Patienten bekommen künstlichen Speichel.
  • die gastroösophageale Refluxkrankheit: Rückstau von Magensaft in die Speiseröhre, feststellbar per Magenspiegelung und therapierbar mittels Verzicht auf Alkohol und Nikotin, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, Reduktion von Übergewicht usw..
  • eine Anämie (Blutarmut), die sich im Blutbefund zeigt und ursächlich (z. B. Beseitigung der Blutungsquelle, Bluttransfusionen) behandelt wird.
  • Hirnnerven-Neuralgien (zum Beispiel Trigeminusneuralgie).
  • das Burning-Mouth-Syndrom, eine Erkrankung mit bislang ungeklärten Ursachen.
  • eine HIV-Infektion.

Zungenbrennen: psychische Erkrankungen

Stress, Angststörungen oder Depressionen wirken teilweise als Auslöser, teilweise als Verstärker (längere Dauer, erschwerte Behandlung) einer Glossodynie. Lindern lassen sich die Beschwerden am besten durch eine psychische Behandlung.

Die Zunge brennt! Zu welchem Arzt?

Erste Anlaufstelle bei Zungenbrennen unbekannter Ursache ist der Zahnarzt, der eventuelle Zahnschäden oder unpassenden Zahnersatz korrigiert. Ist kein Zahnproblem auffindbar, erscheint es ratsam, einen Facharzt für Hals, Nasen-, Ohrenkrankheiten aufzusuchen.

Bleibt auch der HNO-Check ergebnislos, sollte eine internistische, bei Frauen auch eine gynäkologische Durchuntersuchung inklusive Hormonstatus erfolgen. Weitere fachärztliche Konsultationen (z.B. Neurologe, Hautarzt) können ebenso notwendig werden. Falls eine psychische Erkrankung die Beschwerden hervorruft, klärt dies am besten ein Psychologe, Psychiater oder Psychotherapeut.

Zunge brennt Hausmittel: Was hilft wirklich?

Vor dem Lindern der Symptome sind natürlich die entsprechenden Ursachen (z.B. kaputte Zähne) möglichst auszuschalten oder entsprechend zu behandeln. Um Beschwerden zu behandeln und ein weiteres Auftreten zu vermeiden, gibt es eine Vielzahl an Hausmitteln und generellen Tipps, die dabei helfen die Mundflora gesund zu halten. Dazu gehören:

  • Capsaicin-Salbe, Glyzerin oder Lavendelöl zum Auftragen am Schmerzort.
  • Alpha-Liponsäure-Filmtabletten.
  • lokalanästhetische Mundspüllösungen.
  • homöopathische Capsicum-Globuli oder Schüßler Salze (Nr. 3. Ferrum Phosphoricum, Nr. 13. Kalium arsenicosum).
  • reichlich trinken (Wasser oder Tee aus Minzeblättern).
  • eine konsequente Mundpflege mit milden Substanzen (Paste aus Blättern des Niembaums, Natriumbikarbonat statt Zahnpasta).
  • regelmäßige zahnärztliche Kontrollen um Gebissschäden zu vermeiden.
  • eine ausgewogene Ernährung zur Verhinderung von Vitaminmangel.
  • der Verzicht auf Alkohol, Nikotin, sowie scharf gewürzte und saure Lebensmittel.
  • Vorsorgeuntersuchungen zur frühzeitigen Entdeckung gesundheitlicher Störungen.

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