Brennen auf der Zunge: Gründe für Schmerzen im Mund

Zungenbrennen, Brennen auf der Zunge

Brennen auf der Zunge? Wir haben die Ursachen für Zungenbrennen recherchiert und wissen, an wen du dich wenden solltest. Shutterstock, (c) sruilk

Schmerzen im Mund quälen vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Frauen sind von Zungenbrennen besonders häufig betroffen. Mögliche Ursachen dafür gibt es viele. Doch häufig bleibt der Grund für das „Feuer im Mund“ trotz zahlreicher Arztbesuche und Untersuchungen unentdeckt und die Behandlung daher oft unbefriedigend. Für diese Fälle gibt es aber zumindest ein paar hilfreiche Hausmittel, über die wir dich gerne informieren.

Zungenbrennen: Arten von Brennen auf der Zunge

Glossodynie, umgangssprachlich als Zungenbrennen bekannt, ist ein weit verbreitetes Symptom. Dieses tritt meistens an den Zungenrändern und der Zungenspitze auf. Es umfasst unangenehme Empfindungen, zu denen außer dem Brennen oft noch ein dumpfer Schmerz, Stechen, Jucken, Kribbeln oder Gefühl des Wundseins gehören. Sie können sich auf die Zunge beschränken, aber auch auf die Schleimhaut der Wangen, des Gaumens oder der Lippen ausdehnen. Ebenso kann eine Glossodynie mit Geschmacksstörungen, einem pelzigen Gefühl, Mundgeruch und Mundtrockenheit verbunden sein. Oder auch einem vermehrten Speichelfluss.

Welche Ursache hat das Brennen auf der Zunge?

Da sichtbare Veränderungen an der Zunge meist fehlen, lässt sich nur selten der Grund für eine Glossodynie per Blickdiagnose erkennen. Teilweise decken Untersuchungen die Ursache auf. Doch bleibt der Auslöser oft auch unerkannt. Also eine Herausforderung für die Medizin. Mehr noch aber für den Patienten, der sich mit dem in der Regel langwierigen Problem herumschlägt und nicht selten deswegen einen Arzt nach dem anderen aufsucht.

Übrigens: Ein Brennen auf der Zunge ist häufig die Begleiterscheinung diverser Ernährungs- oder Gesundheitsstörungen, eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente oder schlimmstenfalls Ausdruck einer ernsthaften Erkrankung.

Mundflora und Glossodynie

Zu den harmlosen und zugleich sichtbaren Auslösern des Zungenbrennens zählen Veränderungen der Zunge wie

  • die Lingua geographica (Landkartenzunge): glatte, hellrote Entzündungsherde verschiedener Größe mit weißem Rand, deren Ursache bislang unbekannt ist. Als Risikofaktoren werden hormonelle Verhütungsmittel und Schwangerschaften in Betracht gezogen.
  • die Lingua plicata (Faltenzunge): familiär gehäuft vorkommende Veränderungen wie symmetrische Einkerbungen und Erhebungen im vorderen und mittleren Zungenabschnitt oder eine zentrale Längsfurche.

Wahrscheinlich weil sie Fäulniskeimen einen guten Nährboden bieten. Denn für die Mundgesundheit ist es wichtig, dass bestimmte (“gute“) Mikroorganismen in der Mundhöhle ihre Arbeit verrichten können. Und die besteht in der Abwehr potentiell schädlicher Einflüsse.

Ansonsten können Nischen, in denen sich Krankheitserreger sammeln, diese gesunde Mundflora zu stören und so das Brennen auf der Zunge auszulösen. Ebenso Chemikalien wie zu aggressive Zahnpasten oder Mundwässer.

Auslöser für Zungenbrennen: Veränderungen in der Mundhöhle

Ein Pilzbefall der Mundhöhle (Soor) gilt als häufige Ursache einer Glossodynie. Hier erbringt die Entnahme eines Abstrichs, der anschließend mikroskopisch untersucht wird, Klarheit. Darauf folgt als Behandlung die Anwendung eines Pilzmittels und Einhaltung einer zuckerfreien Diät. Zudem beim Tragen einer Zahnprothese deren spezielle Reinigung beim Zahnarzt. Der Verzehr von pilzfeindlichen Pflanzen wie Bärlauch, Knoblauch, Zwiebel und frischen Küchenkräutern unterstützt die Therapie.

Missempfindungen in der Mundhöhle kommen außerdem durch mechanische Irritationen wie

zustande. Dann muss der Zahnarzt oder Kieferorthopäde ran, um die Probleme zu beheben.

Junge Frau mit Schmerzen, die durch Zungenbrennen (Brennen auf der Zunge) ausgelöst werden.

Ein Brennen auf der Zunge kann harmlose Ursachen haben, aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Adobe Stock, (c) vladimirfloyd

Auslöser für Brennen auf der Zunge: Allergien

Auch Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen auf in der Zahnheilkunde verwendete Materialien oder Inhaltsstoffe von Kosmetika (z.B. Lippenstift) können am Zungenbrennen schuld sein. Selbst wenn sie ursprünglich keine Beschwerden hervorgerufen haben (Allergie vom verzögerten Typ). Dann sind Allergietests bzw. eine Multielementanalyse des Speichels zur Diagnostik angesagt. Und das Meiden der Allergieauslöser (z.B. Austausch von Zahnfüllungen).

Andere im Mundraum befindliche mögliche Ursachen einer Glossodynie sind

Auslöser für Zungenbrennen: Mangelzustände

Der Organismus benötigt Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ein Defizit an solchen Vitalstoffen führt zu einer Vielfalt an Symptomen wie eben zum Beispiel einem Brennen auf der Zunge. Dieses tritt v.a. auf bei einem Mangel an

Erkennbar anhand von Blutuntersuchungen und behebbar durch die Gabe eines Vitamin- bzw. Eisenpräparats. Auch ein Mangel an Hormonen kann eine Glossodynie erzeugen. Denn mit dem Sinken des Östrogenspiegels in den Wechseljahren werden die Schleimhäute – auch die in der Mundhöhle – trockener. Das erklärt vermutlich, warum ältere Frauen besonders häufig unter Glossodynie leiden.

Doch lässt sich ein im Labor festgestellter Hormonmangel mit Phytoöstrogenen (pflanzliche hormonähnliche Stoffe) oder einer Hormonersatztherapie (HET) behandeln.

Auslöser für Zungenbrennen: Nebenwirkungen von Medikamenten 

Wenn die Zunge brennt, kann dies auch die Begleiterscheinung einer Strahlentherapie sein. Oder eine Nebenwirkung von Arzneimitteln wie z.B. bestimmten Blutdrucksenkern, Antidepressiva oder Antibiotika. In solchen Fällen sollte wenn möglich ein Umstieg auf ein Alternativpräparat erfolgen.

Auslöser für Zungenbrennen: Krankheiten

Eine Vielzahl an Erkrankungen geht gern mit Glossodynie einher. Dazu gehören etwa

  • ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), erkennbar durch Blut- und Harnuntersuchungen und behandelbar mit Diät, einer Gewichtsnormalisierung, oralen Antidiabetika oder Insulinspritzen.
  • Autoimmunerkrankungen wie z. B. die Multiple Sklerose oder Kollagenosen (z.B. Sjögren-Syndrom, Sklerodermie) die zu einer verminderten Speichelproduktion führen. Linderung verschafft die Gabe künstlichen Speichels und eine konsequente Behandlung der Grundkrankheit.
  • die gastroösophageale Refluxkrankheit: Rückstau von Magensaft in die Speiseröhre, feststellbar per Magenspiegelung und therapierbar mittels Verzicht auf Genussgifte wie Alkohol oder Nikotin, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, Reduktion von Übergewicht usw.
  • eine Anämie (Blutarmut), die sich im Blutbefund zeigt und ursächlich (z. B. Beseitigung der Blutungsquelle, Bluttransfusionen) behandelt wird.
  • Hirnnerven-Neuralgien (z. B. Trigeminusneuralgie).
  • eine HIV-Infektion.

Auslöser für Zungenbrennen: seelische Störungen

Stress, Angststörungen oder Depressionen wirken teilweise als Auslöser, teilweise als Verstärker (längere Dauer, erschwerte Behandlung) einer Glossodynie.

Die Zunge brennt! Zu welchem Arzt?

Erste Anlaufstelle bei Zungenbrennen unbekannter Ursache ist der Zahnarzt, der eventuelle Zahnschäden oder unpassenden Zahnersatz korrigiert. Ist kein Zahnproblem auffindbar, erscheint es ratsam, einen Facharzt für Hals, Nasen-, Ohrenkrankheiten aufzusuchen. Bleibt auch der HNO-Check ergebnislos, sollte eine internistische, bei Frauen auch eine gynäkologische Durchuntersuchung inklusive Hormonstatus erfolgen. Und eine Überprüfung eingenommener Medikamente. Weitere fachärztliche Konsultationen (z.B. Neurologe, Hautarzt) können notwendig werden. Oder auch die Fahndung nach psychischen Störungen beim Psychologen, Psychiater oder Psychotherapeuten.

Hausmittel gegen Brennen auf der Zunge

Gefundene Ursachen (z.B. kaputte Zähne) sind möglichst auszuschalten oder entsprechend zu behandeln. Sonst bleiben nur lindernde und vorbeugende Maßnahmen wie

  • Capsaicin-Salbe, Glyzerin oder Lavendelöl zum Auftragen am Schmerzort.
  • Alpha-Liponsäure-Filmtabletten.
  • lokalanästhetische Mundspüllösungen.
  • homöopathische Capsicum-Globuli oder Schüßler Salze (Nr. 3. Ferrum Phosphoricum, Nr. 13. Kalium arsenicosum).
  • reichlich trinken (Tee aus Minzeblättern).
  • eine konsequente Mundpflege mit milden Substanzen (Paste aus Blättern des Niembaums, Natriumbikarbonat statt Zahnpasta).
  • regelmäßige zahnärztliche Kontrollen zur Vermeidung von Gebissschäden.
  • eine ausgewogene Ernährung zur Verhinderung von Vitaminmangelzuständen.
  • der Verzicht auf Alkohol, Nikotin, scharf Gewürztes und Saures.
  • Vorsorgeuntersuchungen zur frühzeitigen Entdeckung gesundheitlicher Störungen.

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